Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 28. Mai 2012 

Sonja Kowalewski


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Sonja Kowalewski (auch Sofja Kowalewskaja Sophie Kowalewski ) ( * 3. Januar 1850 in Moskau 10. Februar 1891 ) war Mathematikerin russischer Herkunft.

Sofja Kowalewskaja Sonja Kovalevski Sophie Kowalewski. Namen stehen geradezu symbolisch für das Leben Frau das nicht geradlinig auf ein festes gerichtet war sondern Unmengen von Ecken und Umwegen und Rückschritten aufweist und durch einen Tod jäh beendet wird.

Ein starkes Interesse für die Mathematik auch für Literatur und Politik machten es schwer sich auf ein Ziel zu konzentrieren. wieder wenn ihr in der Mathematik der Erfolg versagt blieb wandte sie sich stärker Bereichen zu.

Das Chaos in ihrem Leben wurde Autor das erste Mal bewusst als er auf die Suche nach Literatur über sie Die oben genannten Namen sind nur eine für die vielen Varianten ihres Namens. Dieses ist vor allem darauf zurückzuführen dass Sonja in den unterschiedlichen Ländern in denen sie hat den jeweiligen Sprachen angepasst hat und Namen entsprechend leicht geändert hat. Im Folgenden der in Deutschland verbreitetste Name `Sonja Kowalewski' sowie auch bei den anderen Namen die Form verwendet wird.

Geboren wurde Sonja am 3. Januar 1850 als zweite Tochter von Elisabeth Fjodorowna General Wassili Krukowski in Moskau . Ihre Mutter war eine sehr gebildete die den zwanzig Jahre älteren Offizier der Armee geheiratet hatte um ihrem Elternhaus zu

Wie im damaligen Russland in ihrer Schicht üblich wurde Sonja nach der Geburt in die Obhut einer gegeben die sich um ihre Erziehung kümmerte. Eltern sah sie nur zu den Mahlzeiten auch mit ihren Geschwistern hatte sie aufgrund Altersunterschiedes (Anjuta war sieben Jahre älter und Bruder Fedja fünf Jahre jünger) in der nicht viel Kontakt.

Als Sonja etwa acht Jahre alt nahm ihr Vater Abschied von der Armee sie zogen auf das Landgut Palibino. Hier sie auch eine neue Gouvernante Miss Smith England die von nun an für Sonjas und Ausbildung verantwortlich war.

Inhaltsverzeichnis

Mathematik die vier Wände ihres Kinderzimmers

Sonjas Interesse für Mathematik wurde aber nicht durch ihre Lehrer sondern auf eine vollkommen andere und ungewöhnliche Als das Gut Palibino renoviert wurde stellte heraus dass die Tapete für das Kinderzimmer mehr ausreichte. Da es nun aber recht gewesen wäre neue Tapete zu beschaffen wurden Wände dieses Zimmers kurzerhand mit Papier beklebt man auf dem Dachboden des Hauses gefunden So kam es dass die Wände von Zimmer mit dem Skript einer Vorlesung über Differential - und Integralrechnung tapeziert wurden. Stundenlang schaute sie sich für sie unverständlichen und geheimnisvollen Zeichen an versuchte ihren Sinn zu erfassen was ihr nicht gelang.

Der eigentliche Grund für ihr Interesse der Mathematik aber war ihr Onkel der gerne las und noch lieber über seine sprach. Er hatte zwar nie Mathematik studiert sich doch sehr viel Wissen angelesen und liebte es sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Sonja hörte ihm bei seinen mathematischen so fasziniert zu dass ihm häufig nicht wurde dass er zu einem Kind sprach. hörte sie zum ersten Mal von der Quadratur des Kreises ' und von Asymptoten 'auf die eine Kurve beständig zuläuft sie doch erst im Unendlichen zu berühren'. dies begeisterte sie sehr wenn sie auch viel von dem verstand was ihr Onkel

Der mathematische Unterricht den sie bei polnischen Hauslehrer erhielt konnte sie zunächst nicht erst nach einer Weile begann sie sich in die Algebra und Geometrie zu vertiefen dass sie alles andere vernachlässigte. Ihr Vater war dadurch so beunruhigt er ihr den Mathematikunterricht verbot. Glücklicherweise konnte sich aber ein Mathematikbuch von ihrem Lehrer und heimlich abends im Bett darin lesen.

