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Sünde


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Sünde ist ein Begriff insbesondere der Abrahamitischen Religionen ( Judentum Christentum Islam ) und bezeichnet eine Übertretung des Menschen dem Willen Gottes . Eng verbunden mit der Sünde sind Bekenntnis derselben sowie die Buße zur Wiedergutmachung. Folgen der Sünde sind ein Schaden der Seele sowie in letzter Konsequenz die Verdammung.

Sühne ist der Vorgang durch den Sünder wieder mit Gott versöhnt wird. Dieses jüdische Konzept wurde zu einer zentralen Lehre der christlichen Theologie .

Im Hinduismus und anderen vedischen Religionen werden unter Sünde Handlungen verstanden Karma verursachen.

Umgangssprachlich wird unter Sünde oft eine falsch angesehene Handlung verstanden ohne dass eine Aussage impliziert ist.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Das deutsche Wort Sünde hat eine gemeinsame Wurzel mit Worten germanischer Sprachen (Englisch sin Altenglisch synn Aldnorwegisch synd ). Es mag ursprünglich auf die indogermanische Wurzel *es- zurückgehen das Partizip des Verbes sein soviel wie seinend bedeutend.

Der griechische Ausdruck αμαρτια ( hamartia ) des Neuen Testaments der dem hebräischen Wort chat'at entspricht - beides bedeutet Verfehlen des konkret und im übertragenen Sinn - wird Sünde übersetzt.

Jüdische Sichtweise

Im Judentum ist die Übertretung eines Gottes eine Sünde. Die Gesetze sind dabei Zehn Gebote andere Vorschriften im Tanach ( Altes Testament ) sowie die im Talmud zusammengestellten Auslegungen. Nach jüdischem Verständnis begeht Mensch im Laufe seines Lebens Sünden. Gott dabei die angemessene Strafe durch Gnade aus.

Das allgemeine hebräische Word für Sünde aveira . Nach der Auslegung des Tanach werden Formen der Sünde unterschieden:

  • Pesha oder Mered : Absichtlich begangene Sünde in bewusster Auflehnung Gott.
  • Ovon : Emotional begangene Sünde bewusst aber nicht Auflehnung gegen Gott.
  • Cheit : Unbeabsichtigte Sünde

Nach jüdischer Lehre ist kein Mensch und alle Menschen haben mehrfach gesündigt. Dies bedingen allerdings keine andauernde Verdammung; nur wenige schwere Sünden sind (fast) unvergebbar. Nach dem Talmud wird Gottes Gnade in dreizehn Attributen

  1. Gott ist gnädig noch bevor der sündigt obwohl er weiß dass der Mensch Sünde fähig ist.
  2. Gott ist dem Sünder gnädig nachdem gesündigt hat.
  3. Gott kann sogar gnädig sein wo ein Mensch nicht vermag oder verdient.
  4. Gott ist mitleidsvoll und erleichtert dem die Strafe.
  5. Gott ist sogar denen gegenüber gnädig es nicht verdienen.
  6. Gott lässt sich nicht leicht in bringen.
  7. Gottes Freundlichkeit ist vielfältig.
  8. Gott ist ein Gott der Wahrheit; gilt sein Versprechen dem bekennenden Sünder zu
  9. Gott ist den zukünftigen Generationen freundlich wie die Nachkommen Abrahams Isaaks und Jakobs Freundlichkeit erfuhren.
  10. Gott vergibt bewusst begangene Sünden wenn Sünder bereut.
  11. Gott vergibt das bewusste Verärgern seiner wenn der Sünder bereut.
  12. Gott vergibt aus Irrtum begangene Sünden.
  13. Gott vergisst die Sünden derer die
Der Jude soll diese selben Prinzipien seinem Umgang mit den Mitmenschen anwenden.

Traditionell war der Tempel der Ort dem der jüdische Sünder durch Opfer sühnte. führten die in der Torah festgelegten Rituale (Gesang Gebet Gaben Tieropfer) Der Feiertag Yom Kippur ist ein spezieller an dem das ganze jüdische Volk zur seiner Sünden zusammenkommt.

In den späteren Büchern der Propheten leere Rituale abgelehnt und die Einstellung der in den Vordergrund gerückt. Gebet aufrichtige Reue Umkehr (Jonah 3 5-10 Daniel 4 27) das Geben von Almosen sind zentrale Elemente Sühne.

Siehe auch: Sieben Todsünden

Christliche Sichtweise

Der Begriff der Sünde und insbesondere Überwindung hat im Christentum eine zentrale Bedeutung. Sünde bezeichnet hier durch den Menschen verschuldeten Zustand des Getrenntseins Gott und ebenso einzelne schuldhafte Verfehlungen gegen Gebote die aus diesem Zustand resultieren. Allerdings es hier leicht unterschiedliche Zugänge zur Thematik den verschiedenen christlichen Traditionen (siehe weiter unten).

