Die Onychopoda stellen eine Ordnung oder Unterordnung der Krallenschwänze (Onychura) und somit innerhalb der Blattfußkrebse (Branchiopoda) dar. Es handelt sich dabei räuberische Kleinkrebse die sowohl im Süßwasser als auch Meer zu finden sind. Während die Meerwasserformen vorkommen beschränken sich die Süßwasserformen auf die Erdhalbkugel (Holarktis) mit einer besonders hohen Artendichte Beeich des Kaspischen Meeres .
Die Onychopoda erreichen eine maximale Körperlänge etwa 12 Millimeter wobei der ziemlich lange einen großen Teil dieser Körperlänge ausmacht. Die Arten erreichen allerdings nur etwa 2 Millimeter Der Kopf und der Thorax sind relativ und gedrungen der Hinterleib kann ebenfalls kurz ungegliedert sein. Bei vielen Arten ist er gestreckt und geht in einen langen Schwanzanhang mit einer Schwanzgabel (Furca) über. Der für Krallenschwänze eigentlich typische Panzer (Carapax) bildet bei Onychopoda ähnlich wie bei dem Glaskrebschen ( Leptodora kindtii ) nur noch einen Brutbeutel der allerdings ausgeprägter als bei der letztgenannten Art ist.
Die 1. Antenne ist kurz und röhrenförmig die 2. stellen große zweiästige Schwimmbeine mit Schwimmborsten dar. 1. Maxille ist deutlich rückgebildet die 2. Maxille vollständig. Der Rumpf ist so ausgebildet dass vier Paar Thoraxbeine nach vorn ragen. Mit Greifbeinen kann Beute gepackt und zu den Mundwerkzeugen geführt werden.. Am Vorderende des Kopfes ein einzelnes sehr großes Facettenauge .
Die Fortpflanzung der Onychopoda ist vorwiegend parthenogenetisch wobei sich die Jungtiere im Brutsack Weibchens entwickeln. Im Laufe des Jahreszyklus kommt auch zur bisexuellen Vermehrung bei der meist zwei dotterreiche Dauereier entstehen welche frei ins abgegeben werden. Die parthenogenetisch entstandenen Eier sind klein und mit wenig Dotter ausgestattet sie vor allem über eine Nährflüssigkeit aus einem Gewebe im Brutsack versorgt.
Die Onychopoda wurden früher gemeinsam mit Haplopoda (einziger Vertreter ist das Glaskrebschen) den Ctenopoda und den Anemopoda als Wasserflöhe (Cladocera) diese Gruppe stellt jedoch wahrscheinlich keine natürliche dar. Die tatsächliche Zuordnung im System der Krallenschwänze ist umstritten.
Die mitteleuropäischen Vertreter gehören vollständig der Familie Polyphemidae an und lassen sich dort mehrere Gattungen aufteilen:
Evadne ; marine Arten beispielsweise Evadne nordmanni
Podon
Pleopis ; ehemals zu den Podon -Arten gezählt etwa Pleopis polyphemoides
Ax P (1999): "Das System der II. Ein Lehrbuch der phylogenetischen Systematik"; Gustav Verlag.
Gruner HE (1993):"Klasse Crustacea"; in Gruner (Hrsg.): "Lehrbuch der Speziellen Zoologie Band I Teil: Arthropoda (ohne Insecta)"; Gustav Fischer Verlag
Schminke HK (1997): "Crustacea Krebse"; in Rieger (Hrsg.): "Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller Wirbellose Tiere"; Gustav Fischer Verlag