Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Der radikale Konstruktivismus ist eine interdisziplinäre Forschungsrichtung aus der Biologie Psychologie Philosophie Mathematik Kybernetik und Soziologie findet aber auch empirische Anwendung in Managementwissenschaft Psychiatrie oder Literaturwissenschaft . In Deutschland wurde er vor allem Veröffentlichungen von Paul Watzlawick populär. Der radikale Konstruktivismus wird häufig dem Konstruktivismus verwechselt (insbesondere da er in der zum Radikalen Konstruktivismus meistens einfach nur als bezeichnet wird) unterscheidet sich von diesem jedoch. Begriffsverwirrung begründete schon die Umbenennung "benachbarter" Theorien das etwa Peter Janich beim Methodischen Kulturalismus der 1990er vollführte. Der Radikale Konstruktivismus bezeichnet sich eher als "eine Art zu denken" denn geschlossene Theorie .
Grundlegend geht der radikale Konstruktivismus davon dass all unser Wissen über die Welt unser Gehirn aus Sinneswahrnehmungen konstruiert und dass eine objektive Erkenntnis nicht möglich ist sondern höchstens Intersubjektivität erreicht werden kann. Danach ist der Mensch auf die Daten die ihm seine Sinnesorgane liefern beschränkt und jede Erkenntnis ist Konstruktion aus diesen Daten.
1970 veröffentlicht der chilenische Physiologie -Professor Humberto R. Maturana den Forschungsbericht Biology of Cognition (Link auf den Text) in welchem er einen "genialischen Welt- und Seinsentwurf" (so Gerhard Roth) vorstellt der später Konstruktivismus oder Radikaler Konstruktivismus in die internationale Diskussion eingeht. In Jahren nach dieser Veröffentlichung haben sich die der Kybernetik zweiter Ordnung beeinflussten Ideen Maturanas die anderen Denkern wie Francisco Varela Heinz von Foerster Ernst von Glasersfeld und anderen aufgegriffen weitergeführt werden als äußerst fruchtbar erwiesen. Dabei sich der Konstruktivismus als empirisch fundierte Alternative neuzeitlichen Wissenschaftspositivismus z.B. dem Kritischen Realismus und wurde von Hirnforschern etwa dem Neurobiologen Gerhard Roth als Grundlage für seine aufgegriffen.
Folgende Zitate entstammen aus Gerhard Roths "Erkenntnis und Realität: Das reale Gehirn und Wirklichkeit" sowie "Autopoiese und Kognition: Die Theorie H. R. und die Notwendigkeit ihrer Weiterentwicklung" veröffentlich in dem Sammelband "Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus" Herausgegeben von Siegfried Schmidt suhrkamp 1996.
Gerhard Roth beginnt seine Untersuchungen mit Schilderung des Welterlebens aus Sicht des kritischen (hierunter fällt z.B. die Philosophie Karl Poppers ):
"Die alltägliche sinnliche Erfahrung erweckt in uns Eindruck daß unser Wahrnehmungssystem in direktem Kontakt der Welt steht: die visuelle Welt ist im wahrsten Sinn des Wortes unmittelbar augenscheinlich die Laute dringen unvermittelt an unser Ohr wir betasten und begreifen die Gegenstände in Reichweite unmittelbar als Gegenstände. Wir empfinden zwischen sinnlich erfahrbaren Welt und uns nichts Vermittelndes müssen nichts von ihr indirekt erschließen und Die unmittelbare Gegebenheit der sinnlichen Welt ist und sie wird von den meisten Philosophen Wahrnehmungstheoretikern in charakteristischem ontologischen Gegensatz zur Welt Meinungen Hypothesen und Theorien über sinnlich Erfahrenes (im Original Seite 229)
... All dies unterstützt stark den erkenntnistheoretischen des kritischen Realismus: unsere Sinnesorgane bilden die ab so gut sie eben können d.h. Rahmen des physikalisch und physiologisch Möglichen und Bewährten. Sie sind die Tore des Gehirns Welt; durch sie strömt die jeweils spezifisch Information ins Gehirn ein und wird von zur adäquaten Wahrnehmung z.T. unter Zuhilfenahme angeborener erworbener Gestaltungsmuster zusammengefügt. ..." (231)
