Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Neidhart von Reuental (1. Hälfte 13. Jahrhundert; auch Neidhart von Reuenthal ) war einer der bedeutendsten und fruchtbarsten lyrischen Dichter des Mittelalters. 56 bis 132 und 55 Melodien sind überliefert worden.
Neidhart von Reuental war der Sprössling adligen Geschlechts aus Bayern; nachher lebte er in Österreich und dichtete zwischen 1210 und 1240 . Er war der Gründer der Art Minnegesangs die Karl Lachmann als "höfische Dorfpoesie" bezeichnet indem er seinen Liedern vornehmlich das hoffärtige Treiben und derbere Liebesweise der Bauern mit geistreich humoristischer schilderte. Unter dem Namen "Neidhart Fuchs" dichtete wohl historische nachweisbare Otto Fuchs als eine Hofnarr des österreichischen Herzogs Otto des Fröhlichen 1301 - 39 ) in Neidharts Manier. Überhaupt erhielten in lyrischer Form erzählte Bauernschwänke schlechthin den Namen Neidhart von Reuental's Werke sind in Sommerlieder Winterlieder gegliedert.
Die Sommerlieder sind einfache unstollige Reigenlieder zum Thema in der als Ritter auftretender Liebhaber beim um ein Bauernmädchen wirbt und sich dabei rivalisierenden Bauernburschen ( dörper ) auseinandersetzen muss. Die Gesprächslieder der Bäuerinnen und Mutter liebeslustige Alt befreundete Mädchen) handeln die Frage wie man die Gunst des ritters von Riuwental erringen könne. Die satirische Darstellung des ist zumeist parodisierend und stellt einen starken zum Hohen Minnesang dar.
Die Winterlieder sind in Kanzonenform gedichtet und schildern Tanz und Spiel in der Bauernstube. Das lyrische Ich ist hier der zumeist erfolglose Werbende. Interesse richtet sich auf Bauernmädchen und stößt auf anmaßend auftretende dörper -Mitwerber oftmals kommt es zu rohen Drohungen Handgreiflichkeiten. Die späteren Versionen der Winterlieder zeichnen zunehmend durch Absagen des Sängers an den aus eine Anlehnung an die Alterslieder von Walther von der Vogelweide .
Eine noch dem 13. Jahrhundert angehörige Sammlung seiner Lieder befindet sich Schloss Riedegg und wurde von Georg Friedrich Benecke 1832 herausgegeben. Eine erste kritische Ausgabe veranstaltete Haupt ( 1858 ).
Renate Schipke: Neidharts Lieder u.a. ('Riedegger' Handschrift) [Kat.Nr.46] in: Peter Jörg Becker und Eef (Hgg.): Aderlass und Seelentrost. Die Überlieferung deutscher Texte Spiegel Berliner Handschriften und Inkunabeln Mainz 2003 S.105ff.