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Seeschlangen


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Seeschlangen
Systematik
Stamm : Chordatiere (Chordata)
Unterstamm : Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse : Kiefermäuler (Tetrapoda)
Reihe : Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse : Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung : Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnungen : Schlangen (Serpentes)
Familie : Seeschlangen (Hydrophiidae) )
Gattungen
  • Aipysurus
  • Amydocephalus
  • Acalyptophis
  • Astrotia
  • Enhydrina
  • Ephalophis
  • Hydrelaps
  • Hydrophis
  • Kerilia
  • Kolpophis
  • Lapemis
  • Parahydrophis
  • Pelamis
  • Thalassophina
  • Thalassophis
  • Laticauda

Neben den Meeresschildkröten stellen die Seeschlangen (Hydrophiidae alternativ auch Hydrophiinae) die bekanntesten heute im Meer lebenden Reptilien dar. Sie gehören zu den Schlangen (Serpentes) und innerhalb dieser in die der Vipernartigen eingeordnet. Ihre nächsten Verwandten sind offensichtlich die Giftnattern (Elapidae) zu denen auch Kobras (Gattung Naja ) gehören. Von den Seeschlangen sind etwa Arten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale der Seeschlangen

Die meisten Seeschlangen erreichen Körpergrößen zwischen 2 und 1 4 Metern einige Arten jedoch auch deutlich über 2 Meter lang etwa Hydrophis cyanocinctus mit 2 5 Metern oder Hydrophis spiralis mit bis zu 2 75 Metern. werden die Weibchen deutlich länger als die Auch in der Körperform variieren die Seeschlangen. Astrotia stoksi etwa ist im Verhältnis zur Körperlänge kräftig gebaut und wirkt entsprechend plump. Viele Hydrophis -Arten haben einen extrem langen und schmalen und Nackenbereich der früher zu der Annahme sie würden sich nur von entsprechend dünnen ernähren. Heute weiß man dass sie in Lage sind Beutetiere zu schlucken die den Körperumfang wie sie haben. Der schmale Kopf offensichtlich dem Aufspüren von Beutetieren in engen

Seeschlangen unterscheiden sich aufgrund ihrer marinen in einigen Merkmalen deutlich von anderen Schlangen. ist das auffälligste sichtbare Merkmal der seitlich Schwanz der allen Seeschlangen gemein ist. Hinzu meist eine reduzierte Anzahl von Bauchschuppen (Ventralia bei den Laticauda -Arten) und die unter der Zunge liegende die einer Ausscheidung von überschüssigem Salz dient. weiteren ist der rechte Lungenflügel der Seeschlangen vergrößert und reicht bis in die Schwanzspitze Tiere wodurch längere Tauchgänge möglich werden. Auf Weise müssen die Tiere nur in Abständen etwa 30 Minuten bis 2 Stunden an Wasseroberfläche zum Atmen. Teile der Lunge dienen weiteren als hydrostatisches Organ und ermöglichen den Tieren Tauchtiefen bis Metern.

Einige dieser Merkmale kommen auch bei nicht näher verwandten Schlangen taxa vor. So besitzen die im Brackwasser lebenden Warzenschlangen ebenfalls eine Salzdrüse und Reduktion der Ventralia kann bei verschiedenen wühlenden gefunden werden etwa bei den Blindschlangen.

Vorkommen

Die Seeschlangen bewohnen die tropischen Meeresregionen Indischen Ozeans und des Pazifischen Ozeans . Man trifft sie entsprechend vom Persichen Golf bis in die japanischen Küstengewässer sowie an den Küsten der Inseln bis nach Australien . Bis auf die sehr weit verbreitete ( Pelamis platurus ) leben alle Seeschlangen in Küstennähe. Die hat sich außer in den genannten Gebieten an die Küsten Madagaskars und Südost-Afrikas sowie an die Westküste tropischen Amerikas ausgebreitet wobei sie auch schon Panama-Kanal angetroffen wurde. Einige Wissenschaftler brfürchten dass die Schlange über den Panama-Kanal auch in Karibik ausbreiten könnte und hier als Neozoon ein schwerwiegendes ökologisches Problem auslösen könnte.

