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Pest


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Dieser Artikel befasst sich mit der Pest als Krankheit andere Bedeutungen unter Pest (Begriffsklärung)

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Pest (lateinisch pestis => Seuche ) ist eine hochgradig ansteckende Krankheit die durch das Bakterium Yersinia pestis übertragen wird.

Bei der (Anfangs-)Übertragung spielt der Rattenfloh Xenopsylla cheopsis die größte Rolle. (In Ausnahmefällen können andere Flöhe wie der Menschenfloh Überträger dieser sein.) Der Rattenfloh wechselt von infizierten Nagern zum Beispiel der Wanderratte oder der Hausratte nach dessen Tod auf andere Wirte Beispiel den Menschen über. Andere Wirte sind wie Hunde und Katzen. Der bevorzugte Wirt die Floh aber ist die Ratte. Aufgrund Tatsache ging jeder Pestepidemie zu jeder Zeit großes Rattensterben voraus.

Nachdem der infizierte Floh vom Nager den Menschen gewechselt hat ( Zoonose ) kann dieser auch von Mensch zu wechseln.

Die Pestbakterien kommen auch heute noch wilden Nagetierpopulationen im Kaukasus Russland in Südostasien China Süd- und Ostafrika Mittel- und Südamerika sowie im Südwesten der USA vor. In Europa und Australien gibt es keine infizierten Tierpopulationen. Die WHO berichtet von 1.000 bis 3.000 Pestfällen Jahr.

Heute wird die Pest mit Antibiotika hohen Dosierungen behandelt. Des weiteren gibt es Schutzimpfung.

Arten

Man unterscheidet drei Erscheinungsformen der Pest: Lungenpest sowie die Pestsepsis.

Beulenpest

Bei der Beulenpest auch Bubonenpest genannt erfolgt die Ansteckung gewöhnlich durch Biss des Rattenflohs . Wenn ein Floh seinen Wirt wechselt und diesen beißt überträgt er und Krankheitskeime auf ihn. Der Name Beulenpest von den stark geschwollenen Lymphknoten (Beulen) am Hals in den Achselhöhlen in den Leisten. Die Inkubationszeit liegt bei 2-6 Tagen die Sterblichkeitsrate bei unbehandelten Patienten 75 Prozent.

Die Beulenpest verbreitet sich im Winter als im Sommer da der Überträgerfloh bei unter 12°C in eine Kältestarre fällt. Der Höhepunkt dieser Pestart war wegen der Flohreproduktion im Herbst.

Lungenpest

Die Lungenpest kann sich im Verlauf Beulenpest entwickeln wenn die Erreger in die geraten (man spricht dann von einer sekundären sie kann aber auch durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden Lungenpest). Die Krankheit verläuft heftiger weil die der Lymphknoten durch direkte Infektion der Lunge umgangen Die Inkubationszeit beträgt nur 1-2 Tage die Sterblichkeitsrate hier bei 95 Prozent.

Pestsepsis

Die Pestsepsis entsteht durch Infektion des Dies kann sowohl durch Infektion von außen Beispiel offene Wunden geschehen wie auch als aus den beiden anderen Formen zum Beispiel Platzen der Pestbeulen nach innen. Pestsepsis ist immer tödlich in der Regel spätestens nach Stunden. Heute kann durch die Behandlung mit Antibiotika die Sterblichkeit deutlich gesenkt werden.

