Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 28. Mai 2012 

Signografie


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Signografie bzw. -graphie ist die Lehre vom graphischen Zeichen . Ihr Gegenstand ist Anatomie und Entwicklung Formen und ihre Verwendung als Sinnträger als Signografie ist die Semiotik des Graphischen die von den originären graphischer Formbildung ausgeht und diese auf alle anwendet die mit dem Medium des graphischen kommunizieren.

Inhaltsverzeichnis

Kurze Einführung in die Signografie

Signografie ist die Lehre des graphischen Ihr Gegenstand sind graphische Zeichen jeglicher Art jedweden Anwendungsgebietes. Im Sommer erschien auf meine Initiative hin die erste der Schriftenreihe Signa in der zum ersten eine Konzeption dieses Studienfaches unter dem Namen vorgestellt wurde.[1] Seitdem sind fünf weitere Ausgaben Beiträgen zu signographischen Themen erschienen die auf Interesse stoßen. Um allen Interessenten einen einfachen in das Fach zu ermöglichen stelle ich eine Reihe von Erläuterungen zum Verständnis des seiner Inhalte und Anliegen zur Diskussion.

Was ist ein Zeichen?

Dieser Frage beschäftigt seit geraumer Zeit Vertreter der Semiotik (Zeichenlehre im allgemeinsten Sinne). Ein Zeichen kann ein Buchstabe ein Signet ein Gegenstand eine Handbewegung ein Ton eine Geste ein Bild oder sonstetwas In Winfried Nöths aktuellem Handbuch der Semiotik wird – immerhin bereits auf Seite – zur allgemeinen Definition des Zeichens ausgeführt: Objekt jedes Ereignis oder Verhalten ist (...) potentielles Zeichen. Sogar Schweigen das ja die von Materialität und Zeichen zu beinhalten scheint als ein Zeichen fungieren (...)[2]«

Da demnach letzlich alles als Zeichen werden kann ist eine Unterscheidung zwischen dem zeichenhaft betrachteten und dem nicht als zeichenhaft notwendig. Oder anders ausgedrückt: ein Zeichen ist einen ein bloßer Zeichenträger (z. B. ein Verkehrsschild ) zum anderen aber die Gesamtheit aus Zeichenbedeutung und Bedeutungszusammenhang. Dieser Zusammenhang funktioniert in Regel als Übereinkunft zwischen Mitteilendem und Mitteilungsempfänger.

Eigenartigerweise hat sich die philosophisch und linguistisch geprägte Semiotik bis heute kaum mit befaßt was man normalerweise am ehesten unter versteht: graphische Zeichen.

Was ist ›graphisch‹?

Das griechische γραφειυ bedeutet soviel wie ritzen schreiben zeichnen. meint die Erzeugung einer Markierung durch eine auf einem Untergrund; etwa mit dem Finger Sand mit der Feder auf Papier oder mit einem Griffel auf einer Schiefertafel. Im Gegensatz zu Techniken (Schablonieren [[Drucken]) bei denen das Abbild bereits vorhandenen Form entspricht entsteht beim Graphieren Gebilde ursprünglich erst im Moment der Bewegung Werkzeuges. Dieser Aspekt ist wesentlich.

Was ist ein graphisches Zeichen?

Unter der großen Gesamtheit aller visuellen nehmen die graphischen Zeichen insofern eine Sonderrolle als bei ihnen die Spezifik der Zeichen(träger) das Graphische – mehr als bei sonstigen Zeichen mit der tatsächlichen Verwendung als Informationsträger Einfache graphische Gebilde werden ungleich häufiger als eingesetzt als etwa gemalte oder photografierte Bilder. gibt es Zwischenstufen und nahtlose Übergänge.)

Der Impuls etwas zu zeigen fällt mit der Handlung etwas zu zeichnen (schreiben) Graphische Zeichen sind visuell wahrnehmbare Markierungen die tendenziell einfachen oft einfachsten graphischen Gebilden bestehen die in irgendeinem Zusammenhang der Speicherung und von Informationen dienen.

Zusammenfassend kann man sagen: graphische Zeichen eine (diffus umgrenzte) Teilmenge aller visuellen Zeichen sind wiederum eine Teilmenge aller Zeichen überhaupt man sich auf eine sinnvolle Definition dessen kann.

Warum ein eigenes Fach namens Signografie?

Die Ursprünglichkeit des Graphischen an sich die daraus resultierende Eigengesetzlichkeit graphischer Gebilde sind eigentliche Grund unter dem Begriff Signografie eben zu erforschen was bisher so noch von anderen Disziplin geleistet wird. Zwar gibt es Fächer die sich mit Graphischem befassen aber noch keines welches das Graphische schlechthin untersucht.

Die Vergleichbarkeit der graphischen Ausdrucksmittel aller offenbart einen gemeinsamen Wesenskern der Gegenstand signographischer ist.

Wie erklärt sich die Bezeichnung ›Signografie‹?

