Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Neukantianismus oder Neokantianismus ist der Name einer philosophischen Strömung die sich nach dem Idealismus wieder direkt von Immanuel Kant inspirieren ließ.
Ein Spruch am Ende jedes Kapitels Zurück zu Kant! Eine vorbereitende Rolle spielten die Aufsätze Hermann von Helmholtz Über das Sehen des Menschen 1855 und Eduard Zeller Über Bedeutung und Aufgabe der Erkenntnistheorie 1862 .
Otto Liebmann und Friedrich Albert Lange der Geschichte des Materialismus 1866 ) sind die eigentlichen Grundleger der Marburger Schule . Hermann Cohen und Paul Natorp (und später Ernst Cassirer ) ihre bedeutendsten Nachfolger.
Die Südwestdeutsche Schule ist die zweite wichtige Neukantische Schule. wurde von Wilhelm Windelband gestiftet. Er und Student Heinrich Rickert waren ihre Hauptvertreter.
Es wurde behauptet dass das Ende Neokantianismus nach dem zweiten Weltkrieg von Martin Heideggers Philosophie bedingt wurde aber eigentlich wurde Ende größtenteils verursacht durch den Tod ihrer
Die erste Periode wird durch den gekennzeichnet bestimmte von der Sinnesphysiologie (z.B. bei Hermann von Helmholtz und Gustav Theodor Fechner ) entdeckte Tatsachen zum Ausbau einer subjektiv-idealistischen agnostischen Erkenntnislehre zu verwenden (physiologischer Neukantianismus). Die Kants gibt dabei den allgemeinen Rahmen der ab. Allerdings eines Kant der von seinen zum Materialismus "gereinigt" auf die "kritische" Erkenntnislehre und auf das Niveau von David Hume und George Berkeley heruntergebracht wurde. "Das Ding an sich " wird als materialistisches Moment der Kantschen erkannt und - im Unterschied zur Auffassung klassischen deutschen Philosophie - negativ gefaßt und von Lange als "Grenzbegriff" von Liebmann als Rätsel" bestimmt. Die praktische Philosophie Kants wird geschoben die subjektivistischen Elemente seiner Erkenntnislehre werden hervorgehoben Erfahrung (Erkenntnis) wird kurzweg als "Geschenk Verstandes" ausgegeben.
Die zweite Periode des Neukantianismus ( Hermann Cohen Paul Natorp Wilhelm Windelband Aloys Riehl) fällt etwa die siebziger bis neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts . In dieser Zeit entwickelte er sich einer eigentlichen Schule. Das Grundanliegen war die auf den von Lange und Liebmann vorgezeichneten Unterstützt wurden diese Bestrebungen durch die jetzt Kantphilologie. Im Unterschied zur ersten Periode werden der zweiten Periode Versuche unternommen nicht nur Elemente der Kritik der reinen Vernunft sondern Kants Lehre als Ganze zum einer subjektiv-idealistsichen und agnostischen Philosophie unter Verwendung Motive heranzuziehen und seine Ethik auf die Verhältnisse der damaligen Zeit anzuwenden(bei Natorp).
Diese Versuche leiten zur dritten Periode in der die Vertreter des Neukantianismus ihre Systeme entwickeln(Cohen Riehl Rickert). Zugleich gewinnt der in dieser Zeit verstärkten Enfluß unter den und protestantischen Theologen: Rudolf Stammler (Rechtslehre) Natorp Max Weber Georg Simmel (Soziologie) Johann Wilhelm Herrmann Julius Wilhelm (protestantische Theologie). Die dritte Periode ist mit beginnenden Auflösung des Neukantianismus als Schule identisch. verschiedenen Verterter des Neukantianismus nehmen bei ihren Elemente anderer Philosophien auf und erweitern den rein Kantschen Ansatz durch Fragestellungen aus den von Johann Gottlieb Fichte Johann Friedrich Herbart Rudolf Hermann Lotze Bernhard Bolzano und Wilhelm Dilthey nähern sich mehr oder weniger dem Idealismus und bereiten so den Übergang zu philosophischen Richtungen vor: Positivismus Empiriokritizismus Lebensphilosophie Phänomenologie Neuhegelianismus Existenzialismus und neue Ontologie.
