Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 28. Mai 2012 

Sternwarte Sonneberg


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Eine der Sonneberger Beobachtungskuppeln

Die Sternwarte Sonneberg befindet sich auf dem Bergrücken des bei Neufang dem mit 638 m über NN Punkt des bebauten Stadtgebietes von Sonneberg . Sie wurde Mitte der 1920er Jahre auf Initiative Cuno Hoffmeisters als städtische Sternwarte mit Unterstützung des Thüringen und der Carl-Zeiss-Stiftung errichtet. Am 28. Dezember 1925 wurde die Beobachtungsstation mit dem ersten feierlich eingeweiht und bis 1928 als damals "höchste Sternwarte Deutschlands" durch Anbauten wesentlich erweitert. Neben der Himmelsbeobachtung steht die Sternwarte auch interessierten Besuchern insbesondere Amateurastronomen und Schülern offen um sie in Veranstaltungen mit der Geschichte und neueren Erkenntnissen den Gebieten der Astronomie und Astrophysik bekannt machen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ab 1930 wurde das Observatorium dem Staat verpachtet und damit de facto zur der Universitätssternwarte Berlin-Babelsberg. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Sternwarte ab 1940 auch als Luft- und Wetterbeobachtungsstation genutzt der Deutschen Luftwaffe unterstellt. Nach dem Krieg es Cuno Hoffmeister das Forschungsprogramme der Sternwarte unter sowjetischer Besatzung fortzuführen. Allerdings musste im Zuge der der Besatzungsmacht 1945 verfügten Demontagen das damals leistungsstärkste Teleskop ein 40 cm Schmidt-Teleskop - an eine sowjetische Sternwarte abgegeben Ab April 1946 wurde die Sternwarte Sonneberg Forschungsinstitut der Deutschen Akademie der Wissenschaften in In den 1950er Jahren wurde die Sternwarte beträchtlich vergrößert. besteht seither aus mehreren durch Grünanlagen getrennten bis zweigeschossigen Gebäuden mit großzügigen Labor- und und angesetzten Kuppelbauten für die Beobachtungsgeräte. Bis der 1960er Jahre wurden auch viele neue angeschafft und die Anzahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter erhöht. 1960 und 1961 wurden zwei Refraktoren mit je 40 cm Durchmesser in genommen. Nach dem Mauerbau in Berlin am 13. August 1961 lag die Sternwarte Sonneberg im Grenzsperrgebiet . Damit war sie für auswärtige Besucher unerreichbar und vom SED-Regime im internationalen Forschungsbetrieb mehr vorzeigbar. Schon 1960 war auf politischen des SED-Politbüros die für Sonneberg geplante Großinvestition des m Schmidt-Teleskops zur Thüringer Landessternwarte nach Tautenburg bei Jena umgelenkt worden und dort eine neue außerhalb des Zonengrenzgebiets errichtet worden. Nach der Akademiereform 1967 wurde die wissenschaftliche Leitung abgesetzt die Sternwarte dem Institut für Astrophysik unterstellt. sahen den Abbau der Instrumente eine Umsiedlung wissenschaftlichen Personals und die vollständige Schließung im 1969 vor. Der neue wissenschaftliche Leiter Dr. Wolfgang Wenzel konnte dies jedoch durch Intervention verhindern. zunächst verhängtes Beobachtungsverbot mit den großen Instrumenten in einem Akt des zivilen Ungehorsams ignoriert 1969 schließlich rückgängig gemacht. Die wissenschaftliche Arbeit die Langzeit-Forschungsprogramme liefen danach bis zum Zusammenbruch DDR 1989 weiter und litten lediglich unter den der DDR üblichen Mangelerscheinungen die die Mitarbeiter Sternwarte mit Improvisationskunst und technischen Eigenentwicklungen überbrücken

Nach der Wiedervereinung 1990 zählte die Sternwarte 36 Mitarbeiter und in das Eigentum des Landes Thüringen über. Evaluierung der Forschungseinrichtungen in Thüringen erhielt die Tautenburg auf Grund des " Alfred-Jensch -Teleskops" den nur ein Mal zu vergebenden einer mit öffentlichen Forschungsmitteln geförderten Landessternwarte. Die Sonneberg dagegen sollte 1991 geschlossen werden. Dem außerordentlichen Engagement des Leiters der Sternwarte Waldemar Götz ist es verdanken dass das Institut zunächst als Außenstelle Thüringer Landessternwarte Tautenburg weiterbetrieben wurde und ein Schließungstermin auf 1995 verschoben wurde. Es folgte ein massiver so dass 1992 nur noch 10 Mitarbeiter waren. Auch der aus Tautenburg abgeordnete neue der Sternwarte Hans-Jürgen Bräuer versuchte die Schließung Sternwarte zu verhindern und unterstützte die Gründung gemeinnützigen Vereins "Freunde der Sternwarte Sonneberg e. Trotz aller Bemühungen wurde die Sternwarte Sonneberg 31. Dezember 1994 als staatliches Forschungsinstitut geschlossen. Mit finanzieller der Stadt und des Landkreises Sonneberg sowie der Länder Bayern und Thüringen es jedoch ab Oktober 1995 unter der von Constanze la Dous und vier Mitarbeitern fünfjähriges Projekt ins Leben zu rufen um international anerkannte Sonneberger "Sky-patrol and -survey Programm" Darüber hinaus wurde im Jahre 1998 ein gegründet. Das Museum zählte im Jahre 2003 5000 Beuscher. Ermöglicht wurde die Durchführung des auch durch den Einsatz von ABM -Kräften. Als das Projekt im Dezember 2000 gelang es nochmals eine Förderung durch den und die Stadt zu erhalten um bis Jahre 2002 weiterarbeiten zu können. Das Projekt letztmalig bis Ende 2003 verlängert. Seit dem 1. Januar 2004 wird das Institut vom Zweckverband Sternwarte und der Firma 4pi Systeme - Gesellschaft für Astronomie und mbH weitergeführt. Die Firma ist verantwortlich für wissenschaftlichen Arbeiten an der Sternwarte als auch das angeschlossene Astronomiemuseum. Im Museum führt die auch Vorträge und Ausstellungen durch. Sie wird durch den Verein der "Freunde der Sternwarte e.V" unterstützt. Die im Jahre 2000 von Mitarbeitern der Sternwarte Sonneberg gegründet Firma entwickelt 12 Mitarbeitern (1/2004) Software zum Betrieb astronomischer Fernrohre .

