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Streifengans


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Streifengans

Streifengans ( Anser indicus )
Systematik
Ordnung : Gänsevögel (Anseriformes)
Familie : Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie : Gänse (Anserinae)
Tribus : Echte Gänse (Anserini)
Gattung : Feldgänse ( Anser )
Art: Streifengans ( A. indicus )
Die Streifengans ( Anser indicus ) oder Indische Gans ist eine in Zentral- und Südasien Art der Feldgänse ( Anser ) und gehört zu den echten Gänsen (Anserini). Sie wird gelegentlich zusammen mit nächsten Verwandten der Kaisergans ( Anser canagica ) der Schneegans ( Anser caerulescens ) und der Zwergschneegans ( Anser rossii ) in eine eigene Gattung mit dem Namen Chen gestellt.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Die Streifengans ist mit einer Länge ungefähr 70 bis 75 cm etwa so wie die in Mitteleuropa vertrautere Graugans ( Anser anser ); ihre Flügellänge liegt zwischen 40 und cm das Gewicht bei etwa zwei bis Kilogramm. Das Weibchen ist meist etwas kleiner das Männchen unterscheidet sich ansonsten von diesem nicht. Das Erkennungsmerkmal der Streifengans sind zwei schwarzbraune Querstreifen: Der erste läuft bogenförmig vom Auge über den Hinterkopf zum rechten Auge der zweite befindet sich parallel laufend wenige tiefer im Nacken und ist etwas kürzer. sind der Kopf und der vordere Halsbereich bis weiß der Hinterhals dagegen schwarz gefärbt; besitzt zwei länggseitig verlaufende weiße Streifen. Das hat außer auf der reinweißen Bauchseite im eine helle silbergraue Farbe die Flanken sind etwas dunkler die Flügeldecken dagegen eher aufgehellt die eigentlichen Flugfedern in tiefschwarz gehalten sind. hell- bis orangegelbe Schnabel wird zwischen 4 und 6 5 Zentimeter lang Augenfarbe ist die Füße sind orangefarben.

Neugeborene Streifengänse die etwa 80 Gramm tragen dagegen Tarnfarben: Sie haben einen grauen und graue Füße auch die Rückenseite ist gefärbt während die Bauchseite dunkelgelb aussieht. Vor um die Augen herum und am Hinterkopf das Gefieder zudem mit kleinen braunen Flecken Eine von den Augen zum Hinterkopf laufende Linie ist ein spezifisches Erkennungsmerkmal.

Verbreitung und Lebensraum

Streifengänse sind Zugvögel die halbjährlich zwischen ihren Brut- und hin- und herziehen. Erstere liegen vor allem den Hochebenen Zentralasiens in Südostrussland Tibet Teilen Nordindiens der Mongolei und China letztere dagegen hauptsächlich südlich des Himalaja im Nordwesten und zentralen Süden Indiens in Pakistan Bangladesch Nepal und Burma ; manche Vögel ziehen auch nur aus Hochlagen Tibets in tiefer liegende Gebiete.

In Europa kommt die Streifengans ausschließlich als Gefangenschaftsflüchtling die meisten Tiere sind wahrscheinlich aus Zoos öffentlichen Gartenanlagen mit Ziergeflügelteichen oder privaten Zuchtstationen entflohen. Obwohl es zu erfolgreichen Freibruten kam scheint eine dauerhafte als Neozoon unwahrscheinlich da sie recht leicht mit Graugänsen verbastardiert und die Nachkommen fruchtbar sind das die immer wieder aufretenten Einzeltiere Paare kleine Trupps wohl in der Grauganspopulation aufgehen

Das Brutgebiet der Streifengans liegt in Seenlandschaften Flussniederungen oder Mooren besonders in Zentralasien auch in Steppengebieten oder Heideland . In Tibet halten sich die kälteangepassten auch auf bis zu 5600 Metern hoch Felsabhängen auf. Im Überwinterungsgebiet bilden dagegen ruhige Flussauen und niedrig gelegene Sümpfe ihren Lebensraum.

