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Neger


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Für andere Bedeutungen siehe Neger (Begriffsklärung) .

Neger (lat. niger schwarz) ist eine heute als rassistisch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts weitverbreitete für braun- bis schwarzhäutige Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Elemente des eurozentristischen Blicks

Mit dem Begriff " Neger " sind eine Vielzahl von rassistischen und eurozentristischen Stereotypen verbunden. Diese Bilder oder Projektionen haben vor allem mit eigenen Versagungen Ängsten zu tun: Sexualrepression Entfremdung und/oder Ohnmachtserfahrungen psychodynamische Grundlagen für das Suchen von vermeintlich um die eigene Person aufzuwerten. Einige Elemente eurozentristischen Blicks auf die "Neger" sind:

  • Inferiorität die "Neger" seien den "Weißen" unterlegen;
  • Viktimisierung die Darstellung als Opfer bzw. als schwach ;
  • Infantilisierung das Zum-Kind-Machen ;
  • Triebhaftigkeit und Naturhaftigkeit insbesondere die übertriebene Darstellung von Sexualität;
  • Kulturlosigkeit der Beitrag Afrikas zur Zivilisation wird

Bis heute halten sich die rassistischen eurozentristischen Bilder der " Neger " in Deutschland und werden u.a. in Werbung und anderen Medien reproduziert.

Geschichte

Bis in das 18. Jahrhundert war der hautfarbenunabhängige Begriff "Mohr" gängig sowohl positive als auch negative Aspekte beinhaltete: werden dunkelhäutige Heilige und Helden aus Legenden und besungen (z. B. Parzifal Kaspar und Mauritius oder Bilkis die Königin von Saba). gibt es besonders seit der massenhaften kirchlich Versklavung von Afrikanern auch rassistische Stereotype wie Herabstufung zu Affen.

Im späten 17. Jahrhundert hat sich besonders in West-Afrika durch Handel ein wohlhabendes Bürgertum ausgebildet das Kontakte in andere Teile Welt hatte und auch in Europa gab es eine kleine kulturell sehr Gemeinde von Afro-Europäern (u.a. Ibrahim Petrowitsch Hannibal - 1761) Anton Wilhelm Amo (1700 - 1754) Francis Williams (1700 1770) und Phillis Wheatley (1753 - 1784)).

Mit dem Aufkommen der modernen Rassentheorien kommt der Begriff "Neger" in die Sprache. Er hat seinen Ursprung im Lateinischen. Niger heißt "(glänzend) schwarz" und wird aus spanische-portugiesischen negro und dem französische nègre übernommen. Mit dem Rassismus und dem Imperialismus prägt sich ein besonderer Blick auf "Neger" den schon Kant der den Rassebegriff in die deutsche einführte in seinen Vorlesungen 1790 - 1791 skizzierte: sie seien wie Kinder und Erziehung.

Entsprechend stellen der deutsche Staat und Kirche die Kolonialanstrengungen als eine Schutz- und gegen die "Neger" dar. Die Berliner Kongokonferenz von 1884 / 85 soll unter diesen Vorzeichen Macht über bringen. Die afrikanischen Kolonien werden konsequent als Schutzgebiete " bezeichnet und mit dem Schutz der gegen die Versklavung (durch arabische oder französische sowie ihrer Verfleißigung begründet. Dabei sind in den Schutzgebieten Haussklaven also rechtlose Diener - nicht aber - erlaubt. Die übrige Bevölkerung soll durch und Strafmaßnahmen zu Fleiß erzogen werden. Jeder Widerstand wird als Beweis der angeborenen Faulheit und damit der Notwendigkeit weiterer Gewalt

Das zweite Attribut mit dem im Blick " Neger " belegt werden ist das der Triebhaftigkeit . In Zeiten zwanghafter Sexualrepression in Deutschland exotische Menschen sexuell aufgeladen gesehen. In den Schutzgebieten kam es zunehmend zu Vergewaltigungen an Negerinnen " durch die Besatzungstruppen was ein weiterer für die antikolonialen Aufstände wurde (vgl. Herero Nama ).

