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Sándor Márai


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Sándor Márai (* 11. April 1900 in Kaschau Österreich-Ungarn ; † 22. Februar 1989 in San Diego USA ( Suizid )) war ein ungarischer Autor . Er erlebte in den letzten Jahren seinen Roman Die Glut eine sprichwörtliche Renaissance. Zu seinen Charaktereigenschaften Scharfsinn und Humor. Er war ein depressiver äußerst politischer Exilliterat.

Inhaltsverzeichnis

Biografie / Geschichtliche Hintergründe

Sándor Márai wurde am 11. April 1900 im seit 1921 slowakischen Košice dem ungarischen Kassa (zu Kaschau) als Sohn eines Juristen geboren. In Verhältnissen aufgewachsen Ordnung Langsamkeit und den ruhigen der Dinge entsprechend alt hergebrachter Traditionen gewöhnt er 1919 als Reaktion auf den Zerfall der in die drei Einzelstaaten Ungarn Österreich und Tschechoslowakei nach Deutschland studierte hier Journalistik am für Zeitungskunde der Universität Leipzig in Frankfurt am Main und Berlin ohne jemals zu einem gekommen zu sein.

Literarisch versuchte er sich in dieser nach dem ersten großen Umbruch seines Lebens in Artikeln für das Satireblatt Der Drache des sächsischen Herausgebers Hans Reimann. Später er dann im Feuilleton der Frankfurter Zeitung - die seiner Meinung nach einzig Weltzeitung Deutschlands.

Márai floh inzwischen verheiratet 1923 nach einem sehr freizügigen Leben in vor der Inflation nach Frankreich . Er arbeitete dort als Korrespondent der Zeitung in Paris konnte finanziell jedoch nicht wieder Fuß und geriet in Armut.

Nach seiner Zeit in Paris kehrte 1928 orientierungslos und verwirrt nach Ungarn zurück dort an längeren Texten in seiner Muttersprache arbeiten und so sich selbst zu finden. begann seine produktivste Schaffensphase: Etliche Werke entstanden davon wurden bis heute ins Deutsche übersetzt.

Márai erlebte seinen ersten großen Erfolg mit den Bekenntnissen eines Bürgers .

In Ungarn regierte während der dreißiger und vierziger Jahre der faschistische Diktator und ehemalige Miklós Horthy . Seit 1941 befand sich daher Ungarn an der Deutschlands im Krieg obgleich sich Horthy mehr an Mussolini denn an Hitler orientierte und sein weitaus weniger antisemitisch geprägt war.

Am 18. März 1944 besetzten die deutschen Truppen Ungarn. Márai sich währenddessen mit seiner Frau Lola die Abstammung war. Da die Ehe kinderlos blieb die beiden zu jener Zeit einen Kriegswaisen Budapest: János.

Die Rote Armee übernahm nach ihrem Vorstoß gegen die Ungarn stationierten Deutschen im Februar 1945 die Herrschaft. Nach Kriegsende konnten die unter Rákosi eine von zwei Moskau-orientierten bolschewistischen die Macht an sich bringen.

Márais Wohnung inklusive seiner Bibliothek die 6000 Bücher umfasste wurde im Krieg zerstört. war ein schwerer Schlag für den ohnehin depressiven Literaten. Seine finanziellen Sicherheiten und ein Faden der Bindung zu seinem - nun kommunistischen - Heimatland gingen damit verloren. Es ihn von nun an nichts mehr in er emigrierte nach Italien .

Doch schon nach einem kurzen Aufenthalt im Winter 1946 / 47 entschloss sich Márai nach Ungarn zurückzukehren im Umfeld seiner Sprache leben und schreiben können was für ihn zur literarisch notwendigen geworden war. Er betrachtet jegliche Fremdsprache als weshalb er nurmehr in seiner Muttersprache also publizieren wollte.

Im September 1948 verließ Márai Ungarn endgültig. Seine Werke im kommunistischen Ungarn nicht verboten jedoch traten Kritiker auf den Plan die seine Texte Strich und Faden verrissen. Jeglicher Erfolg blieb ihn unerreichbar.

In den zwei Jahren bis 1950 in der Schweiz und den darauf folgenden zwei Jahren Neapel lebte Márai wieder in ärmlichen Verhältnissen.

