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Oeconomische Encyclopädie


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Die Oeconomische Encyclopädie ist eine zwischen 1773 und 1858 von Johann Georg Krünitz herausgegebene Enzyklopädie .

Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Titelschriftzug Krünitz "Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System Stadt- Haus- und Landwirthschaft in alphabetischer Ordnung"

Johann Georg Krünitz begann 1773 im Auftrag des Berliner Verlegers Pauli der Erarbeitung der Oeconomischen Encyclopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- u. Landwirthschaft in alphabetischer Ordnung (kurz: Oeconomische Encyclopädie ).

Zunächst war diese als Übersetzung von bereits erschienenen französischsprachigen Enzyklopädien ( Dictionnaire raisonné universel d'histoire naturelle 1764 und Encyclopédie Oeconomique ou Systeme générale d'Oeconomie rustique et politique 1771 / 72 ) ins Deutsche geplant entwickelte sich dann zu einem eigenständigen weit über das Original Werk; ähnlich erging es auch Diderot dessen Encyclopédie ursprünglich als Übersetzung der Cyclopaedia konzipiert war.

Die Oeconomische Encyclopädie wurde zu großen Teilen auf der einer Auswertung der Lemmata und Artikel des Grossen vollständigen Universallexikons aller Wissenschaften und Künste von Zedler erstellt; sie ist lexikalisch-alphabetisch gegliedert. Dazu in der Ankündigung seiner Encyclopädie :

"Die Gestalt eines Lexicon oder die von gewählte alphabetische Ordnung ist allerdings die bequemste einem ausführlichen und umständlichen Unterrichte und die um das Licht der ökonomischen Wissenschaft durch nach den verschiedenen Bedürfnissen und unter den überhaupt und den Oekonomen insbesondere so ungleichen des Geistes proportionirte Vertheilung zu verbreiten. Sie die Leser welche sich vor dem Aneinanderhangenden Ununterbrochenen in Erlernung und Fleiße fürchten nicht unterhält und befriedigt die augenblickliche Wißbegierde und zu denen Grundsätzen und der Kette welche nützliche Wahrheiten gemeinschaftlich mit einander verbindet."

Krünitz der über ein breit angelegtes eine umfangreiche Privatbibliothek gute Sprachkenntnisse und nicht großen Fleiß verfügte konnte zu seinen Lebzeiten Bände vollenden. Er starb angeblich ausgerechnet beim des Artikels Leiche bei der Bearbeitung des 73. Bandes; eigenen Angaben hatte er täglich 12 bis Stunden an seiner Encyclopädie gearbeitet. Sein Werk wurde von verschiedenen Bearbeitern fortgeführt und schließlich 1858 mit Erscheinen des 242. Bandes abgeschlossen. Vorgehensweise bei der Bearbeitung und der Materialauswahl dazu auch Lemmaselektion ) schreibt er in der Vorrede zum Band:

"Da ich aber bey einem auf so und verschiedene Gegenstände als die Stats-Stadt-Haus- und in sich begreift über Großes und Kleines erstreckenden Werke wo ich mich bald zur über Gesetzgebung Cameral-Finanz- und Polizey-Anstalten erheben bald zu den geringsten praktischen Vortheilen und Handgriffen Fabriken und Manufacturen in der Haus-Wirthschaft und dem Ackerbau und der Viehzucht herab lassen unmöglich alles selbst wissen kann so besteht Arbeit eigentlich darin daß ich dasjenige was theils durch mündlich oder schriftlich eingezogene Nachrichten Erfahrung bringe theils in andern gedruckten Quellen ich jederzeit getreu und gewissenhaft anzeige für Absicht brauchbar finde nutze und in einen Auszug und Zusammenhang bringe und zu dem alle Kräfte meines Beurtheilungs-Vermögens aufbiethe."

Nach Krünitz' Tod 1796 übernahm der Theologe und Jurist Friedrich Floerken ( 1758 - 1799 ) zwischen 1798 und 1799 die Herausgabe der Bände 73 bis bis er auch verstarb. Von 1800 bis 1813 setzte sein Bruder der Theologe Heinrich Flörke die Herausgabe der Bände 78 bis fort. Das Werk wurde dann zwischen 1813 und 1855 von Johann Wilhelm David Korth ( 1783 - 1861 ) weitergeführt der die Bände 124 bis veröffentlichte; zeitweise wurde er dabei unterstützt von Koautoren Ludwig Koßarski und Carl Otto Hoffmann 1812 - 1860 ). Hoffmann beendete die Herausgabe des "Krünitz" zwischen 1855 und 1858 mit den Bänden 226 bis 242.

