Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 28. Mai 2012 

Westwall


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Der Westwall ist ein über ca. 630 km Verteidigungssystem mit über 18.000 Bunkern Stollen und Panzersperren. Er verläuft von Kleve an der niederländischen Grenze entlang der Westgrenze des ehemaligen Deutschen Reiches bis nach Weil am Rhein an der Schweizer Grenze. Adolf Hitler ließ ihn zwischen 1938 und 1940 erbauen nachdem die Nationalsozialisten vertragswidrig die linksrheinischen Gebiete Deutschlands 1936 militärisch besetzt hatten.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Zu unterscheiden waren die folgenden Ausbauprogramme Westwalles:
  • Grenzwacht-Programm (Pionier-Programm) für die vordersten Stellungen dem Jahre 1938
  • Limes-Programm ebenfalls aus dem Jahre 1938
  • Aachen-Saar-Programm aus dem darauf folgendem Jahr 1939
  • Die Geldern-Stellung Brügge-Kleve von 1939 und 1940
  • Luftverteidigungszone West 1938

Regelbau 10

Panzerhindernis Typ 1939

Alle diese Programme wurden unter höchster und der Nutzung aller verfügbaren Ressourcen vorangetrieben. Bauaufwand für den Rohbau eines typischen Bunkers 10 des Limesprogrammes) lässt sich etwa mit Mannjahren und dem Betonvolumen von 287 m³ und kommt damit dem Aufwand für ein sehr nahe. Die Anlage besaß eine Decken Wände von 1 5 m Dicke was sich schon während des Baues als völlig unzureichend Vom Regelbau 10 wurden insgesamt 3471 Anlagen gesamten Westwall gebaut. Weitere typische Bauwerke waren Dreischartenstände des Pionier-Programmes oder die Doppel-MG-Kasematte vom 107 des Aachen-Saar-Programmes mit Betonstärken von bis 3 5 m. Ähnliche Zahlen lassen sich auch die viele Kilometer der betonierten Panzersperranlagen angeben. Sperren wurden ihrer Form wegen auch Höckerlinie oder Drachenzähne genannt. Die Höcker aus Stahlbeton stehen mehreren Reihen auf einem gemeinsamen Fundament. Regulär sich zwei Hindernistypen nachweisen: Das Hindernis vom 1938 mit 4 von vorne nach hinten Zähnen und das Hindernis 1939 mit 5 Zähne. Es wurden aber ebenfalls sehr viele Höckerlinien gebaut. Sofern es die Geografie der zuließ wurden anstatt der Panzersperren wassergefüllte Gräben Derartige Anlagen finden sich beispielsweise nördlich von bei Geilenkirchen .

Bunkerruine in der Nähe von Aachen

Nasser Graben bei Geilenkirchen

Die Bauleistungen des Pionier-Programmes wurden größtenteils Privatfirmen erbracht dagegen war man innerhalb der Wirtschaft nicht in der Lage für die Programme die notwendigen Arbeitskräfte zu stellen. Diese füllte die Organisation Todt benannt nach ihrem Fritz Todt . Mit Hilfe dieser Organisation waren zeitweise in der Größenordnung von einer halben Millionen am Westwall mit Bauarbeiten beschäftigt. Die notwendigen der Bauarbeiter aus ganz Deutschland und des Materiales leistete die Deutsche Reichsbahn die auf ein gut ausgebautes Netz strategischen Eisenbahnen an der Westgrenze aus der Zeit dem Ersten Weltkrieg zurückgreifen konnte.

Die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen waren unfallträchtig denn es mussten teilweise mit primitivsten beispielsweise schwerste Panzerteile mit bis zu 60 Gewicht gehandhabt und montiert werden. Das Leben der Baustelle und in der Freizeit war eintönig so dass viele Menschen vorzeitig in Heimat zurückkehrten.

Die notwendigen stählernen Panzerteile für die von Waffen in den Bunkern konnte die allerdings weder in der benötigten Menge noch der notwendigen Qualität liefern so dass der Wert der Anlagen nicht sonderlich hoch war. den Panzerteilen gehörten die Scharten und ihre sowie Panzerkuppeln für die Rundumverteidigung. Hinsichtlich der für die Herstellung dieser Panzerteile (in erster Nickel und Molybdän ) war man vom Ausland abhängig so man entweder überhaupt keine Panzerteile einbaute oder aus minderwertigem Ersatzmaterial herstellte. Dieser Mangel war auf offiziellen Fotografien zu erkennen.

Weiterhin waren die Bunker auf Geschütze die sich bereits in den ersten Kriegjahren unterdimensioniert herausstellten und deshalb wieder ausgebaut wurden (z. B. die 50mm-Pak). Die für eine Verteidigung notwendigen großkalibrigen Waffen z. B. die Panzerhaubitze oder zumindest die 88 mm-Kanone ließen jedoch nicht in die vorhandenen Bunker einbauen.

