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Plume


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Der Name Plume entstammt dem französisch-englischen Wort für Helmbusch und beschreibt damit die Form des heißer Magma die sich nach oben hin verbreitert.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Plumes?

Es handelt sich bei Plumes um Ströme aus besonders heißem Magma die sich Form einer schmalen Säule zur Erdoberfläche bewegen. bilden sich in knapp 3000 Kilometern Tiefe der Grenzschicht zwischen dem äußeren Erdkern und dem Erdmantel . Nachdem sie den zähplastischen Erdmantel durchquert verbreitern sie sich pilzförmig unter der Lithosphäre ehe sie an den Schwächezonen der Erdkruste durchbrechen und damit Verursacher von Hot-Spot -Vulkanismus werden.

'Normale' Plumes zeichnen sich durch relativ begrenzte vulkanische Erscheinungen aus wie z.B. der unter der Vulkaneifel oder unter der Inselkette von Hawaii .

Superplumes

Von Superplumes spricht man wenn die vulkanischen Erscheinungen nicht nur relativ begrenzt sind Quadratkilometer große Regionen betreffen. Dringen die Superplumes durch die Erdkruste bewirken sie großflächige Hebungen: wird z.B. die Landmasse und der sie Ozeanboden des südlichen Afrikas seit den letzten Millionen Jahren langsam gehoben und gehört nun einem Durchmesser von mehr als 1600 km einer Höhe von rund 1500 m zu größten Plateaus der Erde . In Folge des Superplume-Vulkanismus wurden ganze mit mehr als zwei Kilometer dicken Basaltschichten bedeckt. Beispiele dafür sind z.B: die in Brasilien die Dekkan-Trapps im Westen Indiens oder der Sibirische Trapp im Norden Russlands .

Superplumes in der Erdgeschichte

Kontinentale Ausbrüche von Superplumes waren jedoch Einzelfälle. Viel häufiger fanden ihre Auswirkungen an Ozeanböden statt. Darüber hinaus sind die ozeanischen wesentlich größer als die kontinentalen. So besteht größte ozeanische Plateau (im West- Pazifik ) vermutlich aus der 25-fachen Basaltmasse im zur größten kontinentalen Decke.

Superplumes in der Kreidezeit

Aller Wahrscheinlichkeit nach haben sich in Kreidezeit die vor etwa 135 Millionen Jahren und vor ca. 65 Millionen Jahren endete Superplume-Aktivitäten abgespielt. Offenbar war der Westpazifik am betroffen wie Untersuchungen des hier besonders zerfurchten zeigen. Die heiße Gesteinsschmelze muss ein mehrere Kilometer großes Areal überflutet haben das ist zehnfaches der Flächen die heute von Plume-Aktivitäten werden.

Die Superplume-Aktivität vor rund 120 Millionen konnte nicht ohne weitreichende Folgen bleiben:

  • Durch die großflächige Hebung des Ozeanbodens bedingt durch Volumenvergrößerung bei Erwärmung hob der Meeresspiegel um 250 Meter über das Niveau. Infolgedessen waren alle niedrig gelegenen Landstriche Die Ablagerungen dieses Meeres bildeten die Kreidefelsen Rügen die Gesteine des Teutoburger Waldes oder die weißen Klippen von Dover in England .

  • Die meisten Gebirgsketten entlang der Westküsten und Südamerikas verdanken ihre Existenz der kreidezeitlichen Durch die enorm vergrößerte Lavaproduktion und entsprechend beschleunigte Krustenbildung verstärkte sich Subduktion . So schoben sich ungewöhnlich große Mengen Kruste unter die Ränder Nord- und Südamerikas. erzeugten durch die einsetzenden gewaltigen Aufschmelzungsprozesse in Zone die Granitkerne der Sierra Nevada (USA) und der Anden .

  • Mit der austretenden Lava wurde verstärkt Kohlendioxid frei das sich der Atmosphäre anreicherte und damit den natürlichen Treibhauseffekt verstärkte. Die globale Durchschnittstemperatur nahm um 10°C zu.

  • Ein Großteil der heutigen Diamantlagerstätten hat seine Entstehung der kreidezeitlichen Plume-Aktivität verdanken: Die meisten Diamanten sind vor mehr 1 Milliarde Jahren in Tiefen von rund Kilometern unter der Erdoberfläche entstanden. Durch den Vulkanismus wurden die Diamanten in abbaubare Höhen wie zum Beispiel bei Kimberley in Südafrika .

  • Das Erdmagnetfeld hat sich im Laufe der Erdgeschichte mehrfach umgepolt. Dieser Umpolungsprozess vollzieht sich im Mittel mehr als einmal pro 1 Jahre. Während der ca. 40 Millionen Jahre Superplume-Aktivität behielt das Magnetfeld jedoch seine Richtung bei. Welche globalen Folgen diese Umpolung bzw. Fehlen hat ist noch nicht geklärt.

Weblinks

http://home.t-online.de/home/dr.peter.schmidt/dissi.htm

http://www.uni-geophys.gwdg.de/~mab/erde.html



Bücher zum Thema Plume

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