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Rippenquallen


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Rippenquallen
Systematik
Domäne : Eukaryonten (Eucaryota)
Reich : Tiere (Animalia)
Unterreich : Vielzeller (Metazoa)
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
Unterabteilung: Hohltiere (Coelenterata)
Stamm : Rippenquallen (Ctenophora)
Klassen
  • Tentaculata
  • Nuda

Die Rippenquallen (Ctenophora) sind ein hier zusammen mit Nesseltieren (Cnidaria) zu den Hohltieren (Coelenterata) zusammengefaßter Tierstamm . Auch wenn sie oberflächlich betrachtet wie Quallen aussehen gelten sie zoologisch nicht als Quallen nicht zuletzt weil ihnen die für charakteristischen Nesselzellen fehlen.

Die oben angeführte Klassifikation ist heute unumstritten; nach der zur Zeit führenden systematischen der Kladistik sind die Rippenquallen enger mit den aufgebauten Bilateria als mit den Nesseltieren verwandt. Dafür auch dass sie über zwei einander gegenüberstehende verfügen welche die Radialsymmetrie durchbrechen und zu Bilateral- oder Spiegelsymmetrie machen. Von den Nesseltieren sie zudem das Vorhandensein echten Muskelgewebes und unten näher beschriebenen aus hunderten kleiner Plättchen "Rippen".

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Rippenquallen sind von einer durch symbiontisch Algenzellen hervorgerufenen Färbung abgesehen in der Regel und werden oft nur einige Zentimeter groß. wie die Arten der Gattung Cestum die einen Durchmesser von einem Meter können bestätigen die Regel.

Sie sind ausnahmslos radialsymmetrisch gebaut und aus zwei transparenten Zellschichten der Außenhaut (Ectodermis) der Innenhaut (Gastrodermis). Letztere umschließt wie die zu den Hohltieren bereits andeutet einen Hohlraum als Magen dient und nur von der Mundöffnung ist. Gefangene Beute wird hier durch starke Verdauungsenzyme zersetzt. Außer zwei kleinen so genannten gibt es keinen separaten Ausgang für die Abfallstoffe.

Der Zwischenraum von Innen- und Außenhaut von einer transparenten geleeartigen Schicht der Mesogloea eingenommen die von zahlreichen kleinen Kanälchen ist die dem Transport und der Speicherung aufgenommenen Nährstoffe dienen. Auch für den Auftrieb der Tiere spielt die Mesogloea vermutlich Rolle. Ein spezielles Kreislaufsystem gibt es bei den Rippenquallen nicht für die Atmung gibt es keine besonderen Organe ; der Gasaustausch erfolgt über die gesamte hinweg durch einfache Diffusion . Den Körper durchzieht ein einfaches Nervennetz ohne " Gehirn " das mit den in der Mesogloea Muskelzellen verbunden ist.

Ein weiteres spezialisiertes System der Rippenquallen die Statocyste die als Gleichgewichtsorgan dient. Sie befindet auf der der Mundöffnung abgewandten Körperseite und aus einer als Statolith bezeichneten Ansammlung von einigen hundert Kalkzellen und vier horizontal angeordneten Gruppen von schlangenförmigen Geißeln andererseits. Verändert die Rippenqualle durch äußere ihre Lage im Raum so übt der auf eine der vier Geißelgruppen stärkeren Druck als auf die drei anderen. Dieser Sinneseindruck auf die Außenhaut weitergeleitet die von insgesamt längsseitigen Bändern den namensgebenden Rippen durchzogen ist. diesen Bändern befinden sich kleine Plättchen die Hunderten miteinander verschmolzener Geißeln bestehen und auch Membranellen bezeichnet werden. Durch reihenweise Aufrichtung dieser kommt es zu einem regelrechten Ruderschlag der er zwischen den acht Rippen richtig synchronisiert die ursprüngliche Lage wieder herstellen kann.

Wie bereits erwähnt finden sich bei meisten Arten vor der Mundöffnung zwei einander einziehbare Tentakel die dem Fang von Beutetieren Diese sind anders als bei den Nesseltieren mit Nessel- sondern mit so genannten "Lassozellen" Colloblasten besetzt. Diese bestehen aus einem mit Klebekörperchen übersäten Kopf einem kurzen schlanken Haltefaden einem längeren darumgewundenen Spiralfaden. Bei Berührung wirkt Konstruktion wie eine Sprungfeder die den Klebekopf die Beute schleudert. Die Colloblasten werden wie die Tentakel als ganzes regelmäßig regeneriert.

Nicht alle Arten verfügen über Tentakel. setzen stattdessen ihre muskeldurchzogenen Mundlappen zur Nahrungsbeschaffung die dann einfach über ihre Beute gestülpt

Fortbewegung

Viele Rippenquallen lassen sich einfach von treiben. Auf kurze Distanz können sie aber durch den Ruderschlag ihrer Geißelplättchen aktiv schwimmen zwar je nach "Ruderrichtung" in bezug auf Mundöffnung vorwärts oder rückwärts. Manche Arten setzen die Muskelzellen ihrer Mundlappen zum Schwimmen ein bewegen sich durch wellenförmige Körperbewegungen voran.