Psychologischer Wert

Anders lagen die Dinge beim psychologischen des Westwalles. Der Bau des Westwalles wurde der deutschen Propaganda deutlich über die Notwendigkeit als unbezwingbares Bollwerk dargestellt und zwar sowohl Inland als auch im Ausland. Nach innen der Bau defensive Absichten des Regimes während außen damit sowohl eine Bedrohung als auch Beschwichtigung der Nachbarn Deutschlands verbunden war. Diese erwies sich aus der Sicht der Nationalsozialisten Beginn wie zum Ende des Zweiten Weltkrieges als überaus erfolgreich. Zu Beginn des verblieben die gegnerischen Truppen hinter ihren eigenen und ermöglichten die deutschen Überfälle auf die Tschechoslowakei und Polen während die deutschen Kriegsgegner zum Ende Krieges unnötig lange am unfertigen und in Zwischenzeit ausgeschlachteten Westwall anhielten und zeitgleich im militärische Tatsachen geschaffen wurden. Unter diesem Aspekt man den Westwall als den größten Propagandaerfolg Nationalsozialisten mit weit reichenden Konsequenzen werten.

Reste einer Anlage südwestlich von Karlsruhe (in Durmersheim)

Kampfhandlungen am Westwall

Im Mai 1940 diente der Westwall Ausgangspunkt für den Feldzug nach Frankreich . Die Franzosen verschanzten sich ihrerseits hinter Maginot-Linie . Nach dem Fall von Frankreich wurden Bunker anderweitig genutzt bis mit der Landung Alliierten in der Normandie das Verteidigungssystem wieder einen Sinn bekam. vernachlässigten Anlagen wurden mit improvisierten Mitteln einsatzbereit so weit das unter dem Eindruck der Front überhaupt noch möglich war.

Der darauf hin am stärksten umkämpfte des Westwalles war die Gegend des Hürtgenwaldes der Nordeifel ca. 20 km südöstlich von Aachen gelegen. dem unübersichtlichen und waldreichen Gebiet starben 12.000 und 55.000 US-Soldaten (fast so viele wie des gesamten Vietnamkrieges ). Die Kirchentür des Hürtgenwalder Ortsteiles Vossenack eine Kreuzigungsgruppe auf dem benachbarten Friedhof berichten von diesen Ereignissen.

Im Frühjahr 1945 fielen die letzten Westwallbunker an der Saar und im vorderen Hunsrück siehe auch Osburg-Neuhaus .

Nachkriegszeit

In der Nachkriegszeit wurden viele der durch Sprengungen geschleift. Bei diesen Arbeiten sowie der Beseitigung der vielen Minen verloren nochmals ihr Leben.

In Nordrhein-Westfalen sind noch etwa 30 unzerstört vorhanden der große Rest wurde entweder oder mit Erde zugeschüttet. Von den Panzersperren allerdings noch große Teile vorhanden sie geben in der Eifel auf viele Kilometer Länge eine Vorstellung wahrscheinlich größten Propagandaerfolg der Nationalsozialisten. Unter dem "Der Denkmalswert des Unerfreulichen" versucht man heute die verbliebenen Reste Westwalles unter Denkmalsschutz zu stellen. Andererseits werden noch öffentliche Gelder zu Beseitigung der Reste Westwalles bereitgestellt.

Der Westwall als Biotop-Kette

Weiterhin haben sich in dieser Auseinandersetzung Naturschützer zu Wort gemeldet. Für sie sind Reste des Westwalles wertvoll als Biotop -Kette in die sich selten gewordene Tier- Pflanzenarten zurückziehen und durch die Dimension des weiter verbreiten können. Dieser Effekt wird durch Tatsache unterstützt dass man die Betonruinen in Weise land- und forstwirtschaftlich nutzen kann.

Weiterführender Link: Liste der erhaltenen Bauten des Westwalles

Siehe auch: Ostwall Fachbegriffe Festungsbau Limes Wetterau-Main-Tauber-Stellung Ettlinger Riegel Neckar-Enz-Stellung Isteiner Klotz Orscholzriegel Spichern-Stellung Festung im allgemeinen

Literatur

  • Der Westwall Vom Denkmalswert des Unerfreulichen zu den archäologischen Denkmälern im Rheinland Text Karten 1:50.000 Herausgegeben vom Rheinischen Landesamt für 1997 ISBN 3-7927-1668-2
  • Der Westwall von Kleve bis Basel den Spuren deutscher Geschichte Dieter Robert Bettinger Hansen Daniel Lois Verlag Podzun - Pallas ISBN 3-7909-0754-5

Weblinks




Bücher zum Thema Westwall

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Siegfriedlinie.html">Westwall </a>