"Eine ganz andere Perspektive als die soeben tut sich auf wenn man das Wahrnehmungsproblem vom Standpunkt der Sinnesorgane sondern vom Standpunkt Gehirns sieht.2 Die Sinnesorgane ... werden zwar von Umweltreizen aktiviert; ... die neuronale Erregung die aufgrund der sensorischen Reizung in den entsteht und zum Gehirn weitergeleitet wird ist solche unspezifisch. Man kann einer Nervenimpulssalve ... ansehen ob sie z.B. durch visuelle akustische Erregung hervorgebracht wurde ... Die spezifische Modalität Sinnesorgane auf der unsere Sinneswelt zu beruhen ist 'hinter' den Sinnesorganen offenbar verschwunden. Die übersetzen die ungeheure Vielfalt der Welt in 'Einheitssprache' der bioelektrischen Ereignisse (Nervenpotentiale) denn nur Sprache kann das Gehirn verstehen. ... Man leicht einsehen daß diese Übersetzung in die 'Einheitssprache' etwas für die Funktion von Nervensystemen ist denn wie könnten sonst im Dienste sensorischen Verhaltenssteuerung Auge und Muskeln aber auch und Ohr Gedächtnis und Geruch miteinander kommunizieren..." (232)
Bei diesem Übersetzungsprozeß aber geht das verloren. Die "Sprache" des Nervensystems selbst ist (oder wie Heinz von Foerster drastisch zu pflegt: "'klick' 'klick' ist das Vokabular der Nervensprache" ). Weil aber im Gehirn der signalverarbeitende der bedeutungserzeugende Teil eins sind können die nur das bedeuten was entsprechende Gehirnteile ihnen Bedeutung zuweisen: "Wahrnehmung ist Interpretation ist Bedeutungszuweisung" (14).
"Bei der Bedeutungszuweisung operiert das Gehirn auf Grundlage früherer interner Erfahrung und stammesgeschichtlicher Festlegungen: dann wird ein Wahrnehmungsinhalt bewußt. Das heißt bewußt wird nur das was bereits gestaltet geprägt ist. Aufgrund dieser Arbeitsweise ist das gar nicht in der Lage Wirklichkeit als abzubilden oder zu repräsentieren: Es gibt kein Das Gehirn '... kann nur (für sich in sich selbst) präsentieren es kann nur - Da das Gehirn keinen direkten Zugang Welt hat ist es als Teil des kognitiv und semantisch abgeschlossen. Es ist ... und selbstexplikativ.
... Alle Bewertungs- und Deutungskriterien muß das aus sich selbst entwickeln. Dabei erweist sich evolutionstheoretischer Sicht die Unspezifität der Nervenimpulse als denn '... ihre freie Deutbarkeit und Übersetzbarkeit überhaupt erst eine Kommunikation der Sinnesempfindungen und Überführung von Wahrnehmung in Aktion möglich'. Ein Gehirn dagegen wäre als Reflexsystem fremdgesteuert heterogen nie in der Lage komplexe Umwelten zu Bei dieser Bewältigung die einen hohen neuronalen voraussetzt spielen frühere sensomotorische Erfahrungen und damit Bewertungsprozesse eine entscheidende Rolle. Darum ist wie pointiert feststellt unser Gedächtnis 'unser wichtigstes Sinnesorgan'." (15/16)
"Erkenntnistheoretisch bedeutsam ist die von Roth u.a. Unterscheidung zwischen realem Gehirn und kognitiver Welt: reale Organismus besitzt ein Gehirn das eine Welt erzeugt eine Wirklichkeit die aus Welt und Subjekt besteht und zwar in der daß dieses Subjekt sich diese Welt und Körper zuordnet. Dieses kognitive Subjekt ist natürlich der Schöpfer der kognitiven Welt dieser Schöpfer das reale Gehirn es ist vielmehr eine 'Objekt' der Wahrnehmung es erfährt und erleidet Das reale Gehirn ist in der kognitiven ebensowenig gegeben wie die Realität selbst und reale Organismus'.