Allgemeine Betrachtungen

Die generelle christliche Sichtweise der Sünde über die alttestamentliche (jüdische) hinaus und ist ihren wichtigsten Punkten aus dem Neuen Testament entnommen.

Der Begriff Sünde geht von einer Beziehung des Menschen zu Gott aus. Sünde der Bruch dieser Beziehung. Die vielen einzelnen (sündhaften Handlungen) werden als Symptome der einen gesehen die im Leben ohne Gottesbeziehung besteht. im christlichen Sinn schließt immer eine Verfehlung Gott ein -- es gibt keine Sünde gegen Menschen. Ein Beispiel gibt das Gleichnis Verlorenen Sohn (Lukas 15 11-32 ) wo Sohn sich eigentlich nur zwischenmenschlich verfehlt aber zur Erkenntnis kommt: "Vater ich habe gesündigt den Himmel und vor dir..." (Lukas 15

Im neutestamentlichen Verständnis ist kein Mensch Natur aus frei von Sünde: "Wenn wir dass wir keine Sünde haben führen wir selbst in die Irre und die Wahrheit nicht in uns." (1. Johannesbrief 1 8). haben die Tendenz weitere Sünden nach sich ziehen. Der Mensch hat keine Chance im frei von Sünde zu werden.

Konkrete Sünden die ihm Neuen Testament werden sind: Entweihung des Tempels (Mk 11 Heuchelei (Mk. 23 1-36) Habsucht (Lk 12 Gotteslästerung (Mt. 12 22-37) Ehebruch (Mt. 5 Prahlerei (Mt. 6 1-18). Sündenlisten gibt es Römer 1 29 30 Epheser 5 1-6 Timotheus 3 1-4 .

Paulus schreibt im Römerbrief dass die Gottes (das Gesetz) die Sünde und die erkennbar machen: ohne die Gebote hätten die keinen Maßstab um ihre Sünde zu erkennen 7 7-13). Das wird heute noch z.B. Beichtspiegel angewendet wo man als Vorbereitung auf Beichte eine Liste der zehn Gebote mit Verstößen dagegen hat.

Arten der Sünde

Nicht alle Sünden sind gleich: Totschlag Diebstahl sind sichtbare Handlungen Neid und Habgier in Gedanken statt sind aber ebenso sündhaft. (Jak. 4 17) sind ebenfalls nicht offensichtlich doch Sünden. Sünden die jemand mit großer verübt wiegen schwerer als Sünden die jemand wenig Erkenntnis verübt (Lk. 12 47-48)

Die Römisch-Katholische Kirche unterscheidet zwischen:

Ostkirche

Die Orthodoxe Kirche betont insbesondere den Effekt der Sünde die Beziehungen zwischen Mensch und Gott sowie zwischenmenschlichen Folgen. Daher wird bei der Erlösung Aussöhnung und erneuerte Beziehung betont.

Westliche Kirchen

Westliche Kirchen ( Römisch-katholische Kirche Protestantische Kirchen ) sehen dagegen eher den rechtlichen Aspekt dann auch bei der Erlösung eine Rolle Die Römisch-katholische Kirche versteht unter Sünde nur Handlung selbst während der Protestantismus die menschliche selbst als sündhaft bezeichnet.

Römisch-katholische Kirche

Die römisch-katholische Kirche hat eine juristisch ausgearbeitete Lehre bezüglich (siehe Katechismus der Katholischen Kirche Artikel Sünde 1846-1876 und Abschnitt Die zehn Gebote Absatz 2052-2557) und Vergebung (Artikel Das Sakrament der Buße und der Versöhnung Absatz 1420-1498). Dazu gehören unter anderem Unterscheidung von Todsünde und lässlicher Sünde; erstere bedingen die Verdammung in der Hölle letztere führen zur zeitlich begrenzten Strafe Fegefeuer . Daneben gibt es den Ablass zum Erlass von Sündenstrafen.

Nach römisch-katholische Lehre hat die Erbsünde zwar die ursprüngliche Perfektion des Menschen aber nicht vollständig ausgelöscht. Daher ist der Mensch von sich aus bestrebt Gottes Vergebung Erlösung zu suchen. Einige protestantischen Kirchen (Methodistische teilen diese Sichtweise die in der protestantischen als Arminianismus bekannt ist.

