Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 16. Oktober 2019 

Soziobiologie


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Die Soziobiologie ist ein Zweig der Evolutionsbiologie und beschäftigt sich mit der Erforschung biologischen Grundlagen des tierischen und menschlichen Sozialverhaltens seines adaptiven (= auf Anpassung ausgerichteten) Wesens Entwicklungsprozess. Im Gegensatz zur klassischen Ethologie (= Verhaltensforschung) die anhand von Beobachtungen und anatomischen Untersuchungen Einzelheiten des individuellen Verhaltens den Zusammenhang zwischen auslösenden Reizen und den anschließenden physiologischen Prozessen zu klären versucht hat Soziobiologie eine evolutionäre Fragestellung. Ausgehend von Forschungsergebnissen Genetik Ökologie und Populationsbiologie untersucht sie komplexe Formen Sozialverhaltens und die Organisation von Gesellschaften. Dabei die Betrachtung des adaptiven Wertes von Verhaltensweisen Bestandteil des Gesamtverhaltens einer Art im Vordergrund.

Die Soziobiologie geht von einer unbegrenzten (= Vermehrungstendenz) der Gene aus. Die in Chromosomen jedes Zellkerns enthaltenen DNS -Molekülketten deren einzelne Abschnitte jeweils die Information Gens speichern haben die Fähigkeit und das ständig Kopien von sich selbst herzustellen. Gene sich dadurch aus dass sie im Gegensatz jedem sterblichen Körper Generationen überdauern können und unendliche Möglichkeiten der Neukombination vor allem bei Fortpflanzung verfügen. Die Ausdrucksform des Genotyps (= Gesamtheit der Gene) der jeweils einmalige Verbindung von Genen darstellt ist der Phänotyp d.h. die sich aufgrund der im enthaltenen Information ausprägenden Körpermerkmale des Individuums.

Der Phänotyp - und als einer Aspekte das Verhalten - bildet den unmittelbaren für den Selektionsprozess (= Auswahlprozess) der diesen Hinblick auf seine Anpassung an die Erfordernisse Umwelt bewertet. Gut angepasste Phänotypen zeichnen sich hohe Fortpflanzungsraten aus d.h. ihre Gene können gegenüber den Genen weniger gut angepasster Phänotypen Begünstigt werden Gene die ihre Träger mit ausstatten mit denen sie die ihnen zur stehende Zeit und Energie so einsetzen können sie eine bessere Strategie im Kampf um Ressourcen zur Verfügung haben als die mit konkurrierenden Individuen oder Artgenossen und sich dadurch oder Ausbreitungsvorteile sichern. Die Maßeinheit für die eines Gens ist folglich die Häufigkeit seiner in der nächsten Generation.

Die Soziobiologie hat gezeigt dass Gene Gruppen oder Arten die Einheiten sind an Selektion ansetzt wie es die Vertreter der zu beweisen versucht haben d.h. es werden Verhaltensweisen begünstigt die das Beste für eine Gruppe oder Art zu erzielen versuchen sondern findet am Individuum statt. Auf der Grundlage durch diesen Selektionsmechanismus erzeugten unterschiedlichen Fortpflanzungsmöglichkeiten der Genotypen erklärt sich auch die Konkurrenz um Ressourcen innerhalb von Lebens- und Fortpflanzungsgemeinschaften. Die eines Gens ist anhand zweier Komponenten ablesbar: an der Eignung in einem Individuum selbst 2. an der Verbreitung über Verwandte. Es folglich Strategie der Gene sein ein Verhalten erzeugen dass die Verbreitung und Eignung der nicht nur individuell sondern auch über Verwandte Je näher zwei Individuen miteinander verwandt sind wahrscheinlicher ist es dass sie Träger gleicher sind. Altruistisches (= nichtegoistisches) Verhalten gegenüber Verwandten also die Verbreitung der eigenen Gene und umso lohnenswerter je höher der Verwandtschaftsgrad ist. Strategien zur Maximierung der Verbreitung von Individuen ihrer Gene unterliegen immer wieder der Evolution und den auftretenden Umweltveränderungen d.h. es sich um einen dynamische Prozess.