Dieser Umstand verbesserte sich etwas als Europa zum ersten Mal den Rücken kehrte nach New York auswanderte. Dort erwarb er nach einem Aufenthalt in München 1957 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft . Literarisch führte er nun ein bescheidenes Er schrieb auf Ungarisch was seinem Bekanntheitsgrad Amerika sicherlich nicht zugute kam. Verlegt wurde von dem kleinen Emigrantenverlag Vörösváry-Weller-Publishing in Toronto Kanada dessen Besitzer selbst Ungar war. Márai dort wenigstens bis 1972 . In jenem Jahr erschien Land Land! im oben genannten Verlag.

Bevor Sándor Márai endgültig von Europa nahm lebte er noch einige Jahre in Salerno Italien. Danach ging er direkt nach Diego im US-Bundesstaat Kalifornien .

Am 4. Januar 1986 erlag seine mittlerweile erblindete Frau Lola Krebsleiden. Etwas mehr als ein Jahr später ihr Márais Adoptivsohn János in den Tod.

In unendlicher Trauer über den Verlust Frau seines Sohnes und nicht zuletzt seiner belegte Márai einen Schießkurs bei der örtlichen erhielt einen Waffenschein und kaufte sich anschließend einen Revolver inklusive Munition .

Am 15. Januar 1989 schrieb er seinen letzten Tagebucheintrag 22. Februar 1989 wählte er den Suizid. erschoss sich.

Auszüge aus den Tagebüchern

Die hier angeführten Auszüge aus den Sándor Márais sollen einen Einblick in das des Exilliteraten bieten die geschichtlichen Hintergründe aus Perspektive beleuchten und uns so zu einem Verständnis der Gründe die für seinen Lebenslauf waren führen.

1945-1957

Wie Lope de Vega der - Sterben flüsternd - bekannte er habe Dante „satt“ so flüstere auch ich wenn es hört: Ich habe Goethe satt.

Aber obgleich ich ihn satt habe es doch einen Satz von ihm der trifft: "In jeder großen Trennung liegt ein Keim Wahnsinn" - und ich begreife warum ich aller praktischen Schwierigkeiten und Gefahren den Augenblick verhängnisvoll empfand in dem ich Ungarn verließ.

Ich frage ob es ein Foto einen Film von der Hinrichtung gibt. Er es nicht. Der Senatspräsident Jancsó hat inzwischen begangen. Gábor Péter wurde eingesperrt vielleicht haben noch Pläne mit ihm. Das Vaterland ist eine Kathedrale. Und manchmal wie eine Kloake.

Wie jeder Despot wußte Caligula daß Macht eine magische Kraft ist. eine Kraft nur solange sie magisch ist. berichtet Suetonius .

Der Emigrant begeht einen Fehler wenn Persönlichkeiten und Erscheinungen des Vaterlandes kritisiert - ist herausgetreten aus dem zauberkreis der Emotionen kennt nicht mehr den wahren Sinn und der Wörter und Dinge in der Heimat. einen Fehler begeht auch wer von der aus die Emigranten für einen Haufen fahrender ansieht. Schließlich sind nicht alle Vaterlandsverräter die und unter großen Opfern die Heimat verlassen aus Angst daß man sie zwingt bei Schurkerei mitzumachen.

1958-1960

Begabung was ist das?... Thomas Hobbes der Verfasser des Leviathan lebte einundneunzig Jahre und immer im Aber während er zürnte spielte er regelmäßig Tennis noch im Alter von fünfundsiebzig Jahren 17. Jahrhundert war dieser Sport nur etwas für nach dem Tennis sang er lange und weil das „gut für die Lunge“ war rauchte ständig Pfeife und er überlebte die Revolution die Hinrichtung Karls I. Cromwell die Thronbesteigung Karls II. und alle die lautstark forderten den des Leviathan auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Das Begabung.

Flüchtlinge ein junges Ehepaar. Sie sprechen die "Klingelangst" in der Heimat. Später geben verlegen zu daß sie hier in Amerika Dollarangst kennengelernt haben. Und schauen überrascht als sie endlich begriffen daß es überall Angst

1968-1975

Auch nach dem Ende von Hitlers kam aus den deutschen Schreibtischschubladen nicht jenes zum Vorschein das viele erwartet hätten... das das während des Terrors heimlich geschrieben und Asyl versteckt wurde und auf den Tag da der Autor die Wahrheit sagen konnte...