Mit fünfzehn Jahren fiel ihr ein in die Hände das ein Nachbar Professor geschrieben hatte. Sie versuchte es zu lesen aber mit den trigonometrischen Formeln im Kapitel Optik nicht viel anfangen. Da ihr niemand wollte was es damit auf sich hat sie sich daran sich die Erklärung selbst erarbeiten. Nachdem sie sein Buch auf diese ganz durchgearbeitet hatte sprach sie mit Tyrtow Zunächst wollte er ihr nicht glauben dass den Inhalt verstanden habe doch sie bewies ihm indem sie ihm ihre Interpretation zum Sinus erläuterte. Nun war er sehr beeindruckt setzte sich stark dafür ein dass Sonja in höherer Mathematik bekommen sollte.

So kam es dann dass Sonja gegen ihren Vater durchsetzen konnte und Unterricht Professor Strannolubski in Petersburg nahm.

Zu dieser Zeit war es Frauen Russland noch nicht möglich zu studieren es ihnen nicht einmal gestattet als Gasthörerinnen an teilzunehmen. Daher haben sich damals viele Frauen in den 'fortschrittlichen' Westen zu gehen um zu studieren. In Russland das gesellschaftlich für rückständig gehalten wurde herrschten utopische Vorstellungen von der Gleichberechtigung der Frauen im Westen. In ihren war den Frauen dort alles möglich viele die deshalb emigrierten mussten daher enttäuscht feststellen sie im Westen Vorreiterrollen übernehmen mussten.

Die Ehe als "Studienqualifikation"

Aber allein schon in den Westen kommen war nicht so einfach denn die Frauen besaßen keinen eigenen Reisepass. So war eine Auslandsreise nur mit ihrem Vater oder ihrem Ehemann möglich auf dessen Pass sie wurden. Für eine junge Russin deren Vater wollte dass sie studiert war der einzige eine Scheinehe mit einem fortschrittlichen jungen Mann die Ehe nur einging um der Frau Studium im Ausland zu ermöglichen.

Für Sonja war klar dass sie und Naturwissenschaften studieren wollte. Es fand sich auch ein Heiratskandidat der Student Wladimir O. und Sonja konnte sich wieder einmal gegen Willen ihres Vaters durchsetzen. Sie heiratete Kowalewski September 1868 im April 1869 reisten sie Wien wo Wladimir Geologie studieren wollte.

Eigentlich war die Ehe als reine gedacht doch im Laufe ihres Lebens gab immer wieder Zeiten in denen Sonja und zusammen wohnten und lebten und sich auch gemeinsame Zukunft ausmalten. Das allerdings hielt meist für kurze Zeit an. Solche Phasen gingen wieder über in andere in denen sie lebten und sich sogar scheiden lassen wollten. 1881 verlassen ihn Sonja und ihrer Tochter .

Aber zunächst zurück zu den Anfängen Studiums. Sonja erhält zwar in Wien von einem Physikprofessor die Genehmigung an Vorlesungen teilzunehmen allerdings ist ihr Wien zu und es gefällt ihr dort auch sonst so gut. Also beschließt sie nach Heidelberg zu gehen.

Hier muss sie aber feststellen dass Frauen nicht gestattet ist sich zu immatrikulieren. nach persönlichen Gesprächen mit einzelnen Professoren der und Physik kann sie schließlich doch ihr in Heidelberg zum Sommersemester 1869 aufnehmen wenn nur als Gasthörerin.

Zum Wintersemester 1870 wechselt sie auf ihres Heidelberger Professors Königsberger zu dem bedeutendsten der damaligen Zeit Karl Weierstrass nach Berlin.

Privatstunden bei Weierstrass

Trotz sehr guter Empfehlungsschreiben ihrer Heidelberger testet Karl Weierstrass sie zunächst indem er ihr ein Problem gibt das sie lösen soll. Eine später steht sie mit der Lösung erneut ihm. Er ist von ihrer Lösung sehr und setzt sich von nun an für ein. Doch gegen die konservative Verwaltung kann auch er nichts ausrichten. bietet er ihr dann Privatstunden an.

Vier Jahre lang studiert sie in Einmal in der Woche kommt ihr Lehrer in ihrer kleinen Wohnung besuchen am Sonntag sie ihn. So entsteht ein enges Verhältnis den beiden das weit über eine normale hinausgeht.