Soziobiologie des Menschen

Die Soziobiologie ist in der Soziologie ein eher randständiges Gebiet. Der Versuch Erkenntnisse auf den Menschen zu anzuwenden ist neu. Die Komplexität menschlichen Handelns sowie das einer ethischen und moralischen Ebene die sämtliche entscheidend beeinflusst erschwert die Forschung. Dennoch hat die Soziobiologie bemührt anhand von Untersuchungen menschlicher zu zeigen dass auch menschliches Verhalten einer Auswahl unterliegt und Anpassungscharakter hat. Übereinstimmungen im von Menschen verschiedener Gesellschaften deuten auf ein biologischer Faktoren hin und können mit Hilfe Evolutionstheorie erklärt werden. Während sich die konventionelle zunächst nur mit der Analyse allgemeiner Verhaltensweisen Bedeutung ihren Vorteilen sowie ihrer genetischen Grundlage Einbeziehung der jeweiligen Umweltsituation beschäftigt hat konnten Aspekte menschlichen Handelns erst durch die Theorie der Gen-Kultur-Koevolution erklärt werden. Sie ermöglichte eine Sicht von Biologie und Sozial- bzw. Humanwissenschaften.

Die Gen-Kultur-Koevolution versucht den Widerspruch zwischen Bestimmung von menschlichem Verhalten und kultureller Entwicklung überwinden. Sie geht davon aus dass eine zwischen genetischer Weitergabe von Verhalten und kultureller besteht. Die Entwicklung des menschlichen Geistes war Auffassung nach Ergebnis bestimmter genetisch gesteuerter physikalischer Dadurch wurde überhaupt erst die Ausbildung einer möglich die ihrerseits wieder Rückwirkung auf die Entwicklung des Menschen hatte. Ebenso wie genetisch unterliegen auch kulturelle Verhaltensweisen einer natürlichen Auswahl es gibt gut und weniger gut angepasste die aufgrund ihrer genetischen Anlagen besser angepassten schließlich über ihre Träger und deren Gene größerer Häufigkeit verbreitet werden. Menschliche Kultur ist Ergebnis positiver Selektion d.h. gewisse geistige Fähigkeiten sich als förderlich im Sinne der Evolution Mit Hilfe seiner Kultur hat der Mensch wie Selbsterhaltung und Fortpflanzung besser lösen können sich dabei Vorteile bei der Anpassung an Umweltbedingungen erworben. Dennoch unterscheiden sich genetische und Evolution in wesentlichen Merkmalen. Bei der ersteren Erbinformationen über den Mechanismus der Fortpflanzung weitergegeben. hat eine beständige kontinuierliche dafür wenig flexible und Anpassung zur Folge. Die kulturelle Evolution auf erlernten Dingen sowie individuellen Erfahrungen die Gehirn gespeichert verarbeitet variiert und schließlich an Nachkommen weitergegeben werden. Sie beeinhaltet dadurch die zur größeren Flexibilität und schnelleren Anpassung kann unbeständiger sein. Dies erklärt letztendlich die Vielfalt Kulturen und die große Geschwindigkeit mit der die menschlichen Entwicklung vollzogen hat. Man kann festhalten dass Kultur ebenso wie die genetische von Information durchaus im Dienste der erfolgreichen steht.

Kritik an und Grenzen der soziobiologischen

Mit dem Versuch einer Übertragung der auf den Menschen erwuchs gleichzeitig auch eine Kritik an dieser Disziplin (vgl. Rassentheorien ). Die Kritiker wandten sich gegen die einer genetischen Bestimmung menschlichen Verhaltens. Läge ein vor könnte er als Rechtfertigung für Phänomene Rassismus Sexismus Kapitalismus Imperialismus und Sozialdarwinismus dienen und infolgedessen zur Legitimierung bestimmter Ziele herrschender Klassen missbraucht werden.

Dies ist jedoch keineswegs die Absicht Soziobiologie. Sie bemüht sich um eine Erforschung Wesens des Menschen und seines Sozialverhaltens allein der Grundlage wissenschaftlicher Beweiskraft ohne ethisch-moralische Bewertungen politische Zielsetzungen. Ein zweiter Streitpunkt war die Unvereinbarkeit zwischen Biologie und Geisteswissenschaften . Vertreter dieser Position waren der Auffassung menschlicher Geist und menschliche Kultur außerhalb biologisch Mechanismen existierten also einen völlig selbständigen Komplex Diese Ansicht konnte jedoch durch die Gen-Kultur-Koevolutionstheorie zugunsten einer Bestätigung des Vorhandenseins einer intensiven zwischen biologisch vorgegebenen Verhaltenstendenzen und kulturellen Normen werden.

Literatur

  • Richard Dawkins : Das egoistische Gen 1996
  • Eckard Voland: Grundriss der Soziobiologie 2000
  • Franz M. Wuketits: Was ist Soziobiologie? 2002
  • Thomas P. Weber: Soziobiologie 2003



Bücher zum Thema Soziobiologie

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Soziobiologie.html">Soziobiologie </a>