Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Unter der Rheinische Republik versteht man die kurzlebige Staatsgründung separatistischer Bewegungen im Rheinland des Jahres 1923 .
Die Zielsetzungen der unterschiedlichen separatistischen Gruppierungen von einer Veränderung der politischen Stellung des innerhalb des deutschen Reiches als Frei- oder Bundesstaat bis hin völligen Abspaltung des Rheinlands und in Folge die Gründung einer eigenständigen "Rheinischen Republik". Weitere votierten für den direkten Anschluß an Frankreich . Gleichartige politische Strömungen zeigten sich auch der Pfalz und führten dort etwa zeitgleich zur der "Pfälzischen Republik".
Die Angehörigen der Gruppierung wurden Separatisten oder Freibündler genannt.
Als Ergebnis des Wiener Kongresses von 1815 waren die Rheinprovinz und Westfalen in den Herrschaftsbereich Preußens einbezogen worden. Die Eingliederung blieb stets da sowohl das Rheinland als auch Westfalen dem Zivil- und Handelsrecht den Handelskammern und Gemeindeverfassung festhielten die von den napoleonischen Franzosen eingeführt worden waren. Die mehrheitlich Bevölkerung empfand ihre Situation noch nach mehr einhundert Jahren als "protestantische Fremdherrschaft".
So drückte sich im Jahre 1919 Konrad Adenauer aus als er am 1. Februar mehr als sechzig Oberbürgermeister und Abgeordnete Nationalversammlung und der preußischen Landesversammlung zu einem nach Köln einlud. Adenauer war zu dieser Zeit von Köln und gehörte der Zentrumspartei an. Erster und einziger Tagesordnungspunkt der war "Die Gründung der Rheinischen Republik".
In seiner Ansprache bezeichnete Adenauer das der Hegemonialmacht Preußens als "notwendige Folge" des preußischen Systems ansich. In der seiner Gegner sei Preußen "der böse Geist Europas" und werde "von einer kriegslüsternen gewissenlosen militärischen Kaste und Junkertum beherrscht" . Folglich sei eine hegemoniale Vormachtstellung Preußens die anderen deutschen Bundesstaaten nicht weiter tragbar. solle geteilt werden und dessen westliche Bundesstaaten einer "Westdeutschen Republik" aufgehen. Dadurch würde "die Beherrschung Deutschlands durch ein vom Geiste Ostens vom Militarismus beherrschtes Preußen unmöchlich jemacht" . Dennoch strebte Adenauer den Verbleib der Republik" im Staatenverband des Deutschen Reiches an.
Letztlich wurde in einer Zwei-Punkte Resolution festgestellt daß auch für das Rheinland die Rheinländer das politische Selbstbestimmungsrecht zu gelten Die Ausrufung der rheinischen bzw. westdeutschen Republik wurde als Übergangslösung für den Fall daß der Staat Preußen aufgeteilt werde. Auf Weise sollte eine praktikable Lösung der Reparationen den Siegermächten gefunden werden.
In der Folgezeit bildeten sich in Städten und Gemeinden separatistische Bewegungen mit unterschiedlichen heraus.
Am 1. Juni 1919 rief der Dr. Hans Adam Dorten in Wiesbaden eine rheinische Republik" aus. Es fanden auch gewaltlose Putschversuche in Mainz Speyer und anderen Städten die kurzfristig an ihrer dilettantischen Organisation und Ablehnung in der Bevölkerung und Verwaltung scheiterten.
Im Laufe der folgenden Jahre verschlechterte die allgemeine wirtschaftliche Lage in allen Teilen deutschen Reiches das von zahlreichen Krisen und Umbruchsversuchen geschüttelt wurde.
