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Schweriner Schloss


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Schweriner Schloss vom See aus fotografiert

Das Schweriner Schloss liegt auf einer Schlossinsel im Schweriner See . Es ist Sitz des Landtages des norddeutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern . Es war für lange Zeit Sitz mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge. Bereits im 10. wurde über eine Burg in Schwerin berichtet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Schweriner Schlosses

10. Jahrhundert

Die erste Nachricht von einem Vorgängerbau heutigen Schlosses ist in dem Bericht enthalten der arabische Kaufmann Ibrahim ibn Jacub 973 seine ins slawische Gebiet östlich der Unter elbe unternommene Reise verfasste. Seine Beschreibung einer in einem Süßwassersee meint wahrscheinlich die obotritische auf der heutigen Schlossinsel. Das Vorhandensein einer Anlage untermauerten Ausgrabungen von Teilen des alten Burgwalls im Jahre 1987 .

12. Jahrhundert

Die Schweriner Burg war im Jahr 1160 im Zusammenhang mit den nach Osten Expansionsbestrebungen deutscher Feudalherren das Ziel eines Eroberungsfeldzuges Führung Heinrichs des Löwen (1129-1195). Die obotritischen Verteidiger unter dem Wendenfürsten Niklot zerstörten und verließen sie angesichts feindlichen Übermacht. Doch auch die deutschen Eroberer die ausgezeichnete strategische Lage und bauten wieder Festung auf. Die Stadtgründung Schwerins erfolgte im Jahr. Sie erlangte besondere Bedeutung durch die eines Bischofssitzes in ihren Mauern. 1167 belehnte Heinrichs des Löwen seinen Vasallen Gunzelin von Hagen mit Grafschaft Schwerin mit den anderen ehemals obotritischen Niklots Sohn Pribislaw.

14. Jahrhundert

1358 gelangte die Grafschaft durch Kauf den Besitz der Nachfahren Niklots die 1348 Herzögen von Mecklenburg erhoben worden waren. Ihre Residenz verlagerten von der Mikelenburg bei Wismar auf die im Landesinneren liegende Schweriner Als in der Spätgotik die Fürstensitze den gestiegenen Wohnansprüchen und wachsenden Repräsentationsbedürfnis angepasst wurden und es zur Ausbildung des Schlosstyps kam fand diese Entwicklung im Baugeschehen auf der Schweriner Burginsel ihren Von den damals errichteten Gebäuden steht noch so genannte Bischofshaus auf der Seeseite.

16. Jahrhundert

Seinen Fassadenschmuck aus roten Terrakottaplatten erhielt es aber erst als unter Johann Albrecht I. (1525- 1576) das sich anschließende Neue Lange Haus von 1553-1555 umgestaltet Beide Gebäude sind echte Schlossbauten denn bei sind zugunsten einer höchsten Wohnansprüchen genügenden Gestaltung Rücksichten auf etwaige Verteidigungsfunktionen unterblieben. Die Verwendung Terrakotten in der Bauplastik ist zur Renaissancezeit in Deutschland besonders in der norddeutschen dominant so am Fürstenhof in Wismar und am Gadebuscher Schloss. Das Material lieferte die Werkstatt aus Lübeck stammenden Meisters Statius von Düren (erwähnt Wenige Jahre später veranlasste Herzog Johann Albrecht den Neubau der Schlosskapelle. Dieser erste protestantische Kirchenbau Mecklenburgs wurde unter Baumeister Christoph (erwähnt 1549-1587) rechtwinklig an das Neue Lange angefügt. Von 1560 bis 1563 entstand der mit rechteckigem Grundriss und Emporen an den und Schmalseiten nach dem Vorbild der nur Jahre vorher erbauten Schlosskirchen in Torgau und Dresden . Das in den Formen der venezianischen Früh renaissance gehaltene Sandsteinportal an der Hofseite mit dem Relief Kreuztragung im Giebelfeld stammt aus der Werkstatt Dresdner Bildhauers Hans Walther (1526-1600). In die der nördlichen Empore sind Alabasterreliefs mit biblischen eingelassen. Fünf von ihnen schuf der in Zeit sehr bekannte Niederländer Willem van den (1530-1580) genannt Paludanus. Schwerin besitzt mit der ihm signierten "Erhöhung der ehernen Schlange" eine Kostbarkeit. Da das Schloss trotz seiner Insellage zusätzlicher Verteidigungsanlagen bedurfte um die Mitte des 16. Jahrhunderts wahrscheinlich jene italienischen Festungsbaumeister die unter Francesco a in Dömitz arbeiteten die Bastionen im Nordwesten Südosten -westen angelegt worden die später noch mehrfach wurden sich aber bis heute erhalten haben.