Seine einflußreichste Zeit hatte der Neukantianismus den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts bis zumm ersten Weltkrieg. Danach wurde von anderen Richtungen der deutschen Philosophie immer verdrängt - was nicht bedeutet daß es Neukantianer mehr gegeben hätte.
Nach dem Ort des Wirkens seiner sowie in Rücksicht auf systematische Gesichtspunkte wird Neukantianismus auch in die Marburger und Südwestdeutsche(Freiburger) Schule eingeteilt.
Die Marburger Schule (Cohen Natorp Karl Vorländer Ernst Cassirer ) greift in ihrer Kantrezeption in erster auf die "Transzendentale Deduktion" zurück. Sie will begrifflich bzw. mathematisch zu Erkenntnis kommen betrachtet Außenwelt als "Gewebe logischer Relationen" die nicht sondern immer nur aufgegeben sind d.h. durch Bewußtsein gesetzt werden.
Gegenstand der Philosophie ist die Wissenschaft als Denken Über die Wissenschaft. Der Marburger Neukantianismus ist aufgrund seines absoluten Verweilens in auch oft als "logischer Idealismus" bezeichnet worden.
Die Südwestdeutsche Schule (Wilhelm Windelband Rickert Emil Lask Bruno Bauch Georg Cohn) sieht weniger der Erkenntnislehre das Hauptanliegen der Philosophie wie Marburger Neukantgianismus als vielmehr im Problem der Werte des Sollens.
Für sie ist die Hauptfrage der nicht die Frage nach dem Sein dem sondern anch dem was sein soll (das dem Weltproblem steht das Wertproblem".
Die Südwestdeutsche Schule hat sich im Kampf gegen den historischen Materialismus besonders hervorgetan. Rickert im Verein mit trennt Natur und Gesellschaft(bei ihm: Kultur) schroff und proklamiert für beide Bereiche verschiedene Methoden: "generalisierende" für die Natur- die "individualisierende" für Gesellschaftwissenschaften.
Damit schuf er die Voraussetzungen dafür auf der einen Seite die strenge Forschung den Naturwissenschaften nicht angetastet daß sie auf anderen Seite aber in die Gesellschaftwissenschaften keinen fand und von beiden der philosophische Materialismus wurde. Das letztere versuchte er u.a. zu indem er alle Weltanschauungsfragen aus dem Zuständigkeitsbereich Philosophie ausschloß.
Auf der Grundlage der Südwestdeutschen Wertphilosophie ihrer Methodentrennung und ihres Ausschlusses aller aus dem Bereich der Philosophie sowie des Marburger Logizismus entwickelten sich in Deutschland die irrationalistischen Lehren der zwanziger und dreißiger Jahre die Ideologie des Rechtsextremismus vorbereiteten und zum Teil ihr aufgingen.
Der Einfluss des Neukantianismus auf die in Deutschland der Weimarer Republik war negativer und ist nicht zu unterschätzen. Die einflußreichsten in Deutschland dieser Zeit sind beim Neukantianismus die Schule gegangen( Edmund Husserl Martin Heidegger Richard Kroner Nicolai Hartmann ).
Neben der Marburger und der Südwestdeutschen Schule hat sich innerhalb des Neukantianismus noch andere Strömung herausgebildet deren Einfluß weniger stark der sogenannte (Neu-) Kritizismus (Aloys Riehl auch: Friedrich Paulsen Oswald Maier). Der Kritizismus bemühte sich Kant durch eine realistsiche historisch gerecht zu werden lehnte die ins gehenden Kantumdeutungen des übrigen Neukantianismus ab betrachtete das Ding an sich - durchaus richtig als zum Wesen der Kantschen Philosophie gehörig.
Heute spielt der Neukantianismus in der Gegenwart keine Rolle mehr jedoch sind die und agnostischen Bestandteile seiner Lehren in mannigfacher in ihren verschiedenen Strömungen von heute noch