Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 20. Oktober 2017 

Sozialpolitik


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Sozialpolitik ist ein Teilbereich der Politik der in verschiedene gesellschaftliche Bereiche eingreift mit dem Ziel durch eine Angleichung der und der Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung staatliche Politik trotz des Trends zu wachsender Ungleichheit in der Industriegesellschaft zu legitimieren und stabilisieren.

Inhaltsverzeichnis

Bereiche

Sozialpolitik hat im Kernbereich die klassischen der Sozialversicherung gegen viele Lebensrisiken der abhängig Beschäftigten Krankheit Alter Unfall Arbeitslosigkeit und relativ neu Hinzu kommen vielerlei Maßnahmen die sozialen Ausgleich durch Kinderfreibeträge Erziehungsgeld Sozialhilfe und Wohngeld herstellen Außerhalb der direkten Einkommensumverteilung befasst sich Sozialpolitik auch mit Gesetzen zum Arbeitsschutz sowie im der Sozialfürsorge (früher: Armenfürsorge) zur Jugendhilfe zur Behinderter in die Gesellschaft etc.

Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland (Überblick)

Industrialisierung Urbanisierung und Soziale Frage

Durch die Industrialisierung und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen die Notwendigkeit soziale Sicherung und soziokulturelle Integration der Bevölkerung zunehmend durch staatliches Handeln zu müssen. Die Abwanderung großer Teile der Bevölkerung von der dörflichen Gemeinschaft in die (= Pauperismus ) als abhängige Lohnarbeiter bargen bei Wirtschaftskrisen die Gefahr massenhafter Verelendung die von traditionellen Armenfürsorge der rasch wachsenden Städte ( Urbanisierung ) nicht aufgefangen werden konnte. Zudem waren Arbeitsbedingungen in den Fabriken so dass viele Proletarier relativ früh oder nach Arbeitsunfällen aus Arbeitsprozeß ausscheiden mußten. Diese Soziale Frage sowie das Anwachsen der Sozialdemokratie führten dazu dass sich Sozialpolitik im Kaiserreich zunächst auf die Arbeiter konzentrierte erst der Bundesrepublik Deutschland wurden auch Teile der Selbstständigen in gesetzlichen Versicherungssysteme einbezogen.

Der Beginn im Kaiserreich

Um den direkten Eingriff in die Gestaltung der Arbeitsbedingungen (Arbeiterschutz) zu vermeiden wurde Bismarck das System der Sozialversicherungen (Krankenversicherung Invaliden- Rentenversicherung sowie Unfallversicherung) reichsgesetzlich geregelt. Beiträge für Versicherung im Krankheitsfall und für das Ausscheiden dem Arbeitsleben zahlten Beschäftigte und Unternehmer zu Teilen Beiträge für die Berufsgenossenschaften die Unternehmer alleine. Entsprechend werden bis die Selbstverwaltungsorgane gewählt obwohl im Falle der durch sogenannte Zuzahlungen ( Praxisgebühr Medikamentenzuzahlung) die Parität in der Finanzierung worden ist [[vgl u.a. Agenda 2010 ). Der Arbeiterschutz wurde vor allem mit auf die Bevölkerungspolitik (Schutz von Schwangeren sowie und Jugendlichen) ausgebaut.

In den Jahren des Kaiserreichs insbesondere im 1. Weltkrieg entwickelte sich die Zuständigkeit für die aus dem Bereich der Innenministerium heraus zu Behörden bzw. Ministerien. Die Sozialpolitik war nur mehr allein ein Teil staatlichen Handelns mit Ziel der Prävention gegen soziale Unruhen.

Weimarer Republik

In der Weimarer Republik kam es zu einem Ausbau der sowie zur Erweiterung sozialer Dienste und Institutionen Bereich der Krankenfürsorge Bildung und Schulwesen und Bereich der Wohnungspolitik. Die Inflation die zur von Menschen führte die geglaubt hatten durch für ihr Alter vorgesorgt zu haben machte Einrichtung einer Kleinrentnerversicherung notwendig. Dagegen hatte die der Rentnerinnen und Rentner wenn auch mit Einschnitten im Verlauf der Inflation selber die Jahre der Weimarer Republik schadlos überstanden. 1927 nach langen Debatten - die bereits im Kaiserreich anfingen - die Arbeitslosenversicherung reichsgesetzlich geregelt. Durch die Deflationspolitik des Reichskanzlers Heinrich Brüning als Antwort auf die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise wurden große Teile des Sozialversicherungssystems in Substanz gefährdet die Leistungen für Kranke Invaliden Rentner wurden durch eine Politik des Sparens verringert. Obwohl die Arbeitgeber seit 1928 gegen die "Überlastung" durch Beiträge als Teil des Bruttolohns Sturm gelaufen überlebte das System der Sozialversicherungen "System" auch Zeit.