Schon Gestaltpsychologen ... haben darauf hingewiesen daß kognitive Welt in sich abgeschlossen ist ... innerhalb der kognitiven Welt gibt es Innen Außen Raum und Zeit. Die kognitive Welt die räumliche und zeitliche Wirklichkeit des kognitiven Kognitive Raum-Zeit-Begriffe sind nicht auf die reale anwendbar die eine notwendige kognitive Idee aber erfahrbare Wirklichkeit ist. Das reale Gehirn muß Existenz und seine Eigenschaften aufgrund innerer Erregungszustände 'Wir können Wahrnehmungen nicht selbst wahrnehmen wir Wahrnehmungen. Wahrnehmung ist die Selbstbeschreibung des Gehirns'." (15 16)
"Wir können ... folgern daß der Ort Gehirn an dem eine neuronale Erregung eintrifft weiterverarbeitet wird die Modalität der Sinnesempfindung (Sehen etc.) aber auch ihre Qualität (bestimmte Farbe Klang und Geschmack) bestimmt und daß die meist nur die Intensität der Empfindung bestimmt." (233)
" ... alles was an neuronalen Impulsen den Hinterhauptskortex gelangt ist ein Seheindruck und in bestimmten Regionen des Hinterhauptskortex verarbeitet wird eine bestimmte Farbe völlig unabhängig von der Abkunft des Signals. Das Gehirn arbeitet also einem rigorosen topologischen Prinzip..." (234)
"All dies führt zu der merkwürdigen Feststellung das Gehirn anstatt weltoffen zu sein ein in sich abgeschlossenes System ist das nach Kriterien neuronale Signale deutet und bewertet von wahrer Herkunft und Bedeutung es nichts absolut weiß. Die für den gesunden Menschenverstand ungerechtfertigte gegenüber der Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane erscheint damit die Spitze getrieben denn die von uns sinnliche Welt ist demnach nur ein Konstrukt Gehirns wenn auch keineswegs ein willkürliches Konstrukt." (235)
"Die Gesamtheit unserer kognitiven Welt läßt sich drei große Bereiche teilen: einen ersten Bereich alle Dinge und Prozesse der sogenannten Umwelt die wir also als 'Dingwelt' erfahren; einen Bereich zu dem unser Körper und alle verbundenen Erfahrungen gehören die wir also 'Körperwelt' können; und einen dritten Bereich in dem unsere unkörperlichen Zustände und Erlebnisse existieren also Vorstellungen Gedanken." (236)
"Das Gehirn erschafft also eine kognitive Umwelt einen kognitiven Körper sozusagen per exclusionem (Ausschluß): was nicht Körper ist ist Umwelt und oder: alles was nicht 'drinnen' ist ist Diese Grenze zwischen kognitivem Körper und kognitiver innerhalb der kognitiven Gesamtwelt ist eine unmittelbare die Vermittlung zwischen Welt und Gehirn durch Sinnesorgane die in der materiellen 'realen' Welt Organismus existiert existiert natürlich innerhalb der kognitiven der 'Wirklichkeit' unseres Gehirns nicht. Beide Bereiche vom Gehirn sozusagen direkt nebeneinandergestellt. Deshalb erleben die Dinge und Prozesse unserer Umwelt in Tat als unmittelbar denn die Bereiche der und der Körperwelt haben als vom Gehirn denselben ontologischen (nämlich kognitiven) Status. So scheint als blickten wir durch unsere Augen direkt die Welt insbesondere da wir ja unsere schattenhaft mitsehen. Wir haben nicht das Erlebnis es zwischen uns und der Welt irgendeine Instanz gibt.
