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Reykjavik


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Reykjavik ist die Hauptstadt Islands und die am nördlichsten gelegene Hauptstadt Welt (Breitengrad 64° 08' N nicht weit Nördlichen Polarkreis der bei 66° 33' N liegt). isländische Bezeichnung Rauchende Bucht (= Reykjavík) rührt vermutlich von den der heißen Quellen in der Umgebung her wird einem Missverständnis des ersten Siedlers Ingólfur Arnarson zugeschrieben.

Am Hafen (im Hintergrund der Berg

Reykjavik ist mit 113.387 Einwohnern die Stadt Islands es leben dort ca. 40 der Gesamtbevölkerung Islands. Die Stadt liegt am genauer gesagt an der Faxaflói -Bucht.

Hier befinden sich die meisten Fakultäten Universität des Landes und verschiedene andere Hochschulen Museen und Kultureinrichtungen sowie ein Hochseehafen .

Mitten in der Stadt liegt ein See der Tjörnin .

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Reykjavik liegt im Südwesten der Insel der Halbinsel Reykjanes . Die Zone der plattentektonischen Verschiebung die Island von Südwesten nach Nordosten führt auch über diese Halbinsel. Daher gibt häufiger Erdbeben die allerdings meist glimpflich verlaufen.

Geschichte

Erste Ansiedlung (ab 870)

Dem Landnámabók nach wurde Reykjavík von Ingólfur Arnarson einem der ersten Siedler Islands gegründet. Wie bei den Wikingern üblich hatte er sich da niedergelassen die ins Meer geworfenen Stützen seines Hochsitzes worden waren. Archäologische Ausgrabungen haben inzwischen bewiesen dass sich 9. Jahrhundert (erste Spuren verweisen auf das Jahr Wikinger aus Norwegen und keltische Immigranten in dieser Gegend ansiedelten.

Bis ins 18. Jahrhundert bestand der Ort nur aus einigen und war von geringer Bedeutung.

18. Jahrhundert

Der heute als "Vater der Stadt" Skúli Magnusson der ab 1749 als Landvogt mit Sitz Bessastaðir wirkte für den Aufschwung des Ortes verantwortlich. Er für die Ansiedlung erster Industriebetriebe (hauptsächlich Wollverarbeitung) zum Verdruss der dänischen Monopolisten. Lockerungen der Handels- und Industriepolitik der Dänen gab es nach der Laki-Katastrophe von 1783 . Es siedelten sich zunächst vor allem Betriebe und Werften an.

1786 wurde dem inzwischen ca. 200 Einwohner Ort das Stadtrecht verliehen. Aus der Bezeichnung Kaupstaður geht hervor dass das Schwergewicht auf Handel lag. Folgerichtig war die Stadt einer sechs Orte die nach der teilweisen Aufhebung dänischen Handelsmonopols im selben Jahr besondere Handelsrechte

Die zunehmende Bedeutung der Stadt geht auch aus anderen Fakten hervor: Ende des Jahrhunderts wurden der Bischofssitz und die bedeutende von Skálholt nach Reykjavík verlegt.

19. Jahrhundert

Reisende Isländer brachten in der ersten des Jahrhunderts die in Festlandseuropa zu dieser sehr verbreiteten Ideen zur nationalen Identität und mit nach Island die dort schnell Fuß Reykjavík wurde zum intellektuellen Zentrum des Landes so verband sich der Aufstieg Islands als Nation mit dem Aufstieg der Stadt. 1845 übersiedelte das Parlament der Alþingi nach Reykjavík. Allerdings hatte es zu Zeit noch keinerlei wirkliche politische Macht sondern beratende Funktion gegenüber dem dänischen Thron. Trotzdem von nun an Reykjavík als Hauptstadt des Erst 1874 erhielt der Alþingi begrenzte legislative Rechte. Das Land hatte nun zwar eigene Verfassung war aber nach wie vor von Dänemark abhängig.

