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Symbolischer Interaktionismus


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Der symbolische Interaktionismus ist eine soziologische Theorie die sich sich mit den beschäftigt die von Menschen in ihren Interaktionen werden. Viele alltägliche Handlungen gelingen uns aufgrund Zeichen und Symbolen die in unser Handeln ohne darüber nachdenken zu müssen.

Die Schule des symbolischen Interaktionismus (auch Schule) wurde von George Herbert Mead begründet.

Die Begriffe " Zeichen " und " Symbol " werden häufig verwechselt oder synonym verwendet lassen sich folgendermaßen unterscheiden: Umberto Eco fasste die Diskussion um die Begriffe 1977 zusammen wobei zwischen Ikon Index und Symbol unterschieden wird:

  • Ikon ist ein Zeichen dass markante Ähnlichkeiten dem abgebildeten Objekt aufweist ohne dass es modellhaft abbilden muss. So deutet zum Beispiel Bildchen mit einem Stift und einem Stück auf ein Textverarbeitungsprogramm hin obwohl man bei weder stift noch papier braucht.
  • Index weist auf die Existenz eines Objektes ohne es analog abzubilden. Ein umgefallener Baum einer Wiese zeigt uns dass es einen gegeben haben muss.
  • Symbole stehen für ein Konzept zu dem jedoch keine Ähnlichkeiten besitzen. Symbole gehören immer einem bestimmten Kollektiv/Kultur/Gruppe. Um deren Symbole zu muss man das Wissen dieses Kollektivs kennen. weisse Taube als Symbol für Frieden setzt Beispiel voraus dass man die Geschichte Noahs dem Alten Testament kennt oder zumindest gelernt dass die Taube als Symbol für Frieden

Vertreter des symbolischen Interaktionismus:

Blumer geht von den drei Prämissen symbolischen Interaktionismus nach G.H. Mead aus: Dass Menschen Dingen gegenüber auf Grundlage der Bedeutungen die diese Dinge für haben handeln dass die Bedeutung dieser Dinge der sozialen Interaktion mit anderen abgeleitet oder ihr entstanden ist und dass eben diese in einem interpretativen Prozess in Auseinandersetzung mit Dingen denen Menschen begegnen benutzt gehandhabt und werden.

Die Aktivität der Menschen besteht also Blumer darin „dass sie einem stetigen Fluss Situationen begegnen in denen sie handeln müssen dass ihr Handeln auf der Grundlage dessen ist was sie wahrnehmen wie sie das einschätzen und interpretieren und welcher Art geplanter sie entwerfen...“.

Diese Interpretation menschlichen Handelns lässt sich auf gemeinsames kollektives Handeln anwenden an dem Vielzahl von Individuen beteiligt ist. Gesellschaftliches Handeln wörtlichen Sinne d.h. Handeln in einer Gesellschaft einem sozialen Umfeld) lässt sich somit nach immer als soziales Handeln benennen. Da jedwedes Handeln immer aus Individuen besteht ist es den symbolischen Interaktionismus möglich dieses Handeln sowohl seinem gemeinsamen kollektiven Charakter zu betrachten wie in seinen individuellen d.h. durch die symbolischen einzelner Individuen konstituierten Komponenten. Der symbolische Interaktionismus somit auch komplexe gesellschaftliche Vorgänge zumindest theoretisch seine jeweils kleinste Einheit das Individuum herunter zu können. Gemeinsames kollektives Handeln stellt hierbei das Resultat bzw. den Verlauf eines Prozesses interpretierender Interaktionen dar.

Menschliches Zusammenleben besteht also „aus und dem gegenseitigen Aufeinanderabstimmen der Handlungslinien durch die wobei der spezifische Charakter der gemeinsamen Handlungen der Verbindung eben dieser selbst begründet und von dem ist was jeweils verbunden oder wird.

Das gemeinsame Handeln welches Blumer auch das „verbundene Handeln der Gesamtheit“ bezeichnet ist immer die Gesamtheit der Verkettungen / Aufeinanderabstimmungen Handlungen der Individuen und somit das Ergebnis fortwährend ablaufenden niemals abgeschlossenen Entwicklungsprozesses.

Betrachtet man diejenigen Fälle in denen gemeinsame Handeln wiederkehrend und stabil ist (also gefestigte sich wiederholende Muster gemeinsamen Handelns) so die an der jeweiligen Situation beteiligten Menschen Voraus ein Verständnis davon wie sie und handeln wollen und wahrscheinlich werden. Dieses Verständnis sich aus den gemeinsamen schon bestehenden Deutungen was von der Handlung eines Teilnehmers einer zu erwarten ist und aufgrund eben dieses ist jeder Teilnehmer in der Lage sein Verhalten auf der Grundlage dieser Deutungen zu Hierbei läuft der geneigte Leser Gefahr Ursache Wirkung dahingehend zu vertauschen dass er zu Schluss kommen könnte es sind also die Regeln Werte und Sanktionen welche das Handeln Menschen determinieren indem sie vorschreiben wie Menschen den unterschiedlichsten Situationen zu handeln haben. Jedoch laut Blumer die Interaktionen der Teilnehmer einer nicht von den Werten und Normen determiniert; die Werte und Normen werden erst durch kontinuierliche Aushandeln von Bedeutungen in den Interaktionen Teilnehmer konstituiert.

Dies gilt auch wenn die Handlungen bleiben! Denn auch wenn es sich um dauerhaft bestehende und wiederkehrende Form gemeinsamen Handelns muss jede einzelne Wiederholung einer solchen gemeinsamen erneut entwickelt werden. Wenn sich die Handlung so tun die Teilnehmer dies indem sie wiederkehrenden und konstanten Bedeutungen benutzen. Hierbei könnte allerdings erörtern ob die jeweiligen Handlungen dann dennoch eine einzigartige Qualität besitzen da selbst konstant bleibenden Deutungen keine Situation genau wie andere sein wird.

Die ständige Neubildung von Handlungen und auch wenn sie wiederkehrend sind anzuerkennen bedeutet quasi eine Verschiebung der Perspektive dahingehend dass nicht eine gemeinsame Handlung selbst ist auf es ankommt und welche sich einer „über schwebenden“ Regel oder Norm unterordnet sondern dass die Aushandlungen der Bedeutungen sowie der Konstruktionsprozess gemeinsamen Handlung sind welche die Regeln und erst entstehen lassen.

Sowohl wiederkehrende „eingefahrene“ Handlungen als auch Formen gemeinsamen Handelns sind also als das eines durch Interaktion angetriebenen Interpretationsprozesses zu sehen.



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