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Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien


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Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien ist eine altorientalische christliche Kirche.

[1] Die Syrisch-Orthodoxe Kirche ging aus aramäisch-sprachigen Bevölkerung hervor die um die Zeitenwende mit seinen angrenzenden Gebieten besiedelte und sich auf die Herrschaftsgebiete zweier miteinander verfeindeter Großreiche Der eine Teil lebte im Römischen (dann Reich der andere in dem der Parther im 3. Jahrhundert von den persischen Sassaniden wurden; und diese Aufteilung unter die verfeindeten sollte dann für die aramäische Christenheit auch weitreichende Konsequenzen haben.

[2] Für die christliche Mission (wie die Handelswege denen sie folgte) bedeutete die und immer wieder verschobene Reichsgrenze freilich kein und so hören wir sehr bald von in beiden Bereichen des aramäischen Siedlungsgebietes. In Stadt Edessa (dem heutigen türkischen Sanliurfa) die östlich des oberen Euphrat aber noch auf Boden lag gab es Christen spätestens seit 2. Jahrhundert und ihre Zahl wuchs hier in solchem Maße an dass im frühen Jahrhundert (also noch in vor-konstantinischer Zeit) Edessa gesamten Römischen Reich als die Stadt mit höchsten christlichen Bevölkerungsanteil gelten konnte. In derselben Zeit hatte die christliche Mission aber auch aramäische Siedlungsgebiet östlich der Reichsgrenze erreicht. Auch gab es Christen seit dem 2. Jahrhundert sogar schon (im nordirakischen Bergland) einige Zeit um die Jahrhundertwende.

[3] Für das Christentum hier wie war die Stadt Edessa als altes Kulturzentrum Aramäertums von gleicher Bedeutung. Denn am ost-aramäischen der in ihr gesprochen und geschrieben wurde den wir meinen wenn wir vom „Syrischen“ orientierten sich alle aramäischen Christen. In dieses wurde alsbald die Bibel übersetzt es wurde Sprache der Liturgie und nun auch der aufblühenden christlich-theologischen Literatur bis sich in dieser viel später (im hohen Mittelalter) das Arabische die neue Volks- und Kultursprache des Nahen Mittleren Ostens durchsetzte. Das Syrische der aramäischen wurde so zum „Latein des Orients“. Gläubige die Mission unter Angehörigen anderer Völker gewann etwa unter Iranern) wurden in diese syrische einbezogen und aus der benachbarten Kirche der ist dann auch bald zu hören dass nicht Theologie treiben könne ohne syrisch zu

[4] Von dem wenigen das wir die älteste Zeit dieses syrischen Christentums wissen vor allem seine asketische Grundstimmung zu nennen Grundsatz (der zumindest weithin galt) nur Ehelosen in geistlicher Ehe Lebenden die Taufe zu Daraus entwickelte sich das aramäische Mönchtum - unabhängig also vom Mönchtum in Ägypten und nicht weniger alt - mit seinen besonderen Denn das aramäische Asketentum das die Lebensform einzelnen Eremiten mehr als die klösterliche Gemeinschaft wurde durch die krassen Formen seiner leibfeindlichen berühmt (Simeon Stylites der „Säulenheilige“ war Aramäer). das aramäische Mönchtum wurde zugleich auch zum geistigen Lebens und erlangte auch darin Berühmtheit; die Klöster an denen es ungeachtet der Vorliebe nicht fehlte waren zum großen Teil der Gelehrsamkeit mit beachtlichen Bibliotheken.

[5] Trotz ihrer gemeinsamen ethnischen Herkunft trotz ihrer gemeinsamen Sprache fand sich die Christenheit auf Dauer freilich nicht zu einer Kirche zusammen. Was die Aramäer in ihrer Geschichte kirchlich trennte hatte dogmatische aber auch Gründe. Denn die kirchliche und zugleich konfessionelle die die Aramäer bald spaltete entsprach ziemlich der Reichsgrenze zwischen Römern und Persern die 4. Jahrhundert also auch kirchengeschichtliche Bedeutung gewann. blieb nämlich auch für die Christen unter Herrschaft nicht ohne Konsequenzen dass der römische Christ und das Christentum auf römischem Boden Staatsreligion wurde. Musste doch nun der persische in den Christen seines Reiches Parteigänger des sehen um deren Loyalität er zumal da wo sie im Grenzgebiet siedelten. In dieser grenzten sich die Ostsyrer unter persischer Herrschaft nun von der Kirche im Nachbarreich ab schufen sich im 5. Jahrhundert ihre eigene Kirche des Ostens“ die in einem weiteren dann auch das nestorianische Christus-Bekenntnis annahm (mit krassen Trennung der wahren göttlichen und der menschlichen Natur in Christus ) und damit auch konfessionell ihren eigenen Weg ging.

