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Reformation


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Die Reformation ist eine Bewegung im Christentum des 16. Jahrhunderts in deren Verlauf es zur Entstehung reformierten lutherischen und anglikanischen Kirchen sowie einiger Freikirchen kam. Die gemeinsame Grundlage sehen die beiden Strömungen in der Rückbesinnung auf die und der Abkehr von bestimmten Auswüchsen der Kirche.

Eine Trennung von der katholischen Kirche zunächst nicht die Absicht der Reformatoren. Die re-Formation ("Wieder-Formierung") sollte die ursprüngliche christliche Lehre der katholischen Kirche wiederherstellen.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangssituation

Die Reformation entstand nicht an einem durch einen Menschen - es gab verschiedene und verschiedene Reformatoren die von unterschiedlichen Voraussetzungen her kamen in unterschiedlichen politischen Verhältnissen arbeiteten.

Eine Vielzahl von Faktoren bereitete zu des 16. Jahrhunderts den Nährboden für die

  • Deutschland war kein Zentralstaat wie z.B. oder England. Es existierten viele geistliche und Fürstentümer unterschiedlichster Größe. Die Kurfürsten wählten den Kaiser . Daneben stellten die Reichsstände wesentliche Machtfaktoren dar. Deren Versammlung der Reichstag sollte im Zuge der Reformation immer eine wichtige Rolle spielen.
  • Deutscher Kaiser war Karl V. . Seine Verpflichtungen in Spanien Italien den und Burgund und seine Kriege mit Frankreich nicht selten zu seiner Abwesenheit vom Deutschen und beanspruchten seine volle Aufmerksamkeit.
  • In Folge der Konzile von Pisa und Konstanz war das Schisma der abendländischen Kirche beendet worden. Obwohl Lehren John Wyclifs und Jan Hus ' verworfen wurden kam es durch die zur Aufstellung umfangreicher Reformprogramme. In der zweiten des 15. Jahrhunderts konnte der Papst seine gegenüber dem Konziliarismus ausbauen. Bestehende Reformbeschlüsse wurden abgeschwächt.
  • Verschiedene Steuern Gebühren und Abgaben flossen die päpstlichen Kassen. Diese wurden von vielen als zu hoch empfunden. Die Praxis des Ablasshandels stand zunehmend in der Kritik.
  • Das Erscheinen der Frühreformatoren im Mittelalter : z.B. Jan Hus John Wyclif Petrus Waldes
  • Die Philosophie der Renaissance : Erasmus von Rotterdam die Vorstellung Wilhelm von Ockhams zur Trennung von Kirche und Staat.
  • Das seit Johannes Gutenberg wachsende Buchdruckerhandwerk begünstigte die Verbreitung neuer Ideen.

Die Auseinandersetzung mit den bestehenden Strukturen dabei zunächst den Charakter eines wissenschaftlichen Disputes Theologischen Fakultäten; die Disputationen der mittelalterlichen Universitäten trugen wesentlich zur Festigung und Ausbreitung der reformatorischen Gedanken bei. wurden auch die Möglichkeiten des Buchdruckes genutzt. Viele Reformatoren veröffentlichten Streitschriften in Auflage. Lucas Cranach der Ältere illustrierte meisterhaft die Streitschriften Luthers und Philipp Melanchthons .

Der lutherische Ansatz

Der Augustinermönch Martin Luther litt und rang damit sich Gottes durch eigene Anstrengungen verdienen zu müssen bis im Bibelstudium Römer 3 28 entdeckte: So halten wir nun dafür daß der gerecht wird ohne des Gesetzes Werke allein den Glauben.

Die oft in den Vordergrund gerückten der römischen Kirche waren für Luther nicht Auslöser der Reformation. Sein Problem war allein Natur. Seine Verwerfung des sich in Deutschland den Prediger Tetzel verbreitenden Ablasshandels und vieler Traditionen der Kirche war die für ihn Folge seiner Auslegung der bereits von Paulus diskutierten Gerechtigkeit allein aus Glauben (Römer 1 17: Sintemalen darin offenbart die Gerechtigkeit welche kommt aus Glauben in Glauben wie denn geschrieben steht: Der Gerechte seines Glaubens leben).

Der reformierte Ansatz

Der humanistisch gebildete Leutpriester Ulrich Zwingli studierte und predigte nach der Bibel gegen Kirchenlehren die nicht in der Bibel waren.