Der Tod kommt nicht von draußen klingelt nicht er schreibt keinen Brief er auch nicht an: Der Tod ist in ganz und gar. Eines Tages finden wir wie etwas das man in der Tasche Wintermantels vergessen hat.

Eine Literatur kann ebensowenig ins Exil wie eine Bevölkerung die in der Heimat und die Folgen einer durch Gewalt und herbeigeführten Situation trägt. [...]

1976-1983

Der eine Emigrant erschaudert wenn er Grenze überschreitet und er sagt: "Entsetzlich. Ich eine Welt verloren." Der andere Emigrant reibt im selben Moment die Augen und sagt: Ich habe eine Welt gefunden."

Emigration. Rimbaud emigrierte nach Afrika. Attila József zwischen Schienen. Proust in die Krankheit Nietzsche in die Irrenanstalt. Krúdy nach Alt-Buda er Schweine mästet. (Nicht viele immer nur

1984-1989

Im Kaufhaus des Todes veranstalten die auf den Korridoren einen Rollstuhlwettkampf. Manche Leichen sich herausgeputzt. Alles lieber nur das nicht Konsumtod.

L. ist gestorben

Gehen auf der Straße und auch Hause ist Taumeln. Die alte Putzfrau die in der Woche die Wohnung reinigt ist einzige Lebewesen mit dem ich spreche.

Der Tod ist kein Problem. Aber Sterben.

Letzter Tagebucheintrag am 15. Januar 1989

Ich warte auf den Stellungsbefehl bin ungeduldig will aber auch nichts hinauszögern.

Es ist Zeit.

Bibliografie

Im Folgenden nun eine Auflistung aller 2001 in deutscher Sprache erschienenen Werke Sándor in der Reihenfolge ihrer Entstehung:

  1. Die große Nummer. Ilonka Übersetzung: Tibor von
  2. Die französische Jacht und andere Erzählungen Übersetzung: von Podmaniczky / Ludwig Górcz
  3. ...Doch blieb er ein Fremder. Übersetzung: Mirza Schüching
  4. 20 Jahre in 700 Bildern. 1910-1930. Übersetzung:
  5. Achtung! Bissiger Hund! Übersetzung: Mirza von Schüching
  6. Bekenntnisse eines Bürgers. Übersetzung: Hans Skirecki
  7. Die Nacht vor der Scheidung. Übersetzung: Margit
  8. Die Eifersüchtigen. Übersetzung: Artur Saternus
  9. Schule der Armen. Übersetzung: Tibor von Podmaniczky
  10. Ein Herr aus Venedig. Übersetzung: Renée von / Georg von Komerstädt
  11. Begegnung in Bolzano. Übersetzung: Renée von Stipsicz-Gariboldi Georg von Komerstädt
  12. Das letzte Abenteuer. Schauspiel in 3 Für die deutsche Bühne: Jos. Paul Toth
  13. Sindbad geht heim. Übersetzung: Markus Bieler / Zaitai
  14. Die Möwe. Übersetzung: Tibor von Podmaniczky
  15. Der Richtige. Übersetzung: E. Burgenländer
  16. Wandlungen der Ehe. Übersetzung: Tibor von Podmaniczky
  17. Die Kerzen brennen ab. Übersetzung: Eugen Görcz
  18. Verzauberung in Ithaka. Übersetzung: Tibor von Podmaniczky
  19. Das Wunder des San Gennaro. Übersetzung: Tibor Mona von Podmaniczky
  20. Geist im Exil. Tagebücher 1945-1957. Übersetzung: Tibor Mona von Podmaniczky
  21. Der Wind kommt vom Westen. Amerikanische Reisebilder. Artur Saternus
  22. Musik in Florenz. Übersetzung: Artur Saternus
  23. Die Bürger von Kaschau. Für die deutsche Paul Mundorf
  24. Der große Augenblick. Für die deutsche Bühne: Mundorf
  25. Die Glut Übersetzung: Christiana Viragh

Quellen

  • Sándor Márai; Tagebücher 1; Oberbaum Verlag GmbH;
  • Sándor Márai; Tagebücher 1984-1989; Piper Verlag GmbH;
  • Sándor Márai; Die Glut; Piper Verlag GmbH;
  • Sándor Márai; Land Land!; Piper Verlag GmbH;




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