Im November 1872 beginnt sie auf Anraten hin eine Arbeit zu verfassen die als Dissertation einreichen könnte. Sonja arbeitet die meiste in ihrer kleinen Wohnung manchmal bis zu Stunden am Tag und verlässt das Haus selten; sie scheint kein Interesse mehr für anderes als die Mathematik zu haben. So sie bis zum Sommer 1874 drei Arbeiten die sie als Doktorarbeit einreichen möchte.

Doch wie sich herausstellen sollte war das kleinere Problem die Arbeiten anzufertigen kompliziert es erst als eine Universität gefunden werden an der Sonja promoviert werden konnte. Schließlich sich Weierstrass für Göttingen . Obwohl er selbst ein Gegner des ist setzt er sich stark für Sonja und erreicht letztendlich auch dass sie 'in (d.h. ohne mündliche Prüfungen) promovieren kann.

Ernst Schering der ihre Arbeiten ('Theorie partiellen Differentialgleichungen ' 'Gestalt der Saturnringe ' und 'Klasse Abelscher Integrale') begutachtet stellt dass sie alle mit sehr viel Sachkenntnis Fleiß erstellt wurden und schon eine von für die Doktorwürde ausreichen würde. Im August erhält sie ihren Titel 'summa cum laude'.

Kurz darauf macht sie sich wieder den Weg nach Hause. Sie möchte in unterrichten müsste dafür aber ein russisches Magisterexamen Da sie als Frau aber nicht zur zugelassen wird bekommt sie auch nicht die die Prüfung abzulegen. Die einzige Möglichkeit zu hätte sie in den unteren Klassen von

Nicht nur aus diesem Grund wendet sich von der Mathematik ab. Sie versucht ein 'normales' Leben zu führen sie wohnt mit ihrem Ehemann zusammen versucht sogar zu konventionellen Ehefrau zu werden. Am 17. Oktober bringt sie ihre Tochter zur Welt die auf den Namen Sonja getauft wird aber Fufa gerufen wird.

Ende 1887 lernte Sonja Alfred Nobel der ihr auch den Hof machte eine aber kam zwischen den beiden nicht zustande. heute hält sich trotzdem das Gerücht dass keinen Nobelpreis für Mathematik gebe weil Sonja eine mit Nobel gehabt habe und ihn wegen Mittag-Leffler verlassen habe. Der wirkliche Grund war dass für Nobel die Mathematik keinen "Nutzen die Menschheit" zu haben schien.

Wenige Zeit später entschließt sich Sonja wieder der Mathematik zu zuwenden. Da sie Russland immer noch keine Stelle finden kann sie zur Forschung zurück. Sie übersetzt ihre Dissertation die sie noch nicht veröffentlicht hatte Russische und trägt sie auf dem Anfang stattfindenden 6. Kongress der Naturforscher und Ärzte

Obwohl die Ergebnisse schon sechs Jahre sind sind sie dennoch nicht überholt.

Intermezzo in Moskau

Wenig später zieht sie mit ihrem und ihrer Tochter nach Moskau und besucht dort regelmäßig die Veranstaltungen Moskauer Mathematischen Gesellschaft. Sie wird wieder so der Mathematik in den Bann gezogen dass beschließt für zwei Monate nach Berlin zu um Anschluss an die aktuelle Forschung zu Im März 1881 verlässt sie ihren Mann sich finanziell inzwischen völlig ruiniert hat und auch nicht mehr helfen lassen will.

Mit ihrer kleinen Tochter macht sie nun auf den Weg nach Berlin wo sich gleich wieder in die Arbeit stürzt. des Jahres zieht sie nach Paris ihre Tochter wird zusammen mit ihrer zurück nach Russland gebracht und wächst dann Julia Lermontowa einer guten Freundin von Sonja

Im Mai 1882 besucht Gösta Mittag-Leffler in Paris und stellt sie den wichtigsten Mathematikern vor schon im Juli des gleichen wird sie von ihnen in die Pariser Gesellschaft gewählt. Ein Jahr später kann sie eine Arbeit auf dem 7. Kongress der und Ärzte vortragen. Sie bekommt nun das eine Stelle als Privatdozentin in Stockholm anzunehmen was sie auch zum Anfang nächsten Jahres tut. Ihre Ankunft in Stockholm 1883 wird in allen Zeitungen Schwedens erwähnt ungewöhnlich war es dass eine Frau eine erhält und dafür auch noch in ein völlig fremdes Land geht.

