Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 18. Dezember 2014 

Photius I.


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Photius I. (griechisch φoτιoς Photios) oder Photius der Große (* ca. 820 in Konstantinopel ; † 6. Februar 897 in Bordi ( Armenien ) war Patriarch von Konstantinopel von 858 - 861 und 878 - 886 und gilt bis heute in der Kirche als einer der bedeutendsten Patriarchen und Heiliger während er von der römisch-katholischen Kirche sehr kritisch betrachtet wird. Er einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit wurde Laie zum Patriarchen gewählt und war der der Slawenmission von Kyrill und Methodius .

Inhaltsverzeichnis

Zeitumstände

Photius wurde noch während des byzantinischen Bilderstreits geboren und war davon auch direkt eine Synode 837 verurteilte ihn und seinen zusammen mit dem Patriarchen Tarasius.

Nach Beilegung des Bilderstreits gab es den Ikonodulen (Bilderverehrern) zwei Fraktionen: die von Kaiserin Theodora III. unterstützten kompromisslosen Radikalen die auch jede Bildung ablehnten hauptsächlich Mönche und die Moderaten denen die gebildete Elite bei Hof gehörte. erste Patriarch nach dem Bilderstreit Methodius I. zur moderaten Fraktion sein Nachfolger Ignatius I. ein Radikaler.

Im Westen waren seit ( 800 ) vom Papst Karl der Große und sein Sohn Ludwig der Fromme vom Papst zum Kaiser gekrönt worden. Aus Sicht der hochkultivierten Byzanz war es einmal ein absoluter Affront ungebildeten unkultivierten Barbarenfürsten als Parallel-Kaiser zu krönen dann auch praktisch eine Rebellion von Seiten Papstes -- die allgemeine Meinung von Rom ziemlich schlecht.

Im Westen war parallel zum Patriarchat Photius Papst Nikolaus I. (858-867) im Amt ein entschiedener Verfechter päpstlichen Primats über alle anderen Patriarchen. Ein Konflikt zwischen Rom und Konstantinopel war Illyrien Sizilien und Kalabrien die Kaiser Leo III. im 8. Jahrhundert der Jurisdiktion von Konstantinopel unterstellt hatte die Nikolaus für Rom zurückgewinnen wollte und anderer Konflikt betraf die Mission im Osten Missionare beider Seiten die gleichen Gebiete für Kirche beanspruchten.

Biografie

Photius kam aus sehr guter Familie: Vater Sergius gehörte zur Leibgarde des Kaisers Patriarch Tarasius Nikephoros (784-806) war der Onkel ältere Bruder seines Vaters und einer seiner heiratete die Schwester der Regentin Theodora.

Er studierte in Konstantinopel dem Zentrum damaligen Bildung und lehrte schon früh selbst der dortigen Universität Grammatik Rhetorik Philosophie und Theologie wobei er den Ruf eines außergewöhnlich Mannes hatte. Zu seinen Schülern gehörte Kyrill spätere Slawenapostel und der spätere Kaiser Michael Aus seinen Werken geht hervor dass er ausgezeichneter Philologe Exeget und Kenner der Patristik war.

Gleichzeitig machte er auch bei der Regierung Karriere er war Kommandant der Leibgarde dann erster kaiserlicher Sekretär.

847 wurde der radikale erzkonservative Ignatius Sohn des Kaisers Michael I. und Abt Klosters von Kaiserin Theodora als Nachfolger des verstorbenen moderaten Patriarchen Methodius I. eingesetzt. Er innerhalb von kurzer Zeit eine Spaltung zwischen und moderaten Bischöfen. Als 856 Kaiser Michael volljährig wurde legte sich Ignatius mit dessen Bardas an der die gebildete moderate Fraktion Es ist historisch nicht möglich festzustellen wie der jeweilige Wahrheitsgehalt der gegenseitigen Vorwürfe war jedenfalls endete der Konflikt 858 mit dem (mehr oder weniger erzwungenen) von Ignatius.

