Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 22. November 2014 

Segeln


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Gaffelkutter

Segeln ist eine Fortbewegungsart unter Nutzung des Windes bei der ein scheinbarer Wind ein oder mehrere Segel anströmt und dadurch Vortrieb des Bootes bewirkt. Auch beim Segelfliegen kommt das Prinzip zur Anwendung. Segeln heute fast ausschließlich als Freizeitaktivität oder Wassersportart betrieben. Früher wurden Segelschiffe auch in Kriegs- und Handelsmarine eingesetzt. Verwandt mit dem ist das Windsurfen .

Inhaltsverzeichnis

Arten von Segelbooten

Man unterscheidet heute bei Segelschiffen zwischen Yachten ) und kleinen Segelbooten ( Jollen ). Für große Segelschiffe wie sie früher wurden gibt es noch eine Fülle von Bezeichnungen die sich nach der Art der Takelung richten. Bei den Segeln unterscheidet man zwischen Schratsegeln und Rahsegeln .

Prinzipien des Segelns

Segeln durch den Winddruck

Beim Segeln vor dem Wind bewirkt der Winddruck auf eine senkrecht Wind stehende Fläche einen Vortrieb in Windrichtung . Diese Art des Vortriebs wird am durch Rahsegel genutzt. Schiffe mit Rahsegeln fuhren oft längeren Kursen zum Ziel auf denen bekannte wie z.B. die Passatwinde in günstiger Richtung So fuhren auch die Walfänger aus Nantucket auf dem Umweg über die Azoren und die westafrikanische Küste in Richtung Kap Hoorn und das Fanggebiet westlich der Pazifikküste. Die Reisegeschwindigkeit von Rahseglern ist oft weil sie beim Kreuzen quer zum Wind sehr viel langsamer als Boote mit Schratsegeln auf Kursen Am Wind .

Segeln durch windströmungsbewirkte Druckunterschiede

(Segeln auf allen Kursen zwischen Am Wind und Raumschot -Kurs) Der Wind umströmt eine nahezu parallel Richtung des scheinbaren Windes ausgerichtete Fläche mit starker Wölbung der beiden Seiten der Fläche. einem Segel ist die Wölbung auf der dem zugewandten Seite ( Luv ) konkav auf der dem Wind abgewandten Seite Lee ) konvex . Der Wölbungsverlauf ist nicht gleichmäßig. Die laufen zur Abströmungskante (auch: Abrisskante) hin flach Auf der Leeseite muss der Wind pro einen längeren Weg zurücklegen als auf der Dadurch ist die Strömung auf der Leeseite des Segels schneller entsteht ein Unterdruck gegenüber dem Luftdruck der Auf der Luvseite des Segels entsteht aus Grund ein Überdruck. Die Druckdifferenz zwischen Luv- Leeseite des Segels bewirkt eine Kraft senkrecht Segel. Die Kraft kann man in zwei zerlegen: Der eine Teil dieser Kraft wirkt zur Längsrichtung des Bootes und erzeugt den Der andere Teil wirkt senkrecht zur Längsrichtung Bootes und wird teilweise durch die Widerstandsflächen Wasser (den Lateralplan ) kompensiert.

Segelboote werden entgegen der allgemeinen Meinung kaum durch den Winddruck "gedrückt" sondern vielmehr den Unterdruck auf der dem Wind abgewandten "gezogen": Die Druckverhältnisse Lee zu Luv betragen 2/3 zu 1/3.

Sport

Es gibt zwei stark unterschiedliche Arten sportlichen Segelns: Regattaseglen und Fahrtensegeln - vergleichbar Unterschied zwischen einem Radrennen und einer Radtour.

Fahrtensegeln

Unter Fahrtensegeln versteht man meist mehrtägige mit einem Boot von einem Start- zu Zielhafen. Ein solcher Segeltörn kann sportlich mehr weniger anspruchsvoll sein. Es geht jedoch nie den Wettkampf mit anderen Booten sondern allenfalls den Kampf mit den Elementen.