Geschichte

Antike bis Frühmittelalter

Die Pest wurde bereits im antiken Griechenland um 430 v. Chr. von Thukydides erwähnt. Später gab es die "Antoninische zur Zeit des Kaiser Antoninus Pius ( 138 - 161 ) und die "Justinianische Pest" zur Zeit Justinians ( 527 - 565 ). Die "Justinianische Pest" hat wohl zum der Recuperatio Imperii beigetragen und gilt als Pestepidemie der Antike in Europa. Von da gab es im 6. - 8. Jahrhundert mehrere Pestausbrüche. Im jungen Mittelalter scheint die Pest in Europa bis Schwarzen Tod des ausgehenden Mittelalters ausgestorben gewesen zu

Schwarzer Tod und mittelalterliche Pestepidemien

Knapp sechshundert Jahre später nämlich 1331 brach die Pest- ( Pandemie ) die in den Geschichtsbüchern allgemein als Schwarzer Tod Erwähnung findet in China aus. Dort forderte sie ungefähr 65% Bevölkerung und wanderte dann gemächlich Richtung Europa. 1338 oder 1339 erreichte sie die christliche Gemeinschaft der Nestorianer von Issykkul am Balkaschsee. 1345 kam sie in Sarai an der unteren Wolga auf der Krim an 1346 traf in Astrachan ein.

1346 erreichte die als "Schwarzer Tod" in Geschichte eingegangenen größte Pestepidemie (der Geschichte?) die Grenzen des damaligen

Die Tartaren belagerten die (von Italienern gehaltene) Stadt Kaffa auf der Halbinsel Krim mit ihrem Gefolge kam auch die vor die Stadtmauern. Die Pesttoten banden die auf ihre Katapulte und schleuderten sie in die belagerte Von dort aus gelangte die Pandemie 1347 auf Schiffen nach Messina in Sizilien von wo aus sie sich in folgenden vier Jahren zuerst über den See- auch über den Landweg über ganz Europa

  • Pestschiffe gelangen von Genua her nach Marseille von wo aus die Pest in Norden der Rhone folgte. Nach kurzer Zeit war sie Languedoc und Montpellier im August 1348 in Carcassonne und Bordeaux in Aix und Avignon (wo sie sich sieben Monate hielt). war zu dieser Zeit eine der wichtigsten Europas. Schon im März 1348 hatte sie Toulouse erreicht und im Mai Paris .
  • Von Venedig her gelangte die Pest über den Brenner nach Österreich. Zuerst kam der schwarze nach Kärnten dann in die Steiermark spät erst nach Wien (welches übrigens die einzige (!) Stadt in der jeder Sterbende das letzte Sakrament erhielt).
  • Nach Deutschland gelangte die Pest erst 1349 .

Um die Ansteckungsgefahr zu vermindern wurden 1347 einlaufende Schiffe auf denen man die vermutete für 40 Tage isoliert ( Quarantäne vom italienischen quaranta giorni = 40 Tage).

Man schätzt dass etwa 25 Millionen rund ein Drittel der damaligen Bevölkerung Europas den Schwarzen Tod umkamen. (Schwarzer Tod ist nicht gleich sondern wird in der Historik auf die Pestwelle des 14. Jahrhunderts beschränkt.)

Der "Schwarze Tod" wütete nicht gleichmäßig ließ einige wenige Gebiet fast unberührt (große Polens und Belgiens Mailand Prag ) während er in anderen so stark das ganze Landstriche entvölkert wurden. Durch den Menschen- und Arbeitskräftemangel löste er soziale und Veränderungen aus (Höhere Löhne Landflucht Wüstung Religiöse Bewegungen Geißlerzüge Judenverfolgungen "Sittenverfall"). Er wurde zum Sinnbild der Seuche schlechthin. Diese Epidemie war eine der Krisen des 14. Jahrhunderts .