17. Jahrhundert

Der 1612 in mecklenburgische Dienste getretene Ghert Evert Piloot (gest. 1629) erarbeitete vor des Dreißigjährigen Krieges Pläne für einen vollständigen Neubau des Schlosses in den Formen einer niederländisch geprägten Tatsächlich begann man 1617 unter seiner Leitung mit den ersten musste sie jedoch wegen der kriegerischen Ereignisse einstellen. Nach den Plänen Piloots wurden zwischen 1635 und 1643 das Haus über der Schlossküche und Haus über der Schlosskirche aufgestockt und erhielten im Stile der niederländischen Renaissance.

18. Jahrhundert

In dieser Zeit entstanden vor der des Kapellenflügels ein Fachwerkbau für die herzogliche und auf der nordöstlichen Bastion der Teepavillon dessen Freitreppe der Bildhauer Johann Christoph Lücke 1742 vier Putten schuf. 1756 verließ der Schwerin und siedelte in die entstehende Residenz Ludwigslust über.

19. Jahrhundert (erste Hälfte)

Als die Residenz 1837 nach Schwerin zurückverlegt wurde befanden sich die Schlossgebäude einem schlechten baulichen Zustand. Außerdem entsprachen die verschiedenen Stilepochen stammenden einzelnen Bauten und die zugeordneten Wirtschaftsgebäude nicht den Vorstellungen des Landesherrn seiner zukünftigen Residenz. Der Großherzog Paul Friedrich (1800-1842) entschloss sich deshalb am Alten Garten Platz des heutigen Museums einen Schlossneubau errichten lassen. Der nach Plänen des Hofbaumeisters Georg Demmler (1804-1886) begonnene Bau wurde nach wenigen eingestellt da der Nachfolger des 1842 plötzlich Großherzogs Friedrich Franz II. (1823-1883) von diesem Abstand nahm und sich für eine tiefgreifende der historischen Anlage auf der Schlossinsel entschied. Umbau sollte sich auf die gesamte Anlage und nur die vier historischen Schlossbauten aus 16. und 17. Jahrhundert auf der Seeseite Eine weitere Forderung des Bauherrn war die einer repräsentativen Eingangsfront in der Achse der mehrere Neubauten bereits deutlich aufgewerteten von der zum Schloss führenden Schlossstraße. Nachdem Entwürfe des Dresdener Architekten Gottfried Semper (1803-1879) und des Berliner Hofbaumeisters Friedrich August Stüler (1800-1865) nicht die Zustimmung des Landesherrn hatten fertigte Demmler einen Entwurf an der von Sempers und Stülers Vorschlägen enthielt in Grundhaltung aber deutlich an französischen Renaissanceschlössern orientiert Mit dem Umbau des Schweriner Schlosses schuf sein bedeutendstes Werk. In Berlin 1804 geboren in Güstrow aufgewachsen studierte er an der Berliner und erhielt 1823 seine erste Anstellung in Von seinem Berliner Lehrer Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) gefördert übertrug man ihm 1825/26 Leitung des in der Schlossstraße zu errichtenden (heute Staatskanzlei M-V) das im wesentlichen nach Entwürfen entstand. Diesem Auftrag folgten bald weitere die Fassadengestaltung am Altstädtischen Rathaus der Neubau von [[Arsenal] und [[Marstall] städtebauliche Planungen denn Schwerin wuchs in jenen rasch über seine noch mittelalterlichen Grenzen hinaus. hatte als Hofbaumeister ebenfalls für den Schlossneubau geliefert die zunächst genauso wie Sempers und Pläne abgelehnt wurden. Er begab sich auf ausgedehnte Studienreise nach Frankreich . Dort fertigte der ihn begleitende Baukondukteur Willebrand (1816-1899) unter dem Eindruck der [Loire]]schlösser a. Schloss Chambord eine Skizze die Demmlers zur Ausführung bestimmten Entwurf offensichtlich beeinflusste. Demmler den Schlossbau vom Beginn der Abbruch arbeiten 1843 bis zum Jahresbeginn 1851 . In dieser Zeit bemühte sich der auch soziale Härten für die vielen am beschäftigten Arbeiter durch die Gründung einer Unfall- Krankenkasse zu mildern und mehrfach setzte er für eine gerechte Entlohnung der Beschäftigten ein. Engagement in der bürgerlich-demokratischen Bewegung 1848/49 und Kampf um den Erhalt der errungenen Verfassung nutzten konservative Kreise des Hofes aus setzten schließlich 1851 seine Entlassung aus dem durch. Demmler erhielt keine öffentlichen Aufträge mehr beschäftigte sich in der Folgezeit vor allem städtebaulichen und -planerischen Vorhaben die zu seinen allerdings nicht verwirklicht wurden. In den Jahren vertrat er als ein der Sozialdemokratie nahestehender einen sächsischen Wahlkreis im Reichstag. 1886 starb in Schwerin.

