Er wurde als René Karl Wilhelm Josef Maria Rilke in Prag am 4. 1875 geboren. Seine Kindheit und Jugend in waren wenig glücklich. Der Vater Josef Rilke war nach misslungener militärischer Karriere Bahnbeamter seine Sophie ("Phia") Entz (1851-1931) entstammte einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie. Die Ehe der Eltern brach 1884 Das Verhältnis zwischen der Mutter und dem Sohn war belastet weil die Mutter den Tod der älteren Schwester nicht verkraftete und (frz. "Der Wiedergeborene"!) in deren Rolle drängte ihn aus emotionaler Hilflosigkeit heraus an sich
Auf Druck der Eltern besuchte der und zeichnerisch begabte Junge ab 1886 eine die er 1891 wegen Krankheit verließ. 1892-1895 er sich in privatem Unterricht auf das vorbereiten das er 1895 bestand. 1895/96 studierte Literatur Kunstgeschichte Philosophie in Prag und München . Nach seinem Weggang aus Prag änderte seinen Vornamen von "René" in Rainer und dokumentierte damit nach außen den die unglückliche Bindung an die Herkunftsfamilie kritisch verarbeiten.
1897 traf Rainer Maria Rilke in die weit gereiste Intellektuelle und Literatin Lou Andreas-Salomé (1861-1937) und verliebte sich in sie. folgende intensive Beziehung mit der verheirateten Frau bis 1899 an. Aber auch nach der erwies sich Lou Andreas-Salomé bis an Rilkes als seine wichtigste Beraterin in allen Lebenskrisen. sie sich 1912/13 bei Sigmund Freud als Analytikerin ausbilden ließ konnte sie auch Kenntnisse der Psychoanalyse vermitteln.
1898 unternahm Rilke eine mehrwöchige Reise Italien . In den beiden Jahren darauf besuchte zweimal Russland . 1899 reiste er mit dem Ehepaar nach Moskau wo er Leo Tolstoj traf. Im Jahr 1900 (Mai-August) folgte zweite Russlandreise mit Lou Andreas-Salomé allein wiederum Moskau und St. Petersburg .
Im Herbst 1900 hielt sich Rilke Worpswede auf wo er die Bildhauerin Clara Westhoff (1878-1954) kennen lernte und im folgenden heiratete. Im Dezember 1901 wurde die gemeinsame Ruth (1901-1972) geboren. Bereits im Sommer 1902 Rilke jedoch die gemeinsame Wohnung auf und nach Paris um dort eine Monographie über Bildhauer Auguste Rodin (1840-1917) zu verfassen. Die Beziehung zwischen und Clara Westhoff blieb Zeit seines Lebens doch war er nicht der Mensch für bürgerliches Familienleben. Außerdem drückten ihn finanzielle Sorgen durch Auftragsarbeiten nur mühsam gemildert werden konnten.
Die erste Pariser Zeit war schwierig die fremde Großstadt viele Schrecken barg. Diese hat Rilke später im ersten Teil seines Romans Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge Zugleich aber brachte die Begegnung mit der zahlreiche Anregungen: Rilke setzte sich intensiv zunächst den Plastiken Auguste Rodins dann mit dem des Malers Paul Cezanne (1839-1906) auseinander. Mehr und mehr wurde diesen Jahren Paris zum Hauptwohnsitz des Dichters.
Der wichtigste dichterische Ertrag der Pariser waren die Neuen Gedichte (1907) Der neuen Gedichte anderer Teil (1908) die beiden Requiem -Gedichte (1909) sowie der bereits 1904 begonnene im Januar 1910 vollendete Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge .
Nach Erscheinen der Aufzeichnungen begann eine tiefe Schaffenskrise die erst Februar 1922 mit dem Abschluss der bereits begonnenen Duineser Elegien endete. Dieser Gedichtzyklus verdankt Namen dem Aufenthalt Rilkes auf dem Schloss der Gräfin Marie von Thurn und Taxis Triest in der Zeit von Oktober 1911 Mai 1912.
Der Ausbruch des 1. Weltkrieg überraschte Rilke während eines Deutschlandaufenthaltes. Nach konnte er nicht mehr zurückkehren; sein dort Besitz wurde beschlagnahmt und versteigert. Den größten der Kriegszeit verbrachte Rilke in München. Von 1914 bis 1916 hatte er eine stürmische Affäre mit Malerin Lou Albert-Lasard.