Es ist deshalb auch sehr irreführend wenn vielen Wahrnehmungstheoretikern gesagt wird die von uns erfahrene Welt sei in Wirklichkeit in unserem bzw. Gehirn. Diese Feststellung führt dann auch Spekulationen darüber wie denn unsere Wahrnehmungen die 'da drinnen' entstehen 'nach außen' kommen. Diese gestellte Frage verkennt daß das 'draußen' das wahrnehmen ein kognitives 'draußen' ist welches nicht dem 'draußen' der normalen Welt in der Organismus lebt verwechselt werden darf. Das Gehirn bei der Konstruktion der kognitiven Welt wie dargestellt zugleich ein 'drinnen' und 'draußen' die bezogen sind. Abstrakt gesprochen werden von vielen zwei ontologisch völlig unterschiedliche Welten die (im weitesten Sinne) materielle reale Welt des Organismus die Kognitive 'wirkliche' Welt miteinander in Beziehung die (wahrscheinlich) kausal aber nicht räumlich verknüpft Das Gehirn das mir zugänglich ist ... ja innerhalb meines kognitiven Raumes und ist nicht mit dem realen Gehirn identisch das kognitiven Raum erst konstituiert. Was ich auf Operationstisch liegend auf dem Monitor oder in Spiegel dargestellt sehe halte ich natürlich in Augenblick für das offengelegte Gehirn das 'das was ich erlebe erzeugt. Wäre dies aber dann hätte ich eine paradoxe Situation vor ich könnte zugleich in mir und außer sein. Oder anders ausgedrückt: mein Gehirn könnte selbst von außen ansehen dadurch daß es eine Welt erzeugt in der es selbst enthalten ist. Dies aber führte sofort zur Spiegelung des Gehirns in sich selbst. Die dieser Paradoxien besteht aber darin daß das welches wahrgenommen wird ein kognitives Konstrukt des d. h. konstruierenden Gehirns ist und als selbst nicht mehr wahrnehmen kann.
Die genauere Bestimmung der 'räumlichen' Beziehung zwischen und kognitiver 'wirklicher' Welt ist deshalb so weil der Begriff des Raumes natürlich selbst kognitiver ist. ... Die Gültigkeit der allgemeinen wird nicht in der realen Welt sondern der - uns allein zugänglichen - sinnlich kognitiven Welt nachgewiesen z.B. durch astronomische Beobachtungen das Eintreffen bestimmter Annahmen beweist nur die der theoretischen Annahmen mit unseren Beobachtungen.
Wir können deshalb weder den alltäglichen noch physikalischen Raumbegriff auf die Beziehungen zwischen kognitiver realer Welt anwenden da beide Welten einen verschiedenen ontologischen Status haben. Es hat deshalb Sinn zu sagen daß die kognitive Welt der realen Welt existiert denn das würde eine beide Welten umfassende Geometrie eine Geometrie 'Hyperraumes' voraussetzen." (238/239)
"Der Gehirn - interne Gewinn von Kenntnissen die Umwelt wird durch ... Konsistenzprüfung ... Wichtig ist dabei zu berücksichtigen daß das Gehirn individuelle Wirklichkeit nur unter spezifischen sozialen entwickeln kann: 'In diesem Sinne ist die unserem Gehirn konstituierte Wirklichkeit eine soziale Wirklichkeit keine Monade im Leibnizschen Sinne obwohl sie der Tat kein Fenster nach draußen hat.“ (16f)
Den letzten Halbsatz verstehe ich so das reale Gehirn ausschließlich Veränderung an (in) selbst feststellt. Um sich diese Veränderung zu postuliert es eine Außenwelt (Raum Zeit und im Gegensatz zu sich selbst als Innenwelt samt Gehirn). In diese konstruierte plausible Außenwelt es die Herkunft einer wirkenden Kraft die Veränderung hervorgerufen haben mag. Demnach sind die keine wahren Tore zur Umwelt sondern bloß symbolische Darstellung von in Wirklichkeit internen Veränderungen.
Ich deute die Zitate dieses Kapitels daß es für ein reales Gehirn zwar Außenwelt im Sinne von 'räumlich außen' gibt Raum ein Konstrukt ist; wohl aber ein geordnetes strukturelles 'Außen' das Störungen im ansonsten kognitiven System hervorrufen kann. Die sogenannte 'objektive wäre dann zwar weiterhin ein vollständiges Eigenprodukt realen Gehirns; sie wäre es aber ebenso nach externen Maßgaben. Eine rein objektive Welt dann eine maximal fremdbestimmte Welt rekonstruiert ausschließlich den gegenseitigen Störungen aller Subjekte. Ich beobachte ich mich körperlich in eine materielle Außenwelt Ich beobachte die Welt und bin leiblich Teil von ihr.
