Ein reduktionistischer Erklärungsansatz hat die Form: x ist nichts anderes als y :
Das Leben ist nichts anderes als physische Erscheinung.
Die Religion ist nichts anderes als psychische Projektion.
So hat der Nobelpreisträger Francis Crick nichts anderes als "das Verhalten einer Ansammlung von Nervenzellen und dazugehörigen Molekülen" in gezogen um darzulegen "Was die Seele wirklich ( ISBN 3-499-60257-1 ).
In den Wissenschaften gehört es zur Methodik für alles x) eine einfache Erklärung im Sinne der Disziplin (y) zu suchen. Reduktionismus steht in Zusammenhang für ein Gedankenexperiment : Tun wir einmal so als ob sich aus y ableiten lässt.
Dagegen hat etwa die Phänomenologie argumentiert dass auch ein nicht-reduktionistischer Zugang den Sachen selbst" ( Edmund Husserl ) eine strenge Wissenschaft begründen kann. Bezeichnend deren Ansatz wäre demnach die Form: x ist nichts anderes als x die bereits im Spätmittelalter mit der "Non-aliud"-Lehre des Nikolaus von Kues einmal zum Tragen kam.
Und ich wiederhole das zuvor Gesagte daß die Ablehnung des Reduktionismus kein Angriff auf Analyse ist. Kein komplexes System kann ohne Analyse verstanden werden. Doch die Wechselwirkungen zwischen Bestandteilen müssen ebenso untersucht werden wie die der einzelnen Komponenten.