Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Sucht bezeichnet das unabweisbare Verlangen nach einem Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer und zerstört die sozialen Bindungen und die Chancen eines Individuums. Den sog. stoffgebundenen Süchten B. Alkohol- Nikotin- Heroinsucht) kommt dabei nur repräsentative Bedeutung zu. Sie veranschaulichen in zwar aber zugleich auch einschränkender Weise eine Erscheinung man auf allen Gebieten des menschlichen Erlebens Verhaltens begegnen kann. Ob Arbeiten Sammeln Machtstreben Spielen oder Sexualität - jede Form menschlichen kann in süchtiger Weise erkranken.
Im offiziellen Sprachgebrauch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Begriff "Sucht" von 1957 - 1964. wurde er durch "Missbrauch" und " Abhängigkeit " ersetzt. In wissenschaftlichen Arbeiten wird der "Sucht" daher nicht mehr verwendet umgangssprachlich erfreut sich aber weiterhin grosser Beliebtheit.
Wesensmerkmale süchtigen Verhaltens
Süchtiges Verhalten zielt auf die qualitative des momentanen Erlebniszustands. In der Regel soll Veränderung positiv sein manchmanl aber geht es nur darum Schmerzen zu beseitigen Entzugserscheinungen zu oder eine innere Leere zu überspielen. Die einer Substanz ist hierfür nur eine Möglichkeit vielen. Süchtiges Verhalten beinhaltet stets die Manipulation eigenen Befindlichkeit. Der Süchtige nimmt gezielt Einfluss sein seelisches Erleben. Er tut dies aber durch adäquates und relitätsgerechts Handeln sondern durch Vollzug der süchtigen Handlung. Das daraus resultierende ist das unmittelbare Ergebnis dieser Manipulation. Freiheitsverlust Freiheitsverzicht sind weitere Merkmale süchtiger Entwicklungen. Der an Freiheit beginnt zunächst als ein Verlust Freiheit des Denkens. Das Denken des Süchtigen eingeengt auf die Befriedigung der Sucht. Dieser des Denkens folgen die Einengung der Wertewelt die Eingengung des Handelns. Sucht ist somit auch ein Verlust an Freiheitsgraden. Süchtige leben im Hier und Jetzt denn die Befriedigung Sucht hat möglichst sofort zu erfolgen. Vergangenheit Zukunft verlieren ihren bedeutungsgebendem Einfluss auf die Zukunftsplanung reduziert sich zunehmend auf die Organisation Sucht. Die Lebenseinstellung des Süchtigen wird in Weise augenblickszentriert. Eine unangemessene Dominanz der Gegenwart daher ein weiteres Wesensmerkmal süchtigen Verhaltens.
Dosissteigerung (es wird langsam aber sicher mehr)
Kontrollverlust (es gelingt nicht mehr willentlich Menge des Suchtmittels zu begrenzen)
Entzugserscheinungen (es treten körperliche Symptome z.B. auf wenn der Zugang zum Suchtmittel unterbrochen
Wirkungsverlust (man wird nicht mehr betrunken)
Aufgabe der persönlichen Entwicklung durch z.B. Substanzen welche die Wahrnehmung der eigenen Person verändern dass die notwendige Unzufriedenheit (natürliches Streben Höherem) welche unabdingbare Voraussetzung für menschliche Entwicklung nicht vorhanden ist
Der Suchtmittelkonsum oder das süchtige Verhalten trotz sichtbarer negativen Folgen gesundheitlicher sozialer oder Art aufrechterhalten.
Da die Wirkung des Suchtmittels vorübergehend sich im Laufe der Erkrankung durch Gewöhnungseffekte Rezeptoradaption abschwächt aber der Wunsch nach Änderung Befindens bleibt oder gar wächst wird immer vom Suchtmittel konsumiert um den Grad der Realitätsveränderung (-verdrängung) beizubehalten (Dosissteigerung).
Die oben gegebene Erklärung des Kontrollverlustes für die Suchtkranken in aller Regel beschämend sie scheinbar nicht (mehr) im Besitz ihrer geistigen Kräfte sind so dass es zu Verleugnungen und Vertuschungen vor sich selbst (z.B. Bier sofort bezahlen damit man nicht wirklich wieviel man getrunken hat) und der Umwelt Deshalb wird Kritik von außen als unangenehm wahrgenommen. Dies führt meistens zur gesellschaftlichen Isolation oder in gesellschaftliche Randgruppen.
Zu den Entzugserscheinungen gehören Nervosität Zittern oder gar Kreislaufzusammenbruch und Halluzinationen . Besonders wenn die Sucht auf der von Substanzen beruht kann es zu erheblichen der Biochemie des Körpes kommen die beim zu den genannten Problemen führen. (So führt der Entzug von einem Kasten Bier täglich 10 Liter!) zu massiven Volumenproblemen im Kreislauf da der Volumenmangel in aller Regel nicht einem Kasten Wasser kompensiert wird.)
