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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 23. Februar 2020 

Sein (Philosophie)


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Inhaltsverzeichnis

Begriff

Der zentrale Begriff der Ontologie ist der des Seins. „Sein (Esse) jene Vollkommenheit durch die etwas ein Seiendes ist" (Lotz in: Brugger 345). Was bedeutet genau? Vollkommenheit bedeutet wie das Wort bereits zum-Vollen-kommen. Man unterscheidet die absolute Vollkommenheit von relativen Vollkommenheiten. Hat etwas sein Ziel erreicht anders gesagt seine Anlagen voll entfaltet spricht von Vollkommenheit oder auch von Voll-endung. Auf Sein bezogen heißt das daß jedes Seiende der Hinsicht vollkommen ist als es eben ganz – ist. Das Sein ist deshalb erste Vollkommenheit die „allem" zukommt und den für alle weiteren Vollkommenheiten legt; der Begriff Seins ist entsprechend der erste Begriff auf dem alle anderen aufbauen.

Transzendentalien

Weil dieser Begriff alle Sonderordnungen respektive alle Kategorien übersteigt heißt er transzendent(al) (Von lat. übersteigen. Der Begriff „transzendent" - im Sinne Realismus - darf nicht mit dem „transzendental" Sinne Kants verwechselt werden der darunter die kritizistische der apriorischen Bedingungen menschlicher Erkenntnis versteht.). Als gelten (neben dem Sein) die Einheit Wahrheit und Gutheit. (Die Schönheit wird teilweise ebenfalls unter die Transzendentalien Die Transzendentalien sind Bestimmungen die allem Seienden Alles Seiende ist eins d.h. es ist und von jedem anderen Seienden verschieden. Weiter jedes Seiende wahr d.h. es ist von erkannt und zudem vom endlichen Geist – grundsätzlich – erkennbar. Außerdem ist jedes Seiende d.h. es ist von Gott gewollt und vom endlichen Geist anstrebbar. Man unterscheidet das d.h. kontingent Seiende und das (absolut) notwendig Während man beim absolut notwendig Seienden vom im vollen Sinne spricht kommt dem Kontingenten Sein nicht in ganzer Fülle sondern nur Maßgabe seines Wesens zu. Gegenüber dem reinen Gottes wird das Kontingente nur im analogen „Sein" genannt. Das Seiende reicht niemals an reine Sein (Gottes) heran; mit Blick auf Transzendentalien kann man jedoch sagen: Je einer und besser etwas ist desto mehr „ist" Das Seiende ist keinesfalls auf die sinnlich Welt beschränkt wie etwa der Materialismus behauptet.

Objektivität des Seins

In den Augen vieler Naturwissenschaftler gibt keine Objektivität und Unabhängigkeit des Seienden vom Denken sondern allenfalls ein umstrittenes „Postulat" danach. werde zwar im praktischen Forschungsalltag von der Mehrheit der Wissenschaftler implizit vertreten beruhe jedoch auf philosophischer Reflexion. Andere hingegen wie etwa Vertreter der Quantenphysik bzw. des Physikalismus behaupten es gebe gar keine Dinge sich und deshalb auch keine Ontologie sondern subjektives „Wissen" bzw. eine sehr eingeschränkte Epistemologie. Ansichten sind als widersprüchlich zurückzuweisen. Der Realismus hält an der im Rahmen der gewonnenen Einsicht fest daß die Welt oder das Sein des Seienden vom Sein des und seinem Handeln ontologisch unabhängig ist. Das sich bereits auf den unteren Stufen der Erkenntnis also etwa der Wahrnehmung. Wahrnehmung ist und das menschliche Ich ist nicht hinreichende dafür was sich etwa daran zeigt daß sich oft gegen den ausdrücklichen Willen aufdrängen. der Widerspruch anderer Personen der u.U. gegen Mehrheit der eigenen Erkenntnisse Gefühle und Willensakte ist zeigt deutlich die Realität der Außenwelt. Sein des den Menschen umgebenden Seienden ist „Produkt" seines Intellekts wie Konstruktivismus und Teile deutschen Idealismus es wollen. Dagegen muß der Realismus machen daß ausschließlich Gottes „Denken" (das immer gleichzeitig Wollen und ist da er actus purus ist) der des Seins von kontingent Seiendem bzw. der Wahrheit ist; siehe dazu auch die Natürliche Theologie .

Das "Nichts"

Der Gegenbegriff zum Sein ist das Nichts ". Dieser ergibt sich vor allem aus Problem des Werdens. Zwar bietet sich dem in der Regel eine Möglichkeit des Werdens diese setzt aber notwendig immer bereits Sein Es gibt keinen „Schwebezustand" zwischen Sein und Das Sein ist und das Nichts ist Mit anderen Worten: Es gibt keine Alternative Sein. Das Nichts bezeichnet den Totalausfall des es hat keinerlei Realität. „Das Sein ist das Nichts." Das ist das erste Urteil der Verstand fällen und hinter das nicht werden kann. Das Widerspruchsprinzip ist in erster Seinsprinzip das die unbedingte Unvereinbarkeit von Sein Nichts besagt und erst dann – weil Denkenden am Sein teilhaben und das Denken das Sein geht – Denkprinzip. Das „nicht" sich dabei auf die Kopula. „Keinesfalls sind berechtigt aus dem negativen Prinzip vom Widerspruch positives zu machen indem wir das „nicht"; der Kopula abtrennen und dem Prädikat zuweisen daß nunmehr dialektisch die gedoppelte Negativität zur Form des Seins selber wird: Das Sein das Nicht-Nichts." (Lakebrink) Obwohl das erste Urteil negatives ist setzt es doch das positive voraus. Denken und Sein sind eben nicht Somit ist Hegels Aussage „Sein und Nichtsein ist dasselbe" §88; Logik I 67) als widersprüchlich zurückzuweisen.

Literatur

  • Brugger Walter: Philosophisches Wörterbuch 21. Auflage 1992
  • Kälin Bernhard: Lehrbuch der Philosophie. Band Logik Ontologie Kosmologie Psychologie Kriteriologie und Theodizee und Band II: Ethik (1954) Sarnen
  • Lakebrink Bernhard: Hegels dialektische Ontologie und thomistische Analektik Köln 1955
  • Lehmen Alfons: Lehrbuch der Philosophie auf Grundlage; Band I: Logik Kritik Ontologie sechste Auflage 1923; Band II: Kosmologie (II.1 d.h. Teil) fünfte verbesserte und vermehrte Auflage 1920 Psychologie (II.2 d.h. zweiter Teil) fünfte verbesserte vermehrte Auflage 1921; Band III: Theodizee fünfte Auflage 1923; Band IV: Moralphilosophie dritte verbesserte vermehrte Auflage 1919 Freiburg im Breisgau
  • Seifert Josef: Sein und Wesen Heidelberg
  • Steenberghen Fernand van: Ontologie aus dem übertragen durch eine Einführung und Anmerkungen erweitert Ddr. Alois Guggenberger Einsiedeln 1953
  • Thomas von Aquin : Über Seiendes und Wesenheit (De ente essentia) Lateinisch – Deutsch mit Einleitung Übersetzung Kommentar herausgegeben von Horst Seidl Hamburg 1988
  • Vries Josef de: Denken und Sein Aufbau der Erkenntnistheorie Freiburg 1937

Weblinks

  • [1] - Die philosophische Dissertation enthält u.a. ein Kapitel Ontologie in dem die Grundbegriffe werden.
  • ...

Siehe auch

Ontologie



Bücher zum Thema Sein (Philosophie)

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