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Robert Wagner (Politiker)


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Robert Wagner (* 13. Oktober 1895 als Robert Heinrich Backfisch in Lindach bei Eberbach am Neckar 14. August 1946 in Fort Ney nördlich von Straßburg ) war Gauleiter von Baden und gehörte zu den mächtigsten NS -Funktionären während der Zeit des Dritten Reiches .

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Robert Wagners Vater war Landwirt. Die war evangelisch. Wagner selbst war jedoch aus evangelischen Landeskirche ausgetreten und bezeichnete sich ab der 1930er Jahre als "gottgläubig".

Im 1. Weltkrieg

Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges brach Wagner seine Lehrerausbildung in Heidelberg ab und meldete sich als Freiwilliger. blieb zeitlebens ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Er kämpfte 1914 bis 1918 in Flandern vor Verdun an der Somme vor Loretto und in der Champagne und erlebte somit einige der berüchtigtsten an der Westfront. Wohl aufgrund seiner Fähigkeit zu führen wurde er rasch befördert. Bei hatte er den Dienstgrad des Leutnants erreicht. Er erhielt mehrfach militärische Auszeichnungen. Kapitulation empfand er als Dolchstoß in den Rücken durch die wankende Zumindest aus seiner späteren Sicht rüttelte dieses ihn auf in seinem Hass auf "Novemberverbrecher" Linke und Deserteure.

In der Weimarer Republik

Wagner schloss sich nach Ende des einem Freiwilligenbataillon seines Regiments an und beteiligte an der Niederschlagung revolutionärer Unruhen in Mannheim . In der Folgezeit stieß er wiederholt der Polizei zusammen. Vor den Folgen seines Ungehorsam Waffen abzugeben schützte ihn eine Intervention Reichswehrministeriums. 1923 wurde er auf die Infanterieschule in die damals wichtigste Offiziersausbildungsstätte Deutschlands kommandiert und dort Hitler und Ludendorff kennen die er alsbald verehrte.

9. November 1923

Die Teilnahme am Hitlerputsch am 9. November 1923 brachte ihm eine Verurteilung zu einem und drei Monaten Festungshaft ein die er nicht absitzen musste denn die nach Abzug Untersuchungshaft von 2 Monaten und 3 Wochen restliche Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Seit Zeit hatte Wagner beste Beziehungen zu Hitler Goebbels . Hitler ließ ihn auch später frei und unterstützte ihn gemäß seinem allgemeinen Herrschaftsprinzip Machtzentren in Auseinandersetzungen mit den zentralen Regierungsinstanzen. seine "Verdienste" im Jahre 1923 erhielt Wagner "Alter Kämpfer" 1934 das höchste Ehrenzeichen der NSDAP den sogenannten "Blutorden".

Der Propagandist

Wagner gelang es auch nach seiner aus der Reichswehr im Mai 1924 nicht mehr in der bürgerlichen Arbeitswelt zu fassen. Er gründete vielmehr 1925 den Gau Baden der NSDAP und betätigte sich intensiv Organisator und Parteiredner. Den zeitweilig als Ersatzorganisation die verbotene SA geschaffenen nach Albert Leo Schlageter benannten Schlageterbund in dem er auch Reste der verbotenen NDSAP gesammelt hatte führte wieder in die SA über. Er sorgte dass Baden mit dem am 5. November 1927 erstmals erschienen "Führer" eine eigene Gauzeitung die sich in der Folgezeit zu dem Propagandaorgan in Baden entwickeln sollte.

