Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Die Oghusen (Eigenbezeichnung: Oğuzlar ) waren ein Stammesbund und zählten zu den älteren der Turkvölker . Andere Namensvarianten sind: Guzz und Usen . Seinen Namen bekam dieser Stammesbund vom Heerführer Oghus Khan einem Feldherrn der hunnischen Turkuten der 201 v. Chr. das alte Kirgisenreich unterworfen haben soll und nach Auffassung modernen türkischen Geschichtsforschung mit Mete Khan (also mit Mao Tun ) identisch ist.
Nach dem Ende des Hunnenreiches gehörten die Oghus-Stämme zum Reich der Rouran und begründeten schließlich 552 mit Bumin Khagan und dessen " Osttürken " das erste Göktürken -Reich. Sie begannen mit der Aufteilung beziehungsweise Organisation dieses Reiches ein eigenständiges Herrschaftsgebiet aufzubauen. Siedlungsgebiet befand sich im Bereich des Flusses ihr Fürst beanspruchte bald den eigenständigen Titel Oghus-yabgu . Mit der Teilung des Göktürken-Reiches beherrschten allem die Oghusen den Westen des einstigen Dadurch wurden sie zu den ersten Völkern die Geschichte nur als " Westtürken " kannte.
Grob kann man die Oghusen heute vier große Unterguppen einteilen: die Sekiz-Oghusen die Dokuz-Oghusen die Otuz-Oghusen und die Toguz-Oghusen . Die oghusischen Stämme führten sich auf Söhne Oghus Khans zurück: Damit kam es Bildung zweier Haupt-Stämme mit insgesamt 24 Klans . Auf die Söhne Oghus Khans Gün Ay Khan und Yildiz Khan führte sich Stamm der Bozoklar zurück. Die Bozoklar zerfielen in 12 Kayilar Bayitlar Alkaevliler Karaevliler Yazirlar Dodurgalar Dögerler Avsarlar Begdililer Kiziklar und Karkinlar . Der weitaus bedeutendere Stamm war jedoch der Ücoklar der sich auf die Söhne Gök Dag Khan und Deniz Khan zurückführte und dessen 12 Klans einige zu großer Bedeutung Bayindirlar Pecenekler Cavuldurlar Cepniler Salgurlar Eymürler Alayuntlular Igdirler Bügdüzler Yivalar und Kiniklar . Die "Pecenekler" sind die für Osteuropa bedeutenden Petschenegen . Die für die weitere Geschichte so Seldschuken und Osmanen führten sich a.) auf die Kinik auch: Kynyk) und b.) auf die Kayi
Zur Zeit des zweiten Kök-Türkenreiches mußten 716 -18 von dem Schad Kül-Tegin (einem Sohn Reichsgründers Ilteris) Aufstände der Oghusen in der Mongolei niedergeschlagen werden. 744 /45 wurde das zweite Kök-Türken -Reich ( 681 - 745 ) von einer Allianz der Uyghuren und Karluken beseitigt die danach aber nur kurz Es kam binnen zwei Jahren zu Konflikten denen die Karluken den kürzeren zogen und als Vasallen der Uiguren betrachtet wurden. In drei 747 - 750 752 - 753 757 - 759 erhoben sich auch die Oghusen in Mongolei und am Altai erfolglos gegen die Vorherrschaft der Uiguren.
Während die Karluken nun ihre Herrschaft am Altai und Talas/Tschu begründeten mußten die schwächern Oghusen (vor und den Uiguren) noch weiter nach Westen und sich gegen 775 am Aralsee und dem untere Syr-darja niederlassen. Dort sie um 889 /93 mit dem Samaniden -Emir Ismael († 907 ) in Konflikt der sowohl Oghusen als Karluken schlug. Die Oghusen verdrängten daraufhin 889 die Petschenegen am Ural -Fluß während die Karluken nach ihrer Niederlage Talas 893 ihren Druck auf das Samanidenreich schon bald wieder erhöhten.
Das Oghusenreich etablierte sich seit dem 8. Jahrhundert im Ustplateau. Das ist die Region Aralsee und Kaspischen Meer. Reichshauptstadt war Yengi-Kent. Oghusen lebten auch östlich des Aral und vom Jaxartes (Syrdarja). Die Oghusen führten überwiegend unstetes Nomadenleben und ihre Behausung war die Yurt - die Jurte . Doch sie hatten auch die Oberherrschaft mehrere Städte: Yengi-Kent Cend Sabran Atlih Salic und Balac waren die bedeutendsten von ihnen. der Zeit wurde ein Teil der Oghusen und zu Händlern.
Im 11. Jahrhundert nomadisierten lose organisierte Oghusen-Banden über ein Gebiet nicht ohne Konflikte mit ihren Nachbarn:
a) Ein Teil zog schließlich nach Süden ließen sich im einstigen samanidischen Gebiet nieder. geschah zur Zeit der Seldschuken im 11. Jahrhundert und betraf die Gebiete Maveraünnehir Chorassan Nord- und Mittel iran . Dukak Khan (der Vater Seldschuks) bekam den Chasaren den Titel Temür-yalig (der Eisenere Bogen) verliehen da er Söldner in deren Diensten stand. Um 903 starb Dukak und dessen Sohn Seldschuk die Nachfolge an; aber in Gegensatz zu Vater trat er in die Söldnerdienste des und dieser nahm ihn als Ziehsohn auf. 1000 flüchtete Seldschuk nach Cend und begründete dort aus seine eigene Dynastie - die " Seldschuken " klinkten sich nun aus der gemeinsamen aus.
b) Um 1054 zog eine andere Gruppe der Oghusen den Byzantinern "Uzoi" d.h. Uzen genannt) quasi Vorhut der Kyptschaken auf den Balkan wo sie 1065 vernichtet wurde.
Bis zur Islamisierung der Oghusen war vereinende Element die Sprache obschon die Nomaden reines und die Stadtbewohner ein eher verderbtes sprachen: Mit der Übernahme des Islam und arabischen Schrift wurde die Sprache mit arabischen und persischen Lehnwörtern geradezu überflutet und es kam zu einer Art "Dreiteilung" im Stammesgebiet der Die Nomaden sprachen weiterhin reines Türkisch und von den Stadtbewohnern als Türkmen (= Turkmenen ) und die Halbseßhaften als Türk (= Türken ) bezeichnet. Die Stadtbevölkerung nannte sich weiterhin
Mit der (fortschreitenden?) Islamisierung wurde "Türkmen" als Bezeichnung für die muslimischen Oghusen übernommen sich die Stadtbevölkerung nun selbst als "Türk" - nun waren die Nomaden und Halbseßhaften Oghusen.