Roth stellt und beantwortet nun die nach der Unmittelbarkeit der Sinneserfahrung und nach Verläßlichkeit der intern generierten kognitiven Welt.
"Die erste der oben gestellten Fragen läßt also dahingehend beantworten daß die Unmittelbarkeit der die von vielen Philosophen als Basis unserer und von vielen Hirnphysiologen als völliges Rätsel wird selbst ein Konstrukt des Gehirns ist es die (kognitive) sinnliche Welt unmittelbar von (kognitiven) Körperwelt und der 'mentalen' Welt abgrenzt. Bereiche stoßen - bildlich gesprochen - direkt Die Ansicht das Gehirn sei ein gegenüber Umweltereignissen offenes System beruht darauf daß die sinnliche Welterfahrung nicht als ein solches Konstrukt wird.
Nun zur zweiten Frage nämlich nach der der Funktion dieser intern generierten kognitiven Welt. Gehirn läßt sich als ein funktional und selbstreferentielles oder selbst-explikatives System auffassen. Unter funktionaler eines Systems verstehe ich die Eigenschaft mit eigenen Zuständen rekursiv oder zirkulär zu interagieren daß jeder Zustand aus der Interaktion früherer resultiert. Selbstreferentielle Systeme sind in ihren Zustandssequenzen oder autonom. Ihre Zustandssequenzen sind nicht von steuerbar (wg. fehlender Umweltoffenheit. Heyer). Wichtig ist Selbstreferentialität nicht Isoliertheit bedeutet: selbstreferentielle Systeme sind a. R. durchaus von außen beeinflußbar oder Die Wirkungen dieses Einflusses seine Quantität und sind aber vollständig durch das selbstreferentielle System D. h. ob ein externes Ereignis überhaupt das System einwirken kann und wenn ja welcher Weise und Stärke legt das System (240/241)
Dann stellt Roth die Frage: "Wie kann aber ... ein derart selbstreferentielles selbst-explikatives System überlebensfördernde Kenntnis über die Umwelt in der sein Organismus und es selbst müssen?" (241)
Roth fand drei Möglichkeiten:
Die Evolution hat eine Grobverdrahtung des bewirkt die das Überleben sichert.
Die parallele Konsistenzprüfung. Das Gehirn vergleicht Informationen der unterschiedlichen Sinnesorgane und setzt aus eine plausible Welt zusammen. Abweichungen werden aus Wahrnehmung herausgefiltert.
Die konsekutive Konsistenzprüfung: Prüfung der Sinneswahrnehmungen den gespeicherten Erinnerungen.
Das Gehirn sei hier unglaublich flexibel; werden ausgeblendet oder geglättet. An Experimenten konnte werden daß das Gehirn beispielsweise über die Orientierung der visuellen Welt frei verfügen kann eine intern konsistente Wahrnehmung zu erlangen.
"Warum aber so müssen wir fragen ist Gehirn überhaupt ein selbstreferentielles System. Warum verschafft sich nicht direkten Zugang zur Welt? Dann alle Probleme der Überprüfbarkeit gelöst." (245) Roths Antwort: "Bewußte Wahrnehmung geplantes Handeln und erfolgreiche Bewältigung komplexer Umwelten (auch sozialer Umwelten) sind nur ein semantisch selbstreferentielles und selbst-explikatives System möglich es das menschliche Gehirn ist.
Betrachtet man die Evolution des Wirbeltiergehirns von sogenannten 'primitiven' Wirbeltieren bis hin zum Menschen läßt sich feststellen daß die Größe des ziemlich streng mit der Fähigkeit zum Lernen zu komplexem Handeln und damit zur Bewältigung immer komplexeren Umwelt korreliert ist. Ich möchte die Frage offenlassen ob die Größenzunahme des innerhalb der menschlichen Evolution das Produkt des einer zunehmend komplexeren Umwelt war oder ob es inzwischen viele Anhaltspunkte gibt das Gehirn internen Wachstums- und Differenzierungsgründen größer und komplizierter und der Mensch erst sekundär dadurch in Lage versetzt wurde immer komplexere Umwelten zu (246)
Roth berichtet daß die quantitative Datenflut ein primitives Tier von den Sinnesorganen erhält wesentlich anders ist als beim Menschen. Aber Mensch verfüge über wesentlich mehr Möglichkeiten diese auszuwerten. Dabei benutze er die Gehirnkapazitäten nicht mehr Daten verarbeiten zu können sondern um möglichst wenigen Daten möglichst viel Qualität herauszuholen. aber kann nur gelingen wenn sich das eine interne kognitive Welt herstelle und Sinnesdaten Erinnerungen mische. Unsere sichtbare Welt bestehe demnach Erinnerungen die von wenigen Sinnesinformationen aktualisiert würden. so intern generierte Welt ermögliche schnelles Handeln. das Gehirn kognitiv offen wäre es zu um das Überleben zu sichern.