Die Behandlung durch Gerichte

Wagner musste mehrfach wegen Beleidigung und Körperverletzung Freiheits- oder Geldstrafen hinnehmen. Dabei widerfuhr teilweise eine sehr verständnisvolle Beurteilung:

Am 18. Dezember 1929 hatte er anlässlich einer Treffens der Eisenbahnertarifkommission deren französische Mitglieder durch Absingen antifranzösischer provoziert. Einen Reichsbahnbeamten der sich hiergegen verwahrte Wagner als "Schwein Pack gemeiner Kerl Lump" schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Gericht verurteilte Wagner zu einer milden Geldstrafe 100 RM weil es dem Bahnbeamten vorwarf habe doch gewusst dass er es mit zu tun gehabt habe. Er müsse sich in Berücksichtigung der allgemein bekannten fanatischen Einstellung Nationalsozialisten dem ehemals feindlichen Ausland gegenüber sagen dass die Nationalsozialisten in größte Erregung versetzt wenn sie zu hören bekämen dass wegen Ausländer die Soldatenlieder nicht gesungen werden sollten.

Wagner als Parlamentarier

Die NSDAP erzielte ab 1927 auch in Baden verstärkt bei den Reichstagswahlen sogar im Vergleich zu den übrigen überdurchschnittliche Erfolge. 1929 erhielt sie bei den Landtagswahlen 7% Stimmen was es Wagner ermöglichte in den Landtag als dessen Mitglied einzuziehen und sich seine parlamentarische Immunität zu berufen. Mehrfach weigerte sich der dem Antrag des Justizministeriums zu folgen und der vielfachen strafrechtlichen Übergriffe Wagners Immunität aufzuheben.

An parlamentarischen Debatten beteiligte Wagner sich selten. Es kam ihm und seiner Partei darauf an das parlamentarische System lächerlich zu und zu behindern. Wichtig waren ihm dagegen mit seiner Stellung als Parlamentarier verbundenen Vorteile Diäten und die Freifahrten mit der Reichsbahn .

Am 2. Juni 1932 erklärte Wagner in öffentlicher Sitzung des Landtags es gelte den "wertezerstörenden" Parlamentarismus abzubauen. Wir Nationalsozialisten legen keinen Wert darauf Parlamentarier sein ".

Bereits 1930 hatte er im Landtag durchaus klar prophetisch dargelegt die Weimarer Verfassung und die Verfassung seien nur Weg zum Ziel. " Der Tag wird kommen wo das Machwerk Weimar mit Ihrem sogenannten Staate in sich ".

1932 wurde Wagner in die Reichsleitung der berufen.

Im Dritten Reich

Am 9. März 1933 kehrte Wagner mit den von Reichsinnenminister Wilhelm Frick verliehenen Befugnissen der obersten Landesbehörde nach zurück. Innerhalb weniger Tage war die Machtergreifung Land abgeschlossen. Wagner seit dem 5. Mai 1933 mit dem Titel eines Reichsstatthalters und gleichzeitig einer der 11 Gauleiter der NSDAP im deutschen Reich verkündete dies als Zeichen in Richtung SA - das Ende der Revolution.

Der Antimarxist

Die Gegenwehr des SPD -Abgeordneten Daniel Nußbaum der sich gegen seine in Schutzhaft wehrte und die zwei festnehmenden Polizisten nahm Wagner zum Vorwand "mit aller brutalen die Landtags- und Reichtstagsabgeordneten von KPD und SPD zu verhaften und in Konzentrationslager zu überführen. Ludwig Marum Jude im Sinne des nationalsozialistischen Rassebegriffs langjähriger Fraktionsvorsitzender der SPD im badischen Landtag Wagner 1934 ermorden.

Der Antisemit

Sofort nach der Machtergreifung ordnete der Antisemit Robert Wagner im Vorgriff auf das Gesetz "zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7. April 1933 und radikaler als jenes die sofortige aller im öffentlichen Dienst stehenden Beamten jüdischer Abstammung.

Am 1. April 1933 kam es zu ersten staatlich gebilligten gegen jüdische Geschäfte in Baden.

In der sogenannten Reichskristallnacht ließ er zunächst dem NS-Pöbel freien und unterband auch persönlich Versuche das Abbrennen Karlsruher Synagoge zu verhindern. Dann zog er in seinen Herrschaftsstil typischer Weise die Zügel wieder und sorgte für die bürokratisch legalistische Abwicklung Arisierung jüdischer Geschäfte und Vermögenswerte.

