Als der Sohn eines Pastors zu des Ersten Weltkriegs zum Kriegsdienst eingezogen wurde hatte er ein Studium des Maschinenbaus und der Elektrotechnik 1915 meldete er sich freiwillig als Jagdflieger der im Aufbau befindlichen Luftwaffe .
Nach Kriegsende verdiente sich Tiling seinen Lebensunterhalt zunächst als Kunstflieger. Wegen waghalsigen Vorführungen wurde er bald überregional bekannt. 1926 wurde Tiling Flugleiter des Osnabrücker Flughafens Netter Heide. Vermutlich inspiriert durch Hermann Oberths Buch Die Rakete zu den Planetenräumen begann er 1924 sich der Raketentechnik zuzuwenden und startete 1928 seine ersten Experimente mit Raketen . Tiling entwickelte wiederverwendbare Raketenflugzeuge die als Rakete starten und mit ausklappbaren Flügeln landen Dieses Prinzip wird bis heute von der NASA für Flüge des Space Shuttle verwendet.
Um eine sichere und unbeschädigte Landung Raketen zu gewährleisten entwickelte Tiling zwei Raketentypen:
Bei dem sogenannten Raketenflugzeug klappten nach Beendigung Höhenfluges zwei Flügel die zuvor als Leitwerk im rechten Winkel von der Rakete ab. Somit konnte es wie ein Segelflugzeug zur Erde gleiten.
Beim sogenannten Kreiselflugzeug spreizte sich nach Beendigung Höhenfluges das Leitwerk propellerartig ab. Dies erzeugte Rotation welche die Rakete abbremste. 1929 meldete Tiling das Kreiselflugzeug zum Patent an.
Den notwendigen Schub und eine ausreichende erreichten seine Raketen durch eine bahnbrechende Verbesserung Pulverraketen. Eine massive Pulverladung verlängerte die Brenndauer aber einen geringen Schub. Die sogenannte "Seele" durchgehende Bohrung im Pulver erhöhte zwar den hatte aber nur für eine kurze Brenndauer. eine Kombination aus einzelnen Komponenten beider Systeme verschiedenen Kammern erzielte Tiling ein optimales Verhältnis von Schub und
Seit 1929 stellte ihm Gisbert Freiherr von Ledebur auf seinem Schloss Ahrenshorst in Bohmte bei Osnabrück eine Werkstatt zur Verfügung. Nach einigen Vorführungen im Juni 1929 bei denen seine Flugkörper eine Höhe zu 1.000 m erreichten bot ihm das Land Oldenburg ein Experimentierfeld auf der ostfriesischen Wangerooge an. Dort erreichten Raketen die zur vorgesehen waren eine Höhe von 8.000 m flogen bis zu 8 km weit.
Am 13. März 1931 gelang Tiling und seinem Mitarbeiter Karl Poggensee bei erstmals der Start einer Feststoffrakete. Die Rakete elf Sekunden lang und erreichte eine Höhe 1.800 Metern. In den folgenden Wochen wurden Raketenstarts unternommen.
Der Durchbruch gelang Tiling am 15. April 1931 auf dem Ochsenmoor am Dümmer mit dem ersten Start einer Postrakete 188 Postkarten sicher beförderte. Bei zahlreichen weiteren konnte Tiling die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit seiner Raketen Beweis stellen. Er war mittlerweile in ganz berühmt und zeigte seine Raketen bei vielen öffentlichen Flugvorführungen. Die Versuche inzwischen auch bei militärischen Stellen großes Interesse. seit 1929 förderte die Reichsmarine die Entwicklung sog. "Pfeilgeschossraketen". Trotz der durch Freunde und Gönner hatte Tiling jedoch Zeit seines Schaffens mit finanziellen zu kämpfen.
Bei Vorbereitungen zu einer Vorführung kam am 10. Oktober 1933 in seiner Werkstatt auf Schloss Ahrenshorst durch Überhitzung beim Pressen des Pulvers zum einer Rakete zu einer Explosion. Reinhold Tiling seine Assistentin Angela Buddenböhmer und sein Friedrich Kuhr erlitten dabei schwerste Verbrennungen denen am folgenden Tag erlagen.