Grundgedanken

Die wesentlichen Punkte der Reformation die heute noch gemeinsamer Nenner der protestantischen Kirchen sind werden oft mit dem "solus" ( allein ) ausgedrückt:
  • sola scriptura - allein die Schrift die Grundlage des christlichen Glaubens nicht die
  • solus Christus - allein Christus (nicht Kirche) hat Autorität über Gläubige
  • sola gratia - allein durch Gnade (wird der Mensch errettet nicht durch eigenes
  • sola fide - allein durch den wird der Mensch gerechtfertigt (nicht durch gute

Bibelübersetzungen

Luthers Bibelübersetzung war ebenfalls grundlegend und neu. Die seiner Zeit verbreiteten Bibelübersetzungen fußten auf der Vulgata der von Hieronymus geschaffenen lateinischen Bibel die ihrerseits auf griechischen Septuaginta beruhte (Altes Testament). Die ursprünglich hebräischen aramäischen Texte des Alten Testamentes hatten also drei Übersetzungsvorgänge die des Neuen Testamentes zwei sich bevor sie in Deutscher Sprache zu waren. Luther bemühte sich um direktere Übersetzungen dem Hebräischen bzw. Griechischen. Dabei bediente er einer volkstümlichen und verständlichen Sprache die für Zeit zum Maßstab deutscher Bibelübersetzungen wurde.

Kritik an bestehenden Traditionen

Dabei gibt es zwei Ansätze:
  • Luther unterzog die Traditionen der Kirche einer Überprüfung. Messlatte war Text der Bibel. Traditionen nach seiner Meinung der Schrift zuwider liefen abgeschafft. Er trat aber dafür ein Traditionen nicht direkt auf der Bibel fußten aber für das Leben der Gläubigen waren beizubehalten. sprach sich Luther aus didaktischen Gründen gegen Bilderverbot in der Kirche aus.
  • Ulrich Zwingli und Johannes Calvin lehnten alle Traditionen die nicht in der Bibel begründet sind. daher haben die reformierten Kirchen nüchterne Gotteshäuser höchstens mit Bibelsprüchen dekoriert sind Kirchenstruktur ist presbyterianisch oder kongregationalistisch strukturiert (ohne Bischof) Zwingli zeitweilig sogar Instrumentalmusik in der Kirche ab. Abendmahl ist eine Gedenkfeier.

Beiden Richtungen gemeinsam war die massive am Papsttum. Zugrunde liegt wieder ein theologisches Die Sonderstellung des römisches Bischofes wird traditionell mit Matthäus 16 18. Christus bezeichet Petrus Fundament der Kirche (gr: ekklesia ). Petrus wird später Bischof von Rom. wird ausgelegt als Einsetzung des Papstes durch Christus. wiederum hat stellvertretend für Christus die Vollmacht Priester zu ernennen. Dem stellt Luther Matthäus 19 gegenüber wo die Gemeinde Christi als von mindestens zwei Menschen unter dem Namen definiert wird. In Verbindung mit Kapitel 12 1. Korintherbrief wird die Vorstellung vom Laienpriestertum entwickelt. Pfarrer ist dann nicht mehr Nachfolger des Christus eingesetzten Petrus sondern das Glied der das es am besten versteht die Aufgaben Pfarrers wie Predigt und Seelsorge wahrzunehmen. Dieses hat seine Sonderstellung nicht aufgrund seiner Weihe sondern aufgrund seiner Ausbildung.

Neue Gottesdienstordnungen

Verschiedene Reformatoren (allen voran Thomas Müntzer mit der ersten deutschsprachigen Gottesdienstordnung 1523 auch Karlstadt oder Luther ) bemühten sich um die Schaffung von in der Landessprache. Diese ersetzten in den Gebieten zunehmend die Liturgie der lateinischen Messe. Im Zentrum dieser standen Schriftlesung und Predigt ( Wortgottesdienst ). Die deutsche Bibelübersetzung ermöglichte es jedem die Auslegung des Pfarrers ( Predigt ) mit dem Wort der Bibel zu

Unmittelbare politische Entwicklungen

Die Grundlagen der Reformation waren im zu späteren Interpretationen nicht die politischen und Missstände der Kirche. Diese waren lediglich der für die neuen theologischen Gedanken der Reformatoren. versuchte zuerst ein theologisches Problem zu lösen. protestantischen Reichsfürsten hingegen versuchten mit der Reformation ihrer politischen Probleme mit Kaiser und Papst lösen.

Zum theologischen Ringen um die richtige der Bibel traten auch bald politische Aspekte Die neuen Gedanken gaben den Reichsfürsten eine Begründung die von Rom auferlegte Abgabenlast reduzieren können. Das Entstehen der protestantischen Landeskirchen stärkte die Autonomie der Fürstentümer. Bedeutende protestantische Territorien Deutschen Reich waren Hessen die Pfalz Sachsen und Württemberg .

