Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 26. Juli 2014 

Rudolf Tarnow


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Rudolf Tarnow (* 25. Februar 1867 in Parchim ; † 19. Mai 1933 in Schwerin ) ist ein plattdeutscher Schriftsteller .

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Rudolf Tarnow wurde am 25.2.1867 in Parchim als Sohn des Schuhmachers Heinrich Tarnow seiner Ehefrau Dorothea als ältester Sohn geboren. besuchte von 1873 bis 1881 die Mittelschule in Parchim. Von sich behauptete er ein recht guter Schüler gewesen sein. Er passte im Unterricht immer gut und ersparte sich so das Lernen zu

Mit guten Ergebnissen verließ er die und begann eine kaufmännische Lehre in einer seiner Heimatstadt die er 1885 erfolgreich abschloss. heiratete er Erna Bruns. Aus dieser Ehe 3 Kinder hervor Sohn Walter Tochter Elisabeth Sohn Rudolf. Nach seiner Dienstzeit beim Militär er einige Jahre Mitglied der Leibkompanie des von Schwerin war bewarb er sich erfolgreich um Stelle des Betriebsinspektors an der Nervenheilanstalt Sachsenberg Schwerin. Dort wohnte er in der Wismarschen Straße 173 und später 2.

Seine plattdeutschen Schriften zu veröffentlichen begann etwa 1910 zu den Feierlichkeiten anlässlich des Geburtstages von Fritz Reuter. Am 7.10.1910 erschien Sonderdruck das Gedicht "Ein Randewuh im Rathaus Stavenhagen". Danach schrieb Rudolf Tarnow viele Gedichte Abhandlungen die er nun auch regelmäßig drucken Seine Werke waren alle aus dem Leben und er nahm so die kleinen und Schwächen seiner Mitmenschen auf die Schippe.

Ganz besonders bekannt wurde sein "Köster Auch hier griff er auf Kindheitserinnerungen und das Zusammenwirken von Schule und Kirche zur Zeit zurück. Seine Liebe zu Kindern brachte u.a. in dem Kinderbuch "Rüter-Püter" und dem "Ringelranken" zum Ausdruck. Am 19.5.1933 verstarb Rudolf an den Folgen eines Herzleidens in Schwerin.

Heute sind viele Straßen in und in Mecklenburg-Vorpommern nach Rudolf Tarnow benannt.

Autobiografie

Tarnow wurde beim Bekanntwerden des nahenden Geburtstages im jahre 1927 zunehmend von Lesern und so allerlei dazu gedrängt seinen Werdegang Dies tat er jedoch nur widerwillig denn großem Trubel hatte er wenig am Hut. hatte große Mühe damit und wusste nicht recht was er schreiben sollte. Letztendlich entstand

"Nichts ist mir widerlicher als meinen sogenannten zu Papier zu bringen. Ich habe überhaupt Werdegang. Ich habe das selbe durchgemacht was übrigen Christenmenschen durchmachen müssen. Am 25.02.1867 soll geboren worden sein so steht's wenigstens auf Geburtsschein und zwar in der Geburtsstadt Moltkes Parchim worauf ich mir in meinem ´kindlichen´ nicht wenig einbildete. Als ´Klabater´ habe ich viel auf der Straße herumgetrieben habe mich anderen Jungs geprügelt - ich glaube ich immer die meisten gekriegt weil ich nicht genug auskniff - und bin dann zur gekommen. Ich soll ein guter Schüler gewesen die Lehrer haben es wenigstens in den bestätigt. In einem Fache haben sie sich geirrt die 1 im Fleiß habe ich verdient ich bin ziemlich faul gewesen aber habe ich in der Klasse wie ein und da ich ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis ´einen behölligen Kopp´ so kann ich eigentlich von den Leiden sondern nur von den der Schulzeit reden. Nach der Konfirmation kam in die Kaufmannslehre ins Kontor einer Tuchfabrik wäre wohl auch Kaufmann geblieben wäre heute ein angesehener Großkaufmann wenn mir nicht die einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. überredete mich beim ´Kommiss´ zu bleiben und Zahlmeisterlaufbahn einzuschlagen. ich bin darauf eingegangen habe 20 Jahre beim Kommiss abgerissen und wäre heute noch Militärbeamter wenn ich nicht 1906 einen Zufall auf die freie Stelle des an der Landesheilanstalt Sachsenberg aufmerksam gemacht worden Ich bewarb mich und habe sie erhalten sitze noch heute hier als wohlbestallter Oberinspektor. all diesen Sachen interessiert dich jedenfalls aber du willst mehr von der dichterischen Ader ´Erwachen des Genius´ etwas wissen wollen?