Regattasegeln

Regattasegeln ist ein Wettkampfsport : Hier wird eine vorher abgestimmte Strecke zwei (Matchrace) oder mehr Booten zur selben befahren. Beim Segeln umfasst dies eine sehr größere Bandbreite als bei anderen Sportarten üblich. Dauer eines Wettkampfes kann von Stunden bei bis zu Monaten bei Hochseeregatten (z.B. Volvo Race) betragen. Gleiches gilt für die Kosten Ausübung des Sports: Ein Team beim America's Cup braucht einen Millionenetat um überhaupt teilnehmen können während in der Laserklasse bereits mit normalen Mitteln internationale Erfolge erzielen sind. Auch das Risiko verteilt sich Bei professionellen Hochseeregatten steht die Geschwindigkeit absolut Vordergrund was trotz aller Sicherheitsmaßnahmen bei Fehlern Lebensgefahr für die Besatzung bedeutet. Bei Jollenregatten sportlich nicht weniger anspruchsvoll sein müssen besteht auch immer eine gewisse Unfallgefahr das Risiko aber doch deutlich geringer.

Olympische Bootsklassen sind 470er Europe Finn Soling Star Tornado Laser und 49er.

Eine besondere Form bei Segelregatten sind Wettkämpfe von Booten unterschiedlicher Bauform und Geschwindigkeit sogenannten Yardstickregatten . Jeder Bootsklasse ist eine Yardstickzahl (Maß für die Langsamkeit eines Bootes Klasse ) zugeordnet. Die gesegelte Zeit wird mit Yardstickzahl multipliziert. Diese Berechnungsformel macht einen sportlichen von Booten unterschiedlicher Klassen möglich.

Fachsprache

Richtungsänderungen

Eine Drehung des Bootes an den Wind nennt man Anluven . Die entgegengesetzte Bewegung vom Wind weg man Abfallen .

Dreht man das Boot über das hinaus mit der Bugspitze in den Wind so nennt man dies aufschießen . Schiffe mit Schratsegeln kann man durch Aufschießen in eine Ruhelage bringen weil der Wind in dieser keinen Druck mehr auf das oder die ausübt.

Dreht man das Boot weiter mit Bugspitze durch den Wind hindurch so dass Segel von der anderen Seite her wieder aufnimmt so nennt man dies wenden . Dreht man umgekehrt mit dem Heck den Wind so nennt man dies halsen .

Killen

Das Flattern der Segel wenn diese Winde liegen wird Killen genannt. Durch Ändern des Kurses oder Ändern der Segelstellung werden die Segel an den Wind oder vor den Wind gebracht sie füllen sich sie hören zu killen.

Gleiten

Ein Begriff für den Bewegungszustand von Booten die den größten Teil ihres Auftriebes nicht durch ihre Verdrängung sondern durch ihre Geschwindigkeit gepaart mit Bootsform erhalten. Das Boot "hebt" sich dabei aus dem Wasser wie man es auch vielen Motorsportbooten beobachten kann. Beim Gleiten haben die meisten Boote einen viel Wasserwiderstand als bei normaler Verdrängerfahrt. Das Gleiten wird deshalb bei vielen Jollen angestrebt um hohe Geschwindigkeit zu erreichen; wird oft sogar ein längerer Kurs gewählt.

Trimm

Ein seemännischer Begriff für die "Einstellungen" Bootes . Die Segelausrichtung wird Segeltrimm genannt. Die Position Neigung und Spannung des Mastes wird unter dem Begriff "Masttrimm" zusammengefasst. Gewichtstrimm wird durch Umpumpen von Wasser in oder bei Jollen durch die Position der geregelt. Er sorgt für Neigung des Bootes nach Luv oder Lee als auch nach achtern oder zum Bug . In der Seefahrt nennt man Trimm auch die Neigung Schiffes in Längsrichtung; der Trimm wird angegeben Zentimeter und gibt den Unterschied zwischen dem und hinteren Tiefgang an. Im Gegensatz hierzu nennt man Neigung nach Backbord oder Steuerbord " Schlagseite ".

Lateralplan

Der Lateralplan ist die seitliche Projektion der Unterwasserfläche von Schiffen. Es lassen daraus Abschätzungen zur Abdrift oder Drehfreudigkeit ableiten.

Segelplan

Der Segelplan ist bei Booten mit Schratsegeln die seitliche Projektion der Segelfläche. Es gelten im allgemeinen: größer desto schneller; je höher (schlanker) desto je höher und größer desto schneller kentert das Boot.

Literatur

Fahrtensegeln

  • Schenk Bobby: Fahrtensegeln . Delius-Klasing-Verlag Bielefeld 2003 ISBN: 3-7688-1426-2

Weblinks

siehe auch: Navigation Seemannschaft



Bücher zum Thema Segeln

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Segelsport.html">Segeln </a>