Kaiser Michael und Bardas wählten den Photius der sich durch administrative und akademische ausgezeichnet hatte zum neuen Patriarchen der innerhalb einer Woche zum Patriarchen geweiht wurde. Wie informierte er seine Kollegen in Rom Alexandria und Jerusalem bezüglich seines Amtsantritts wobei er Rom den traditionellen Ehrenprimat von Rom durchaus

Kein Problem mit den anderen Patriarchen. Papst Nikolaus antwortete freundlich wollte sich aber näher über die rasche Ordination informieren. Er deshalb zwei Legaten die als zweiten Auftrag Kalabrien und Sizilien wieder für die Jurisdiktion Rom zurückgewinnen sollten. Die beiden Legaten kamen 361 an einem von Photius einberufenen Konzil untersuchten den Fall und befanden den Rücktritt Ignatius und Amtsantritt von Photius als legal kanonisch. Das zweite Ziel konnten sie allerdings erreichen.

Zurück in Rom erstatteten sie Bericht. über den Fehlschlag bei der Rückgewinnung der erklärte Papst Nikolaus die 362 Untersuchungsergebnisse für null und nichtig exkommunizierte beiden Legaten und erklärte die Weihe von sei ungültig Photius sei abgesetzt und Ignatius eingesetzt. Photius ignorierte das offiziell verfasste jedoch den Kaiser einen Brief in dem Nikolaus Untertan des Kaisers angeredet wurde -- was überraschend eine hitzige Antwort von Rom bewirkte.

Unterdessen war es noch auf einem Gebiet zum offenen Konflikt gekommen. Unterstützt von Michael engagierte sich Photius in der Mission den Rus Bulgaren Bewohnern Groß-Mährens und Chasaren . Photius hat einen entscheidenden Anteil an Christianisierung dieser Völker. Bei den Bulgaren kam zu einem weiteren Konflikt mit Rom das Jurisdiktion über die Bulgaren beanspruchte -- und erfuhr Photius alarmiert dass die römischen Missionare anderes Glaubensbekenntnis lehrten (mit dem Filioque ).

Nun schlug Photius offiziell zurück. In theologisch perfekt ausgearbeiteten Enzyklika an die östlichen exkommunizierte er seinerseits den Papst da die falsche Bräuche haben indem sie am Samstag die Fastenzeit erst am Aschermittwoch beginnen (anstatt Tage früher wie im Osten) den Priestern erlauben zu heiraten (lateinische Missionare hatten in Taufen von verheirateten Priestern für ungültig erklärt) Priestern nicht erlauben die Firmung zu spenden (lateinische Missionare hatten in Firmungen durch Priester für ungültig erklärt) und wesentlichstes auch eine häretische Lehre indem sie das Filioque zum Glaubensbekenntnis hinzugefügt haben.

Aufgrund dieser Irrtümer seien der Papst alle Lateiner: "Vorboten des Abfalls Diener des die tausend Tode verdienen Lügner Kämpfer gegen

Diese Enzyklika wird von der römisch-katholischen als Ursache des Schismas angesehen. Aus orthodoxer verteidigte Photius die überlieferte Lehre und die patriarchale Autonomie -- er führte nichts Neues sondern wehrte sich gegen die einseitigen Neuerungen Seiten Roms.

Bei dem Konzil 867 wurde die von Papst Nikolaus offiziell bestätigt. Papst Nikolaus jedoch ohne von seiner Exkommunikation zu hören.

Doch nun überstürzen sich auch in die Ereignisse. Kaiser Michael III. wird ermordet. verweigert dem Mörder und Usurpator die Teilnahme Gottesdienst der Usurpator Basileios I. der Makedonier Photios und setzt wieder Ignatius I. ein zugleich die radikale Fraktion in Byzanz und neuen Papst Hadrian II. auf seine Seite bringen. Ein weiteres Konzil mit wenigen Teilnehmern in der katholischen Kirche das vierte Konzil von Konstantinopel und kontrolliert von päpstlichen Legaten exkommuniziert verbannt Photius.

Dieser hatte jedoch immer noch die der großen Mehrheit der Metropoliten und Bischöfe dem Konzil gegen ihn waren zuerst kaum Bischöfe bereit teilzunehmen). Er enthielt sich weise politischen Angriffs gab seinen Anhängern jedoch brieflich moralische Unterstützung. Schließlich wird er aus dem zurückgerufen und zum Erzieher des späteren Kaisers Leo VI. gemacht. Popularität ist so offensichtlich dass er drei nach dem Tod von Ignatius 878 wieder als Patriarch eingesetzt wird.