Die deutsche Regierung geriet bei der der Reparationen in Rückstand. Am 11. Januar 1923 besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet das eine der wirtschaftlichen Hauptlasten an Reparationen zu tragen hatte. In der Folge turbulenten Auseinandersetzungen kamen im Ruhrgebiet mehr als Menschen ums Leben. Mindestens 70.000 Personen wurden den besetzten Gebieten ausgewiesen und durch französische belgische Arbeitskräfte ersetzt. Ihren Lebensunterhalt bestritten die jungen Männer von der "Ruhrhülfe" die von Reichsregierung für die Ausgewiesenen ausgezahlt wurde. Viele ihnen lebten ohne festen Wohnsitz und manche sich unterschiedlichen separatistischen Gruppierungen an die im agitierten. Für die Bevölkerung boten sie in Verwahrlosung ein abschreckendes Bild und genossen den als "Rumtreiber" und "arbeitsscheues Diebsjesindel" .
Am 15. August 1923 fanden sich in Koblenz unterschiedliche separatistische Bewegungen zusammen und gründeten "Vereinigte Rheinische Bewegung". Eine wohlwollende Billigung durch französische Verwaltung ist anzunehmen. Ziel dieser Bewegung nun ausdrücklich die komplette Abspaltung der Rheinlande Preußen und die Errichtung einer Rheinischen Republik französischem Protektorat. Die Sache der Republik sollte öffentliche Kundgebungen und Versammlungen in allen rheinischen vorangebracht werden.
Überraschend bestetzten am 21. Oktober 1923 Separatisten unter der Führung von Leo das Aachener Rathaus und riefen dort die Republik aus. In den nächsten Tagen erfolgten in vielen rheinischen Städten nach ähnlichem Muster: lokalen Verwaltungsgebäude wurden besetzt die bestehende Verwaltung Kraft gesetzt und vertrieben. Die grün-weiß-rote Flagge rheinischen Republik wurde gehisst und die neue setzte die Bevölkerung mittels öffentlicher Anschläge und über die veränderte Situation in Kenntnis. Die Regierungen konnten sich nicht überall durchsetzen. Manche blieben an den Geschehnissen völlig unbeteiligt.
In Koblenz der Hauptstadt der damaligen Rheinprovinz versuchten die Separatisten seit dem 21.10. Macht zu übernehmen. Es kam in den Tagen zu zahlreichen "Handgreiflichkeiten" mit der Ortspolizei und der Bürgerschaft. der Nacht des 23. Oktober bestetzen die Separatisten mit Unterstützung des Militärs das Koblenzer Schloss mussten es auf des Oberbürgermeisters Dr. Russel und der Ortspolizei räumen und besetzten das Schloss in der Nacht erneut.
Am 26. Oktober bestätigte der französische Oberkomissar der Rheinlandkomission die Separatisten als "Inhaber der tatsächlichen Macht" . Sie sollten "unter selbstverständlicher Achtung der bestehenden Autorität der (...) alle notwendigen Maßnahmen" einleiten. Dr. Hans Adam Dorten und Redakteur Josef Friedrich Matthes erhielten hierfür die Ein Regierungskabinett wurde gebildet und dessen designierter J. F. Matthes war somit "Ministerpräsident der Republik".
Die Macht der neuen Regierung stützte im Wesentlichen auf den Schutz und die der französischen Besatzer und auf die "Rheinland-Schutztruppen" sich zu großen Teilen aus den Ausgewiesenen Ruhrgebietes rekrutierte. Die Truppenangehörigen meist ohne militärische und sehr schlecht ausgerüstet setzten die Verordnungen neuen Regierung allerorten teils gewalttätig durch. Ein Ausgehverbot wurde verhängt und die Pressefreiheit massiv eingeschränkt. Wenn es örtlich an Richtlinien fehlte wurden kurzerhand aus dem Stehgreif erlassen. Die Regierung erhielt keine nennenswerte Unterstützung lokalen Verwaltungspersonals das häufig den neuen Amtseid oder der Arbeit ganz fernblieb. Die Bevölkerung sich abwartend und verschlossen aufgrund der französischen
Das Kabinett in Koblenz war oft und seine Verordnungen verwirrend. Zwischen Dorten und kam es oft zu "Rivalitäten" . Die französischen Machthaber gingen zusehends auf und schränkten die finanziellen Zuwendungen stark ein. Papiergeld wurde ausgegeben und schließlich ordnete die "Requirierungen" im ganzen Land an. Damit setzte massive Welle von Plünderungen durch die "Rheinland-Schutztruppen" die weit über das Ziel der Lebensmittelbeschaffung Die Situation entglitt in Willkür und Chaos verlief in den einzelnen Städten und Gemeinden In der Zivilbevölkerung regte sich zunehmend Unmut Widerstand der durch das französische Militär im gehalten wurde.
