Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 22. Juli 2014 

Pierre Gassendi


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Pierre Gassendi (* 22. Januar 1592 in Champtercier Provence Frankreich ; † 24. Oktober 1655 in Paris Frankreich; auch Petrus Gassendi eigentlich Pierre Gassend ) war ein französischer Philosoph Theologe Mathematiker Astronom und Physiker .

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er besuchte die Schule in Digne 1599 bis 1606 setzte dann seine Ausbildung zu Hause die von seinem Onkel überwacht wurde. 1608 betrat er die Universität von Aix in der er zwei Jahre Philosophie und danach zwei weitere Jahre Theologie studierte.

Von 1612 bis 1614 war er hauptsächlich an der Hochschule Digne tätig danach empfing er den den eines Doktors der Theologie in Avignon und wurde 1615 ordiniert. Er war bereits 1614 zum Priester an der Kirche in ernannt worden. Er blieb in dieser Stellung 1634 als er zum Dekan ernannt wurde.

Zusätzlich zu diesen Ämtern in der wurde Gassendi 1617 zum Professor der Philosophie an der von Aix ernannt. Diese Lehrtätigkeit dauerte nur 1623 als ein Jesuit die Kontrolle der Universität von Aix und er zum Gehen gezwungen wurde. Er keine weitere akademischen Stellung bis 1645 als er zum Professor der Mathematik am Collège Royale in Paris ernannt

Gassendi traf Marin Mersenne zuerst 1624 als er Paris besuchte. Mersenne versuchte zu überzeugen Mathematik und Theologie zugunsten der Philosophie aufzugeben.

Johannes Kepler hatte einen Durchgang des Merkurs für 1631 vorausgesagt und Gassendi konnte in dem als erster solch einen Vorgang beobachten.

Seine erste philosophische Veröffentlichung war Paradoxicae exercitationes (1624) eine Zusammenfassung seiner Vorträge in 1649 veröffentlichte er Animad versiones ein Arbeit über Epikur .

Gassendi stirbt 1655 in Paris im Hotel Montmor. Seine Philosophische Abhandlung ( Syntagma Philosophicum (?)) wurde drei Jahre nach seinem Tod

Arbeiten und weitere Lebensstationen

1617 Arbeiten über die Kritik am Aristotelismus .

1624 Veröffentlichung des ersten Teil seiner Kritik Aristotelismus: Exercitationes Paradoxicae Adversus Aristoteleos . Sechs weitere Teile solllten erscheinen aber der zweite Teil wird beendet und wird seinem Tode veröffentlicht.

1625 Kurzer Besuch in Paris und hier die Freundschaft mit La Mothe Le Vayer Marin Mersenne geschlossen.

1628 Besuche in Flandern und Holland und mit führenden Gelehrten und Wissenschaftlern.

1632 Enge Freundschaft und Zusammenarbeit mit Nicolas-Claude de Peiresc ( 1580 - 1637 ).

1634 Nachdem einige Jahre in Paris und Provence die mit dem Schreiben von einigen philosophischen und theologischen Themen verbracht werden wird zum Dekan der Kathedrale in Notre Dame Bourg gewählt.

1641 In Paris arbeitet er für Aufbau französischen Klerus während er auch Moliere in unterrichtet. Auf Bitten von Mersenne veröffentlicht seine zu den Meditationen von Descartes .

1644 Veröffentlichung von Disquisitio Metaphysica seine Erwiderung zur Antwort Descartes auf Einwände Gassendis.

1647 Veröffentlichung von De Vita und Moribus Epicuri ein Versuch über die Philosophie von Epikurs .

1648 Wegen der schlechten Gesundheit zieht er von der königlichen Hochschule zurück.

1649 Veröffentlichung von zwei weiteren Essays über Epikur.

Philosophie

Die Widerbelebung der antiken Atomistik

Die Kritik des scholastichen Aristolelismus mündet in Gassendis Atomistik die den Kern seiner materialistischen Naturauffassung und sich auf die Lehre Epikurs stützt. Diese Hinwendung zu Epikur war zuzfällig sondern entsprach der Suche der antischolastischen materialistischen orientierten Denker dieser Zeit nach philosophiehistorischen

Die Atome sind nach Gassendi Grundprinzipien materiellen Erscheinungen die einfachsten unteilbaren und deshalb Elemente der Materie. Die Negation der Materie die unbewegliche und von den Veränderungen der Dinge unabhängige Leere.

Die Materie ist bei Gassendi durch den Materialismus des 16. und 17. Jahrhunderts typischen Substanzmerkmale wie Größe Masse Figur Schwere Undurchdringlichkeit und die Fähigkeit zu berühren berührt zu werden gekennzeichnet. Gassendis Atomistik geht der Einheit der Materie und Bewegung aus. stete Aktivität der Materie entspringe einer inneren der Atome.

Andererseits - und damit geht er Epikur ab und macht Zugeständnisse an die - ist Gassendi der Ansicht die Atome von Gott geschaffen und mit Bewegung ausgestattet Jede Bewegung lasse sich auf eine durch Gewicht und die Schwere der Atome hervorgerufene zurüchführen.

Die ewige Materie gewinne in ihren stets neue Formen. Die Atome verketten sich Molekülen aus denen wie aus "Samen" die lebende und leblose Körper entstünden. Durch seine Experimente wurde Gassendi in der Auffassung bestärkt die verschiedenen Qualitäten der Körper der unterschiedlichen der Atome zugeschrieben werden müssen und daß Atome selbst unterschiedlich beschaffen sind.