Nach Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Frankreich konnte Wagner als Chef der Zivilverwaltung des Elsass seine antisemitischen Pläne verwirklichen und schob mit Josef Bürckel dem Kollegen des eroberten Lothringen 6500 badische und pfälzische Juden sowie elsässische Juden in den unbesetzten Teil Frankreichs Auch insoweit griff er der allgemeinen Entwicklung Die planmäßigen Deportationen der deutschen Juden begannen übrigen Reich nämlich erst im Herbst 1941.

Die aus Baden und dem Elsass Juden wurden unter grausamen Bedingungen in dem Fuße der Pyrenäen liegenden Internierungslager Gurs untergebracht. den 4500 Juden aus Baden überlebten nur 2000 wurden 1942 in die Konzentrationslager Majdanek und Auschwitz verschleppt und ermordet. Gleiches geschah den Baden zurückgebliebenen Juden. Das Elsass sei "judenfrei" die nationalsozialistische Propaganda.

Germanisierung des Elsass

Hitler hatte Wagner und Bürckel aufgetragen in zehn Jahren zu melden dass ihr deutsch und zwar rein deutsch sei; er sie nicht danach fragen welche Methoden sie angewandt hätten".

Wagners Versuch das Elsass zu germanisieren auch wenn er mindestens 100.000 Menschen auswies nicht mehr ins Elsass zurückkehren ließ. Ab besann sich die NS-Verwaltung eines anderen. Man "deutsches" Blut nicht mehr in das feindliche abwandern lassen. Vielmehr wurden insgesamt 17 000 - meist politisch oder sonstwie als unzuverlässige Personen beispielsweise Personen und Familien deren Angehörige dem Reichsarbeitsdienst oder der Einziehung als Soldat der Wehrmacht entzogen hatten - zwangsweise in die Osten eroberten Gebiete verbracht. In Schelklingen bei Ulm waren für Elsässer spezielle Lager eingerichtet Dort wurden sie dann in Arbeit "vermittelt". weitergehenden viel umfangreicheren Umsiedlungspläne in die Distrikte Lublin und Zamosc wurden dagegen kriegsbedingt nicht mehr umgesetzt.

Städte- und Staßennamen wurden "eingedeutscht". Aus wurde beispielsweise "Ludwigsfeste". Die Bürger wurden durch vom 15. Januar 1943 gezwungen ihre Familiennamen deutsch klingende umzuwandeln.

Der Gebrauch der französischen Sprache wurde Wer dem zuwider handelte konnte in dem Schirmeck landen.

Nur wenige Elsässer waren bereit der beizutreten. Freiwillig meldeten sich nur wenige in Wehrmacht oder die Waffen-SS einzutreten so dass auf Wagners Initiative August 1942 die allgemeine Wehrpflicht eingeführt und den Rekruten gleichzeitig die deutsche Staatsangehörigkeit aufgezwungen wurde. widersprach den völkerrechtlichen Regeln zur Behandlung der Bevölkerung eines Gebietes. Viele jungen Elsässer der Jahrgänge 1908 1910 wurden anstatt zur Wehrmacht zur Waffen-Ss Im Januar 1944 vereinbarte Wagner mit Himmler - die Wehrmacht unter Keitel hatte sich insoweit geweigert - die französischen Reserveoffiziere zur Waffen-SS einzuberufen. 42 Offiziere sich auch durch Druck nicht beeinflussen ließen er in das KZ Neuengamme einliefern. 22 verloren in dem Konzentrationslager Leben.

Zur Abschreckung von Deserteuren führte Wagner die Sippenhaft ein.

Insgesamt betrug die Anzahl der Wehrpflichtigen den betreffenden Jahrgängen 200 000. 40 000 konnten sich der Einziehung entziehen. Rund 100 Elsässer mussten dem Deutschen Reich als Soldaten 20 000 dieser Soldaten fielen im Krieg 000 mussten als vermisst gemeldet werden 10 wurden im Feld schwer verwundet.

