Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Der Begriff Organisierter Kapitalismus wurde von dem sozialdemokratischen Politiker Rudolf Hilferding im Jahr 1915 geprägt. Bis 1933 bestimmte die Theorie des Organisierten Kapitalismus Entwicklung der Deutschen Sozialdemokratie . Die Theorie bedeutete die endgültige Abkehr der marxistischen Tradition und die Hinwendung zum und Demokratischen Sozialismus.
Noch in den ersten Jahren des Jahrhunderts als Mitglied des Sozialistischen Studentenbundes und als Redakteur des Vorwärts stritt Hilferding für den Marxismus verteidigte zum Beispiel gegen innerparteiliche Kritik die Wertlehre von Karl Marx und unterstützte den umstrittenen Karl Kautsky . Allerdings entwickelte sich in diesen Jahren Gegnerschaft zu Rosa Luxemburg
Hilferdings theoretisches Hauptwerk Das Finanzkapital aus Jahre 1910 kann als Versuch betrachtet werden Das Kapital von Marx in die neue Zeit Gemäß Hilferdings Analyse würde sich die gesamte und industrielle Macht der Gesellschaft in der eines Generalkartells bündeln das er als bewußt geregelte Gesellschaft in antagonistischer Form beschrieb. Das Generalkartell würde die gesamte Produktion bewußt regeln und könne damit die der kapitalitischen Produktionsweise praktisch aus sich heraus Allerdings schrieb Hilferding hier noch der Arbeiterklasse die er begrifflich nicht mehr allzu verstand und z.B. mit der Herausbildung einer Angestelltenschicht verbunden sah die Aufgabe zu die Macht im Staat nötigenfalls gewaltsam zu übernehmen.
Nach der Spaltung der SPD schloß Hilferding der linken Minderheit in der USPD an und wurde Chefredakteur der im 1918 gegründeten Parteizeitung Freiheit . Kurt Tucholsky spottete:
Herr Dr. Rudolf Hilferding wurde vom Reichsverband Bekämpfung der Sozialdemokratie in die Redaktion der entsandt. Es gelang ihm das gefährliche Blatt zwei Jahren derart herunterzuwirtschaften daß sowohl von Blatt wie von einer Gefahr nicht mehr werden kann. Herr Rudolf Hilferding gilt in als ausgezeichneter Mediziner. Von ihm gibt es Aufsehen erregt habendes Werk: "Das Finanzkapital"". Seine hat ihn leider daran gehindert das Buch lesen.
Mit der Theorie des Organisierten Kapitalismus er in verschiedenen Parteitagsreden (insbesondere 1915 und 1924 ) sowie Aufsätzen und Artikeln ausformte vollzog und mit ihm die deutsche Sozialdemokratie endgültig Abkehr von der revolutionären Haltung hin zum Reformismus . In der letzten Ausformung dieser Theorie er den Organisierten Kapitalismus als friedliches gewaltfreies zum Demokratischen Sozialismus (begrifflich gleichfalls in dieser Zeit geprägt) erklären. Im Gegensatz zur marxistischen Theorie wurde revolutionäre Lösung der gesellschaftlichen Widersprüche damit endgültig überflüssig erachtet.
Gemeinsam mit Hilferding vereinigte sich auf dem Parteitag
im Jahre 1922 die Minderheit der nunmehr gespaltenen USPD den Mehrheitssozialisten ; im Jahre 1923 wurde Hilferding Reichsfinanzminister.
Im Parteitags-Referat Die Aufgaben der Sozialdemokratie in der Republik definierte er den Organisierten Kapitalismus als
den prinzipiellen Ersatz des kapitalistischen Prinzips der Konkurrenz durch das sozialistische Prinzip planmäßiger Produktion.
Eine von ihm verfaßte programmatische Beschlußvorlage die Zustimmung des Parteitages. Sarkastisch schrieb Siegfried im Jahre 1931 damit sei Hilferding endgültig zum Theoretiker der Koalitionspolitik in der kapitalistischen Stabilisierung geworden.
Rudolf Hilferding Das Finanzkapital. Eine Studie die jüngste Entwicklung des Kapitalismus 1. Aufl. 1910.
Hilferding veröffentlichte einen Teil seiner Aufsätze Artikel unter dem Pseudonym Richard Kern . Eine umfangreiche gegliederte Auflistung seiner Werke Reden Aufsätze und Artikel sowie eine Gesamtanalyse Lehre Rudolf Hilferdings findet sich bei:
Dr. Wilfried Gottschalch Strukturveränderungen der Gesellschaft politisches Handeln in der Lehre von Rudolf Soziologische Abhandlungen Heft 3 Berlin 1962.