In meinem ersten längeren Zitat aus Arbeit habe ich den Begriff 'stammesgeschichtlicher' und dutzend Zeilen darunter einen ganzen Absatz mit hervorgehoben weil ich schon hier auf einen Widerspruch gestoßen bin. Einerseits zeigt Roth sehr auf daß 'Zeit' für das 'reale Gehirn' 'notwendige kognitive Idee und keine erfahrbare Wirklichkeit' andererseits spricht er von Stammesgeschichte. Er verwendet zeitlichen Begriff zur Beschreibung eines Gehirns das Zeit nicht unterworfen sein kann weil es ja erst konstituiert! Ein Gehirn das wie schreibt 'nur konstruieren kann' also ein reales das 'Zeit' konstruiert kann sich nicht stammesgeschichtlich haben! - Es sei denn und das meine Theorie - es gibt zwei Zeiten: zyklische Zeit in welcher das reale Gehirn kognitive Hirn samt linearer Zeit konstruiert! Genauer:
1. Es gibt interne Strukturumwandlungen im System bei denen Wirkungen in Rückkopplungsschleifen auf Ursachen zurückwirken (zyklische Kausalität wie bei autopoietischen Damit werden vergangene Zustände (Strukturen) in die einbezogen und es entsteht ein ausschließlich in Gegenwart existierendes sich ständig umwandelndes System das sich und für sich zeitlos also ewig
Man bedenke auch daß die physikalische an das Licht gekoppelt ist: Materielle Kreisläufe Prozesse) sind demnach auch zeitliche Kreise - Gegensatz zur linearen Zeit oder dem Zeitpfeil methodisch aus dem 2. Thermodynamischen Gesetz abgeleitet
2. Nur einem außenstehenden Betrachter (einem System) der aufgrund einer Methode in dem 'Zeit - Gebrodel' eine Folge von unterschiedlichen beobachten kann erscheinen diese innigen Umwandlungen des ewigen Systems einem Zeitpfeil unterworfen und damit Dabei erweist sich die physikalische Zeit - - als Resultat der Methode der Invariantenbildung. Roths' kognitives Gehirn' ist der physikalischen Zeit aber genau dieses konstruiert nicht denn es bereits Konstrukt!
Dann habe ich das Begriffspaar 'wahrer fett hervorgehoben. Hier schreibt Roth ganz richtig das reale Gehirn als abgeschlossenes System die Herkunft eines Signals nicht kennen kann und deshalb (re-) konstruieren muß. Diese Aussage steht Widerspruch zu später gemachten Aussagen bei denen wie selbstverständlich von einem 'materiellen realen Gehirn' Zitat (275)) das sich evolutionär entwickelt habe schreibt. Roth beschreibt die reale Welt als sie deckungsgleich mit der kognitiven Welt. Und Roths so beschriebener realen Welt ist die Herkunft eines Signals deutlich sichtbar!
Die Zitate (233) und (234) sind Vorsicht zu genießen da sie im Widerspruch Zitat (15/16): "Dieses kognitive Subjekt ist natürlich der Schöpfer der kognitiven Welt ...") stehen. schreibt von einem 'Ort im Gehirn' von 'Hinterhauptskortex' von neuronalen Signalen'. All diese Beschreibungen ausschließlich auf das kognitive Gehirn bezogen. Lt. (15/16) - siehe oben - wissen wir daß das kognitive Hirn nicht selbst denkt Signale verarbeitet sondern Produkt ebendieser Tätigkeiten - realen Gehirns - ist.