Die Bezeichnung Signografie wurde von mir reiflicher Überlegung und Beratung mit sprachkundigen Kollegen Dabei stand ich vor dem Problem daß Terminus der auf das eigentlich Graphische abzielt einer Bezeichnung wie Graphik Graphemik Grammatik oder führen müßte – welche alle schon vergeben Auch Grammatologie ist in der Semiotik schon worden [3] Semiografie wurde in Hinblick auf ebenfalls verworfen.

Da mir Grammatografie nicht opportun erschien die Wahl auf Signografie eine græcolateinische Chimäre in Kauf nehmend. Gerechtfertigt wird diese Wahl meinen Augen durch den Umstand daß es nicht nur um graphische Zeichen im engsten geht sondern auch um solche Zeichen der Kommunikation die ihre Gestalt nicht ausschließlich rein Prozessen im physischen Sinne verdanken. (Unsere Buchstaben sind Ergebnis einer Reihe unterschiedlicher Reproduktionsprozesse.)

Was ist Signografie?

Die Lehre vom graphischen Zeichen. Untersuchungsgegenstand Zeichen und Zeichensysteme aller Art von historischen rezenten Schriften über Hausmarken Firmensignets Landkarten- oder bis zu elektrotechnischen oder musikalischen Notationssystemen. Die identi.ziert und beschreibt Zeichen den Zusammenhang zwischen und Gebrauch des Zeichens; sie vermag die und Metamorphose von Zeichen modellhaft und konkret erörtern. Dies ist notwendig um Wandlungsprozesse von zu verstehen.

Wozu Signografie?

Der Sinn signographischer Forschung ist fundierte über Entstehung und Entwicklung sowie den Gebrauch Zeichen zu gewinnen. Es geht um die von Zeichenvorkommen Verständnis des Zeichenhaften der Zeichen ihrer Darstellung. Mißverständnisse in Kommunikationsprozessen werden dadurch Kommunikation wird effektiver wenn man genau weiß wo welche Zeichen einzusetzen sind und wie auszusehen haben –oder wie sie aussehen können.

Durch die rasante Zunahme des Informationsaustausches heute eine gesteigerte Notwendigkeit sich mit noch Zeichenkulturen vertraut zu machen. Durch die Vernetzung Welt wirken die Zeichengebräuche der Regionen in nie dagewesener Weise aufeinander ein.

Wer an diesen Prozessen gewinnbringend teilnehmen braucht fundierte Kenntnisse über den Umgang mit

Wie ist das Fach Signografie einzuordnen?

Signografie sollte als eine Kulturwissenschaft aufgefaßt ähnlich der Sprachwissenschaft Semiotik oder Musikwissenschaft. Signografie man als eine Semiotik des Graphischen verstehen auch als Grundlagendisziplin der visuellen Kommunikation.

Durch die oben gegebene Definition des ergibt sich eine Bündelung einer ganzen Reihe Fächern durch die signographische Perspektive. Einige davon hier genannt: Semiotik Linguistik Schriftgeschichte Typografie Paläografie Epigrafie; Ornamentik Heraldik Siegelkunde Monographik Signetik. Ferner spielen Aspekte von Geometrie und Graphikdesign eine Rolle. Die Berührungspunkte genannten Disziplinen sind zwar wohlbekannt werden aber den traditionell vereinzelten Fächern nicht hinreichend thematisiert.

Wenn wir Signografie als Wissenschaft bezeichnen darf dabei nicht vergessen werden daß es beim eigentlichen Untersuchungsgegenstand um Äußerungen mit z.T. künstlerischem Charakter handelt. Kunst und Wissenschaft gehören der Signografie untrennbar zusammen.

Was erforscht die Signografie?

Signographische Erörterung kann sich sowohl einem als festgelegtem frequent auftretenden Typus als auch einzelnen Zeichenvorkommen widmen. Die beiden wichtigsten Aspekte in der Regel: a) wie sieht das aus (was ist zu sehen?) und b) wird durch das Zeichen mitgeteilt (was ist – Zeichengestalt und Zeichengebrauch. Denn: einunddieselbe graphische kann u. U. verschiedene Bedeutungen tragen aber Zeichen kann mitunter auch ganz unterschiedliche graphische annehmen – bei gleichbleibender Bedeutung.

Desweiteren ist die Thematik[4] ein wichtiges Forschungsfeld: welche Zeichen werden überhaupt wo verwendet? Ist es schlüssige Gesamtverzeichnisse meteorologischer oder kartographischer Zeichen anzulegen? Zeichen werden in der Kristallografie verwendet? Für praktische Zwecke der Publizistik sind solche Fragen oft von großer

Ferner gehört die Praktik zum Forschungsumfang geht es um die unterschiedlichen Techniken zur und ihre Wechselwirkungen mit Form und Anwendung.

Welchen praktischen Nutzen hat signographische Forschung?