Das Bedürfnis sein Befinden zu ändern in aller Regel auf dem Gefühl Mängel in der Kommunikation oder beim Selbstwertgefühl zu Da diese Mängel sich z.T mit Hilfe Suchtmittels kompensieren lassen kann man Sucht auch gescheiterten Selbstheilungsversuch ansehen.
Im Speziellen wird unter Sucht die von Drogen und damit der Zwang zur ständigen Zufuhr eines chemischen Stoffes der kein Nahrungsmittel sowie nicht lebensnotwendig ist. Die dabei Symptome werden als Abhängigkeitssyndrom bzw. das Phänomen als pharmakologische Abhängigkeit bezeichnet.
Dieser chemische Stoff kann auch ein Stoff sein der beispielsweise bei sportlicher oder Betätigung ausgeschüttet wird die Übergänge zu nichtstofflichen (abhängige Persönlichkeitsstörungen ...) sind dabei möglicherweise fließend. einer physisch bedingten Sucht treten in jedem beim Absetzen des süchtig machenden Vorganges (meist Stoffaufnahme) echte Entzugserscheinungen auf weil die Droge Teil des Stoffwechsels geworden ist.
Es werden immer wieder genetische Ursachen Suchterkrankungen diskutiert. Jedoch erklärt dies nicht immer jemand suchtkrank wird.
Sicher ist wohl dass ein Suchtkranker oder minder starke Persönlichkeitsdefizite aufweist. Diese führen immer zu Minderwertigkeitsgefühlen mit verschiedenen Kompensationsversuchen (z.B. Die Störungen sind in aller Regel stärker bei Neurotikern aber noch keine ausgeprägte Psychose (außer beim Entzug). Deshalb werden Suchtkranke zur Gruppe der Borderline -Patienten gezählt.
Füher oder später bemerkt der Suchtgefährdete das Suchtmittel ihm hilft seine Defizite zu oder leichter zu ertragen. Dies ist der der Dosissteigerung.
Zur Entwicklung einer Sucht gehört noch Beziehungsumfeld. ("Einer der trinkt und mindestens einer es zuläßt") Nicht selten übernehmen die Angehörigen oder Lebenspartner) die Aufgaben die der Suchtkranke seinen Mangel empfindet. Allerdings ohne dem Suchtkranken helfen sein Defizit zu vermindern. Dadurch wird Krankheit letztlich verstärkt. (Bei der Alkoholkrankheit nennt diese Angehörigen Co-Alkoholiker - siehe auch Weblink Angehörigengruppen am Ende der Seite und Artikel Co-Abhängigkeit ).
Neben dem Abhängigkeitssyndrom (bei Alkohol ICD-10-Code F10.2) gibt es eine Reihe von und psychischen Begleitkrankheiten. Häufige psychische Begleitkrankheiten sind Depressionen Anpassungsstörungen sowie Persönlichkeitsstörungen zu denen unter auch die oben erwähnte Borderline Persönlichkeitsstörung gehört auch Psychosen. Das Vorhandensein von psychischen Begleitstörungen nicht obligat sie können aber unter Umständen Verlauf und die Prognose der Suchterkrankung stark
Mitarbeit/"Mitbehandlung" der Angehörigen/Bezugspersonen
Mitarbeit in Selbsthilfegruppe (zumindest für einige unabdingbar)
Das oberste Behandlungsziel ist der dauerhafte auf das Suchtmittel. Dazu sollten in der Behandlung die Persönlichkeitsdefizite entweder durch "Nachreifung" verringert ein anderer Umgang damit erlernt werden. Nur ist der Patient in der Lage auf Suchtmittel zu verzichten da er z.B. zu Defiziten stehen kann.
Das Wort "Sucht" (germanisch suhti- althochdeutsch suht suft mittelhochdeutsch suht ) ist nicht verwandt mit "suchen" sondern "siechen" (althochdeutsch siuchen mittelhochdeutsch siuchan ; vgl. zum Adjektiv "siech" auch das sick ) in der Bedeutung von Krankheit. Andere allem veralterte Krankheitsbezeichnungen wie Fallsucht Magersucht Mondsucht Schwindsucht Wassersucht aber auch zum Beispiel das Wort Eifersucht enthalten ebenfalls den Wortstamm "Sucht" in Bedeutung.
Die Wendung "Sucht nach etw." beruht auf der volkstümlichen Verbindung mit "suchen": Sucht Liebe Abwechslung Zerstreuung usw.