Die Ärzte standen in dieser Zeit Epidemie jener rätselhaften Krankheit vollkommen ratlos gegenüber. fundiertes Wissen hatten sie wohl in der Astrologie was eigentlich den Hauptteil ihres Medizinstudiums hatte. Medizinisch mussten sie aber auf das des spätantiken Hippokrates und seines Nachfolgers Galen zurückgreifen nach dessen Lehren diese Infektion Fehlmischung der vier Körpersäfte: Blut Schleim gelbe und schwarze Galle war. Die meisten Ärzte (und Priester) in Angesicht der Pest. Nur wenige blieben. sie flohen galten sie als feige wenn blieben als geldgierig.) Die einzige ärztliche Pflicht Angesicht der Pest war Pestkranke zur Beichte aufzufordern. Obskure Ratschläge machten die Runde. sollten beispielsweise die Fenster nur nach Norden werden Schlaf zur Tageszeit war verboten schwere verpönt. Als gefährlich galt feuchtschwüles Klima und die Luft über stehenden Gewässern aller Art. Pest würde durch die Schönheit junger Mädchen hieß es. (Es starben tatsächlich mehr Frauen Männer mehr Junge als Alte).

Die Menschen welche die Pest als ansahen fanden zu dieser Zeit den Trost im Gebet. Bittgottesdienste und Prozessionen zeichneten den Der "Pestheilige" St. Rochus wurde intensiv verehrt. An vielen Orten Kirchen und andere Monumente wie so genannte Pestsäulen von der Angst der Menschen und Wunsch nach Erlösung von der Pest.

Nachdem 1351 diese seit sechshundert Jahren erste Welle Pest überstanden war kehrte diese Krankheit alle bis zwölf Jahre wieder. Die zweitschlimmste Epidemie ausgehenden Mittelalters bzw. der jungen Neuzeit erreichte im Jahr 1400 .

Die Pest als Epidemie hat sich wesentlicher Faktor im Entstehen der Neuzeit erwiesen sie der bereits taumelnden Gesellschaftsordnung des Mittelalters letzten entscheidenden Stoß versetzte. Epochengleich mit dem der großen Pestwelle von 1347 beginnt der Aufstieg der Hanse und der freien Städte der Beginn empirischen Wissenschaften und der Niedergang des Feudalismus - interessante Zusammenhänge lassen sich aufdecken.

Neuzeit

Zu weiteren schweren Epidemien kam es 1665 / 66 in London mit etwa 100.000 Toten und 1678 / 79 in Wien (zu der Zeit in der auch liebe Augustin lebte). Die letzte Pestepidemie trat in im 18. Jahrhundert nämlich 1722 auf. Danach verschwand die Krankheit aus Das Erlöschen der Pest in Europa steht im Zusammenhang damit dass seit dem 16. Jahrhundert die Hausratte allmählich von der Wanderratte verdrängt wurde. Die letzte Pandemie begann 1896 in Asien und kostete während der 50 Jahre weltweit rund 12 Millionen Menschenleben.

Die Pest in Literatur und Kunst

Kaum eine andere Katastrophe prägte die Vorstellung von Machtlosigkeit Untergang und Unglück in so sehr wie der Schwarze Tod bzw. Pest.

Das Decamerone ist auf dem Hintergrund des "Schwarzen geschrieben worden.

Große Namen wie Samuel Pepys Daniel Defoe Tizian Marc Aurel Boccaccio Petrarca Edgar A. Poe Perikles und sogar Moses und der Gott Apollon stehen mit dem jahrtausendalten Phänomen der in unlösbarer Beziehung. Augenzeugenberichte literarische Texte und aus der Zeit der großen Pestwellen stehen bemerkenswertem Kontrast zu wissenschaftlichen Einsichten in den Charakter der Krankheit - von den Ärzten Hof König Heinrichs IV. von Frankreich bis zu Robert Koch .

In Lübeck entstand 1350 unter dem Eindruck der verheerenden Pestseuche Totentanz (Gemälde) in der neu erbauten Marienkirche.

Arnold Böcklin schuf zu diesem Thema das Bild Die Pest/Der Schwarze Tod heute im Basler Kunstmuseum ausgestellt.

Bekannte Opfer der Pest

Die Pest forderte viele Millionen Menschenleben. einige bekannte Opfer existieren Biografien bei Wikipedia. sind unter anderem (chronologisch):




Bücher zum Thema Pest

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