Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Prokopios von Caesarea (*~ 500 ; † ~ 562 ) (auch Prokop ) war der wichtigste byzantinische Historiker des 6. Jahrhunderts n. Chr. und einer der bedeutendsten gesamten Antike.
Prokopios stammte aus einer privilegierten hellenisierten Familie aus Caesarea in Palästina und genoss eine rhetorische Ausbildung in Beirut . 527 bis 40 war er Consiliarius und Rechtsbeistand des Feldherren Belisar . Durch seine Hände ging auch die Feldpost daher war er hervorragend informiert.
Prokop verfasste um 550 auf Griechisch eine achtbändige Kriegsgeschichte ( Bella ) der Kriege Kaiser Justinians I. Buch I und II behandeln den persischen Kriegsschauplatz ( Sassaniden ) Buch III und IV die Kriege Nordafrika gegen die Vandalen V bis VII die Kriege gegen Ostgoten in Italien . Buch VIII bietet eine Zusammenfassung der militärischen Auseinandersetzungen an verschiedenen Kriegsschauplätzen. Seine Bella sind nach dem Vorbild Appians aufgebaut (geographische Gesichtspunkte) stilistisch sind sie Thukydides und Herodot orientiert.
Prokopios verwendete eine kraftvolle Sprache gewürzt vielen Anekdoten und hatte ein klares Urteil. baute auch versteckte Kritik an der Person I. mit ein später kritisierte er auch Belisar den er zuerst in den höchsten gelobt hatte.
Seine anderen beiden Werke sind De Aedificiis (Bauten) und die sogenannte Anekdota oder auch Geheimgeschichte (Historia Arcanum). Während in der Auftragsarbeit Bauten Justinian panegyrisch gelobt wird ist die eine reine Skandalgeschichte und Schmähschrift ( Psogos ) in der Justinian I. und seine Theodora I. aber auch Belisar und seine untreue Antonina gegeißelt werden. Auch wenn die Anekdota und das konträre Bild Justinians in Bauten ein schiefes Licht auf Prokops Charakter ist er dennoch die wichtigste Quelle für Regierungszeit Justinians.
In den Kriegsgeschichten bleibt er weitestgehendst objektiv und hat klaren Blick für die Ereignisse. Prokops Kritik zu einem guten Teil Personenkritik. Er kritisierte die Institution des Kaisertums an sich sondern dessen Politik. Prokop stand den konservativen Senatskreisen und deren Interessen wurden durch die teilweise Politik Justinians tangiert. In religiösen Fragen stand hingegen für ein tolerantes Christentum ein und an der rigiden Religionspolitik des Kaisers keinen gefunden haben (vgl. auch Averil Cameron Procopius). wie J. B. Bury in seiner History of the later Roman Empire ( Geschichte des späten Römischen Reiches ) so treffend formulierte: It was one of the glories of age to have produced a writer who be accounted the most excellent Greek historian Polybius ... (Bury: History of the later Roman Bd. II. S. 419): Es war eine der Errungenschaften des justinianischen einen Schreiber hervorgebracht zu haben der als hervorragendste griechische Historiker seit Polybius angesehen werden ...
Allerdings gibt es Indizien dafür dass selbst am Ende seiner Tätigkeit den von gepflegten klassizistischen Stil als nicht mehr zweckmäßig Die Katastrophen die das oströmische Reich heimgesucht (Pestepidemien Erdbeben Barbareneinfälle) konnten nicht mehr nach Denkmustern erklärt werden so dass Prokop als auf das mit menschlicher Logik nicht erklärbare Gottes hinwies. Dies mag auch ein Grund sein dass die Geschichtsschreibung nach klassischen Vorbild Byzanz bald darauf für lange Zeit verstummte stattdessen die Kirchengeschichte an Boden gewann (vgl. Meier (s. Literatur) Prokop speziell S. 290-310).
Prokopios von Caesarea: Werke (gr.-dt.) übersetzt und herausgegeben von Otto 5. Bde. (Bücherei Tusculum) München 1961-77.
Sekundärliteratur:
Hans-Georg Beck: Prokop - Der Historiker und sein Opfer München 1986.
Averil Cameron: Justin I. and Justinian in: Averil Cameron et al (Hrsg The Cambridge Ancient History XIV. – Late Empire and Successors AD 425-600 2. neugestaltete Aufl. Cambridge 2000.
Dieselbe: Procopius and the Sixth Century Berkeley 1985.
Mischa Meier: Prokop Agathias die Pest und das `Ende` antiken Historiographie in: Historische Zeitschrift 278 (2004) S.