Alle anderen Arten leben vornehmlich im an den Küsten häufig im Bereich von (etwa Enhydrina schistosa ). In diesen Flüssen können sie mitunter weit ins Landesinnere eindringen allerdings ist mit Hydrophis semperi nur eine Art bekannt die dauerhaft Süßwasser lebt. Das Verbreitungsgebiet dieser Schlange ist den etwa 270 km² Lake Taal auf Phillippinneninsel Luzon beschränkt. Von Laticauda crockeri sind auf den Solomon-Inseln ebenfalls Süßwasserpopulationen bekannt. Im Roten Meer kommen (wahrscheinlich) keine Seeschlangen vor da Salzkonzentration hier mit 4% offensichtlich zu hoch in den Verbreitungsgebieten liegt der Salzgehalt bei 3 5 %.

Lebensweise

Ernährung

Seeschlangen sind wie beinah alle Schlangen und ernähren sich vor allem von Fischen. sind einige Arten regelrechte Nahrungsspezialisten. Laticauda columbrina ernährt sich etwa vornehmlich von bestimmten und Hydrophis ornatus ist auf Welse spezialisiert. Die Plättchen-Seeschlange und jagt als Freiwasserspezialist beinah ausschließlich entlang Driftlinien also dem Bereich wo zwei Wasserschichten liegen. Hier lebt vor allem Plankton welches der verschiedensten Freiwasserarten anlockt bei Magenuntersuchungen bei Art wurden entsprechend Vertreter von 21 Fischarten fast ausschließlich Jungfische. Die in den Riffspalten Seeschlangen erbeuten demgegenüber meist recht große Beutefische.

Neben den Spezialisten gibt es natürlich Seeschlangenarten die ein sehr großes Beutspektrum haben. ernährt sich etwa Aipysurus laevis außer von Fischen auch von deren Laich sowie von Kopffüßern .

Fortpflanzung

Die Seeschlangen sind bis auf die Laticauda -Arten lebendgebährend und bekommen ihre Jungen im Die Laticauda -Arten verlassen demgegenüber das Meer und leben Eier an Land ab wo sie auch der Paarungs- und Eiablagezeit recht häufig anzutreffen und Ruhepausen einlegen. Zur Fortpflanzungszeit besiedeln die in sehr großen Zahlen verschiedene Inseln vor auf den Phillippinen finden sich dann Laticauda laticauda und Laticauda semifasciata in vielen tausend Exemplaren ein.

Die Tiere der Familie Hydrophiinae verbringen ganzes Leben im Wasser und bringen dort Junge zur Welt.

Natürliche Feinde

Neben dem Menschen haben die Seschlangen allem aufgrund ihres sehr wirksamen Giftes kaum Fressfeinde. Es ist anzunehmen dass sie gelegentlich Haien oder Walen gefressen werden Belege dafür fehlen allerdings. gegenüber wurden allerdings bereits größere Adler beobachte die Seeschlangen aus dem Meer und verspeisten.

  

Seeschlangengift

Seeschlangengift gilt als das giftigste Schlangengift Die Tiere besitzen feststehende Giftzähne im Vorderteil Maules sie gehören entsprechend zu den so "proteoglyphen" Schlangen. Dabei sind die Zähne etwas als bei den landlebenden Giftnattern ihre Länge bei den meisten Arten jedoch aus um Haut zu durchdringen. Ausnahmen bilden hier einige die sich vornehmlich auf die Ernährung durch spezialisiert haben.

Zur Verteidigung setzen die Tiere ihren nur sehr selten ein stattdessen fliehen sie Besonders in Südostasien werden die Tiere von Küstenfischern gern gefangen wobei diese sie ohne Schutzmaßnahmen mit den Händen hinter dem Kopf Trotz ihrer Bissfaulheit kommt es besonders durch sehr sorglosen Umgang der Fischer mit den nicht selten zu tödlich verlaufenden Bissen vor da in den kleinen Fischerdörfern nur selten zur Bissbehandlung zur Verfügung steht. So sind 90 Prozent aller dokumentierten Seeschlangenbisse als Unfälle Fang der Tiere anzusehen die meisten Bissunfälle von Enhydrina schistosa und Hydrophis cyanocinctus bekannt. Der Biss ist beinah schmerzfrei die Hautverletzung wegen der Feinheit der Zähne kaum zu sehen auch Blutungen und Schwellungen nicht beobachtet.