  • Enzyklopädische Sammlung von Informationen über die der Welt Bereitstellung dieses Wissens durch geeignete (Aufsätze Übersichten Lexika Datenbanken)
  • Bereitstellung methodischen Grundlagenwissens für zeichenanwendende oder Disziplinen (z. B. Typografie Epigrafie Archäologie Kommunikationsdesign)
  • Erarbeitung wirksamer Methoden und Strategien zur neuer Zeichensysteme
  • Erarbeitung von Kriterien zur Beurteilung von (z. B. für Firmenzeichen)
  • Grundlagenforschung für die Gebiete Kodierung/Datenübertragung und Fontproduktion.

Welchen gesellschaftlichen Nutzen hat signographische Forschung?

Ganz allgemein: ein breiteres und tieferes für die Zeichen der Welt – und für das was Menschen mittels der Zeichen wollen. Die Parallele zum Erlernen von Sprachen auf der Hand. Selbst in unserer eindeutig geprägten Kultur gibt es eine Fülle außeralphabetischer Gerade heute entwickeln sich in unterschiedlichen gesellschaftlichen neue Zeichengebräuche bestehende Zeichen erfahren oft eine

Piktogramme und Ideogramme haben in den Jahren massiv an Bedeutung in der visuellen Kommunikation – über die klassischen Anwendungsfelder hinaus gewonnen. Für Bereiche wie öffentliche Orientierung oder Touristik spielen graphische Zeichen in Gesamtheit eine eminente Rolle.

Auch für spezielle gesellschaftliche Gruppen wie B. Hörgeschädigte ist die – erst in jüngerer erfolgte – Schaffung spezieller Zeichensysteme von nicht überschätzender Bedeutung.

Kann man Signografie studieren?

Als Hochschulfach ist Signografie noch nicht In meinem Unterricht im Fach Typografie an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle fließen signographische Aspekte an geeigneter Stelle die Arbeit ein. Wer Interesse an signographischer hat kann sich mit mir in Verbindung (Kontaktformular auf der genannten Website).

Die Webseite signographie.de dient dem allgemeinen Austausch über signographische Die Schriftenreihe SIGNA [6] bietet die Möglichkeit signographische Studien einer Öffentlichkeit vorzulegen; diese Veröffentlichungen dienen nicht zuletzt der Förderung des ›signographischen Gedankens‹ und seiner Verankerung im Bildungswesen.

Konkrete Aufgaben signographischer Arbeit

  1. Die Grundlagen des Faches und die Terminologie sind auszubauen. Als Anfang hierzu war erste Nummer der Signa gedacht. Ich selbst mich seit längerem u. a. mit den der Graphemik also mit den graphischen Grundformen.[7]
  2. Zeichen jeglicher Art sind zu sammeln man muß den Untersuchungsgegenstand ja ersteinmal vor haben. Das Sammeln und das damit notwendig Beschreiben und Ordnen sind eine fundamentale Voraussetzung. erschließen sich erst bei dieser Tätigkeit herausgefordert Vergleichen wichtige Fragestellungen nach Form oder Inhalt Zeichen.
  3. Methodik und Terminologie zur Definition von sind zu entwickeln.
  4. Die Erkenntnisse zu einzelnen Zeichen oder sind in geeigneter Form zu publizieren. Mit Unterstützung wäre es möglich Datenbanken anzulegen die auch via Internet zugänglich sein könnten.
  5. Da eine ganze Reihe von Fächern Signografie zusammenhängen sind diese Verbindungen darzulegen und betreffenden Fächer einander näherzubringen indem Terminologie Aufgabenstellungen Methoden einander gegenübergestellt und aufeinander bezogen werden.
  6. Damit Zeichen weltweit im gegenseitigen Verkehr werden können müssen sie innerhalb der verwendeten (dem Computer ) kodiert sein. Seit durch Unicode quasi alle bestehenden (Schrift-)Zeichenstandards zu einem Standard zusammengefügt werden ist die Frage nach Totalerschließung ›aller lebenden und toten Zeichen‹ dieser virulent geworden.
Das bisherige Fehlen signographischer Grundlagenforschung trifft offen zutage. Durch den universalen signographischen Ansatz es möglich die Gesamtheit der Zeichen durch größeres Glas als die ›Schriftbrille‹ zu betrachten zu verstehen.

Links: www.signographie.de


Anmerkungen

[1] Signa Nr. 1 2000. Grimma Wæchterpappel 2000.
[2] Winfried Nöth: Handbuch der Semiotik . 2. Auflage Stuttgart/Weimar Metzler 2000; S.
[3] Jacques Derrida: De la grammatologie . Paris Minuit 1967. (zitiert nach Nöth 557)
[4] siehe hierzu eine aktuelle Aufstellung Thematik in dem Dokument Themen der Signographie (PDF)
[5] Die Webseite signographie.de wird von Preuß (Heidelberg) und Andreas Stötzner (Leipzig) auf Basis betrieben. Dahinter steht keine Firma oder
[6] Signa erscheint ein- bis zweimal im Verlag Edition Wæchterpappel der Denkmalschmiede Höfgen www.hoefgen.de
[7] Eine Veröffentlichung hierzu in Signa geplant.




Bücher zum Thema Signografie

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Signographie.html">Signografie </a>