Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 23. Oktober 2019 

Paul Oswald Ahnert


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Paul Oswald Ahnert (* 22. November 1897 in Chemnitz 27. Februar 1989 in Sonneberg ) war ein deutscher Astronom.

Er ist unter Fach- und Amateurastronomen weithin bekannt als Herausgeber des astronomischen Kalender für Sternenfreunde . Sein hauptsächliches Forschungsgebiet waren die veränderlichen Sterne . Im Rahmen der Sonneberger Himmelsüberwachung - einem Langzeit-Forschungsprojekt zur Beobachtung und fotografischen Überwachung veränderlicher Sterne - war er vielen Entdeckungen der Sternwarte Sonneberg beteiligt. Auch seine Beobachtungsreihen zur Sonnenfleckenstatistik sind von wissenschaftlichem Wert.

Leben

Paul Ahnert wurde in Chemnitz im Königreich Sachsen geboren. Schon als Kind beeindruckte ihn Sternenhimmel und Anregungen seines Naturkundelehrers veranlassten ihn näher mit Fragen der Astronomie zu beschäftigen. 1912 bis 1917 ging er auf das Lehrerbildungsseminar in um Volksschullehrer zu werden. Damals begann er einem Feldstecher Himmelsbeobachtungen durchzuführen. Das Ende des 1. Weltkriegs erlebte er als Frontsoldat. Nach der aus dem Krieg wurde er in Burkhardtsdorf Chemnitz Volksschullehrer. Für intensivere astronomische Himmelsbeobachtungen leistete sich ein kleines leistungsstarkes Teleskop und errichtete eine kleine Privatsternwarte. Am interessierten ihn veränderliche Sterne und die Sonne . Seine erste Veröffentlichung erschien 1923 in den "Astronomischen Nachrichten" (AN 219 S. 165-170) über langperiodische Sterne die er von seiner Privatsternwarte aus hatte. Durch Beobachtungsreihen an damals wenig bekannten Sternen erwarb er sich bis Anfang der 1930er Jahre Anerkennung unter Fachastronomen. Wahrscheinlich wäre aber auf Dauer Lehrer geblieben wenn ihn die faschistische Machtergreifung 1933 aus der Lebensbahn geworfen hätte. Als SPD -Genosse kam Paul Ahnert vier Monate ins KZ erhielt Berufsverbot und musste danach den seiner Familie mit schlecht bezahlten Gelegenheitsarbeiten bestreiten. schwierige Lebenslage des ambitionierten Amateurastronomen sprach sich Sternenfreunden herum und nahm 1938 eine glückliche Wendung. Cuno Hoffmeister holte ihn nach Sonneberg und beschäftigte ihn unter der Hand der Sternwarte Sonneberg. Später erreichte Hoffmeister mit durch Paul Guthnick sogar dass Paul Ahnert - entgegen gesetzlichen Vorschriften - wieder in den Staatsdienst wurde und als Beobachter und Auswerter im der Sonneberger Himmelsüberwachung mitarbeiten durfte. Durch intensive der Verteilung der Mira-Sterne entdeckte er bereits 1939 den Zusammenhang ihrer altersabhängigen Lokation in Regionen der Milchstraße . Neben der Himmelsbeobachtung wirkte er auch der Entwicklung von Beobachtungs- und Auswertungs-Instrumenten mit.

Cuno Hoffmeister gelang es die Forschungstätigkeit Sonneberg während des 2. Weltkrieges aufrecht zu erhalten und auch danach sowjetischer Besatzung die Weiterbeschäftigung seiner Mitarbeiter zu sichern. Ahnert blieb deshalb nach dem Krieg als in Sonneberg. An der Sternwarte arbeitete ab 1945 auch die Astronomin Eva Rohlfs die er 1952 heiratete und deren frühen Tod er 1954 beklagen musste. Schon während des Krieges seine erste Ehe mit Magit auseinander gegangen diese sich zum Kiegsdienst verpflichten ließ. Ab 1948 gab er den " Kalender für Sternenfreunde " heraus. Außerdem veröffentlichte er für Amateurastronomen und ein astronomisch-chronologisches Tafelwerk mit dem z. Sonnen - und Mondfinsternisse sowie Planetenpositionen über sechs Jahrtausende hinweg erstaunlich hoher Genauigkeit und sehr geringem Rechenaufwand werden können. 1957 verlieh ihm die Friedrich-Schiller-Universität Jena den Ehrendoktortitel und würdigte damit seine Verdienste. Mit seiner dritten Ehefrau Elisabeth blieb er bis 90. Lebensjahr Herausgeber des "Kalenders für Sternfreunde" korrespondierte mit vielen Fach- und Amateurastronomen in und West. Aber auch an der Sternwarte er noch jenseits seines 80. Geburtstags tätig beobachtete regelmäßig den Sternenhimmel mit einem eigens ihn bereitgestellten Spiegelteleskop. Erst 1988 übergab er die Herausgabe des "Kalenders Sternenfreunde" an den Sonneberger Astrophysikers Rainer Luthardt. Ahnert verstarb im Alter von 91 Jahren kurzer schwerer Krankheit in Sonneberg. Zur Erinnerung ihn erhielt der Planetoid (3181) den Namen Ahnert .

Bibliografie

  • Die veränderlichen Sterne der nördlichen Milchstraße. T.4. (bearbeitet von C. Hoffmeister u. P. Veröffentlichungen der Sternwarte zu Sonneberg (1947)
  • Der Lichtwechsel von 46 hellen Mirasternen. Akademie-Verlag Berlin (1954)
  • Astronomisch-chronologische Tafeln für Sonne Mond und Planeten. J. A. Barth Verlag Leipzig (1960 1965))
  • Beobachtungsobjekte für Liebhaberastronomen. J. A. Barth Verlag Leipzig (1961 1968)
  • Mondkarte in 25 Sektionen. (zusammen mit W. G. Lohrmann u. J. A. Barth Verlag Leipzig (1963)
  • Astronomische Abhandlungen. (zusammen mit C. Hoffmeister) J. A. Verlag Leipzig (1965)
  • Kleine praktische Astronomie. Hilfstabellen und Beobachtungsobjekte. J. A. Barth Verlag Leipzig (1986) ISBN 3335000005
  • Kalender für Sternenfreunde. Astronomisches Jahrbuch. J. A. Barth Verlag Leipzig (40 1948-1988; Herausgeber: P. Ahnert)




Bücher zum Thema Paul Oswald Ahnert

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Paul_Oswald_Ahnert.html">Paul Oswald Ahnert </a>