Das Gift selbst eine farblose bis und zähe Flüssigkeit besitzt einen sehr hohen an Neurotoxinen die bei den Beutetieren und potentiellen Lähmungen hervorrufen. Dazu gehören vor allem Lähmungen Extremitäten- und Atemmuskulatur ( Dyspnoe ) sowie Ausfälle von Hirnnerven (Ptosis). An der Bissstelle selbst kommt zu starken Nekrosen mit Funktionseinschränkung bis zum Verlust der Extremität. Als wichtigster Bestandteil im Gif gilt Neurotomin welches im Endeffekt auch für den verantwortlich ist. Die Giftdrüsen enthalten 10 bis Milligramm Gift bereits drei bis zehn Milligramm aber bereits tödlich. Allerdings verläuft nur etwa Viertel aller Bisse kritisch da nicht immer in die Bisstelle kommt. Etwa fünf bis Prozent dieser Vergifteten sterben an dem Biss. Erklärung für diese doch relativ geringe [[Mortalität] das Sparsamkeitsprinzip. Es ist anzunehmen dass die ihr Gift nur äußerst in äußerst geringen abgeben da für die Vergiftung ihrer Opfer Fische) bereits kleine Mengen ausreichen.

Die ersten Anzeichen einer Nervenlähmung zeigen beim Menshcen meist erst nach mehr als Minuten es kann allerdings auch einige Stunden Anfangs kommt es zu einem Trockenheitsgefühl im und einer Zungenlähmung meistens gemeinsam mit Übelkeit Erbrechen. Den ersten Anzeichen folgen oft Angstattacken oder auch Euphorie . Nachfolgend werden die Extremitäten gefühllos beginnend den Beinen. Die weitere Lähmung ist aufsteigend setzt sich über die Bauch- und Brustmuskulatur schliesslich kann nur noch das Zwerchfell die Atmung leisten. Bis zu seinem bleibt der Gebissene bei vollem Bewusstsein obwohl für einen Beobachtr einen schlafenden Eindruck macht. 25% der Todesopfer tritt der Tod nach 8 Stunden nach dem Biss ein bei innerhalb von acht bis 24 Stunden und den verbleibenden 25% nach bis zu drei

Bei allen Seeschlangenbissen wird als Erste Hilfe die so genannte "pressure / immobilization-technique" Ausserdem muss die Atmung gewährleistet werden indem Tubus in den Hals eingeführt (endotrochleare Intubation) mit dessen Hilfe beatmet wird. Weitere Massnahmen von den auftretenden Symptomen abhängig für beinah Arten der Seeschlangengifte gibt es Gegengifte (Antiserum Antivenin).

Wirtschaftliche Bedeutung

Seeschlangen als Fleischlieferanten

Die wirtschaftliche Nutzung der Seeschlangen ist zwei unterschiedliche Zwecke relevant zur Ernährung und Lederverarbeitung. Dbei dienen Seeschlangen vor allem in küstennahen Gebieten der Phillippinen auf den Gesellschaftsinseln sowie in Japan als beliebte Fleischlieferanten. In Japan werden aus den Phillippinen imporiert da der Bedarf Fangzahlen übersteigt.

Seeschlangen als Lederlieferanten

Als Lederlieferanten spielen die Seeschlangen beinah auf den Phillippinen eine Rolle. Als meeresbewohnende unterliegen diese Tiere nicht dem Schutz des of Environment and Natural Resources" (DENR) die Handel mit Wildtieren und ihren Produkten auf Inseln reguliert und für alle Reptilien verbietet. Zuständigkeit für die Seeschlangen liegt im "Bureau Fisheries and Aquatic Resources" (BFAR) und ein zur Nutzung der marinen Resourcen ist in Inselstaat wie den Philippinen mit einem sehr Anteil an Menschen die vom Fischfang leben vorgesehen noch durchsetzbar. Des weiteren treten die Seschlangen in ihren Verbreitungsgebieten in so großen auf dass ein Gefährdung aktuell nicht zu ist.

Lohnend ist der Fang von Seeschlangen die Lederindustrie auch nur dort wo diese großen Mengen auftreten da der Lederpreis für Tiere im Verhältnis zu anderem Schlangenleder gering lukrativste Fanggebiet ist dabei die Koralleninseln Gato vor der Küste von Cebu hier vor allem die Plattschwanz-Seeschlangen sehr häufig 1949 berichteten etwa Herre und Rabor dass einem einzigen Jahr auf der Insel über Laticauda fasciata gefangen wurden. 1960 wurde die Genehmigung zum Fang der auf und um Gao an einen Geschäftsmann und in der Folgezeit entstand in Tapulan Cebu der erste vollständig auf die Häutung Tiere spezialisierte Betrieb in dem die Verarbeitung heute weitgehend in Handarbeit geschieht. 1976 wurden noch 13.052 Laticauda gefangen bis 1981 reduzierte sich die Nachfrage und damit der Fang auf gerade mal noch 1 Exemplare die Seeschlangenfischerei wurde zu einem Nebenerwrb Fischer.