[6] Die Westaramäer im christlichen Römerreich waren nun Glieder der römisch-byzantinischen Reichskirche geworden bildeten einen nicht unwesentlichen Teil des Reichspatriarchats Aber es kam auch hier bald zum und kirchlichen Bruch unter den dogmatischen Auseinandersetzungen in der Reichskirche selbst aufbrachen: im Streit hier um die Frage nach dem rechten der Person Christi (nach seiner göttlichen und menschlichen Natur) die unterschiedlich beantwortet wurde und letztlich die Kirche spaltete. Nach jahrzehntelangem Streit auch Verfolgungen durch die kaiserliche Staatsgewalt schuf Bischof und Mönch Ya‘qob Burd‘ono (Jakobos Baradaios 578) den Seinen eine von der Reichskirche Kirchenorganisation. Damit stand nun eine „Syrisch-Orthodoxe Kirche“ neben der „Byzantinisch-Orthodoxen Kirche“: unter einem eigenen von Antiochia gegen den reichskirchlichen Patriarchen in Stadt. In der ersten Hälfte des 7. schloss sich der Syrisch-Orthodoxen Kirche dann auch kleinere Gruppe der Ostaramäer auf persischem Boden die sich dort der Einführung des Nestorianismus hatte. Ihr Oberbischof der im Rang unmittelbar Patriarchen folgte erhielt den in der Christenheit Titel eines „Maphrian“ mit Sitz in Tagrit am Tigris später im Kloster Mor Mattai von Mossul.

[7] Die Kirchentrennung im Vorderen Orient zur Existenz einer selbständigen Syrisch-Orthodoxen Kirche geführt war theologisch unvermeidlich geworden weil die Syrer christologischen Beschlüssen der Reichssynode von Chalzedon (451) folgen konnten. Denn hier hatte man Christus wahren Gott und wahren Menschen in zwei bekannt: eine den syrischen Theologen zu gefährliche weil sie durch die Betonung von „zwei die Einheit der Person Christi verletzt sahen ein Abgleiten in die schroffere nestorianische Zwei-Naturen-Lehre Gemeinsam mit den Kopten Ägyptens betonten sie die wahre Gottheit und die wahre Menschheit in nur einer Natur. „Monophysiten“ wurden sie von ihren Gegnern genannt; zutreffender freilich ist Bezeichnung „Miaphysiten“ oder auch „Diplophysiten“ weil sie die eine aber die eine doppelte (göttliche menschliche) Natur in Christus bekannten und bekennen. dogmatische Dissens also wirkte kirchentrennend wobei freilich auch der ethnische Gegensatz zwischen Aramäern und (wie in Ägypten zwischen Kopten und Griechen) und den aufgebrochenen Graben vertiefte.

[8] Mit ihrem miaphysitischen Bekenntnis stand Syrisch-Orthodoxe Kirche im krassen konfessionellen Gegensatz vor aber zur ostsyrischen Apostolischen Kirche des Ostens ihrem nestorianischen Christus-Bekenntnis. So braucht es kaum betont zu werden dass sich die beiden Kirchen die in enger geographischer Nachbarschaft lebten heftig befehdeten. Erwähnenswert ist es vielmehr dass lange Perioden in der Geschichte gab die geradezu „ökumenisches“ Verhältnis zwischen beiden Kirchen erkennen ein Miteinander mit persönlichen Kontakten auch der Kirchenführer ohne dass dabei der konfessionelle Unterschied worden wäre. Erklären lässt sich dieses freundliche über lange Zeiten hinweg aus der gemeinsamen in der man sich befand. Denn beide waren keine Staatskirchen und beide standen nun den anderen Kirchen des Orients) unter islamischer die in der ersten Hälfte des 7. begonnen hatte.

[9] Zur Situation der Christen im des Islam sei nur ganz allgemein dieses Sie wurden von den Muslimen geduldet weil (wie diese selber) Anhänger einer „Buchreligion“ waren im übrigen auch die Juden betraf. Die des Buches“ galten freilich als Untertanen minderen mit durchaus einschneidenden Bestimmungen die das Leben einzelnen wie das der Kirchen insgesamt prägten sie waren vor allem einer Sondersteuer unterworfen. war der Übertritt zum Islam und der Aufstieg machte ihn auch für viele verlockend umgekehrt jede christliche Werbung unter Muslimen natürlich Todesstrafe verboten war. Dennoch konnten sich die unter islamischer Herrschaft entfalten; und zumal die Kirche die zur byzantinischen Zeit als Gegenkirche zu leiden gehabt hatte erlebte jetzt (im Jahrhundert) ihre Blüte mit mehr als hundert von Tarsus Zypern und Jerusalem im Westen nach Herat (im heutigen Afghanistan) im Osten.