Protestantische Kirchen

Die Auswirkung der Erbsünde wird in vielen Zweigen der protestantischen gänzlich anders als in der römisch-katholischen Kirche Die prägnanteste Formulierung dieser Sichtweise wird im Calvinismus gegeben findet sich aber auch in Richtungen wie etwa den lutherischen Kirchen. Danach ist der Mensch durch Erbsünde in einen Zustand Totale Verderbtheit gelangt der alleine durch Gottes Initiative Gnade ( sola gratia ) durchbrochen und durch den dann geschenkten ( sola fide ) aufrechterhalten werden kann.

Sühne im Christentum

Ursprung der Sühne

Die Sünde wird durch die Sühne nach christlicher Lehre geschah diese Erlösung durch Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi . Die genaue Bedeutung und Interpretation dieses Christentum so zentralen Gegebenheit wurde historisch unterschiedlich Neutestamentlich beginnt die chritliche Theologie in der mit der Ähnlichkeit zum alttestamentlichen jüdischen Tieropfer welches die Sünden abträgt.

Die Fragen zur Bedeutung des Todes den Grund des Sterben-müssens sind im Laufe Geschichte folgendermaßen beantwortet worden:

  • Origenes lehrte dass der Tod Christi ein Satan gezahlter Preis sei um seine gerechtfertigte nach den Seelen der sündigen Menschen abzugelten.

  • Irenäus von Lyon lehrte dass Christus in sich selbst Sünden aufnahm und somit die aus Adams bedingte Erbsünde ausglich.

  • Athanasius von Alexandria lehrte das Christus kam um Tod Korruption zu besiegen und um die Menschheit in Gottes Bildnis zu versetzen.

  • Anselm lehrte dass Christi Tod Gottes Gerechtigkeitssinn Diese Lehre ist in Anselms Cur Deus Homo entwickelt.

  • Peter Abaelard sah Christi Leiden (Passion) als Gottes mit seiner Schöpfung wodurch er seine Liebe

  • Johannes Calvin lehrte dass Christus der einzige Mensch Sünde freiwillig die Strafe aller Menschen Sünden sich nahm und stellvertretend gebüßt hat.

  • Karl Barth sah den Tod Christi als ein der Liebe Gottes und seines Hasses der

Diese Ansichten lassen sich (mit Einschränkungen) gruppieren:

  • Ersatz : Gott nahm in Christus die Strafe die Sünden der Menschheit auf sich damit Glaubenden der Strafe entrinnen können.

  • Beispiel : Der Tod Christi zeigt dem Christen es bedeutet sich dem Willen Gottes zu dadurch wird der Weg zum ewigen Leben

  • Offenbarung : Christi Tod offenbart dem Christen das Gottes und zeigt die versprochene Auferstehung.

  • Sieg : Der Tod Christi besiegte den Tod gibt den Toten ewiges Leben.

Ein volles Verständnis der christlichen Vorstellung Sühne erfordert eine Kombination dieser Punkte.

Befreiung von der Sünde

Die Frage wer in den Genuss Befreiung von der Sünde kommt und wie geschieht wird innerhalb christlicher Kirchen unterschiedlich gesehen. der offensichtlichen Tatsache dass jede Kirche ihre Methode für richtig hält lassen sich Gemeinsamkeiten feststellen.

Wesentlich ist die Anerkennung dass Jesus als Heiland (oder Retter) die Sünde(n) vergibt. dafür sind nach orthodoxem und römisch-katholischem Verständnis durch Taufe besiegelte Mitgliedschaft in der Kirche. Nach Verständnis ist es die Bekehrung mit der zur Vergebung der Sünden und der Mitgliedschaft der Kirche als öffentliche Zeichen.

Dem Christen werden dann die Sünden Bekennen (Beichte) und Buße vergeben. So weit sind sich alle einig bei den Einzelheiten gibt es jedoch

  • In der katholischen Kirche gibt es Bußsakrament bei dem die Sünden einem Priester gebeichtet werden der die Sünden vergibt.
  • In der katholischen anglikanischen und methodistischen gibt es bei jedem Abendmahl das gemeinsamen mit Zuspruch der Vergebung durch den Pfarrer den Lutheranern auch zwingend???)
  • In den evangelischen Kirchen kann Bekennen Buße auch im persönlichen Gebet zur Vergebung
  • Manche Freikirchen und Bewegungen praktizieren auch Beichte gegenüber einem Mitchristen der kein Geistlicher muss.

Siehe auch: Ablass Beichte Buße (Christentum)

Erbsünde

Das christliche Konzept der Erbsünde beschreibt einen von Geburt an bestehenden der Sünde oder der Neigung zur Sünde unabhängig von Handlungen des Individuums ist.

Islamische Sichtweise

Im Islam ist der Mensch ständig Versuchung ausgesetzt Sünden zu begehen. Diese bestehen Allahs Willen oder seine Schöpfung zu verletzen.

Siehe auch:

Erlösung Katechismus Sündenfall Gott Religion



Bücher zum Thema Sünde

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