In Rom ist unterdessen wieder ein Papst Johannes VIII. der mit den Franken Probleme hat und deshalb gute Beziehungen Byzanz wünscht. Am Konzil von 879 in der Ostkirche das vierte Konzil von Konstantinopel das der Papst ausdrücklich anerkennt wird antiphotianische Konzil von 869 aufgehoben und Photius rehabilitiert. Für den Westen wurde der römische einschließlich Jurisdiktion anerkannt für den Osten jede Jurisdiktion abgelehnt. Auch wird der Originaltext des Nicäno-Konstantinopolitanum ohne Filioque bekräftigt. Damit ist das Photius-Schisma erst beendet.

882 wird Papst Johannes VIII. durch Marinus I. abgelöst der Photius wieder exkommuniziert Photius seine Abhandlung über die Mystagogie des Heiligen Geistes veröffentlicht in der er neben Bibelauslegungen Zitaten der östlichen Kirchenväter auch spezifisch Ambrosius von Mailand Augustinus von Hippo und Hieronymus sowie Päpste von Damasus I. bis Hadrian III. zitiert um seine zu unterstützen. Diese Abhandlung ist bis heute der Ostkirche ein Standardwerk bezüglich des Filioque .

886 starb Kaiser Basileios I. unerwartet. Sein Leo VI. setzte Photius zugunsten seines sechzehn Bruders Stefan ab. Den Rest seines Lebens Photius in einem Kloster in Armenien.

Werke

Zu den wichtigsten Werken von Photius das Myriobiblon eine Sammlung von christlichen und Schriftstellern die teils zitiert und teils zusammengefasst Viele dieser Texte sind nur durch dieses erhalten.

Die Biblioteca eine Sammlung von Notizen die Lektüre von Klassikern ist das einzige erhaltene byzantinische Werk über Literaturgeschichte ein wesentliches über den im 9. Jahrhundert beginnenden byzantinischen

Unter seinen zahlreichen theologischen Schriften sind Ampilochia das bedeutendste eine Sammlung von über Fragen und Antworten zu schwierigen Bibelstellen philosophischen theologischen Problemen gerichtet an den Erzbischof Ampilochius die Mystagogie eine Abhandlung über den Heiligen

Von seinen ausführlichen Bibelkommentaren sind nur erhalten (insbesondere Matthäus und Römer). Erhalten sind achtzig Predigten und etwa zweihundert Briefe aus Phasen seines Lebens.

Dazu kommen zahlreiche Streitschriften gegen das und das Jurisdiktionsprimat des Papstes die heute zur orthodoxen Standardliteratur über das Thema zählen kirchenrechtliche Arbeiten. Der Nomokanon das klassische Werk orthodoxen kanonischen Rechts wird ebenfalls Photius zugeschrieben aber vermutlich älter und von ihm nur

Wertung

Die herausragenden Fähigkeiten von Photius als und byzantischer Humanist werden von keiner Seite Ebenso gibt es nirgends Vorwürfe gegen ihn seines privaten Lebens - bei einer so Gestalt ein deutlicher Hinweis dass es wirklich gewesen sein muss.

Als Figur der Kirchengeschichte wird er orthodoxer und römisch-katholischer Seite an entgegengesetzen Polen

  • Für die orthodoxe Kirche ist er ein der unter schwierigen Umständen und angesichts persönlicher die traditionelle Lehre der Kirche mit Mut Geschick verteidigt hat. Sein Gedenktag ist am 6. Februar .
  • Die römisch-katholische Kirche gibt ihm traditionell die Schuld für das Schisma (was nicht mit den heute bekannten historischen Fakten übereinstimmt) und ihn als einen der schlimmsten Feinde der Kirche.

Literatur

  • Photius The Bibliotheca N. Wilson ed. Gerald & Co. Ltd. 1994. Hbk. ISBN: 0715626124.
  • Photii Patriarchae Lexicon Vol.1 A-D Christos Theodoridis ISBN: 3110085305

Weblinks



Bücher zum Thema Photius I.

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Photius_I..html">Photius I. </a>