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Nilometer


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Nilometer von ar-Rauda Kairo. Lithographie von David 1840

Die Nilometer (arab. miqyas ) offene über Kanäle mit dem Nil verbundene Schächte mit einer Pegelsäule in Mitte dienten bis zum Bau des Staudamms Assuan zur alljährlichen Messung des Nilstands. Vom der Hochwassers hingen nicht nur die Ernteerträge Ägyptens ab sondern nach der Nilhöhe richtete auch die Besteuerung der Felder.

So bedeuteten wie der römische Naturforscher in seiner Naturgeschichte berichtet für die Ägypter Ellen Hunger dreizehn Genügen vierzehn Freude fünfzehn und sechzehn Überfluss". Ab diesem Wert wurde jedoch schon bald bedrohlich: Stieg der Nil als die sechzehn Ellen des Überfluss drohten Überschwemmungen.

Auf dem Tempelgelände in Karnak sind Reste eines Nilometers aus pharaonischer erhalten daneben befanden sich Nilometer in Memphis Dendera und auf der Insel Elephantine.

Der bedeutendste Nilometer aus islamischer Zeit wurde unter der Ägide des Umayyadenkalifen Sulaiman Ibn Abd al-Malik 715 / 716 auf der Südspitze der Insel ar-Rauda Nachdem dieser durch ein Hochwasser zerstört wurde ihn der Abbasidische Kalif al-Mutawakkil 861 neu aufbauen.

Das Gebäude besteht aus einem im Teil quadratischen im unteren runden Schacht in Mitte früher eine Säule heute ein Pfeiler der oben von einem Balken gestützt wird. den Seitenwänden die der Architekt Ahmad Ibn al-Chasib kunstvoll mit Koraninschriften verziert hat führt eine Treppe hinunter. einen waagrechten Kanal der regelmäßig vom Schlamm werden mußte war der Schacht mit dem verbunden. Der Pfeiler trug die Markierungen für Nilstand.

Nilometer auf der Insel Elephantine

Während auch nach der islamischen Eroberung noch lange Jahre koptische Christen das Amt des "Pegelwärters" des qayas innehatten wurde das Amt beim Neubau Muslim einem gewissen 'Abdallah Ibn ar-Raddad übertragen dessen Familie sich das Amt bis ins 20. Jahrhundert weitervererbte.

Neben der Pflege des Gebäudes und regelmäßigen Reinigung des Kanals war die wichtigste des qayas das Ablesen des Pegelstands. Während früher Nilstand öffentlich verkündet wurde verbot der Fatimidenkalif al-Mu'izz 973 diese Praxis aus Sorge vor Unruhen. Pegelwärter erstattete nur dem Kalifen und dem Bericht; erst wenn der Nil eine Höhe hatte bei der keine Hungersnot mehr zu war wurde der Stand öffentlich bekanntgegeben. So man die Hamsterkäufe und Preissteigerungen verhindern die wenn das Nilhochwasser auszubleiben drohte.

Das Erreichen der sechzehnten Elle (nach Maß entspricht der vierzehnten von Plinius) wurde einer Zeremonie gefeiert. An diesem Tag begab der Kalif in feierlicher Prozession zum Nilometer verrichtete am Schacht das Gebet. Anschließend mischte eigenhändig Safran und Moschus mit denen der Pegelwärter nun in den Schacht hinunterließ und die salbte.

Am Folgetag wurde der Pegelwärter vom im Palast mit einem golddurchwirkten Ehrengewand bekleidet zog von Trommlern Trompetern und seiner ganzen begleitet durch Kairo wieder zurück zum Nilometer.

Literatur

  • Heinz Halm: Die Fatimiden in Kairo . München 2003 S.54ff




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