Ernährung

Rippenquallen leben räuberisch. Durch ihre Tentakel sie Planktion Tierlarven Würmer Krebse Nesseltiere und andere Rippenquallen aber zuweilen auch Fische . Sind die Tentakel mit Nahrungspartikeln beladen sie eingezogen und an der Mundöffnung abgestreift Durch abgesonderten Schleim oder innere Geißeln werden von dort in den Magen befördert.

Wie eine ganze Reihe von Nesseltieren auch die Rippenquallen zuweilen mit diversen Algen die sie durch Photosynthese mit energiereichen Kohlenhydraten versorgen in einer symbiotischen Beziehung zusammen. Parasitismus scheint nur bei einer einzigen Art Lampea pancerina vorzukommen die in Manteltieren (Tunicata) schmarotzt.

Lebensraum

Alle Rippenquallen leben im Meer manche in mehreren Kilometern Tiefe. Ihr Verbreitungsgebiet wird erster Linie durch Wasserströmungen bestimmt insbesondere durch Gezeiten . Auch in der Nordsee kommen einzelne vor so z. B. die so genannte ( Pleurobrachia pileus ) oder die Melonenqualle ( Beroe gracilis ).

Fortpflanzung

Rippenquallen vermehren sich fast immer auf Weise. Als Zwitter besitzt jedes Tier sowohl männliche (Hoden) auch weibliche Keimdrüsen (Ovarien) die sich direkt den "Rippen" neben den kleinen Kanälchen der befinden. Bei fast allen Arten werden die Keimzellen durch kleine Öffnungen in der Außenhaut Gonoporen an das umgebende Wasser abgegeben wo auch die Befruchtung stattfindet. Eine einzige Art Tjalfiella tristoma ist lebendgebährend die Jungtiere wachsen hier einer eigenen Bruthöhle heran.

Die befruchteten Eizellen entwickeln sich über bereits freischwimmendes so genanntes Cydippea -Stadium das manchmal als Larve bezeichnet wird Wirklichkeit aber bereits eine Miniaturversion des erwachsenen darstellt.

Stammesgeschichte

Der weiche Körper der Rippenquallen der keinerlei Hartteilen bedeckt ist macht eine Fossilisierung Allgemeinen sehr unwahrscheinlich so dass die Stammesgeschichte Rippenquallen fossil sehr schlecht dokumentiert ist. Einzelfunde sind dem Zeitalter des Devon bekannt; in feinkörnigem Schiefergestein haben sich genug Details erhalten um eine Identifikation zu Die aus der Chengjiang-Fauna des unteren Kambriums bekannte Art Matianoascus octonarius ist in ihrer Zugehörigkeit zu den umstritten.

Systematik

Derzeit sind etwa hundert Arten bekannt sich auf die beiden Klassen der Tentaculata Nuda aufteilen:

Klasse: Tentaculata

Ordnung Cydippida u. a. mit der Seestachelbeere Pleurobrachia pileus )
Ordnung Platyctenida
Ordnung Ganeshida
Ordnung Thalassocalycida
Ordnung Lobata
Ordnung Cestida u. a. mit dem Venusgürtel Cestum veneris )
Klasse: Nuda
Ordnung Beroida u. a. mit der Melonenqualle Beroe gracilis )

Literatur

  • R. C. Brusca G. J. Brusca Invertebrates 2nd Ed. Sinauer Associates 2003 Kap. S. 269 ISBN 0878930973
  • E. E. Ruppert R. S. Fox R. Barnes Invertebrate Zoology - A functional evolutionary approach 2004 Kap. 8 S. 181 ISBN 0030259827
  • R. S. K. Barnes P. Calow P. W. Olive D. W. Golding J. I. The invertebrates - a synthesis 3rd ed. Blackwell 2001 Kap. 3.4.3 63 ISBN 0-632-04761-5
  • D. T. Anderson Invertebrate Zoology 2nd Ed. Oxford Univ. Press 2001 3 S. 54 ISBN 0195513681
  • J. Moore An Introduction to the Invertebrates Cambridge Univ. Press 2001 Kap. 5.4 65 ISBN 0521779146

Wissenschaftliche Literatur

  • G. D. Stanley W. Stürmer The first fossil ctenophore from the lower of West Germany Nature 303 1983 S. 518
  • M. Q. Martindale J. Q. Henry Ctenophora in S. F. Gilbert A. M. Embryology: Constructing the Organism Sinauer 1997 S. 87
  • M. Podar S. H. D. Haddock M. Sogin G. R. Harbison A molecular phylogenetic framework for the phylum using 18S rRNA genes Molecular Phylogenetics and Evolution 21 2001 S. 218

Weblinks




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