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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 9. Februar 2010 

Nzinga von Matamba


Nzinga von Matamba

Inhaltsverzeichnis

Biographisches

Als eine der wagemutigsten und verbissensten gegen die aufkommenden Mächte im Kolonialismus wird heute die Königin Nzinga (Jinga) Matamba präsentiert. Sie wurde 1583 als "Schwester" regierenden Königs Ngoli Bondi (mbande a ngola) gehörte dem Volk der Jaga (nicht zu verwechseln mit den Jagga Ostafrika) an und wurde durch ihre Auseinandersetzungen den sich an der Küste des heutigen niederlassenden portugiesischen Kolonisten berühmt.

Schon als junge Prinzessin führte sie Verhandlungen um die Aufteilung der politischen Macht dann jedoch in den Widerstand gegen die den sie zweieinhalb Jahrzehnte beibehielt. Als 1618 die Portugiesen die Hauptstadt Ngolas Luanda organisierte sie in einem geschichtsträchtigen vermeintlich "patriotischen (Kossodo) den Widerstand der Einheimischen gegen die Später verbündete sie sich mit den holländischen im Sklavengeschäft Portugals. Nach langen wechselvollen Siegen Niederlagen starb die 1621 zum Christentum übergetretene Heeresführerin in einem bis dahin Königreich Matamba im Jahr 1663 als 80jährige. Jahrhunderte später galt Jinga den afrikanischen Völkern Symbol für ihren Kampf um Freiheit und der freilich den Weg der Portugiesen ins langfristig nicht aufhalten konnte.

Vorgeschichte

Nzingas Weg war sowohl durch den von den ins Landesinnere vorrückenden Portugiesen als einiger östlicher Nachbarn aus dem Osten bestimmt. Reich Ndongo war erst zu Beginn des Jahrhunderts entstanden als Kimbundu-Lineages und einige Nachbarvölker einem neuen Staat aufgingen. Der Hüter des mit dem Titel "Ngola" wurde König des Staates und residierte in Luanda. Im Kampf dem rivalisierenden Nachbarreich Imbangala gewann das Ngola-Reich militärische Stärke geriet jedoch zugleich in Konflikt den Portugiesen die für ihre Besitzungen in große Mengen an Sklaven ausführten. (Frager und nennen für den Anfang des 17. Jahrhunderts Zahl von 10000 entführten Menschen pro Jahr.) mit einer Auswanderungswelle in günstiger gelegene Gebiete der Bevölkerungsverlust durch den Sklavenhandel Ndongo in eine Krise deren Höhepunkt Besetzung Luandas durch die Portugiesen wurde. Der von Louis Mendes de Vasconcellos 1618 in Kernland des Reiches brachte die Zerstörung der und die Hinrichtungen zahlreicher Chiefs mit sich. sich eine schwere Dürre mit Hungersnot anschloss die Stunde der Prinzessin Nzinga.

Nzingas Weg zur Macht

Dass Nzinga überhaupt an die Spitze Staates gelangen konnte war Miller zufolge eine Zunächst fungierte sie als Emissärin des Königs 1621 (1622) in Luanda mit den Portugiesen Frieden und Handelsbeziehungen zu verhandeln. Als zwei später der Ngola Ngoli Bondi (mbande a unter rätselhaften Umständen starb (die Urheberschaft Nzingas nicht eindeutig belegt werden) riss Nzinga als Frau den Titel des Ngola an sich. zufolge ging dies nicht ohne Widerstände vor "[...] the brilliance of her meteoric rise not obliterate subtle indications that she may commanded little support from her Mbundu subjects probably seized the royal title against the of the dominant internal political forces in kingdom." Die traditionelle Hierarchie war durch ein System von Ämtern geordnet an deren Spitze Inhaber des Ngola-Titels stand. Die zwar nominell Macht des Ngola hing de facto aber ab ob er die Unterstützung der einflussreichsten für sich gewinnen konnte. Die Machtergreifung Nzingas aus mindestens drei Gründen "revolutionär": zum einen sie es sich den Portugiesen gegenüber als Verwandte als Schwester des letzten Regenten zu was sie nach den Kategorien der Europäer war genauer: eine Halbschwester mit anderer Mutter. der matrilinearen Gesellschaft der Mbundu war jedoch Halbschwester von einer Mitfrau der eigenen Mutter keine Verwandte. Zudem war Nzingas Mutter eine "Paria" der Mbundu-Gesellschaft und drittens hatten die "strong feelings against females assuming any political and explicitly prohibited any woman from taking position of the ngola a kiluanje."