Was Roth im Zitat (238) den Wahrnehmungstheoretikern' vorwirft werfe ich auch ihm vor: Roth hat auf unzulässige Weise zwei 'ontologisch unterschiedliche Welten' miteinander vermengt - wie ich verdeutlichen werde. Roth beschreibt das reale Gehirn mit der Beschreibung des kognitiven Gehirns.
Von welchem Gehirn spricht Roth im (246)? Er spricht von evolutiver Größenzunahme des Es kann also nur das kognitive Hirn sein; ich fürchte jedoch Roth meint das Gehirn. Ich hege den starken Verdacht Roth an die Existenz einer realen Welt die kognitiven Welt was Raum Zeit Energie Materie usw. betrifft identisch ist. In dieser realen sei der Mensch mit seinem realen materiellen evolutiv entstanden. In diesem Gehirn gebe es ein materielles neuronales Netz welches Träger eines Gehirns sei in welchem nun eine kognitive samt kognitivem Hirn konstruiert wird. Roth hat meine Vermutung stimmt die Welt des 'naiven in genialer Weise mit konstruktivistischen Mitteln und zerpflückt hat sie aber durch ein Hintertürchen eingeführt wodurch er sich nachträglichen aller neuen wieder beraubt hat. Der einzige Unterschied zwischen 'naiven Realismus' und Roths 'Konstruktivismus' ist der Roths Theorie konstruktiv(istisch)e Kritik ins Leere laufen
'Zufällig' bekam ich nachdem ich Obiges hatte die neuesten Ausgabe von 'Bild der 10/98 in die Hände und las auf 73 in einem Interview von Gerhard Roth "Ich bin überzeugt von der Existenz einer außerhalb unseres Bewußtseins einer Welt in der und Menschen leben die ein Gehirn haben. objektive Welt erregt die Sinnesorgane dieser Tiere Menschen. Ihre Gehirne machen daraus etwas und bin ein Konstrukt dieser Gehirne einschließlich meines Dieses Zitat belegt die Richtigkeit meines Verdachts und meiner Behauptung daß Roth wieder in Denkmuster zurückgefallen ist und sich (und alle ihm nacheifern) um die Früchte dieser Philosophie hat. (Mit dem Begriff 'zufällig' will ich daß eine gewisse kognitive Offenheit mir hier irrationalem Wege Informationen zukommen ließ!)
Mit seinen Äußerungen hat Roth sämtliche Errungenschaften wieder zunichte gemacht und ist an Ausgangspunkt (siehe Zitate (229) und (231)) zurückgekehrt. hätte sich seinen philosophischen Ausflug sparen können. nützt es eine Erscheinungswelt scharfsinnig zu hinterfragen hinter den Erscheinungen eine 'andere Realität' zu wenn man diese 'andere Realität' dann in passender Worte wieder genauso beschreibt wie man Erscheinungswelt beschrieben hat? Ich finde man sollte Frage lieber offen lassen statt sie mit in der Versenkung verschwinden zu lassen.
Der Radikale Konstruktivismus ist ein hervorragendes mit dessen Hilfe wir uns und die besser verstehen und verändern lernen können. Besonders daran ist daß er die Welt nicht im Nachhinein 'erklärt' was den Fortschritt hemmen sondern uns auch Mittel in die Hände unsere Zukunft zu kreieren. Die Zukunft kommt einfach; sie wird gemacht! Wir können unsere verwirklichen - materialisieren - wenn wir (unsere es schaffen in diejenigen Bereiche unseres eigenen vorzudringen in denen z. B. die sog. konstituiert werden. Dann könnten wir zu Magiern Kreatoren - werden. Roth ist vielleicht zu vor der Verkündung dieser Konsequenzen zurückgeschreckt und womöglich deshalb den ihm von mir vorgeworfenen gemacht - um möglichst viele Studenten seiner nach einem kurzen Ausflug in die Fremde in den sicheren Hafen der sog (!) Naturwissenschaft zurückzuführen damit sie nicht aus der 'symbolischen Sinnwelt' bzw. der konsensualen 'kognitiven Welt'