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Synthetische Einheit des Mannigfaltigen


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Die synthetische Einheit des Mannigfaltigen ist ein Kapitel über die Transzendente Logik in der Schrift Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant .

Nachdem Kant Sinnlichkeit und Verstand als zwei Stämme der menschlichen Erkenntnis festgehalten hat stellt er die Frage - notwendigen - Vereinigung im Erkenntnisprozess. Bei Beantwortung dieser Frage geht er von dem idealistischen - Grundsatz aus daß jede Erkenntnis (verstandesmäßige) Voraussetzungen zur unumgänglichen Bedingung hat.

In jeder Erkentnis begegnen wir so er gewissen begifflichen Operationen die der Verstand ihr vollzogen hat und ohne die wie bestimmte Gegenstände gar nicht ausmachen könnten. Denn der Verstand nicht gewisse Einheitsformen zum sinnlichen hinzutun würde bliebe die Erkenntnis an dem Mannigfaltigen der sinnlichen Anschauuung haften. Dabei handelt sich nicht um ein zeitliches Hinzukommen sondern ein sachliches oder logisches.

In dem Augenblick in dem wir Gegenstand wahrnehmen sind auch diese Einheitsformen bekannt. Möglichkeit der Erkenntnis (Erfahrung) überhaupt beruht so Kant auf bestimmten begrifflichen Voraussetzungen die ihren in der Spontanität des Denkens haben und welche die besonderen Formen Selbsttätigkeit des Verstandes sind.

Inhaltsverzeichnis

Die Verstandesbegriffe der Kategorien als Einheitsformen Denken

Diese begrifflichen Voraussetzungen nennt Kant reine Begriffe a priori oder Kategorien . Die Kategorien sind die Einheitsformen die Verstand zu dem Mannigfaltigen der sinnlichen Anschauuungen um daraus Erkenntnis zu bilden. Kant gibt Zahl mit zwölf an und faßt sie dem Obertitel von

  • Quantität Qualität Relation und Modalität

zusammen. Die Kategorien der

  • Quantität" sind : Einheit Vielheit und Allheit

  • Qualität sind : Realität Negation Limitation

  • Relation sind : Substanz und Akzidenz Ursache und Wirkung und Wechselwirkung

  • Modalität sind : Möglichkeit Dasein und Notwendigkeit

Dabei offenabren die Kategorien in ihrem zuerinander dieselbe Gesetzmäßigkeit auf die wir bei aller Erkenntnis stoßen nämlich die der Synthesis die das allgemeine Grundgesetz jeder Erkenntnis Die erste Kategorie jeder Gruppe geht auf Einheit die zweite auf die Vielheit (Mannigfaltigkeit) dritte auf die Synthesis von Einheit und

Mit der Aufstellung der Kategorien meint "alle Momente des Verstandes erschöpft" zu haben. Kategorien sind die Formen des Verstandes machen reine Denken aus. Was und wie der Verstand auch denkt er kann anders als in diesen Formen denken. Alle Vorstellungsverknüpfungen lassen sich auf diese Formen zurückführen sind die Gesetze des Verstandes in und denen er sich bewegt.

Die Verstandesformen als Formen der synthetisierenden

Die das reine Denken ausmachenden Begriffe darüber hinaus zugleich die Formen der synthetisierenden des Verstandes. Die Frage lautete anfangs wie sich im Erkenntnisprozess die Vereinigung von Sinnlichkeit Verstand? Kant antwortet: durch Anwendung der reinen der Kategorien auf den durch die Sinnlichkeit Erkentnisinhalt.

Durch seine kategorialen Formen verbindet der die sich in der Anschauung darbietenden Mannigfaltigkeit zur (synthetischen) Einheit und verwandelt dadurch die Anschauung in eine Erkenntnis:

"Die Spontanität unseres Denkens erfordert es [das in der Anschauung gegebene] Mannigfaltige zuerst gewisse Weise durchgegangen aufgenommen und verbunden werde daraus eine Erkenntnis zu machen".