Außerdem war ihre zwielichtige Rolle beim ihres "Bruders" ein Hindernis nach der Tradition nämlich jede Person von der Nachfolge ausgeschlossen sich dem Regenten gegenüber feindselig verhalten hatte. Weg der Nzinga zur Königinnenwürde war also durch die Tradition gestützt sondern war vielmehr Gegensatz zur Tradition durch die Staatskrise und geschicktes Ausnutzen der politischen Konstellation am Hofe geworden.

Nzinga und die Portugiesen

Die Ankunft der Portugiesen an der und ihr weiteres Vordringen ins Ndongo-Reich hatte Folgen für die bestehenden Normen- und Machtsysteme. waren die Portugiesen so stark dass sie Unterhändlerin Nzinga nach knapp 40 erfolglosen Jahren Versuch der Durchdringung Ndongos Unterstützung in Handel Militärangelegenheiten anbieten konnten. Der Druck durch die Imbangala war so stark geworden dass dem die Entspannung mit den Portugiesen reizvoll genug um in Verhandlungen einzutreten. Nzinga trat daraufhin Katholizismus über was ihr die Unterstützung der für ihre politischen Ambitionen gegenüber ihren etablierten einbrachte. Die Annahme der christlichen Religion zeigt auch wie wenig Wert sie auf die der eigenen Leute legte. Nach der Machtübernahme sie einen neuen Weg ein und öffnete Missionaren und Sklavenhändlern der Portugiesen den Weg Land. Als einzige Gegenleistung mussten die Portugiesen Fort aufgeben; Nzingas Ernennung zur Königin lag im Interesse der Kolonisatoren keinesfalls aber war positiv für die bis dahin von der gestützten Lineages in denen später alle potentiellen von Nzinga eliminiert wurden.

Nzinga und die Imbangala

Der Bruch mit den neuen Herren mit dem nächsten Gouverneur der die militärische auf Nzingas Gebiet nicht einhalten wollte; zudem sich das Verhältnis verschlechtert als Nzinga von Plantagen entflohene Sklaven aufgenommen hatte. Als die den Titel des Ngola an einen ihnen vergaben musste Nzinga Hilfe von außen mobilisieren sie in den Reihen der traditionellen Führungsschicht keinen Rückhalt mehr hatte. Stattdessen nahm sie Sklaven in ihre Dienste und verbündete sich einigen Imbangala-Kriegergruppen. Die "Königin ohne Verwandte" (the queen) verfügte Miller zufolge nun über die einer Gruppe die ihr nicht den geringen wie das eigene Volk zuschrieb sondern im Frauen als Regenten und Kriegsführer schätzte. Nzinga den Imbangala-Titel einer "Tembanza" und galt damit als legitime Herrscherin. Sie gewann im Gebiet Imbangala eine von den Portugiesen ungestörte Rückzugszone wo aus sie ihre Expeditionen gegen portugiesische führte. Diese Zeit des politischen und militärischen währte bis 1629 als einige Kriegsherren der dahin verbündeten Imbangala zu den Portugiesen überliefen Nzinga wegen der fehlenden Volkszugehörigkeit den Titel wollten. Nzinga zog sich daraufhin weiter ins zurück und organisierte den Kampf gegen die von neuem.

Nzinga und Matamba

In einem geographisch günstig gelegenem Tiefland Nordosten des Ndongo-Reiches hatte sich im Verlauf Auseinandersetzungen ein politisches Vakuum gebildet das sich zunutze machen konnte. Zudem hatte das dort Reich Matamba eine lange Tradition weiblicher Herrschaft. die Kämpfe von 1621 hatten die letzte vertrieben. Nzingas Macht wuchs dort umso mehr weil die lukrativste Sklavenroute der portugiesischen Händler nunmehr von ihr kontrolliertes Gebiet ging. Sie sich des Sklavenhandels und hielt ihre Gegner diesem einträglichen Geschäft fern.