Der Platz Lækjartorg

20. Jahrhundert und Gegenwart

Schritt für Schritt konnte sich Island zur Mitte des 20. Jahrhunderts als eigenständige Nation etablieren: Im Jahre 1904 wurde ein Großteil der Exekutive unter Minister für Island nach Reykjavík transferiert. Ab 1. Dezember 1918 wurde Island zum Königreich Island erklärt aber immer noch der dänischen Krone unterstand. galt nun offiziell als Hauptstadt des Landes. die Einwohnerzahl hatte inzwischen entsprechend zugenommen (vgl.: Entwicklung).

In den 1920er und 1930er Jahren prosperierte die Stadt zunächst aufgrund profitablen Produktion von Stockfisch und des Fischexports Später litt allerdings auch sie unter der Depression (vgl. z.B. Halldór Laxness ' Romane). Der Aufschwung kam mit dem Weltkrieg und der Besetzung zunächst durch die dann durch die Amerikaner (vgl. etwa die von Einar Kárason ).

Die Amerikaner halfen den großen Zivilflughafen Keflavík zu bauen und erhielten im Gegenzug Recht in der Nähe dauerhaft ihre Truppen stationieren. Außerdem schufen sie viele Arbeitsplätze. Dies die bis heute anhaltende Landflucht und einen Zuzug in die Hauptstadtregion aus.

Im Jahre 1944 wurde am 17. Juni in Þingvellir die Republik Island ausgerufen. Reykjavík wurde Hauptstadt des unabhängigen Landes. Der Sitz des Premierministers befindet sich hier der des Präsidenten ähnlich wie in Deutschland repräsentative Funktion hat Reykjavíker Vorort Bessastaðir. Dieses Amt wurde von bis 1996 zum ersten Mal von einer ausgeübt Vigdís Finnbogadóttir .

Ab den 50er Jahren kann man von einem Boom in der Hauptstadt sprechen. Lebensbedingungen verbesserten sich rasant. Der Zuzug hielt an während sich immer mehr Industrien in niederließen und andererseits auf dem Lande aufgrund Agrartechnologie der Bedarf an Arbeitskräften sank.

Reykjavík wurde auch immer mehr in Welt bekannt nachdem im Jahre 1972 dort die Schachweltmeisterschaft zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski entschieden worden war. Ebenso nahm sein in der Weltpolitik zu als sich z.B. 1986 Ronald Reagan und Michail Gorbatschow zu einem Gipfeltreffen dort einfanden.

Außerdem spielt seit den 1990er Jahren Reykjavík auf dem Technologiesektor eine bedeutende Rolle da es gelang und massiv in den High-Tech-Sektor einzusteigen.

Heutzutage kann man Reykjavík immer noch eine aufstrebende und auch im künstlerischen Bereich aufblühende Stadt bezeichnen. Dies zeigt sich einerseits weiterhin anhaltenden Bauboom der zahlreiche interessante wenn nicht immer ästhetisch befriedigende Gebäude hervorbringt und Stadtsilhouette ständig verändert. Andererseits aber auch an sehr lebendigen Kunst- und Musikszene. Haben sich Beginn und in der Mitte des 20. vor allem Schriftsteller und bildende Künstler wie Einar Jónsson oder Ásmundur Sveinsson international einen Namen gemacht so sind heutzutage mehr die Popmusiker Björk oder die der Band Sigur Rós die allgemeinen Bekanntheitsgrad erlangten.

Demographische Entwicklung

  • 1801 - 600
  • 1860 - 1 450
  • 1901 - 6 321
  • 1910 - 11 449
  • 1920 - 17 450
  • 1930 - 28 052
  • 1940 - 38 308
  • 1950 - 55 980
  • 1960 - 72 407
  • 1970 - 81 693
  • 1980 - 83 766
  • 1985 - 89 868
  • 1990 - 97 569
  • 1995 - 104 258
  • 2003 - 113 387

An den Zahlen lässt sich das Anwachsen der Bevölkerung deutlich ablesen.

Sitz des Premierministers

Politik

Reykjavik ist Sitz des isländischen Staatspräsidenten Parlamentes (Alþingshusið) und der Regierung. Hier haben die Botschaften ihren Sitz.