Zur Natur der Synthesis: Verknüpfungen zur

Diese Handlung des Verstandes nennt Kant

"Ich verstehe aber unter Synthesis in der allgemeinsten Bedeutung die Handlung Vorstellungen zueinander hinzuzutun und ihre Mannigfaltigkeit in Erkenntnis zu begreifen".

Erst die Synthesis eines Mannigfaltigen bringt hervor und ist "das erste worauf wir zu gebgen haben wenn wir über den Ursprung unserer Erkenntnis urteilen wollen." Erkenntnis in eigentlicher Bedeutung ist nach Kant immer Verbindung Verknüpfung Synthesis.

Kant wiederholt immer wieder daß jede auf einer Verstandeshandlung beruht. Dem Terminus "Synthesis" gibt er einen solchen Sinn:

 "Das Mannigfaltige der Vorstellungen kann in Anschauung gegeben werden die bloß sinnlich d.i. als Empfänglichkeit ist und die Form dieser kann a priori in unserem Vorstellungsvermögen liegen doch etwas andres als die Art zu wie das Subjekt affiziert wird.  

 Allein die Verbindung (coniunctio) eines Mannigfaltigen kann niemals durch die Sinne in uns und kann also auch nicht in der Form der sinnlichen Anschauung zugleich enthalten sein; sie ist ein Actus der Spontaniät der und da man diese zum Unterschiede von Sinnlichkeit Verstand nennen muß so ist alle wie mögen uns ihrer bewußt werden oder es mag eine Verbindung des Mannigfaltigen der oder mancherlei Begriffe und an der ersteren sinnlichen oder nicht sinnlichen Anschauung sein eine die wir mit der allgemeinen Benennung  Synsthesis  belegen würden um dadurch zugleich bemerklich machen daß wir uns nichts als im verbunden vostellen können ohne es vorher selbst zu haben und unter allen Vorstellungen die Verbindung  die einzige ist die nicht durch gegeben sondern nur vom Subjekte selbst verrichtet kann weil sie ein Actus seiner Selbsttätigkeit  

Die Einheitsform als "Synthetische Einheit der

Allein der Begriff der Synthesis erfordert höheren Begriff der Verbindung gleichsam eine Synthesis Potenz. Denn die Synthesis ist die kategoriale Sie "ist die Vorstellung der synthetischen Einheit Mannigfaltigen". Als solche ist sie noch nicht oder ursprüngliche synthetische Einheit. Diese Einheit die über der kategorialen Einheitsform steht ist die ursprünglich-synthetische Apperzeption oder wie Kant auch sagt das Ich denke die reine Apperzeption das Selbstbewußtsein das Bewußtsein überhaupt .

Von der Apperzeption zum Selbstbewußtsein: das überhaupt

"Das: Ich denke muß alle meine Vorstellungen begleiten können ; denn sonst würde etwas in mir werden was gar nicht gedacht werden könnte. ebensoviel heißt als die Vorstellung würde entweder oder wenigestens für mich nicht sein... Also alles Mannigfaltige der Anschauung eine notwendige Beziehung das: Ich denke in demselben Subjekt darin dieses Mannigfaltige wird."

Und weiter: Die "durchgängige Identität der eines in der Anschauung gegebenen Mannigfaltigen erehält Synthesis der Vorstellungen und ist nur durch Bewußtsein in der Synthesis möglich....Diese Beziehung geschieht dadurch noch nicht daß ich jede Vorstellung Bewußtsein begleite sondern...daß ich ein Mannigfaltiges gegebener in einem Bewußtsein verbinden kann ist es möglich daß mir die Identität des Bewußtseins in diesen Vorstellungen selbst vorstelle."

Das Kantsche Bewußtsein überhaupt (Selbstbewußtsein) ist nicht nur Synthesis sondern vollziehende Synthesis. Es gibt sich wie Kant als dauerndes Durchlaufen und Zusammennehmen Durchgehen Aufnehmen und Verbinden - oder um es von Hegel her zu formulieren: das Kantsche Bewußtsein ist Prozess.(In Fortsetzung: Erkenntnisinhalt unter kategorialen Formen )

siehe auch Synthetisches Urteil a priori (Philosophie) Synthetisches Urteil a priori (Logik)



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