Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Sonneberger Klöße - im itzgründischen Dialekt Sumbarcher Arpfsklüeß genannt - sind eine lukullische Spezialität die im Landkreis Sonneberg traditionell als Hauptspeise mit unterschiedlichsten Braten Soßen und Gemüsen als Beilagen verzehrt wird.
Im typischen Sonneberger Privathaushalt und in den Gaststätten bzw. Restaurants der Region kommen jeden Sonn- und Feiertag Kartoffelklöße (Arpfl’s Klüeß) auf den Tisch. als Koch oder Hausfrau/-mann die Fertigkeit der Klößezubereitung Sonneberger Art nicht beherrscht ist in den des Sonneberger Landes hoffnungslos verloren. Kochrezepte erwecken den Anschein Sonneberger Klöße seien einfache Speise und verschweigen dass eine Menge Erfahrung dazu gehört. Der Fehlerteufel liegt auch im Detail (Ergiebigkeit und Stärkegehalt der Kartoffeln Zeitmanagement und Temperaturführung während des Breikochens und abschließenden Ziehens Abschmecken der Salzmenge im Feinheits- und Trockenheitsgrad der Reiber etc.). Wichtig auch unverzichtbare Arbeitsmittel z.B. die spezielle Kloßpresse stabiles feinporiges Leinensäckchen die Kloßteigschüssel großer Quirl Kochtopf usw.. Nachfolgend ein paar Anleitungen für interessierten Laien der das Geheimnis der Kloßzubereitung erfahren es sogar selbst mal ausprobieren möchte:
Ungefähr ein Drittel der geschälten Kartoffeln in schneiden und in ca. 1 l Wasser Zugabe von 20 g Salz zu einem Kartoffelbrei verkochen (Nicht anbrennen lassen!). Die restlichen Kartoffeln in eine Schüssel mit etwas kaltem lauwarmem Wasser reiben (Das Reiben muss schnell damit die Kartoffeln sich nicht rotbraun verfärben!). geriebenen rohen Kartoffeln in ein Leinentuch oder in ein reißfestes feinporiges Leinensäckchen geben. Das Säckchen kurz wässern von Hand gut auswringen danach mit der Kloßpresse das Wasser vollständig auspressen. (Wer das Wasser auffängt erhält sich darin niederschlagende Karoffelstärke zur beliebigen Verwendung.)
Die trockenen mehlartigen Katoffelreiber dem Säckchen entnehmen eine geräumige Schüssel geben und von Hand auflockern. (Der flüssige Kartoffelbrei sollte jetzt schon zur Weiterverarbeitung bereitstehen da sich bei einer Wartezeit die Reiber verfärben und der spätere - ohne an Geschmack zu verlieren - und unansehnlich wird!)
Die Reiber in der Schüssel mit dem kochendheißen Kartoffelbrei übergießen das heißt in zwei drei Etappen brühen und alles mit einem stabilen Quirl verrühren und schlagen bis ein ziehender und sich von der Schüsselwand lösender reiberfreier Kloßteig vorliegt. Während des Rührens und kann der Kloßteig mit Salz noch nachgewürzt abgeschmeckt werden. Der fertige Teig ist weich klebrig gut formbar und schmeckt schon sehr (War der Kartoffelbrei zum Brühen nicht heiß dann finden sich im Kloßteig noch Reiberreste der Sonneberger Experte wendet sich mit Grausen
Vor der Teigzubereitung das Weißbrot oder die in kleine Würfel schneiden die Butter in Pfanne zerlassen und das gewürfelte Weißbrot darin und bräunen. Aus dem Kartoffelteig mit nassen Klöße formen dabei je 4 bis 6 in die Kloßmitte geben. Die Klöße in großen Topf mit 4 l heißem keinesfalls Wasser einlegen und bei leichter Hitze 10 ziehen lassen. Danach alle Klöße aus dem Wasser nehmen gut abtropfen lassen und in Schüssel servieren.
Die Kloßmenge sollte für vier bis fünf ausreichen. Bleiben ausnahmsweise mal Klöße übrig dann sie später kalt in Scheiben geschnitten und der Pfanne geröstet zu einer neuen Mahlzeit
"9 5 Pfd. rohe geschälte Kartoffeln (6 davon zum Reiben 3 5 Pfd. zum 2 Semmeln zu Bröckchen 30 g Butter g Salz 1 l Wasser 20 g zum Brei 4 bis 5 l Kochwasser. Reibekartoffeln werden schnell in lauwarmes Wasser gerieben mit lauwarmem Wasser zweimal abgewässert und im durch die Presse vollständig trocken ausgepresst. Die werden kleingeschnitten und die Bröckchen in Butter Die Breikartoffeln werden mit kaltem Wasser und aufgesetzt weichgekocht und mit dem Wasser zu dickflüssigen Brei gestampft. Den fertigen Brei bringt zum starken Kochen während man die Kartoffeln der Presse nimmt und mit dem abgewässerten und 40 g Salz in einer Schüssel den Händen verreibt. Dann wird die Masse dem sprudelnd kochenden Brei in drei Absätzen und unter Stampfen mit einem großen Quirl einem glatten Teig verarbeitet. Man formt die 18 Klöße mit nassen Händen füllt sie Brötchen und gibt sie in heißes Wasser dem sie 10 Minuten ziehen nicht kochen
(Die nachfolgenden beiden Kloßarten gehören zu den genannten Halbseidenen und sind keine typischen Sonneberger Klöße!)
Die Pfarrei der Gemeinde Effelder (Landkreis Sonneberg) verfügt über zwei alte in einer Handschrift aus den Jahren 1808 - 1814 . Sie haben im Original folgenden Wortlaut:
"Die Glöße sind von zweierlei Art. Eine wird von gesottenen dann geschälten und geriebenen gemacht in welche man geröstete Semmelbröckchen knetet sie entweder in einem Ribes (eine Art backt oder wenn sie mit etwas Mehl sind wie andere Glöße in einem Tiegel
Die zweite Art welche die gewöhnlichste ist mit Fleisch gegeßen als Sonntagseßen betrachtet wird darin daß man wie beim Tetsch (roher zur Herstellung von "Däitscher" altes Thüringer Hausrezept in der Herdröhre gebackenen rohen Kartoffelbrei) die rohen Erdäpfel auf einem Reibeeisen klein reibt die Maße in einem Sack thut und malen frisch Waßer darauf schüttet das man einen Kübel ablaufen läßt und endlich die durchgewäßerte Maße so sehr möglich ausdrückt. Da diesem Ausdrücken zum Theil die Güte der abhängt so hat man eigene Kartoffelpreßen die Großen wie Citronenpreßen geformt sind zwischen deren der Erdäpfelsack gelegt und alles wäßrige rein Diese trockene Maße wird nun mit einem Brei von Mehl oder Gries oder Hirse Heisel (Buchweizen) je nachdem man das eine andere hat zu einer Glößmasse angemacht und andere Glöße geformt und gekocht. Wer die gut haben will reisßt sie beim Anrichten übergießt sie mit heißer Butter. In dem Waßer das man sorgfältig aufhebt setzt sich feine Maße welche man nach abgeschüttetem Waßer nimmt und zum Gebrauch am Ofen oder der Sonnenhizze trocknet. Dieß ist die Erdapfelstärke zwar zum Stärken der Wäsche nicht viel weil sie nicht hält und auch das roth macht aber zu Mehl zerrieben zum Backwerk selbst zu Torten gebraucht werden kann. diese Zubereitungen sind jetzt bei Reichen sowohl Armen eingeführt und nur daß jene mehr und Eier dazu nehmen als diese können."