Alþingshusið in Reykjavik

Sehenswürdigkeiten

Als größte Sehenswürdigkeit der Stadt darf ihre landschaftliche Lage gelten.

Reykjavík Ansicht der Stadt vom Ökjuhlið

Museen in Reykjavík

Die Stadt hat aber auch etliche Museen vorzuweisen.

Das Nationalmuseum (Þjóðminjasafn)

Es existiert seit 1863 seit 1955 jetzigen Gebäude. Gezeigt werden wertvolle Kunstwerke und der isländischen Kultur wie Schmuck Waffen Kirchenkunst Alltagsgegenstände. Besonders hervorzuheben sind eine Bronzestatuette des Þór ein silberner Thorshammer (Þórshamar) sowie die mit Schnitzereien verzierte Kirchentür aus ValÞófsstaður.

Allerdings ist das Museum schon seit Zeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Die Nationalgalerie (Listasafn)

Die Architektur des am Tjörnin gelegenen verdient eigene Erwähnung. Der ältere Teil wurde 1916 /17 als Eishaus erbaut um dort Fisch konservieren. Der moderne Neubau wurde 1980 -88 erstellt.

Die Galerie zeigt in etwa halbjährlichem Wechsel Ausschnitte ihrer ca. 5000 Kunstwerke umfassenden Sammlung mit Schwerpunkt auf isländischen Künstlern (z.B. zahlreiche Werke herausragenden Maler Ásgrímur Jónsson und Jóhannes Sveinsson Kjarval ). Außerdem gibt es thematisch orientierte Ausstellungen schnellerem Wechsel.

Kjarvalsstaðir:

Das Museum in der Flókagata widmet hauptsächlich wie der Name sagt dem Werk Malers Jóhannes Sveinsson Kjarval ( 1885 - 1972 ). Allerdings finden in Nebenräumen auch wechselnde etwa moderner Installationskünstler statt.

Ásmundarsafn

Das Museum im Laugardalur befasst sich mit dem Werk des Bildhauers Ásmundur Sveinsson ( 1893 - 1982 ). Sowohl die lichtdurchfluteten Räume mit den Linien als auch die oft abstrakten Skulpturen Bildhauers überzeugen mit Detailtreue und herber Schönheit. dem Haus befindet sich ein Skulpturengarten .

Einar-Jónsson-Museum

Direkt vor der Hallgrimskirkja liegt das des isländischen Bildhauers Einar Jónsson . Das Gebäude erinnert stark an die Jahre. Dem Museum ist ebenfalls ein Skulpturengarten in dem sich die mystisch angehauchten Figuren hinter Blumen und Sträuchern

Handschriftensammlung Árni-Magnússon

Der Gelehrte Árni-Magnússon (vgl. auch den Roman Islandglocke von Halldór Laxness ) hatte im 17. Jahrhundert Tausende von alten Urkunden mittelalterlichen Manuskripten und anderen historischen Texten gesammelt und Dänemark gebracht. Nach jahrelangem Streit gaben die diese Zeugnisse altisländischer Kultur 1971 zurück. Sie sind in dieser Sammlung und einige von ihnen werden in einem Ausstellungsraum der Öffentlichkeit präsentiert. Zu den Kostbarkeiten Sammlung gehören das Flateyjarbók (vgl. Breiðafjörður ) und der Codex Regius .

Das Freilichtmuseum Árbæjarsafn

Im Stadtteil Árbær etwas außerhalb des befindet sich das große Freilichtmuseum . In diesem sind ca. 30 Bürgerhäuser Torfhütten aus dem 19. Jahrhundert mitsamt passender zu besichtigen. Die Museumswärter tragen passenderweise die Tracht der damaligen Zeit. Manchmal kann man Handwerkern bei der Arbeit zusehen.

Weitere Museen etc.

