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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 31. Oktober 2014 

Opferung Isaaks


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Nach Aussage des Alten Testaments (Genesis 22 1-19) stellte Gott Abraham auf die Probe indem er von verlangte seinen Sohn Isaak als Brandopfer darzubringen. Als Isaak schon dem Holzstapel lag und geschlachtet werden sollte die Prozedur durch einen Engel des Herrn Genau genommen fand die Opferung Isaaks also nicht statt; deshalb drückt die jüdische Bezeichnung Textes "Bindung Isaaks" (= "akedah") den Inhalt Erzählung genauer aus. Um den für moderne nicht akzeptierbaren Inhalt dieser Erzählung doch verstehen können bedarf es einer genaueren Analyse. Gemäss Steins (Die "Bindung Isaaks" im Kanon (Gen Grundlagen und Programm einer kanonisch-intertextuellen Lektüre Herders Studien Freiburg 1999 ISBN 3-451-26916-3 ) scheint mir der Versuch einer kanonisch intertextuellen Analyse Erfolg versprechend zu sein. Der einer solchen Lektüre des näheren Kontextes innerhalb Abraham-Sara Erzählung (Gen 12 1-9 und Gen 1-21) und des erweiterten Pentateuch Kontextes (Siaiperikope: 19-24; Dtn 8 2-6; Lev 1-9.16/Ex 29 Dtn 12; Ex 3-4) lässt erkennen dass Geschichte hinsichtlich Inhalt und Thematik vieles mit oben erwähnten zentralen Bibeltexten gemeinsam hat. Dadurch sie bedeutungs-reicher und verstehbarer und die Gefahren Engführungen in der Interpretation des Textes lassen vermeiden . Dass zum Teil wortwörtliche Übereinstimmungen werden können legt die begründete Vermutung nahe "exzeptionellen" Text (Gen 22) als einen sehr thematisierten und entworfenen zu begreifen. Daraus kann weiters folgern: wir haben es hier nicht einem "Erzähl-Produkt" aus der Zeit der Erzeltern früher zu tun sondern mit einer sehr Textproduktion die den Abschluss des Pentateuch in wichtigen Themen schon voraussetzt weil unser Text beständig darauf Bezug nimmt. Die kanonisch-intertextuelle Lektüre ein Versuch. Hypothetische Entwürfe – und um handelt es sich in der Exegese immer haben dann ihre Berechtigung wenn sie „fruchtbar“ d.h. wenn es diesen gelingt einen Text anderer gleicher Texte verstehbarer zu machen und deren Sinn im Ganzen bisher unverständlich geblieben einfach und sinnvoll zu erklären. Die kanonisch-intertextuellen ist ein solcher Versuch und - wie scheint - ein fruchtbarer Versuch zu sein. einerseits greift er auf Bisheriges zurück um neue Aspekte zu eröffnen. Immer schon sind der Exegese Übereinstimmungen von Gen 22 mit 12 und Gen 21 beachtet worden . Bezugspunkte ergeben sich aus der Opferthema-tik. „Die der Opferthematik mit ihren verschiedenen Aspekten (heiliger Details des Opfervorgangs Präsenz Gottes) in Gen legt eine Kontextualisierung mit den pentateuchischen Kerntexten Daher sollen die intertextuellen Beziehung zwischen Gen und dem ersten Hauptteil der Si-naiperikope in 19-24 analysiert werden. Das für Gen 22 Thema der Probe spielt nicht nur in 19f ein zentrale Rolle sondern auch in 8“ (Georg Steins Die Bindung Isaaks S.134). einem weiteren Schritt können auch Zusammenhänge mit kultischen Weisungen in Ex Lev und Dtn werden.

