Die Spinicaudata stellen eine Ordnung oder Unterordnung der Krallenschwänze (Onychura) innerhalb der Blattfußkrebse (Branchiopoda) dar. Weltweit sind etwa 180 der Spinicaudata bekannt.
Spinicaudaten leben vor allem am Boden im Schlamm von Kleingewässern die regelmäßig austrocknen die Art Cyclestheira hislopi findet sich im Freiwasser größerer Seen den Tropen.
Spinicaudaten erreichen meist Körperlängen von über Millimetern. Wie fast alle Angehörigen der Krallenschwänze der Körper der Tiere von einer zweiklappigen (Carapax) umgeben aus der nur die zu entwickelten 2. Antennen sowie ein kleiner Teil des letzten ( Telson ) hervorschauen. Auffällig sind die Häutungsstreifen auf Schale die dadurch entstehen dass der Carapax mit dem restlichen Körper gehäutet wird. Zusammengehalten die Schale von einem kräftigen Schließmuskel. Der Körper der Tiere ist nur am Hinterkopf dem Carapax verwachsen.
Der Körper der Spinicaudata besteht aus 32 Segmenten. Jedes Segment trägt ein Paar deren ursprünglicher gegliederter Aufbau nur noch schwer erkennen ist. Durch den Ruderschlag der Beine ein Wasserstrom erzeugt der sauerstoff- und nahrungsreiches in die zentral gelegene Nahrungsrinne und zu Kiemen transportiert. Nahrungspartikel werden über Borsten ausgefiltert nach vorn zur Mundöffnung transportiert.
Die 1. Antenne ist beweglich und fingerförmig und mit einer langen Sinnensborste ausgestattet 2. Antenne ist sehr kräftig und zweiästig dient als Schwimmbein. Aus diesem Grund trägt außerdem zahlreiche Schwimmborsten. Alle Spinicaudaten besitzen en Facettenaugen wobei dieses bei der Art Cyclestheira hislopi in der Mitte verschmolzen ist.
Die Fortpflanzung kann bei einigen Arten Spinicaudata parthenogenetisch sein überwiegend ist sie jedoch zweigeschlechtlich. den Männchen sind die ersten beiden Blattbeine Greiforganen umgewandelt mit denen sie die Weibchen Kopulation festhalten können.
Das Weibchen befestigt die Eier in Eiballen an den 9. bis 12. Beinpaaren entlässt sie bei der nächstfolgenden Häutung. Bei Cyclestheira hislopi werden die Eier bis zum Schlupf Brutraum in der Schale getragen. Die Eier trockenresistent und können im trockenen Boden einige überleben. Aus den Eiern schlüpfen Naupliuslarven die über mehrere Häutungen die Merkmale Erwachsenen erhalten.
Die Spinicaudata wurden früher gemeinsam mit Laevicaudata zu den Muschelschalern (Conchostraca) zusammengefasst diese stellt jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit keine natürliche dar. Nach verschiedenen Autoren wird auch die Cyclestheira hislopi aus den Spinicaudata ausgelagert und in Nähe anderer Gruppen der Krallenschwänze gestellt.
Die Spinicaudata enthalten die folgenden Familien:
Leptestheriidae (in Mitteleuropa z.B. Leptestheria dahalacensis )
Cyzicidae (in Mitteleuropa z.B. Cyzcus tetracerus )
Limnadiidae (in Mitteleuropa z.B. Limnadia lenticularis )
Cyclestheriidae (einzige Art Cyclestheira hislopi in tropischen Seen)
Ax P (1999): "Das System der II. Ein Lehrbuch der phylogenetischen Systematik"; Gustav Verlag.
Gruner HE (1993):"Klasse Crustacea"; in Gruner (Hrsg.): "Lehrbuch der Speziellen Zoologie Band I Teil: Arthropoda (ohne Insecta)"; Gustav Fischer Verlag
Oleson Martin Roessler (1997): "External morphology the male of Cyclestheria hislopi (Baird 1859) (Crustacea Branchiopoda Spinicaudata) with comparison of male claspers among the Conchostraca Cladocera and ist bearing on phylogeny of "bivalved" Branchiopoda"; Zool. Scripta 25 291-316
Oleson (1998): "A phylogenetic analysis of Conchostraca and Cladocera (Crustacea Branchiopoda Diplostraca)." Zool. Linn. Soc. London 122 491-536
Roessler (1995): "Review of Colombian Conchostraca - ecological aspects and life cycles - Cyclestheriidae"; Hydrobiologia 298 113-124
Sars (1887): "On Cyclestheria hislopi (BAIRD) a new generic type of Phyllopda"; Forh. Vidensk. Selsk. Krist 1887 1-65
Schminke HK (1997): "Crustacea Krebse"; in Rieger (Hrsg.): "Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller Wirbellose Tiere"; Gustav Fischer Verlag