Es kam in der ersten Hälfte 16. Jahrhunderts zu verschiedenen Kriegen zwischen Katholiken Protestanten innerhalb von Deutschland und der Schweiz in Deutschland 1555 mit dem Augsburger Religionsfrieden und in der Schweiz 1531 mit dem 2. Landfrieden von Kappel Bei beiden kam es auf "cuius regio religio" (wessen Land dessen Glaube) heraus. In bestimmte der jeweilige Fürst die Konfession seines in den Schweizer Kantonen die jeweiligen republikanischen

Die radikalen Ansätze

Für radikale Reformatoren wie Thomas Müntzer Andreas Bodenstein von Karlstadt Menno Simons oder Jakob Hutter stand die Zeit apokalyptischen Vorzeichen. Sie deuteten die Ereignisse spiritualistisch sahen ihre Aufgabe darin dem in ihren real hereinbrechenden Reich Gottes als einer endzeitlichen Herrschaft der Gerechtigkeit die Bahn zu ebnen.

Sie suchten enthusiastisch die Schaffung endzeitlicher Die Gemeinden sollten aus in wahrhaftigem Glauben bestehen ( Täufer ) sie wirkten bis in die politischen hinein und kehrten die sozialen und politischen teilweise revolutionär um ( Bauernkrieg ).

Dies stieß nicht nur auf seiten sozialen Oberschicht und der katholischen Kirche auf Widerstand. Auch die Protestanten mit Luther an Spitze riefen zur gewaltsamen Beendigung der Unruhen Mit Waffengewalt bereiteten die fürstlichen Truppen den ein Ende - die Täufer fanden erst als Auswanderer in Amerika Freiheit.

Kirchenspaltung in England

Die Kirchenspaltung in England hatte vor politische Gründe siehe hierzu: Geschichte der Anglikanischen Kirche .

Gegenreformation

Die katholische Kirche versuchte zuerst zu dann verlegte sie sich auf politischen und Druck. Luther musste fliehen und überlebte nur fürstlichen Schutz Zwingli gelang es den Rat Zürich von der Richtigkeit seiner Lehre zu Die Ideen der Reformation breiteten sich wie Lauffeuer aus - die Bevölkerung strömte zum Glauben Reichsstädte und Fürsten gingen auf die der Reformation über.

Der damalige Kaiser Karl V. blieb katholisch konnte sich jedoch nicht die Niederschlagung der Reformation konzentrieren da ihn Außenpolitik stark beanspruchte (Türken Frankreich).

In der Folge leitete der von Ignatius von Loyola gegründete Orden der Jesuiten die Gegenreformation ein.

Ausbreitung in Europa

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts eine zweite Generation von Reformatoren zum Zug. Genf Calvin in Zürich Heinrich Bullinger . Deren Beitrag war es die Reformation zu konsolidieren - Calvin mit seiner "Institutio" mit dem "Zweiten Helvetischen Bekenntnis". Beide übten europaweiten Einfluss auf den Protestantismus aus.

Theologisch wie auch politisch gipfelte die in den Bekenntnisschriften der protestantischen Kirchen:

Literatur

  • Rudolf Stickelberger Kirchengeschichte für Jedermann 1969 (Kirchengeschichte mit Schwerpunkt Reformation etwas aus reformierter Sicht)
  • B. Moeller Deutschland im Zeitalter der Reformation Geschichte 4) 1999 ISBN 3-525-33462-1 (die profanhistorische Reihe zeichnet sich durch sozialgeschichtlichen Zugang aus)
  • Armin Sierszyn 2000 Jahre Kirchengeschichte Band 3 Reformation und Gegenreformation 2000 ISBN 77551-3247-3 . (umfassende Darstellung viele Quellenangaben aus landeskirchlich-evangelikaler
  • Hans Küng Das Christentum 1994 ISBN 3-492-03747-X Kapitel IV Das protestantisch-evangelische Paradigma (neuartige auf die Kirchengeschichte eher katholisch)
  • Carter Lindberg: The European Reformations 1996 ISBN 1-55786-575-2 (Sehr umfassende Geschichte der Reformation vom bis zur Gegenreformation die sämtliche europäischen Länder reformierter Geschichte einschließt - aus amerikanischer Sicht)
  • Stefan Zweig: Ein Gewissen gegen die Gewalt: Castellio gegen 1936 (Roman)

Siehe auch

Protestantismus Liste der Reformatoren Marburger Religionsgespräche Geschichte des Christentums

Weblinks



Bücher zum Thema Reformation

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