Anfang 1916 wurde Rilke eingezogen und in Wien eine militärische Grundausbildung absolvieren. Durch Fürsprache Freunde wurde er ins Kriegsarchiv überstellt und 9. Juni 1916 aus dem Militärdienst entlassen. Zeit danach verbrachte er wieder in München durch einen Aufenthalt auf Hertha Koenigs Gut in Westfalen. Das traumatische Erlebnis des Kriegsdienstes als Erneuerung der in der Militärschulzeit erfahrenen - ließ ihn als Dichter nahezu völlig
Am 11. Juni 1919 reiste Rilke München in die Schweiz . Äußerer Anlass war eine Vortragseinladung aus Zürich eigentlicher Grund aber der Wunsch den zu entkommen und die so lange unterbrochene an den Duineser Elegien wieder aufzunehmen. Die Suche nach einem und bezahlbaren Wohnort erwies sich als sehr Rilke lebt unter anderem in Soglio Locarno und Berg am Irchel. Erst im 1921 findet er im Schlossturm von Muzot Chateau de Muzot in der Nähe von Sierre im Kanton Wallis eine endgültige Wohnstätte. Im Mai 1922 Rilkes Mäzen Werner Reinhart (1884-1951) das Gebäude erwerben es dem Dichter mietfrei überlassen.
In einer intensiven Schaffenszeit vollendet Rilke innerhalb weniger Wochen im Februar 1922 die Duineser Elegien ; vorher und nachher entstehen die beiden des Gedichtzyklus Die Sonette an Orpheus. Beide zählen zu den Höhepunkten in Rilkes Werk.
Seit 1923 musste Rilke immer mehr gesundheitlichen Beeinträchtigungen kämpfen die mehrere lange Sanatoriumsaufenthalte machen. Auch der lange Parisaufenthalt von Januar August 1925 war ein Versuch der Krankheit Ortwechsel und Änderung der Lebensumstände zu entkommen.
Dennoch entstanden in den letzten Jahren zahlreiche wichtige Einzelgedichte (etwa Gong und Mausoleum ) und ein umfangreiches und in seiner noch immer nicht zureichend gewürdigtes lyrisches Werk französischer Sprache.
Erst kurz vor Rilkes Tod wurde Krankheit als Leukämie diagnostiziert. Der Dichter starb am 29. 1926 im Sanatorium Val-Mont und wurde am Januar 1927 auf dem Bergfriedhof von Raron im Wallis westlich von Visp beigesetzt. Auf seinem Grabstein steht der selbst ausgewählte Spruch:
Rose reiner Widerspruch Lust Niemandes Schlaf zu sein unter soviel Lidern.
Rilke erfreut sich seit einigen Jahren gewachsenen Aufmerksamkeit. Dies mag eine Folge des Individualismus unserer Zeiten sein der in Rilkes einen adäquaten künstlerischen Ausdruck findet. Zur öffentlichen Rilkes tragen nicht unwesentlich einige Internetprojekte bei Populär geworden ist vor allem auch die Annäherung an Rilkes lyrisches Werk durch das
Rainer Maria Rilke Sämtliche Werke in Bänden hg. vom Rilke-Archiv in Verbindung mit Sieber-Rilke besorgt durch Ernst Zinn. Frankfurt/M. 1976.
Rainer Maria Rilke Werke. Kommentierte Ausgabe vier Bänden und einem Supplementband hg. von Engel Ulrich Fülleborn Dorothea Lauterbach Horst Nalewski August Stahl. Frankfurt/M. und Leipzig 1996 u.
Herr es ist Zeit. Der Sommer sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren und auf den Fluren laß die los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu gib ihnen noch zwei südlichere Tage dränge sie zur Vollendung hin und die letzte Süße in den schweren
Wer jetzt kein Haus hat baut keines mehr. Wer jetzt allein ist wird es bleiben wird wachen lesen lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin her unruhig wandern wenn die Blätter treiben.
Der Panther Im Jardin des Plantes Paris
Sein Blick ist vom Vorübergehn der so müd geworden daß er nichts hält. Ihm ist als ob es tausend gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte der sich im allerkleinsten Kreise dreht ist wie ein Tanz von Kraft eine Mitte in der betäubt ein großer Wille
Nur manchmal schiebt der Vorhang der sich lautlos auf -. Dann geht Bild hinein geht durch der Glieder angespannter Stille und hört im Herzen auf zu
Die Liebenden (1908)
Sieh wie sie zu einander erwachsen: in ihren Adern wird alles Geist. Ihre Gestalten beben wie Achsen um die es heiß und hinreißend Dürstende und sie bekommen zu trinken Wache und sieh: sie bekommen zu Laß sie ineinander sinken um einander zu überstehn.
L'Attente (1926)
C'est la vie au ralenti c'est le cœur à rebours c'est une espérance et demie: trop et trop peu à son
C'est le train qui s'arrête en chemin sans nulle station et on entend le grillon et on contemple en vain
penché à la portière d'un vent que l'on sent agités les prés fleuris les prés que l'arrêt rend imaginaires.