Eine Fernwirkung des europäischen Dreißigjährigen Krieges Nzinga 1641 einen ihrer größten Triumphe - Holländer hatten nach langem Krieg die Portugiesen Luanda vertrieben und sich mit Nzinga verbündet. wurden zu den besten Kunden in Nzingas Miller spricht für die 40er Jahre von gelieferten Sklaven pro Jahr. Mit Hilfe der gelang es die Portugiesen vom Binnenland fernzuhalten sogar einige küstennahe Gebiete zurückzugewinnen. Dennoch schrumpfte 1648 der Einfluss Nzingas wieder als die sich aus Luanda und Angola zurückzogen.

Rückkehr zu den Portugiesen

Nzingas fragwürdige Abkunft hielt sie stets Abhängigkeit von Fremden bzw. Außenseitern ihrer traditionellen Als die Unterstützung der Holländer wegfiel änderte Nzingas Taktik nach fast 25jährigem Krieg gegen Portugiesen entscheidend. Die Restauration portugiesischer Macht im veranlasste sie zu Friedensverhandlungen in deren Folge ihr Reich Matamba den Besatzern öffnen musste tributpflichtig wurde und den Sklavenhandel mit portugiesischen teilen musste. Dafür bekam sie die Unterstützung Sklavenhändler und weitgehende Autonomie zugestanden. In den bis zu ihrem währenden ständigen diplomatischen Balanceakten kam ihr die wieder betonte christliche Konfession zugute die ihr "Königin ohne Verwandte" Verbündete unter den mächtigen Glaubensbrüdern aus Mission Sklavenhandel und Militärführung verschaffte.

Fazit

Nzingas vierzigjährige Karriere ist erstaunlich nicht wegen ihrer ungünstigen Ausgangsposition als Regentin ohne formale Voraussetzung sondern auch wegen des diplomatischen militärischen Geschicks in einer Epoche in der legitime Herrscher ihre Mühe mit dem Machterhalt hätten. In einer sich dynamisch verschiebenden politischen gelang es ihr die politische Situation inner- außerhalb ihres Einflussbereiches einzuschätzen und zu ihren zu nutzen.

Nzinga ist nach Miller nicht als Freiheitskämpferin gegen die europäischen Eindringlinge zu sehen sie von Lee Kossodo gezeichnet wird; ihr zielte vielmehr auf den eigenen Vorteil hin sie "afrikanische" Interessen unterzuordnen keine Skrupel hatte. von der Kontrolle des Sklavenhandels profitierte sie Jahrzehnte und in Bezug auf ihr Paktieren immer wechselnden Bündnispartnern könnte man sie durchaus afrikanische Schwester Machiavellis " nennen. Eine von Kossodo unterstellte klare der einfallenden Europäer gegen die zu unterwerfenden hat es so nicht gegeben insofern auch "patriotrischen Widerstand". Dennoch hätte Nzingas innovative Art Herrschaftsausübung weiteren afrikanischen Herrschern als Vorbild dienen um den (militär)technisch überlegenen Europäern zu trotzen.

Was ihr der illegitimen Königin leichtfiel: ständige Wechsel der Allianzen konnten andere etabliertere nicht nachahmen. Nzinga hatte ihre persönliche Not Tugend gemacht und eine in der Retrospektive erfolgreiche weil flexible Politik praktiziert. Doch ihr konnte den Durchmarsch der Portugiesen und damit Weg in die koloniale Abhängigkeit nur verzögern. war die erste Herrscherin die die Tradition hatte - eine Tradition die bis heute

Literatur

  • Blandena Lee Kossodo: Die Frau in Afrika München 1978
  • Joseph C.Miller: Nzinga of Matamba and the Problem of Formation amoung Strong Descend Groups Addis Abeba 1973.



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