  • Ásgrímur Jónsson-Museum (Gemäldesammlung)
  • Sigurjón Ólafsson Museum (moderne Skulpturen)
  • Medizinmuseum Nesstofa
  • The Living Art Museum
  • Naturgeschichtliches Museum
  • Fotografie-Museum
  • moderner Skulpturengarten am Strand des Vororts Reykjavík-Víkur

Interessante Bauwerke

Domkirche und Universität

Eines der ältesten Gebäude in der ist der Dom (Domkirkjan). Er befindet sich der Nähe des Hotel Borg im Stadtzentrum.

Die Kirche wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut anlässlich der Verlegung des Bischofssitzes Skálholt nach Reykjavík. Bei ihrer Einweihung 1796 passten noch alle Einwohner der Stadt die eigentlich eher kleine Kirche. Nach dem von 1847 der der Kirche ihr heutiges Aussehen installierte man darin u.a. ein Taufbecken des Bildhauers Albert Thorvaldsen.

Sehenswert ist außerdem noch das Universitätsgebäude Háskoli Islands .

Die Hallgrímskirkja

Neben diesen älteren Gebäuden in Reykavik sich auch zahlreiche interessante Gebäude der moderneren Auffallend sind hier vor allem die modernen der Stadt. Die Hallgrímskirkja ist dabei zugleich eins der höchsten des Landes.Von ihrer Stellung auf einem Hügel sie die Innenstadt.

Hallgrímskirkja in Reykjavík

Die Hallgrímskirkja mit ihrem auffallenden Turm also getrost als Wahrzeichen der Stadt betrachtet Auf den 73 m hohen Turm führt Lift und neben dem Öskjuhið bietet sich von hier aus die Aussicht über die Stadt und oft bis zum Snæfellsjökull . Sie wurde nach dem Dichter Hallgrímur Pétursson benannt. Entworfen wurde das Gebäude von isländischen Architekten Guðjón Samuélsson der auch für den Bau der von Akureyri veranwortlich zeichnet. Es dauerte über 40 (ab 1943 ) bis die Kirche 1986 eingeweiht wurde.

Auffallend ist das Motiv der Lavasäulen die von den grauen Betonstiften dargestellt werden. Das sehr helle Innere Kirche erinnert an die Gotik . Durch die Kirchenfenster aus durchsichtigem Glas dem Hauptaltar kann man ungewöhnlicherweise Himmel und sehen.

Weitere (Kirchen-) Gebäude

Ein besonders auffallendes Gebäude ist Perlan im Stadtteil Öskjuhlið. Unter einer Glaskuppel den riesigen Heißwasserspeichern der Stadt befinden sich kleines Sagamuseum ein Restaurant und Geschäfte. Die versorgen zum einem die Stadt mit Warmwasser anderen ersetzen sie in weiten Teilen der den Winterdienst da von hier aus die und Gehwege beheizt werden.

Wirtschaft und Verkehr

In Reykjavik befinden sich v.a. Dienstleistungsunternehmen Fischerei - und High Tech -Industrie u.a. gentechnische und biotechnische Labors.

Die Stadt verfügt inzwischen über einige bis zu sechsspurige Stadtautobahnen. Die Ringstraße Nr.1 führt durch die Außenbezirke der Stadt Sie erstreckt sich nach Osten weiter über Hellisheiði Richtung Selfoss und nach Nordwesten Richtung Akranes und Borgarnes wobei sie das Reykjavík überragende Bergmassiv Esja umrundet. Derzeit wird die Staatsstraße zum Flughafen in Keflavík vierspurig ausgebaut.

Außerdem hat Reykjavík ein ausgesprochen effizientes Verkehrssystem aufzuweisen: Busse mit 5 dezentralen Busbahnhöfen einem zentralen Busbahnhof dem BSI sowie einen Inlandsflughafen in der Nähe Tjörnin . In der Diskussion ist die Verwendung - in Island viel billigeren - Energiequelle für den öffentlichen Nahverkehr. Vom Einsatz von ist man wegen der Erdbebengefahr abgekommen und wird sich vermutlich letztendlich ein Bussystem mit elektischen Oberleitungen entscheiden. Inzwischen auch Wasserstoff als Antriebsquelle für Busse ausgetestet.

Siehe auch: Liste der Städte in Island

Weblinks



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