[10] Diese Jahrhunderte des Mittelalters waren geistesgeschichtlich eine große Zeit: nicht nur für aramäische Christenheit selbst sondern auch für den der nun vom Geistesleben der Christen profitierte. war - über die konfessionelle Grenze hinweg die Gelehrsamkeit der beiden syrischen Kirchen der wie auch der Apostolischen Kirche des Ostens weitreichender Bedeutung. Dass die Aramäer theologisch Großes klang schon an; sie trieben aber ihre weit über das im engeren Sinne Theologische Sie hatten sich auch mit dem antiken der Griechen vertraut gemacht kannten also den Aristoteles ebenso wie den Mediziner Galen; sie schon Vieles aus dem Griechischen in ihre Sprache übersetzt und sie gaben nun dieses den muslimischen Arabern weiter. Die Kalifen in förderten das zogen christlich-aramäische Gelehrte an ihren und ließen sie hier das alte griechische aus dem Syrischen zum Teil auch aus Griechischen direkt in das Arabische übersetzen. So die Christen zu den Lehrmeistern der Araber ihnen ihre arabisch-philosophische Terminologie lehrten sie die Wissenschaft und dienten den Kalifen als Leibärzte. Vermittlerrolle der christlichen Syrer wirkte indessen weit den Orient hinaus und sollte schließlich auch Abendland erreichen. Denn als nach der Jahrtausendwende Kreuzfahrer im Osten erschienen stießen sie auf Islam der das von den Aramäern vermittelte inzwischen fortgeführt hatte und damit dem Westen zivilisatorisch und gerade auch medizinisch deutlich überlegen Jetzt also gaben die Araber ihrerseits weiter sie empfangen und verarbeitet hatten: nicht nur medizinische Wissenschaft sondern auch ihre philosophische Tradition. geistesgeschichtlichen Brücken bildeten dabei Spanien (wo auch Gelehrte an diesem Prozess beteiligt waren) und Hof Kaiser Friedrichs II. in Palermo. Auf längeren Weg erst (und nicht etwa aus direkt) lernte das Abendland nun auch den Aristoteles kennen der die Scholastik zu ihrer führte. Aber wer wusste da noch und ist es gar noch heute bewusst dass den Arabern und ihrer mittelalterlichen Kultur letztlich Lehrmeister gestanden hatten ?

[11] Die Zeit kirchlicher wie geistiger endete für die Syrisch-Orthodoxe Kirche wie auch die anderen orientalischen Kirchen im 14. Jahrhundert sich nun die religionspolitische Situation vollständig geändert Kurz zuvor noch hatte die Syrisch-Orthodoxe Kirche letzten großen Gelehrten hervorgebracht: den Maphrian Grigorios ‘Ebroyo (Gregorius Barhebräus gest. 1286). Er hatte zahlreichen Schriften die zum größeren Teil noch zum Teil aber schon arabisch abgefasst waren ganze theologische wie kirchenrechtliche Tradition seiner Kirche das ganze philosophische wie naturwissenschaftliche Wissen seiner in enzyklopädischer Fülle zusammengetragen. So hatte er wenn er es geahnt hätte mit seiner die Voraussetzung dazu geschaffen dass auch über nun folgenden dunklen Jahrhunderte hindurch das Erbe Syrisch-Orthodoxen Kirche erhalten blieb. Grigorios bar ‘Ebroyo es noch erlebt dass um die Mitte 13. Jahrhunderts das arabische Kalifat von Bagdad dem Ansturm der Mongolen unterging. Das war die Christen zunächst keine ungünstige Wendung; denn Mongolen die weithin noch ihrem zentralasiatischen Schamanismus sahen im Islam ihren Hauptfeind und begegneten Christentum das sie in kleiner Zahl sogar angenommen hatten mit Sympathie. Doch eben dieses sich noch in den letzten Jahren dieses 13. Jahrhunderts weil sich die Mongolen nun für den Islam entschieden und jetzt den weniger duldsam begegneten als es einst der Islam getan hatte. Es kam zu blutigen und drängte auf den grausamen Höhepunkt zu sich mit dem Namen Timur Lenks des in Samarkand verbindet. Als fanatischer Christenfeind - verstand er sich selbst - dezimierte er späten 14. und frühen 15. Jahrhundert auf verheerenden Kriegszügen das Christentum im Orient das jetzt auf den kleinen Bevölkerungsanteil hinabsank den dann bis in das 20. Jahrhundert hinein Aus stattlichen Kirchen waren innerhalb nur weniger kleine Kirchen geworden aber sie gingen nicht unter.