Systematik

Wie bereits eingangs erwähnt gehören die in die nähere Verwandtschaft der Giftnattern (Elapidae) werden sie häufig auch als Unterfamilie Hydrophiinae der Giftnattern eingruppiert. Ein Fossilbeleg für die der Seeschlangen ist allerdings bislang nicht bekannt.

Innerhalb der Seeschlangen werden traditionell zwei die "Echten Seeschlangen" (Hydrophiinae) und die "Plattschwanz-Seeschlange" nur mit der Gattung Laticauda ) unterschieden. Nach neueren Untersuchungen wurde diese aufgegeben und alternativ werden drei oder vier Gattungsgruppen zusammengefasst. Die folgende Darstellung folgt der nach Rasmussen (1997) die im wesentlichen auf des Schädels basiert etwa der Form des und des Maxillare:

  • Aipysurus -Gruppe
    • Aipysurus
    • Amydocephalus
  • Hydrophis -Gruppe
    • Acalyptophis
    • Astrotia
    • Enhydrina
    • Ephalophis
    • Hydrelaps
    • Hydrophis
    • Kerilia
    • Kolpophis
    • Lapemis
    • Parahydrophis
    • Pelamis
    • Thalassophina
    • Thalassophis
  • Laticauda -Gruppe
    • Laticauda

Molekulare Untersuchungen zur Phylogenie der Seeschlangen nach Keogh et. al auf der Basis von Cytochrom b and rRNA-Sequenzen legen eine noch weitere Zerlegung der Systematik nahe da nach dieser außer den Unterfamilien teilweise auch die neu gebildeten Gattungs-Gruppen sogar etablierte Gattungen als nicht-natürliche Gruppen (Paraphyla werden.

Literatur

Allgemein

  • Keogh JS Shine R Donnellan S Phylogenetic Relationships of Terrestrial Australo-Papuan Elapid Snakes Hydrophiinae) Based on Cytochrome b and 16S Sequences Mol. Phylogenet. Evol. 10 (1): 67-81
  • McDowell SB (1969): Notes on the Australian sea-snake Ephalophis greyi Smith (Serpentes: Elapidae: Hydrophiinae) and the origin classification of sea-snakes J Linn. Soc. Zool. 48 : 333-349
  • McDowell SB (1972): The genera of sea-snakes of the Hydrophis (Serpentes: Elapidae) Trans. Zoo]. Soc. Lond 32 : 189-247
  • Rasmussen AR (1997): Systematics of sea snakes; a critical review In: Thorpe R.S. Wüster W. & A. (Hrsg.): Venomous snakes - ecology evolution and snakebite Clarendon Press (Oxford)/Symp. Zool. Soc. London 70 15-30
  • Smith MA (1996): Monograph of the sea snakes (Hydrophiidae) British Museum of Natural History London
  • Voris HK (1977): A phylogeny of the sea snakes (Hydrophiidae) Fieldiana Zool. 70 79-169

  • Reptilia 14 12/98 (Schwerpunktthema Seeschlangen):
    • Gaulke M: Fotoreportage Seeschlangen
    • Voris HK Voris HH: Pendler zwischen den tropischen Gezeiten: Das Leben Seekobra Laticauda colubrina.
    • Gaulke M: Seeschlangen als Handelsware

Wirtschaft

  • Bacolod PT (1984): Notes on sea snake fishery on Gato Philippines and a proposal for a conservation management program The Philip. Scientist 21 155-163
  • Bacolod PT (1990): The biology of some commercially important species sea snakes (Hydrophiidae) in th Visaya Seas The Philip. Scientist 27 61-88
  • Herre AWC Rabor DS (1949): Notes on philippin sea snakes of the Laticauda Copeia 182-284
  • Ward TM (1996): Sea snakes by-catsh of prawn trailers on Northern Australian continental shelf Austr. J. Mar. Freshwater Res. 47 631-635
  • Wassenberg TJ Salini JP Heatwole H JD (1994): Incidental capture of sea snakes (Hydrophiidae) by trawlers in the Gulf of Carpentaria Austr. J. Mar. Freshwater Res. 45 429-443



Bücher zum Thema Seeschlangen

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