Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Der Begriff Soziale Gerechtigkeit wird in Deutschland seit den 1990er Jahren zunehmend in der politischen Diskussion
Er wird dabei von einigen als Schlagwort betrachtet ( "ein diffuser verstaubter Begriff der lediglich individuelle transportiert" ). Das erste größere philosophische Werk welches Begriff zum Thema macht (nach Aristoteles der "Gerechtigkeiten" kennt) spricht im Titel der deutschen von der " Illusion der sozialen Gerechtigkeit" (Friedrich August von Hayek The Mirage of Social Justice London 1976).
Andere sehen soziale Gerechtigkeit geradezu als Schlüsselbegriff und Voraussetzung einer demokratischen Gesellschaft an:
Im Kern zielt soziale Gerechtigkeit auf den allgemeiner Beteiligung: alle Mitglieder einer Gesellschaft müssen die materiellen Mittel haben um allgemeines Beteiligungsrecht wahrnehmen zu können. Auf der Seite darf kein Gesellschaftsmitglied über soviel materielle verfügen dass es über die damit verbundene Macht den politischen Prozess einseitig in seinem bestimmen kann. Soziale Ungleichheit ist so mit einer unteren und oberen Grenze versehen. (aus: "Reichtum und Armut als Herausforderung kirchliches Handeln" siehe Weblinks)
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird 'soziale Gerechtigkeit' als Verteilungsgerechtigkeit verstanden mit dem Gewähren von Sozialleistungen Bürger und mit wirtschaftlicher Umverteilung über die und Abgabenpolitik. Dabei erwartet man von der Gerechtigkeit entweder eine Gleichverteilung oder eine Verteilung den Bedürfnissen .
Soziale Gerechtigkeit wäre aber auch in Dimensionen zu beschreiben (weiter ausgeführt in: Otfried Gerechtigkeit; siehe Literatur):
Tauschgerechtigkeit
ausgleichende Gerechtigkeit
Gerechtigkeit zwischen den Generationen
Gerechtigkeit gegen Tiere (?)
globale Gerechtigkeit
Sozial- und Politikwissenschaftler kritisieren zum Teil die häufig wenig präzise Verwendung des Begriffs. Arbeitsgruppe im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES siehe externer Link "Soziale Gerechtigkeit Demokratie") entwickelte schließlich aus vier zeitgenössischen Gerechtigkeitstheorien von Hayek John Rawls Michael Walzer und Sen) folgende Prinzipien für soziale Gerechtigkeit:
Gleichverteilung des Zugangs zu den notwendigen für die individuell zu entscheidende Entfaltung von
Stärkung der individuellen Fähigkeiten ('capabilities') die Autonomie Würde Entscheidungsfreiheit Lebenschancen und Optionsvielfalt schützen und erweitern.
Aus diesen allgemeinen Prinzipien werden fünf sozialer Gerechtigkeit abgeleitet:
Vermeidung von Armut
Soziale Chancen durch Bildung
Soziale Chancen durch einen integrativen Markt angemessene Einkommensverteilung)
Berücksichtigung der besonderen Rolle der Frau
Soziale Sicherung (Gesundheits- und Sozialausgaben im zur Sozialprodukt)
Dieses Verständnis sozialer Gerechtigkeit ist stark die gerechte (hier: gleiche) Verteilung von Zugangschancen Nachträgliche Umverteilungen durch passive sozialstaatliche Maßnahmen seien weniger geeignet Klassenstrukturen zu brechen Lebenschancen zu erweitern und zu vermeiden. Trete trotzdem Armut auf sei allerdings durch Ex-post-Umverteilung mit hoher politischer Präferenz bekämpfen da Armut die individuelle Autonomie und des Menschen beschädigt und zu einer Falle die nachfolgenden Generationen in armen Familien werden
Den staatlichen Eingriffsmöglichkeiten wird durch die anderem wegen hoher Rüstungsausgaben wachsende Staatsverschuldung und Auswirkungen der Globalisierung zunehmend Grenzen gesetzt.
Die erheblichen administrativen Kosten die mit Durchsetzung von Sozialer Gerechtigkeit verbunden sind und der Allgemeinheit getragen werden müssen werden häufig oder unterschätzt. Nicht selten fallen für jeden der als Unterstützung gewährt wird ein oder Euro als Verwaltungskosten an.
Das Sozialwort der Kirchen wird weitergeführt konkretisiert in: "Reichtum und Armut als Herausforderung kirchliches Handeln" hrsg. von der Werkstatt Ökonomie (im Auftrag von und in Kooperation evangelischen Kirchen und Einrichtungen) Oktober 2002. Zur Gerechtigkeit hier besonders Kapitel 5: "Öffentliche Armut soziale Gerechtigkeit und Grenzen der PDF-Datei (166 KB)