Mit dem Ende des 1. Weltkrieges muß Deutschland die Kolonien abgeben und gleichzeitig kommen mit der Armee " Neger " in die besetzten Gebiete im Rheinland. der Folge werden Kinder die aus Partnerschaften diesen Soldaten und einheimischen Frauen hervorgehen als Bastarde " angefeindet und verfolgt. Gleichzeitig haben in deutschen Kinos Kolonialfilme Hochkonjunktur in denen " Neger " als Darsteller den eurozentrischen Blick befriedigen sie werden als dumme Diener gezeichnet die den Schutz und Rat der weißen deutschen angewiesen sind. Einer von wenigen schwarzen Schauspielern auch größere Nebenrollen angeboten bekamen war Louis ( 1892 - 1951 ).

1918 gründet sich in Hamburg der "Afrikanische Hilfsverein" der ein Zusammenschluss Menschen afrikanischer Herkunft ist die in Deutschland " Neger " diskriminiert werden. Ziel des Vereines ist allem ein Zusammenhalt gegen Diskriminierung und im mit Behörden.

Im Nationalsozialismus werden die Kolonialgelüste wieder angeheizt und sollen erneut "Neger" unter deutsche Herrschaft gebracht In Deutschland gehören die Menschen afrikanischer Herkunft besonders die erwähnten Nachkommen im Rheinland zu rassistisch Verfolgen. Mindestens 400 von ihnen werden "Neger" zwangssterilisiert.

Diskriminierung

Bis heute haben Menschen mit dunkler in der von hellhäutigen Europäern geprägten Wirtschaft die meisten nicht-europäischen Ethnien selbst in den Industrienationen schlechtere berufliche Chancen auch wenn sie Landessprache perfekt beherrschen. Dazu gehört z. B. Beschränkung der Berufsmöglichkeiten außerhalb von Tätigkeiten die eurozentristischen Blick entsprechen wie dienende und helfende oder in der Unterhaltungsindustrie die Sparten Musik Sport und Erotik. Rassistische und vorurteilsbeladene Haltungen weiterhin in Teilen europäisch dominierter Gesellschaften anzutreffen. in der Wissenschaft und Erziehung werden immer wieder rassistische Bilder von verbreitet.

Gleichzeitig ist die Fixierung auf das von " Negern " ein elementarer Bestandteil des eurozentrischen Blicks in den letzten Jahrhunderten die Einrichtung von Schutzgebieten in Afrika hervorbrachte.

Begriffsalternativen

Menschen nach ihrer Herkunft oder Hautfarbe bezeichnen ist in der Regel nicht angemessen diese nichts über den Menschen aussagen. Herkunftsbetonende wie Afroamerikaner oder Afrodeutsche sind in erster Linie als Selbstbezeichnungen wenn es um das Aufzeigen von Gemeinsamkeiten der sozialen oder ökonomischen Situation wie sie B. durch Diskriminierung entstehen sinnvoll.

Literatur

  • S. Arndt [Hrsg.]: AfrikaBilder. Studien zu in Deutschland Münster: Unrast 2001.
  • U. Bitterli: Die »Wilden« und die Die europäisch-überseeische Begegnung München: dtv 1982.
  • F. Böckelmann: Die Gelben die Schwarzen die Weißen Frankfurt am Main: Eichborn 1999.
  • R. Gronemeyer [Hrsg.]: Der faule Neger. weißen Kreuzzug gegen den schwarzen Müßiggang Reinbek: 1991.
  • H. Melber: Der Weißheit letzter Schluß. und kolonialer Blick Frankfurt: Brandes & Apsel ISBN: 3-86099-102-7.
  • Institut für Auslandsbeziehungen [Hrsg. ]: Exotische - Europäische Phantasien Ausstellungskatalog 1987.
  • J. Kristeva: Fremde sind wir uns Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990.
  • M. Lorbeer B. Wild [Hrsg.]: Menschenfresser Negerküsse. Das Bild von Fremden im deutschen 2. Auflage Frankfurt am Main: Eichborn 1993.
  • P. Martin: Schwarze Teufel edle Mohren Hamburger Edition 2001.
  • K. Oguntoye M. Opitz D. Schultz Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren Geschichte 2. Auflage Berlin: Orlanda 1991 ISBN:

Siehe auch:

Afrodeutsche Ethnologie Schwarzafrika Afrikaner Afroamerikaner Rassismus Rassentheorien Ethnozentrismus Schwarzafrikaner




Bücher zum Thema Neger

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