Ja dorvon bün ick nix fraud worden. kreg mit'n Mal so'n Jieper tau fantesieren tau riemen un schrew allerhand Kram un dat vörläsen ded denn lachten de Lüd dat hett mi kettelt un ich schrew mihr un dunn würd't ein Bauk un Lüd köften dat un ick hew mi Na denn man tau! Un hüt sünd all 6 Bäuker ´Burrkäwers' un ein Band Klickermann' un ein band 'Rüter Püter' un Band 'Ringelranken' un in'n ganzen sünd jo an 150 dusend Bäuker verköfft un wenn weck Lüd ok runner makt hemm un Bäuker wiern gornich tau bruken un ick mi blot nich inbilden dat ick'n plattdütschen wier denn hew ick ehr seggt: Ich jo ok gar keiner sien un wenn mien Bäuker nich läsen willt denn lat't dat blieben ick dremmel jug kein Bäuker dat makt Hinstorff un wecken mien Bäuker gaud naug schräben sünd de kann sick sülwst hensetten und bäder schrieben. Un denn mi taufräden laten un hüt mögen mi meisten Lüd die mi kennen ganz giern un ick dauh ok keinen wat ümmer tau un so un so. - Un bün ick sößtig Johr worden un allerhand un Hopphei hemm's mit mi makt. - lat't mi taufräden! Ick sitt lewer in stille Eck un drink ein Buddel Rotspohn. ich woll möcht könnt ji alltauhop mi gäben: Dörtig Johr jünger mücht ick sin wull ich jug öwer wiesen wat'n Hark O ha - o ha!"

Werk

Bücher

  • Burrkäwers (3 Bände)
  • Köster Klickermann
  • Rüter-Püter

Beispiel: Gedicht vom schiefen Globus

 De schew Globus Nu wier vergahn männig Johr Un ok ein Globus wier dor Un Klickermann wier forsch dorbi mit und Gegrafi Un fragen künn he krüz quier De Görn de wüßten noch väl Hüt oewer hett oll Klickermann Den swarten an Un sitt so mastig up den Un musingstill is rings de Schaul Denn giwt he Gegrafie - Un de Herr sitt dorbi. Herr Schaulratoewer is taufreden De de wüßten wat se säden. „Ja" seggt „lieber Klickermann Was ich als Schulrat fordern Auf dem Gebiet der Geographie Ich bin das wussten sie Die Kinder waren gut Nun möcht ich selbst noch etwas fragen eine Frage soll es sein Es fiel nebenbei so ein." Un ward nu nah`t gahn Dor würd dat Dings von Globus Up dissen Globus wiest he hen. „ sagt mal Jungs wie kommt es denn hier die Kugel wie Ihr seht Ganz nach einer Seite steht? Steht denn der immer so? Wie kommt es wohl Karl Wat? denkt nu Korl schew sall he Na Gott sei Dank ick hew`t nich Dat Best is woll hier swigg`t still kann nich weiten wat he will Dit mitünner ganz verdreiht Un seggt nu nix un steiht. „Nun?" ward de Schaulrat wieder „Wer von euch Andern kann es sagen? es denn keinem von Euch allen Beim mal aufgefallen Wenn Ihr die Kugelhabt gedreht sie ganz schief und schräge steht?" Doch wüßt un jedermann Keek schulsch den ollen an Se würden nu ierst ahnig ward`n se `nen schewen Globus harrn. „ Herr seggt nu Klickermann „Wenn ich mal unterbrechen Die Schiefigkeit ist ihr nicht klar; Ich ihn schon so viele Jahr Doch kam nicht bei mir zunichte Er war schon als ich ihn kriegte."  

Beispiel: Gedicht Mötst di nich argern

 Mötst di nich argern Hett keinen Mötst di blot wunnern Wat all passiert. ümmer denken De Lüd sünd nich klook hett Grappen Du hest se ok.  

 Mötst di nich argern Hett keinen Ward di blot schaden Un bringt di in Ward an di fräten As Qualm Rook. Is't nahst vergäten Büst grad so  

 Mötst di nich argern Is Unrecht dahn Haug mal up'n Disch - Un is't vergahn. Kort is dien Leben Un büst du dod Minsch blot nich argern lachen deit good !  

Siehe auch



Bücher zum Thema Rudolf Tarnow

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Rudolf_Tarnow.html">Rudolf Tarnow </a>