In den ersten Novembertagen ordnete der Hochkomissar Baron Rolin-Jaquemyns die Vertreibung der Aachener an. Der Machtbereich der Koblenzer Regierung schränkte immer weiter ein.
Die "Rheinischen Schutztruppen" fuhren auf Lastkraftwagen und setzten ihre Requirierungen willkürlich fort. In Ortschaften des Siebengebirges entschlossen sich die Bürger zum offenen an dem sich viele ehemalige Kriegsteilnehmer und beteiligten. Strategische Punkte wurden von Bewaffneten besetzt sich den Requirierungen in den Weg zu
Da die Separatisten unvorgesehen ihre Pläne eskalierten die Ereignisse und im Laufe des 16. November kam es zur "Schlacht von Aegidienberg":
Mehrere mit Separatisten besetzte LKW wurden von den Widerständlern in die getrieben nahmen in Aegidienberg mehrere Männer als und stellten sie gefesselt in die Schußlinie die nachrückenden Waffenträger. Die aufgebrachte Bevölkerung wehrte mit Heugabeln Knüppeln und Äxten. Zwei Einwohner 14 Separatisten kamen ums Leben. Die Separatisten auf dem Aegidienberger Friedhof in einem Massengrab Namensnennung bestattet. Zeitgenossen zufolge stammten sie aus Gegend von Kevelaer und Krefeld . Genauere Angaben finden sich vielleicht in Archiven da die französische Militärpolizei die nachfolgenden anstellte.
Für den nächsten Tag beschlossen die die endgültige Vernichtung der separatistischen Truppen. Dies durch das französische Militär verhindert das die verhaftete nach Trier verbrachte und sie vor französische Gerichte
Das Koblenzer Kabinett spaltete sich in Folge in zwei Lager auf. Die Regierungen aus den Rathäusern vertrieben und teilweise vom Militär verhaftet. Josef Friedrich Deckers trat am 27. November von seinen Ämtern zurück. Dr. Hans Dorten begab sich nach Bad Ems agitierte von dort aus erfolglos weiter beteiligte sich wohl auch aktiv an den in der "Pfälzer Republk" die noch bis Jahr 1924 bestand.
In vereinzelten Ortschaften des Rheinlands regierten separatistischen Bürgermeister noch bis in den Dezember wurden abgewählt oder mussten ihr Handeln vor und Gerichten verantworten.
Grabstätte der Separatisten in Aegidienberg
Konrad Adenauer der mit Dr. Hans Dorten stets in tiefem Gegensatz gelegen hatte an der "Rheinischen Republik" aktiv unbeteiligt war im Dezember der französischen Generalität einen weiteren zur Bildung eines "Autonomen westdeutschen Bundesstaates". Weder französische noch die deutsche Regierung konnten sich den Vorschlägen anfreunden.
Am 30. Dezember 1923 fand eine Vertreterversammlung der rheinischen Parteien Kammern und Gemeinden statt und es wurde Einleitung von Verhandlungen zur Bildung einer "Rheinischen beschlossen.
Der Widerstand der Bevölkerung wurde später den Nationalsozialisten zum Fanal treudeutscher Gesinnung hochstilisiert. Im wurde auf dem Berg Himmerich ein Denkmal errichtet das nach 1945 geschleift wurde. In Aegidienberg befindet sich noch ein Denkmal das an die getöteten und als genommenen Einwohner erinnert. Das Vokabular der Inschrift ebenfalls recht markig und umstritten. Das Grab Separatisten ist noch auf dem Gemeindefriedhof zu sehr schlicht aber gepflegt.
Tatsächlich richtete sich der Widerstand der vor allem gegen Willkür und Raub. Es sich Anhänger aller politischen Richtungen "in erstaunlicher Gemeinsamkeit" .