[12] Inzwischen war (mit dem Fall 1291) auch die Episode der abendländischen Kreuzfahrerstaaten der Mittelmeer-Küste zuende gegangen. Aber in den Jahrhunderten ihrer Geschichte hatte es zwischen den aus dem Westen und den unter ihnen syrisch-orthodoxen Christen enge und auch freundliche Kontakte Sie waren auf abendländischer Seite von dem getragen die Syrisch-Orthodoxe Kirche mit ihrem Patriarchen Anerkennung der päpstlichen Oberhoheit zu bewegen und auf diese Weise mit der römischen Kirche vereinigen. Dass man dabei auf römisch-katholischer Seite „Wieder“-Vereinigung redete entsprach freilich nicht den geschichtlichen denn die aramäischen Christen des antiochenischen Patriarchats niemals dem Papst in Rom unterstanden. Wie man aber auch die Dinge sah: Die Roms überlebten den Untergang der Kreuzfahrerstaaten wurden wieder aufs Neue unternommen führten letztlich aber zu dem erhofften Ziel. Es war eine ihren Einzelheiten sehr wechselhafte Geschichte in deren wohl der eine oder andere Bischof und Patriarch gewonnen werden konnte nicht aber die Kirche als ganze. Aber auf die Dauer sie doch einen kleineren Teil ihrer Gläubigen die (endgültig am Ende des 18.Jahrhunderts) ein mit Rom uniertes Patriarchat begründet wurde so seitdem nun neben der Syrisch-Orthodoxen Kirche die Rom verbundene „Syrisch-Katholische Kirche“ steht. Sie genoss ihre enge Bindung an das Abendland natürlich Vorteile die sich zumal in der besseren ihres Klerus auswirkte. Negativ war diese Entwicklung für die Syrisch-Orthodoxe Kirche selbst die durch Verlust ihrer nun mit Rom unierten Gläubigen geschwächt worden war. Weitere Verluste erlitt sie der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als auch anglikanische und amerikanische Missionare auftraten die den Muslimen erfolglos geblieben waren und dafür unter den orientalischen Christen Proselyten machten. Immerhin sich die Syrisch-Orthodoxe Kirche inzwischen auch eines Zugewinns von Gläubigen erfreuen können denn in zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war - offiziell - ein Teil der „Thomaschristen“ Südindiens ihr übergewechselt.

[13] Die aramäische Christenheit des Vorderen die sich nach dem kirchlichen Niedergang im Mittelalter nun für mehrere Jahrhunderte im kleineren hatte einrichten können kam noch einmal im Jahrhundert in Bewegung; und diese Bewegung hält Abwanderung in alle Teile der Welt) bis heutigen Tage an. Die zahlreichen und inzwischen stattlichen Gemeinden syrisch-orthodoxer Christen in unserem Land eindrücklich genug an dieses jüngste Schicksal der im Orient. Die schon als traditionell zu Feindschaft zwischen Christen und Kurden der Erste mit dem grausamen Armenier-Völkermord die auch an Aramäern nicht spurlos vorüberging sodann nach dem des Osmanischen Reiches die Anfeindungen durch ein gestimmtes Türkentum waren und sind hier die allem zu nennenden Faktoren. So hat die Kirche ihr altes Kernland im einst klosterreichen ‘Abdin inzwischen fast gänzlich verloren wie auch Zentren syrisch-orthodoxen Christentums in der Syrisch-Arabischen Republik beständige Abwanderung in ihrer Existenz bedroht sind. Patriarchat selber war schon im Jahre 1924 seinem jahrhundertelangen Sitz im Tur ‘Abdin nach verlegt worden und schließlich im Jahre 1959 die Hauptstadt Damaskus. Dieses Patriarchat in Damaskus heute das geistliche Zentrum einer Kirche zu wohl insgesamt etwa eine Million Gläubige zählen denen etwa 750.000 indische Christen sind); aber ist auch das Patriarchat einer Kirche deren sich allmählich nach Westen verschiebt so dass Syrisch-Orthodoxe Kirche nun weithin zu einer Kirche fremden Ländern geworden ist.




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