Zur politischen Erziehung ließ Wagner in ein Sondergericht einrichten. Nur der Todesstrafe komme Abschreckungswirkung - so Wagner - und so verhängte Sondergericht besonders viele Todesurteile. Wagner nahm vor Sitzungen des Sondergerichts Einsicht in die Ermittlungsakten pflegte mit dem Präsidenten des Gerichts Huber dem Statsanwalt Simon das Strafmaß festzulegen.

Bereits 1940 hatte Wagner "für elsässische Dickköpfe" ein Konzentrationslager bei Schirmeck errichten lassen über welches trotz einiger Versuche der SS das Lager das System der Konzentrationslager einzugliedern die Oberaufsicht Dieses Lager hatte im August 1941 650 Im September 1942 war es mit etwa Männer und 400 Frauen belegt.

Daneben wurden im elsässischen Konzentrationslager Strufhof von der SS betrieben wurde mehrere tausend politische Gegner und Widerstandskämpfer ermordet.

Der Kirchenfeind

Wagner hatte zunächst mit der katholischen Kirche unter dem Freiburger Erzbischof Conrad Gröber ein eher geordnetes Verhältnis jener den eigentlichen Feind im Bolschewismus sah und den neuen Staat positiv wollte. Dies änderte sich mit der Zeit Wagner entschiedener Gegner der Kirchen war und Einfluss entsprechend der nationalsozialistischen Ideologie zurückdrängen wollte. Versuche auch insoweit der allgemeinen Entwicklung vorzugreifen Gröber 1940 wegen seiner Silvesterpredigt zu verurteilen und seines Hirtenbriefes vom 12. Februar 1941 einzusperren scheiterten an Hitlers Veto der den Kirchenkampf auf die Zeit nach dem aufsparen wollte.

Mit der evangelischen Kirche hatte er im Unterschied beispielsweise zu Württemberg weniger Schwierigkeiten. selbst nämlich sorgte für den Zusammenschluss junger Pfarrer zum "NS-Pfarrbund" der sich 1933 der Deutsche Christen anschloss.

Das Ende

Dem Vormarsch der Alliierten im November 1944 entzog sich Wagner durch Flucht über Rhein . Bis zum Schluss versuchte er ihnen Widerstand entgegenzusetzen. Allen führenden Männern der "Bewegung" er mit der Todesstrafe wenn sie versuchen zu fliehen. Noch am 31. März 1945 drohte er allen "verbrecherischen Elementen" mit wenn sie bei "Annäherung des Feindes weiße zeigen würden". Mit Ende des Krieges tauchte zunächst als Knecht auf einem Bauernhof unter. er vom Tod seiner Frau erfahren hatte er sich den Amerikanern in Stuttgart die den Franzosen auslieferten.

Am 3. Mai 1946 verurteilte ihn das Straßburger Militärgericht in justizförmigen fairen Verfahren wegen seiner im Elsass Verbrechen zum Tod. Grund der Verurteilung waren Massenausweisung von 20.000 Menschen 1940 die Einrichtung des Lagers Schirmeck und Einflussnahmen auf das Sondergericht Straßburg mit seinen Todesurteilen.

Wagner "glaubte" bis zuletzt an Hitler. Strafe wurde am 14. August 1946 vollzogen.

Literatur

  • Wolfgang Hug Geschichte Badens 2.A. 1998 ISBN 3-8062-1022-5 S.326-357.
  • Lothar Kettenacker Nationalsozialistische Volkstumspolitik im Elsaß 1973 ISBN 3-421-01621-6
  • Eugène Riedweg 1939-1945 Strasbourg: ville occupée 1982 ISBN 2-86339-009-0
  • Ludger Syré Der Führer vom Oberrhein in: Michael Kißener/Joachim Scholtyseck Die Führer der Provinz 1997 ISBN 3-87940-679-0 S.733-780.



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