Wissenschaftliche Arbeit

Die Hauptaufgabengebiete der Sternwarte waren:

  • die fotometrische lichtelektrische Untersuchung und Erforschung veränderlicher Sterne Kometen Meteore Meteorströme und sonstiger extraterrestrischer Objekte.
  • die Langzeitforschungsprogramme "Sonneberger Felderplan" (Field patrol) und "Sonneberger Himmelsüberwachung" (Sky patrol).
  • die Entwicklung und Herstellung wissenschaftlicher Geräte Instrumente zur Himmelsbeobachtung und Auswertung der Beobachtungsergebnisse.
Die Sternwarte Sonneberg verfügt heute (noch) das zweitgrößte Astroplatten-Archiv der Erde das eine Informationsquelle für die Veränderlichen-Forschung ist. Es umfasst 270.000 Fotoplatten die die Veränderungen am nördlichen Sternenhimmel mehr als 70 Jahre abbilden. Außerdem sind Archiv ca. 5000 Fotoplatten des südlichen Himmels Cuno Hoffmeister auf mehreren Expeditionen in Bolivien und Südafrika zwischen 1926 und 1959 aufgenommen hat. Mehr als ein Viertel bekannten variablen Sterne der Milchstraße wurden bisher mit Hilfe der Sonneberger entdeckt. Die meisten Aufnahmen sind im Rahmen "Sonneberger Felderplans" (Field patrol) und der "Sonneberger Himmelsüberwachung" (Sky patrol) entstanden. Das Langzeitprogramm des "Sonneberger Felderplans" wurde 1924 von Cuno Hoffmeister begonnen und lief 1995 . Die "Sonneberger Himmelsüberwachung" beruht auf der Idee Paul Guthnicks den gesamten nördlichen Sternenhimmel mittels der zu überwachen. Dieses Programm läuft seit 1926 bis heute. Da seit 1997 keine Fotoplatten mehr erhältlich waren musste die Himmelsüberwachung Filmmaterial umgestellt werden. Die historischen Fotoplatten stehen wissenschaftliche Auswertungen zur Verfügung und werden seit auch digitalisiert. Diese Arbeiten dauern bis heute Zur Zeit läuft ein Projekt um bei Teil der bereits digitalisierten Photoplatten den Signal/Rauschabstand die Pixonenmethode deutlich zu verbessern. Dieses Projekt der Technischen Universität Ilmenau läuft noch bis Jahre 2005.

Instrumente

Hauptinstrument der Sternwarte war 1926 zunächst 135 mm Linsenteleskop mit verschiedenen Himmelkameras. 1938 ein Astrograph von 400 mm Objektivöffnung und mm Objektivbrennweite als neues Hauptinstrument zum Einsatz 1945 aber demontiert wurde. In der Sternwarte heute zwei Cassegrain-Spiegelteleskope mit 60 cm Durchmesser ein Schmidt-Teleskop mit 75 cm Durchmesser und zwei mit je 40 cm Durchmesser. In Ergänzung als langfristige Alternative zu der seit 1926 Astrografen betriebenen Himmelsüberwachung wird seit 2002 eine CCD-Kamera in Verbindung mit einem Weitwinkelobjektiv eingesetzt. Kamera dient eine MultiMega-CCD-Kamera (Hersteller: OES - und elektronische Systeme) mit einem 7kx4k Chip 84x48 mm Fabr. PHILIPS) und wassergekühltem Peltier-Element.

Literatur

  • Cuno Hoffmeister Gerold Richter Wolfgang Wenzel: Veränderliche Sterne. J. A. Barth Verlag Leipzig (1990) ISBN 3335002245
  • Wolfgang Wenzel Inge Häusele: Sonneberger photographischer Himmelsatlas. J. A. Barth Verlag Leipzig (1991) ISBN 3335002970
  • Peter Kroll Constanze La Dous Hans-Jürgen Treasure Hunting in Astronomical Plate Archives. (Proceedings the international Workshop held at Sonneberg Observatory 4 to 6 1999.) Verlag Herri Deutsch Frankfurt am Main ISBN 3817115997
  • Rainer Luthardt: Sonneberger Kalender für Sternenfreunde. Herri Deutsch Verlag Frankfurt a. M. u. 1995)
  • Rainer Luthardt: Sonneberger Jahrbuch für Sternenfreunde. Herri Deutsch Verlag Frankfurt a. M. Jahrgänge: 1995-2000; letzte Ausgabe Sonneberger Jahrbuch für Sternenfreunde. 2000. ISBN 3817120001 )

Weblinks




Bücher zum Thema Sternwarte Sonneberg

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Sternwarte_Sonneberg.html">Sternwarte Sonneberg </a>