Thronsaal des Schweriner Schlosses

19. Jahrhundert (zweite Hälfte)

Demmlers Nachfolge als Leiter des Schlossbaus der Berliner Baumeister Stüler. Er veränderte den seines Vorgängers an der stadtseitigen Front entscheidend er die Fassade durch plastische Elemente und das große Niklot-Reiterstandbild bereicherte. Als krönenden Abschluss er an die Stelle der von Demmler Laterne eine monumentale Prunkkuppel. Bei einigen innenarchitektonischen versicherte er sich der Mitarbeit von Heinrich (1805-1880) aus Berlin. Schweriner und Berliner Werkstätten die meisten Teile des plastischen Schmucks und Innenausstattung. Die festliche Einweihung des Schlosses fand Mai 1857 statt. Eigens zu diesem Anlass der Komponist Friedrich von Flotow (1821-1883) seine Oper Johann Albrecht geschaffen.

20. Jahrhundert

Im Dezember 1913 zerstörte ein verheerender etwa ein Drittel des Baues. Der Burgseeflügel bis auf die Grundmauern der nach Süden Schlossgartenflügel in den Obergeschossen aus. Der prunkvolle Saal und das reich gestaltete Haupttreppenhaus wurden zer-stört. Als der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin 1918 infolge der Ereignisse der Novemberrevolution abdankte war erst die äußere Wiederherstellung Schlosses beendet. 1919 ging das Schloss in Besitz des Staates über ab 1921 wurden historische Räume der Öffentlichkeit als zugänglich gemacht. Nach Entwürfen des Architekten Friedrich entstand 1948 im Burgseeflügel der Plenarsaal mit den Nebenräumen für den Landtag Mecklenburg-Vorpommern . Von 1952 bis 1981 nutzte eine Pädagogische Schule zur Ausbildung Kindergärtnerinnen den größten Teil des Schlosses. Das Museum für Ur- und Frühgeschichte war bis im Burgseeflügel etabliert. Ein polytechnisches Museum existierte 1961 bis 1994 in der Orangerieanlage . 1974 setzte mit der beginnenden Restaurierung Innenräume die erneute Nutzung des Schweriner Schlosses Kunstmuseum ein. Seit Herbst 1990 hat der Mecklenburg-Vorpommern wiederum seinen Sitz im Schloss Schwerin.

  

Anmerkung zum Text

Text mit Genehmigung von http://www.landtag-mv.de kopiert. Änderungen Ergänzungen selbstverständlich erlaubt und

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