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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 13. Februar 2012 

Segregation


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Segregation bezeichnet das Ausmaß der Ungleichverteilung von Gruppen im Raum. Eigenschaftsträger ( Beispiel: Handwerker ) die sich durch bestimmte Merkmale ( Beispiel: Tätigkeit ) von der Restmenge dieser Eigenschaftsträger ( Beispiel: Bevölkerung ) unterscheidet verteilen sich ungleichmäßig über die eines Raumes. Als Zustandsmaß für diesen Vorgang die Segregation. Eine stark segregierte Gruppe wäre eine Gruppe die in einzelnen/wenigen Teilräumen hoch wohnt/sich aufhält/sich bildet/sich versorgt während die Bevölkerungsmehrheit übrigen Teilräume dominiert.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Häufiges Beispiel bzw. Beobachtungsfeld in soziologischen geografischen oder wirtschaftlichen Untersuchungen ist die Stadt in ihren administrativen Grenzen denn die in Siedlungen ist meist durch verschiedene Merkmale Ungleichheit gekennzeichnet. Je nach Größe einer Siedlung der Anzahl ihrer Einwohner lassen sich Gruppen Personen unterscheiden die bezüglich eines Merkmals (z.B. Ethnizität Religion ) einheitlich sind sich von weiteren Gruppen unterscheiden.

Die Erscheinung der Segregation lässt sich allen menschlichen Kulturen mit einem Mindestmaß an Differenzierung nachweisen. In den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten Europas (vergleiche Stadtentwicklung ) waren etwa die Viertel der Kaufleute von denen der Handwerker unterschieden. Beinahe ebenso findet sich auch eine Segregation nach ethnischen religiösen Merkmalen wie beim jüdischen Ghetto oder den noch kleinteiliger nach Religions- Volksgruppenzugehörigkeit getrennten Vierteln der klassischen orientalischen Stadt.

Diese historische Trennung setzt sich bis den heutigen Vierteln mit fast ausschließlich schwarzer asiatischer Bevölkerung in nordamerikanischen Städten bzw. Stadtteilen hohen Anteilen eingewanderter (ehemaliger) Gastarbeiter aus dem in Deutschland und Frankreich fort. Das Ausmaß Segregation kann somit auch als Indikator für gesellschaftliche Integration oder Isolation einer sozialen Gruppe werden.

Beobachtete Raumeinheiten sind entsprechend der Datenlage bzw. Stadtbezirke.

Untersuchungsmethodik

Modellhafte Darstellung der Segregation nach 3 Statusmerkmalen

Eigenschaftsträger können Bevölkerungsgruppen Wohngebäude Handelseinrichtungen Einrichtungen sozialen Infrastruktur und ähnliches sein. Residentielle Segregation die Segregation verschiedener Bevölkerungsgruppen nach ihrem Wohnort. der Regel wird Segregation von Teilmengen einer nach folgenden Statusmerkmalen unterschieden:
  • Segregation nach dem demographischen Status
  • Segregation nach dem sozialen Status und/oder
  • Segregation nach ethnisch/religiöser Zugehörigkeit
der jeweiligen Bevölkerungsgruppe. Die Ausprägung der ist stark von den gewählten Teileinheiten des und den Merkmalen abhängig.

Drei Konzepte für die Messung von lassen sich unterscheiden:

  1. Gleichheitsmaße wie Segregations- Dissimilaritätsindex und Gini-Koeffizient die auf der Lorenz-Kurve beruhen
  2. Maße des Ausgesetztseins ( Interaktion / Isolation zwischen Gruppen) und
  3. Ballungsmaße ( Clustering ).

Messung der Ungleichverteilung

Bei der Beschreibung der Segregation verschiedener wird zugleich eine Zuweisung des Grades der vorgenommen d.h. eine Gruppe die sich stark anderen unterscheidet wird auch einem besonders scharf Raum zugeordnet.