Drittes Reich

Die nationalsozialistischen Regierungen haben das System demontiert sondern in wenigen Teilen ausgebaut ideologisch und instrumentalisiert. Aus ihrer Zeit stammen z. die gesetzlichen Regelungen hinsichtlich des 1. Mai Feiertag (Tag der Arbeit) und des Anspruchs Jahresurlaub die bis heute gelten.

Bundesrepublik Deutschland

Im Grundgesetz wird das Sozialstaatsgebot generell in Artikel Abs.I festgeschrieben; sozialstaatliche Grundsätze lassen sich auch einzelnen Geboten wie Schutz der Menschenwürde Sozialbindung Eigentums Schutz von Ehe und Familie etc.

Auf dieser Grundlage und begünstigt durch wirtschaftlichen Aufschwung ( Wirtschaftswunder ) wurde von der Gründung bis in Mitte der 1970ger Jahre hinein in der Bundesrepublik Deutschland das Netz der sozialen Sicherungen weiter 1957 wurde durch die Reform der Rentenversicherung Erhöhung der Renten entsprechend der Erhöhung der der Zirkel von Alter gleich Armut durchbrochen.

Aktuelle Probleme im Zeichen der Globalisierung

Sinkende Wachstumsraten des Wirtschaft und damit Spielräume zur Umverteilung ausgelöst durch zu zögerliche Anpassung an internationalen Wettbewerb sowie die zunehmende Mobilität von Unternehmen und Gutverdienern die sich der Abgabenlast Abwanderung ins steuergünstigere Ausland (Steuerflucht) im Zuge Globalisierung entziehen führen zu einem Sozialabbau ( siehe auch: Agenda 2010 ). Das Thema der "Überlastung" der unternehmerischen taucht im Rahmen der Diskussion um die Lohnnebenkosten wieder auf (s. oben den Abschnitt die Weimarer Republik). Für die Politik des wird auf den Mißbrauch sozialer Leistungen hingewiesen.

In der bundesdeutschen (im Gegensatz zur Diskussion gänzlich ausgeblendet bleibt die Frage ob Parität in den Selbstverwaltungsorganen der gesetzlichen Sozialversicherungen zeitgemäß ist. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in zunehmenden Maße (derzeit mehr als 10%) verschiedene Formen der Zuzahlung finanziert und die Renteversicherung durch große Beträge aus dem Bundeshaushalt dass dies nach dem Prinzip "Wer zahlt zu Veränderungen geführt hätte.

Sozialpolitik im internationalen Vergleich

Die deutsche Sozialpolitik ist nur ein für die Herausbildung des Wohlfahrtsstaates in den entwickelten Industrieländern. In vielen wurden (und werden) die sozialen Sicherungssysteme gegen Wechselfälle des Lebens aus ihrer geschichtlichen Entwicklung nicht über Beiträge sondern über den Staatshaushalt (Beispiele: skandinavische Länder). Andere Länder gehen erst den letzten Jahren zur Beitragsfinanzierung über (z. Italien). Wie sich dies alles im Rahmen EU in der Zukunft harmonisierend gestalten wird noch in den Sternen. Die USA entschlossen erst in der Weltwirtschaftskrise angesichts hunderttausender verelendeter Veteranen des 1. Weltkriegs zu ersten Ansätzen des Aufbaus von Sicherungssystemen ( New Deal ). In den Zeiten des real existierenden stellten sich in solchen Staaten wie der viele Fragen völlig anders. Dritte-Welt-Staaten haben z. noch gar nicht mit dem Aufbau solcher begonnen (rühmliche Ausnahme: Kuba) sondern können nicht tun als ihre Armen nicht verhungern zu

Chronik

1854 Knappschaftsgesetz 1883 Krankenversicherung 1884 Unfallversicherung Invaliditäts- und Altersversicherung 1891 Einführung der Selbstversicherung Kinderschutzgesetz 1912 Witwenrentengesetz 1923 Reichsknappschaftsgesetz 1927 Arbeitslosenversicherung

Weblinks

  • http://www.arbeitnehmerkammer.de/sozialpolitik/ - ein Portal dass sowohl Hinweise Geschichte der Sozialpolitik aber besonders über die Entwicklungen zeitnah informiert.



Bücher zum Thema Sozialpolitik

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Sozialpolitik.html">Sozialpolitik </a>