Als Körperchen unterscheiden sich nach Gassendi Atome von abtrakten mathematischen Punkten. Sie seien "Kleinstes" das durch keine natürliche Kraft zu sei.

Die Unterscheidung von belebter und unbelebter

Bei der Erklärung des Übergangs von unbelebten zur belebten Materie entwickelte Gassendi Überlegungen Umschlagen von Quantitäten in eine neue Qualität sich durch ihre materialistische Ausgangsposition grundlegend von aristotelischen Idee der immateriellen " Entelechie " unterschied.

Die Vorstellung von Raum und Zeit Gassendi

Gassendis Vorstellungen über Raum und Zeit an die Besonderheit des epikureischen Atomismus an Raum und Zeit als neben Materie existierende von ihr unterschiedene Formen der Realität zu betrachten die immateriell und substanzlos und demzufolge nicht aus Atomen bestehen. Raum Leere) und Zeit (die Dauer) sind keine Akzidenzien und keine Substanzen.

Sie seien aufgrund ihrer Immaterialität der Wahrnehmung verschlosssen. Dennoch existieren sie für Gassendi als unbewegliche notwendige Vorbedingung der Selbstbewegung der Gassendis Auffasssunegn über Raum und Zeit dienten Isaac Newton und Robert Boyle als unmittelbare Anregung. Newton vor allem die Konzeption des absoluten Raumes und der Zeit.

Kritik an Descartes

Gassendi wies die Philosophie von René zurück und hob die induktive Methode hervor. glaubte an den Atomismus und verteidigte eine mechanistische Erklärung der Aus der Behauptung "Ich denke" folge durchaus dass ich nur denke. Descartes' Grundprinzip sei unbegründet. Es gibt nach Gassendi keine Substanz das Denken als ihre einzige Eigenschaft besäße. angeborenen Ideen sind nach Gassendi eine Fiktion. innere Reflexion liefere kein selbständiges Wissen. Alles entstehe aufgrund der sinnlichen Erfahrung. Die Ideen vervollkommneten sich durch die Erfahrung. Auch eine Idee Gottes sei unmöglich was allein dadurch würde dass sich jeder Mensch Gott auf Weise vorstelle und ein Atheist gar keine Idee von Gott habe.

Skeptizismus

Die oft umstrittene Frage nach dem Gassendis zum Skeptizismus ist nicht mit dem Hinweis darauf beantworten dass der antike Skeptizismus von Pyrrhon und Sextus Empirikus und der der vertreten durch Montaigne und Charron von Gassendi zu einer Quellen seines Philosophierens erklärt wurde. Es muss mehr davon ausgegangen werden dass der Skeptizismus Gassendi ein willkommener Verbündeter im Kampf gegen Dogmatismus der Scholastiker war. Er hat nichts gemein mit den Verstand und alles auf ihm beruhende verachtenden fideistischen Skeptizismus und Agnostizismus . Unter diesem Aspekt sind Gassendis Aussagen die Unvollkommenheit des menschlichen Wissens und die wissenschaftlicher Erkenntnis zu werten.

Ethik und Religion

Die Ethik fasste Gassendi in seinem Hauptwerk Syntagma philosophicum als Kernstück seiner Philosophie auf dem und Physik untergeordnet sind.

Nach Gassendi ist die Logik die vom richtigen Denken. Sie ist abiuncta a rebus (reine Logik) und coniuncta cum rebus (angewandte Logik).

Er erwies sich damit auch hier Wiederhersteller des Epikureismus der die Erreichung der Glückseligkeit zum des menschlichen Lebens erklärte.

Problematisch war und ist eine Einschätzung religiösen Auffassungen Gassendis. In seinen Arbeiten finden zahlreiche Zeugnisse scheinbarer Treue zum christlichen Glauben. sind die Atome zwar unzerstörbar und selbstbewegt von Gott geschaffen. Neben die Unendlichkeit von und Zeit setzt Gassendi diejenige Gottes des Jetzt". Während er in seiner Polemik gegen die Unabhängigkeit der Seele vom Körper entschieden lehrte Gassendi in seinem Hauptwerk die Unsterblichkeit menschlichen Seele. Es ist offensichtlich dass solche gerade dort auftauchen wo Gassendis wissenschaftliche Überzeugungen kirchlichen Dogmen offen widersprechen. Erinnert man sich an Gassendis persönliche und geistige Verbundenheit mit Galileo Galilei und Giordano Bruno so scheint der theoretische Kompromiss mit klerikalen Dogmen nicht von dem aufrechten Katholiken sondern von Gassendi als dem Anhänger epikureischer getroffen zu sein. Sicher ist jedoch dass auf der Grundlage der Konzeption der " doppelten Wahrheit " neben religiösen Glaubensbekenntnissen eine Lehre hinterließ durch ihren konsequenten Materialismus materialistischen Denkern bis hinein in das 18. Jahrhundert bedeutende Impulse vermittelt hat.

Werke

  • Exercitationes Paradoxicae Adversus Aristoteleos Lyon 1624 und 1659.
  • Kritik an Herbert of Cherbury und Fludd
  • Disquisitio Metaphysica seu dubitationes et instantiae adversus Cartesii Methaphysicum et responsa Paris 1644.
  • Animad versiones in Decinum Librum Diogenis Laertii est de vita moribus platicitisque Epicuri Lyon 1649
  • Syntagma philosophiae Epicuru Lyon 1649
  • Institutio Logica 1658 (posthum)
  • Syntagma Philosophicum Lyon 1658 (posthum)
  • Opera Omnia (Gesammelte Werke 6 Bände) 1658




Bücher zum Thema Pierre Gassendi

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Pierre_Gassendi.html">Pierre Gassendi </a>