In einem Artikel von August Strindberg der 1884 erschien heißt es dass Frau als Mathematikprofessor eine schädliche und unangenehme sei ja dass man sie sogar ein nennen könnte. Die Einladung dieser Frau nach das an und für sich männliche Professoren habe die sie an Kenntnissen bei weitem sei nur durch die Höflichkeit der Schweden weiblichen Geschlecht gegenüber zu erklären."

Sonja aber lässt sich nicht entmutigen ersten Semester hält sie ihre Vorträge noch Deutsch aber schon im nächsten Semester hält sie auf Schwedisch.

Als Weihnachtsgeschenk erhielt ich von Ihrer Schwester Artikel von Strindberg in dem er so beweist wie zweimal zwei vier ist dass solche Ungeheuerlichkeit wie ein weiblicher Professor der schädlich unnütz und unangenehm ist. Ich finde er im Grunde ganz recht hat nur eines protestiere ich dass nämlich in Schweden große Anzahl Mathematiker leben soll die mir überlegen seien und dass man mich nur Galanterie berufen habe. (aus einem Brief Sonjas an Mittag-Leffler)

Mittag-Leffler Herausgeber der einzigen mathematischen Zeitschrift Skandinavien beauftragt sie mit der Beschaffung mathematischer von russischen aber auch deutschen und französischen Da sie dabei sehr erfolgreich ist wird 1884 Mitherausgeberin und ist damit die erste die zum Herausgeberstab einer wissenschaftlichen Zeitung gehört. Sommer des gleichen Jahres erhält sie durch Einsatz von Mittag-Leffler und gegen den Widerstand Professoren der nicht naturwissenschaftlichen Fächer eine ordentliche in Stockholm zunächst allerdings auf fünf Jahre Wenn sie auch keinen großen Lohn erhält ist sie doch die erste Professorin in seit Laura Bassi (1711-1778) und Maria Gaetana Agnesi (1718-1799).

"Mathematik - eine Welt die ganz außerhalb selbst existiert"

1886 gelingt ihr die Lösung eines des Problems der Rotation fester Körper um Fixpunkt. So wird der nächste Bordin-Preis der Akademie der Wissenschaften (für das Jahr 1888) einer ihrer Preise für einen Beitrag 'zur Theorie der eines starren Körpers um einen festen Punkt' Das bedeutet für Sonja die Möglichkeit diesen 3000 Franc dotierten Preis zu gewinnen. Die dass der Preis gerade zu dem Zeitpunkt das passende Thema ausgeschrieben wird so dass eine gute Chance hat ihn zu gewinnen wie sehr sie die Unterstützung der Mathematiker Die Menschen die ihr in ihrem Leben in den Weg legten und an ihren zweifelten waren zumeist Professorenkollegen die nicht aus Mathematik kamen oder ganz Außenstehende.

Im Mai 1887 stirbt Anjuta ihre nach langer qualvoller Krankheit Sonja ist in Zeit so viel wie möglich bei ihr Nach ihrem Tod schreibt Sonja: "Alles im erscheint mir so verblasst und uninteressant. In Augenblicken taugt die Mathematik besser; man freut dass eine Welt so ganz außerhalb unser existiert."

Diesem Ausspruch folgend vertieft sie sich in die letzte Ausarbeitung ihrer Arbeit für Bordin-Preis.

Die Arbeiten für diesen Preis müssen eingereicht werden die Namen der Einsender werden nach der Entscheidung über die Preisvergabe bekannt. Arbeit wurde ausgewählt und für so gut dass das Preisgeld auf 5000 Franc erhöht

Als 1889 ihre Professur ausläuft bemüht sich in Frankreich und in Russland um Stelle in Stockholm setzte sich Mittag-Leffler wieder stark für sie ein und erreicht dass im Juni 1889 eine Professur auf Lebenszeit wird. Statt ihr eine Stelle anzubieten wird in Frankreich zum 'Officier de l'Instruction publique' aber außer einer hübschen Urkunde keine weiteren für sie hat. Auch in Russland wird keine Stelle angeboten stattdessen wird sie dort 'korrespondierenden Mitglied der Petersburger Akademie der Wissenschaften'

Von ihrer Stellung auf Lebenszeit hat nicht mehr viel da sie am 10. Februar 1891 an einer Tuberkulose stirbt die sie sich auf einer zugezogen hat. Sie war gerade einmal einundvierzig alt die Nachricht ihres frühen Todes erschüttert ihrer Mathematiker-Kollegen in ganz Europa.




Bücher zum Thema Sonja Kowalewski

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Sonja_Kowalewski.html">Sonja Kowalewski </a>