Die dichte Vernetzung der Bezüge innerhalb Erzählungen kann nicht das Ergebnis eines längeren sein sondern muss von Anfang an vom intendiert gewesen sein. „Diese These impliziert dass 22 zu den jüngsten Texten im Pentateuch und gezielt als Aufgipfelung der Abraham-Sara-Erzählungen als Summe’ in den Kontext von Gen 12-25 worden ist. Darüber hinaus verbindet er zentrale der nachfolgenden Teile vor allem der Sinaiperikope der Gestalt Abra-ham“ (Steins S. 217). Die Forschung hat vielfach auf die Vielschichtigkeit von 22 aufmerksam gemacht aber keinen Ansatzpunkt von her sich alles einheitlich erklären lassen konnte Aus dem Vorhergehenden aber lässt sich klar „Gen 22 1-19 verbindet die zwei wichtigsten der Tora für das Gottesverhältnis Israels und diese auf Abraham: zum einen den deuteronomistischen der Gottesbegegnung im Gesetz zum andern das Modell der Gotteserfahrung im Kult. Beide Konzeptionen bereits in der Endgestalt der Sinai - zusammengeführt Gen 22 setzt aber die Tendenz Bündelung der zentralen theologischen Konzeptionen fort und eine erstaunliche Integrationsleistung... Die Tendenz wichtige theologische vom Sinai ‚nach vorne’ in die Erzelterngeschichte die z. B. in der priesterlichen Pentateuchschicht werden kann findet hier ihre Fortsetzung: Abraham zu dem Modell Israels das für Israel ist bereits an ihm ablesbar. Diese Tendenz die späten Bearbeitungen der Abraham-Sara-Erzählungen. Das Besonde-re Gen 22 besteht darin dass es sich wie etwa in Gen 18 19 und 3-5 um punktuelle Erweiterungen bereits vorhandener Erzählungen sondern eine eigene Erzählung für einen vorliegenden in enger Anlehnung an diesen und zugleich Berück-sichtigung des ganzen Pentateuch geschaffen wird. Gen 1-19 ist in diesem Sinne eine ‚Makroglosse’ jedoch nicht nur punktuell kommentiert sondern eine Ho-rizont besitzt. In der Ausbildung von Gen kommen also zwei Bewegungen zusammen die Tendenz Integration zentraler Themen die selbst Motor der / ist und die Tendenz der Verlagerung Inhalte vom Sinai als dem kompositionellen Zentrum die Spitze d. h. den Beginn der von Israel in den Erzelterngeschichten. Für das von Gen 22 ist der Jerusalembezug ebenso wie der Zusammenhang mit dem Sinai wird auf einer anderen Ebene bedeutsam. Fügen sich Sinai als dem ‚theologischen Ort’ her die Themen zusammen so findet diese Synthese in ihren ‚geographischen Ort’: Mit dem Heiligtum steht für die konkrete Möglichkeit der Gottesbegegnung in Gen 22 formuliert im Kontext der Anfänge Gründungsgeschichte des um Jerusalem zentrierten Israel die Theologie; Israels Opfer das durch das Brandopfer wird ist das von JHWH gnädig ermöglichte Israels“ (Steins S. 218f). Nach all dem spricht vieles dafür dass Gen 22 eine Erweiterung eines schon sehr weit entwickelten Pentateuch“ S. 223) ist. Die Frage welcher Redaktionsschicht Text zugerechnet werden sollte lässt sich aufgrund bisherigen Forschungsergebnisse vorläufig nicht entscheiden.

Im Auslegungsprozess lässt sich mehrmals die von Abraham mit Israel feststellen können. Das jetzt auch eine genauere Interpretation des ersten in Gen 22. Abweichend von allen nicht-priesterschriftlichen be-innt Gen 22 1-9 mit einer Überschrift: prüft Abraham“. Dadurch macht uns der „Autor“ In dieser Erzählung geht es nicht um Ereignis aus der Geschichte des Erzvaters Abraham um ein theologisches Thema welches heisst: „Gott Abraham = Gott prüft Israel“. Ebenso wie Gen 18 17-33 – wo es um theologische Frage nach der Gerechtigkeit Jahwes gegangen – wird uns ein theologisches Problem in einer Erzählung vorgestellt. Israel reflektiert auf seine geschichtliche Situation indem es sich diese Geschichte der Erprobung Abrahams erzählt. Unser Text ist jüngeren Datums. Die Land- und Nachkommenschaftsverheissungen in Erzelternerzählungen versuchen eine theologische Antwort auf die Erfahrung dass diese Verheissungen gerade durch das Exil für das Volk Israel radikal in gestellt worden sind zu geben. Das geschichtliche dieser Erzählung ist nicht so sehr in Zeit der Erzeltern Abraham und Sara zu sondern in der historischen Wirklichkeit ihrer Adressaten h. also nach 586 v. Chr. angesichts scheinbar zurückgenommenen Heilsgeschichte Jahwes mit seinem Volk Diese Erfahrung wird in unserer Geschichte Gen folgendermassen erzählt: JHWH befielt Abraham seinen Sohn opfern. Die im einzigen Sohn Isaak wirklich Verheissung der Nachkommenschaft wird scheinbar vom JHWH zurückgenommen. Das durch das babylonische Exil im irre gewordene Israel projiziert seine geschichtliche Situation die Gestalt des Erzvaters Abraham. Dem Befehl Abraham in seinem Sohn Isaak die Verheissung eigenen Zukunft zu opfern entspricht die seine als von Jahwe erwähltes Volk „vernichtende“ Erfahrung Verlustes des Tempels in Jerusalem und des Die von JHWH gemachte Heilszusage ist von scheinbar selbst zurückgenommen worden. Denn: Verlust des auf dem Zion bedeutet die Erfahrung des der sichtbaren Gegenwart JHWHs unter seinem Volk die Vertreibung Israels ins Exil wird als der von JHWH gegebenen Verheissung des Landes Diese Erfahrungen werden von Israel als eine durch JHWH gedeutet. Modellhaft am Handeln seines Abraham entworfen erkennt Israel wie es in Gegenwart und für seine unmittelbare Zukunft Hoffnungs- Handlungspotenziale gewinnen kann nämlich wenn es wie in der Erzählung wieder auf JHWHs Stimme und JHWH fürchtet d.h. auf seinen Wegen und die Torah treu befolgt dann wird Gottes Gegenwart im wieder zu errichtenden Tempel neuem gewahr werden wenn es in den sich JHWH als Opfer darbringen wird und und nur dann wird es auch eine haben in dem Land das ihm von zugesprochen worden ist.

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