Zur Darstellung räumlicher Ungleichheit gibt es Maßzahlen. Verbreitet sind der Dissimilaritäts- und der Ersterer dient dem Vergleich der Verteilung von zwei Bevölkerungsgruppen während der Segregationsindex die Verteilung einer Bevölkerungsgruppe im Bezug auf die Gesamtbevölkerung Beide Indikatoren können Werte zwischen 0 (Gleichverteilung) 100 (maximale Segregation) annehmen.

Für die Berechnung des Dissimilaritätsindex der A und B wird für jede Raumeinheit Differenz zwischen dem Anteil der Gruppe A der Gesamtheit von A und dem Anteil B an der Gesamtheit von B gebildet. Beträge dieser Differenzen ergeben über alle Raumeinheiten und dann halbiert den Dissimilaritätsindex (ID) zwischen und B.

<math>ID = \frac{1}{2}\times \sum_{i=1}^N \left|a_i - b_i\right|</math>

Analog erfolgt die Berechnung des Segregationsindex über die Summe der Anteilsdifferenzen zwischen der A in der iten Raumeinheit und der G abzüglich der betrachteten Gruppe A.

<math>IS = \frac{1}{2}\times \sum_{i=1}^N \left|a_i - g_i\right|</math>
mit <math>g_i</math> = Gesamtbevölkerung - Anteil betrachtenten Gruppte in Region <math>i</math>

Beide Indikatorwerte lassen sich als der an den betrachteten Gruppen interpretieren der umziehen um eine Gleichverteilung zu erzielen.

Anwendungen

Die räumliche Verteilung der nach den Statusmerkmalen segregierten Bevölkerungsgruppen überlagern sich. Untersuchungen von (1969) zeigten dass sich in den Mustern Segregation nach den drei Statusmerkmalen Grundtypen städtischer erkennen lassen die den unterschiedlichen Konzepten der der Chicagoer Schule entsprechen.

  1. Die Segregation nach dem Sozialstatus zeigt sektorale Struktur.
  2. Die Segregation nach dem Familienstatus zeigt ringförmige Struktur.
  3. Die ethnische Segregation weist eine mehrkernige auf.

Diese sozialräumlichen Grunddimensionen wurden für verschiedene untersucht und die Aussagen Murdies bestätigt.

Angesichts der Tatsache dass mit starker Ungleichverteilung einzelner Gruppen häufig erhöhte Kriminalitätsraten und Stadtverfall (durch Desinvestition) einhergehen und mitunter das Image leidet werden verschiedene Desegregationsstrategien entwickelt.

Vereinfacht ausgedrückt sollen hierbei stärkere soziale und eine ausgeprägtere Gebietsbindung einer vorhandenen Bewohnerstruktur sorgen dass die negativen Auswirkungen durch Entmischung bleiben. Als Maßnahmen sind neben allgemeinen Wohnumfeldverbesserungen die Belange des Wohnungsmieters schützende Gesetzgebung (Verhinderung Begrenzung von Gentrifizierung ) Mietsubventionen (z.B. Wohngeld) Öffnungsklauseln im Sozialwohnungsbestand schulische Integration von fremdsprachlichen Minoritäten und verschiedene verbunden. Neben dem Vorhandensein der erforderlichen Finanzmittel es für den Erfolg derartiger Strategien jedoch dass ein komplementärer gesamtgesellschaftlicher Konsens zum Umgang Minderheiten vorhanden ist.

Literatur

  • BRAUN G. & H. MÜLLER (1980) Analyse Wanderungen - Theorien und Methoden der Sozial- Faktorökologie.
  • THIEME G. (1993) Segregation in: BÖRSCH D. Handbuch des Geographieunterrichts Band II: Bevölkerung und S. 167-171 Köln.
  • FRIEDRICHS J. (1977) Stadtanalyse Hamburg.
  • FRIEDRICHS J. (1995) Stadtsoziologie Opladen.
  • HARRISON J. & D.H. WEINBERG (1992) Racial Ethnic Residential Segregation. http://www.census.gov/hhes/www/housing/resseg/pdf/front_toc.pdf
  • LICHTENBERGER E. (1986) Stadtgeographie Stuttgart




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