Als Verleger des "Krünitz" traten fünf auf: Joachim Pauli zwischen 1773 und 1812 seine Witwe Louise Pauli zwischen 1812 und 1823 dann ab 1823 C. H. Mowinkel Paulis zweiter Ehemann. Wilhelm Krause übernahm den Verlag ca. 1830 und verlegte den "Krünitz" bis 1846 danach übernahm schließlich Ernst Litfaß ( 1816 - 1874 ) der Stiefsohn Krauses und Erfinder der Säule das Projekt 1846 bis zum Abschluß 1858 .

Die Bände haben einen Umfang von etwa 600 bis 800 Seiten das Gesamtwerk also rund 169.400 Seiten. Die Anzahl der liegt zwischen einem (!) und rund 1.900.

Die Oeconomische Encyclopädie gilt heute noch als wichtige Quelle Wirtschaft und Technik in der Zeit zwischen Aufklärung und Industrialisierung .

Siehe auch: Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie

Entwicklung Auflagen und Nachdrucke

Der Titel der Oeconomischen Encyclopädie wurde im Lauf der Zeit verändert dem erweiterten Themenspektrum angepasst.

Der ursprüngliche Titel lautete:

Oeconomische Encyclopädie oder allgemeines System der Land- und Staats-Wirthschaft in alphabetischer Ordnung

Er wurde ab Band 33 geändert

Oekonomisch-technologische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- und Landwirthschaft und der Kunstgeschichte...
Inhaltlich ergänzt wurde also die neue im Bereich der Technologie sowie die zusätzlichen der Stadt- und Landwirtschaft sowie der Kunstgeschichte.

Die nächste Erweiterung erfolgte mit Band

Oekonomisch-technologische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- und Landwirthschaft wie auch der Erdbeschreibung und Naturgeschichte...
Neu hinzu kommt also die Behandlung Erdbeschreibung (also Geographie) sowie der Naturgeschichte.

Die letzte Umbenennung wurde mit Band vorgenommen:

Oekonomisch-technologische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- und Landwirthschaft und der Kunstgeschichte...
Im letzten Titel werden die Themenkreise und Naturgeschichte wieder entfernt.

Es gibt verschiedene Raub- und Nachdrucke "Krünitz" so beispielsweise den Brünner Nachdruck des Druckers und Verlegers J. G. welche die Bände 1 bis 129 umfasst danach in Preußen verboten wurde.

Oeconomische Encyclopädie online

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von 2001 bis 2005 geförderten [1] und [2] ) und von der Universitätsbibliothek Trier durchgeführten Digitalisierungsprojekt der Oeconomischen Encyclopädie online wird eine elektronische Version des "Krünitz" die auch durch zahlreichen Hintergrundinformationen ergänzt wird. Volltext ist erreichbar unter http://www.kruenitz.de/

Derzeit (Stand: April 2004) liegen die 1 bis 8 digitalisiert vor; eine aktuelle findet sich unter http://www.kruenitz1.uni-trier.de/background/entries.htm .

Literatur

  • Christine Cziesla: Krünitz' Enzyklopädie (1773 ff.) und Adelungs Wörterbücher ff.). Der Zusammenhang von Sach- und Sprachlexikographie . Magisterarbeit an der Phil. und Sozialwiss. der TU Braunschweig 1988
  • Annette Fröhner: Technologie und Enzyklopädismus im Übergang vom 18. 19. Jahrhundert: Johann Georg Krünitz (1728 - und seine Oeconomisch-technologische Encyklopädie (Mannheimer historische Forschungen 5); zugl.: Mannheim Diss. Mannheim : Palatium-Verl. im J-&-J-Verl. 1994

Ausführliche weiterführende Literaturhinweise finden sich unter http://www.kruenitz1.uni-trier.de/biblio/literature.htm

Weblinks




Bücher zum Thema Oeconomische Encyclopädie

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