Flugvermögen

Beim Zug zwischen Winter- und Brutgebiet viele Streifengänse das Himalaja-Gebirge überqueren. Dabei werden Flughöhen von über 9000 Metern erreicht: Streifgänse schon beim Flug über den Mount Everest beobachtet und sind damit die höchstfliegenden der Erde. Den Sauerstoffmangel in diesen Höhen (der Sauerstoffpartialdruck liegt nur etwa 30 % des Wertes der Meereshöhe gemessen wird) überstehen sie durch eine Anpassung: Der rote Blutfarbstoff das Hämoglobin ist bei ihnen anders als bei Säugetieren oder anderen Vögeln zu einer besonders Sauerstoffaufnahme bei niedrigem Druck in der Lage. Auslöser ist eine Mutation durch welche die Aminosäure Prolin in der so genannten Alpha-Kette des durch Alanin ersetzt ist.

Ernährung und Lebensweise

Nahrungsgrundlage der Streifengans sind Teile von Wasserpflanzen sowie Gräser Wurzeln und Sprosse die wie z. B. Riedgras regelrecht werden. Im Winter werden auch Getreidekörner und Wurzelknollen verzehrt; auch Seetang kann in Küstennähe wichtigen Nahrungsbestandteil bilden. Diese Grundlage wird ergänzt Insekten kleine Krebstiere Weichtiere wie z. B. Schnecken und sogar kleine Fische .

Meist fressen die Gänse nachts oder nach Sonnenauf- bzw. vor Sonnenuntergang. Vor allem ihrem Überwinterungsgebiet fliegen sie meist täglich in Schwärmen zwischen den räumlich getrennten Ruhe- und hin und her. Sie sind wie die Gänsearten sehr soziale gesellschaftliebende Tiere und verständigen untereinander in den typischen "honk honk"-Rufen.

Fortpflanzung

Streifgänse werden in ihrem zweiten bis Lebensjahr geschlechtsreif und verpaaren sich dann auf Sie treffen bereits als Paar zwischen Ende und Mitte April in ihrem zu diesem noch von Schnee bedeckten Brutgebiet ein und mit der Nistplatzsuche. Es entwickeln sich meist organisierte Brutkolonien in denen 10 bis 30 auf engem Raum brüten; oft sind die von den Weibchen gebauten flachen aber nur weich ausgelegten Nester nur zwei bis drei Meter voneinander Als Nistplatz dienen meist kleine grasbewachsene Inseln den Steppenseen oder Sümpfen des Brutgebiets auch am Wasser gelegene flache Schotterbänke werden gerne in Tibet auch die Felsklippen der Hochtäler in unmittelbarer Nähe von Kolkrabennestern oder Greifvogelhorsten . Aus der Mongolei wird berichtet dass ehemalige in Pappeln gelegene Greifvogelhorste nutzen.

Je nach lokalen Klimaverhältnissen legt das zwischen Anfang Mai und Juni zwei bis im Durchschnitt aber meist vier oder fünf Eier die es dann für gute vier bebrütet während das Männchen den Brutplatz bewacht. Jungen schlüpfen nahezu gleichzeitig nach gut vier sie werden kurz nachher von ihren Eltern Zuruf zum Wasser gelockt wo sie sicherer Fressfeinden sind. Sie müssen dabei aus ihren Nestern oft große Distanzen überwinden: So ist Tibet ein 25-Meter-Sprung bezeugt nach dem das nach einer kurzen Phase der Besinnungslosigkeit unbeschadet seinen rufenden Eltern lief! Flugfähigkeit erreichen sie erst nach sechseinhalb bis siebeneinhalb Wochen; nur bis drei Jungtiere pro Familie überleben gewöhnlich zu diesem Zeitpunkt. Wenig später etwa acht nach dem Schlüpfen hat sich dann schon typische Erwachsenengefieder herausgebildet. Bei den Eltern setzt Mitte Juli bei nicht-nistenden Vögeln zwei Wochen die Mauser ein bei der sie ihre Flugfedern verlieren. Sie werden etwa zur selben wie ihr Nachwuchs wieder flugfähig und können gemeinsam mit diesem im September in die abziehen wo die Jungen noch bis zum Jahr im Verbund mit ihren Eltern bleiben.

Bei der Partnerwahl sind Streifengänse nicht wählerisch: Hybride mit der Graugans ( Anser anser ) aber auch der in einer anderen stehenden Weißwangengans ( Branta leucopsis ) sind bekannt; daneben wurden sogar Paarungen der Brandgans ( Tadorna tadorna ) der Paradieskasarka ( Tadorna variegata ) und der Halsbandkasarka ( Tadorna tadornoides ) berichtet die sogar in eine andere Unterfamilie eingeteilt werden.

Gefährdung

Der Artbestand wird heute je nach auf 10.000 bis 20.000 Vögel geschätzt Tendenz Vor allem durch Abschuss Eiraub und Verlust Lebensraumes gelten sie heute sowohl in Indien auch in Pakistan Indien und China als

Streifengans und der Mensch

Streifengänse werden hauptsächlich in ihren Überwinterungsgebieten und sind dort daher sehr scheu; im sind sie dagegen sehr zutraulich und haben geringe Fluchtdistanz. Sie gelten wegen ihrer geringen als ideale Zuchtvögel und können leicht in gehalten werden.

Bereits in alten indischen Epen taucht Streifengans unter den Sanskrit -Namen Hamsa bzw. Hans auf - beide sind etymologisch mit deutschen Wort Gans und dem lateinischen Anser verwandt und gehen wie letztere auf protoindoeuropäische Wort ghans zurück. Sie gilt noch heute als für den Gott Brahma den Schöpfer des Alls; auf seinem Tempel aus dem 14. Jahrhundert im indischen Pushkar ist sie über Eingangstor abgebildet. Daneben ist sie aber auch Wahrzeichen der Paramahamsa der weltabgewandten Weisen weil hoch über den niedrigen und kleinlichen Beschwernissen Alltags in vollendeter Schönheit auf das Göttliche - ihre jährliche Wanderung über den Himalaja gilt als religiöse Pilgerfahrt. Ihre Silben ha (Ausatmen) und sa (Einatmen) werden zudem mit der im Hinduismus wichtigen Erfahrung des Atems in Verbindung gebracht.

Literatur

  • Erich Rutschke: Wildgänse Lebensweise - Schutz - Nutzung Berlin: Parey 1997
  • H. Kolbe Die Entenvögel der Welt Aufl. Ulmer Eugen Verlag (1999) (nicht eingesehen) ISBN 3800174421

Wissenschaftliche Literatur

  • Alfred J. R. B. Kumar A. Tak C. and Sati J. P. 2001 Waterbirds of Northern India Rec. Z. S. I. India Occ. No. 190:1-xxiv 1-227
  • Bishop M. A. Song Y. Canjue Z. Gu B. 1997 Status and distribution of Bar-headed geese Anser indicus wintering in south-central Tibet Wildfowl 48 118-126
  • Zhang J. Hua Z. Tame J. Lu Zhang R. and Gu X. 1996 The crystal structure of bar-headed goose haemoglobin the oxy form J. Mol. Biol. 255 484-493
  • Lamprecht J. 1992 Variable leadership in bar-headed geese ( Anser indicus ): an analysis of pair and family Behaviour 122 105-120
  • Lamprecht J. 1991 Factors influencing leadership: a study of goose ( Anser indicus ) Ethology 89 265-274
  • Wiegmann C. and Lamprecht J. 1991 Intraspecific nest parasitism in bar-headed geese Anser indicus Animal Behavior 41 677-688
  • Lamprecht J. 1990 Predicting current reproductive success of goose pairs Anser indicus from male and female reproductive history Ethology 85 123-131
  • Schneider J. and Lamprecht J. 1990 The importance of biparental care in a monogamous bird the bar-headed goose ( Anser indicus ) Behavioral Ecology and Sociobiology 27 415-419
  • Lamprecht J. 1987 Female reproductive strategies in bar-headed geese ( Anser indicus ): why are geese monogamous? Behavioral Ecology and Sociobiology 21 297-305
  • Lamprecht J. and Buhrow H. 1987 Harem polygyny in bar-headed geese Ardea 75 285-292.
  • Lamprecht J. 1986 Social dominance and reproductive success in a flock ( Anser indicus ) Behaviour 97 50-65
  • Latham John 1790 Index orntihologicus sive Systema complectens avium divisionem in classes ordines genera ipsarumque varietates: adjectis synonymis locis descriptionibus &c. - Erstbeschreibung der Art




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