Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Thüringisch-Obersächsisch ist eine Dialektgruppe des Mitteldeutschen deren Dialekte ursprünglich nur Thüringisch genannt wurden und heute umgangssprachlich aber sprachwissenschaftlich falsch als Sächsisch bekannt sind. Thüringisch-Obersächsisch wird überwiegend in Sachsen-Anhalt Sachsen und Thüringen gesprochen.
Das "Linguasphere Register" (Ausgabe 1999/2000 Seite 431-432) führt unter Thüringisch-Obersächsisch zwölf unterschiedliche Dialekte bzw. Dialektgruppen auf:
Es gibt in dem Sprachraum weite Unterschiede die auf die Ausgleichssprache (Kolonialdialekt) der Mittelalter eigewanderten Franken Thüringer und Sachsen (Nieder-Sachsen) zurückgehen deren Ostkolonisation etwa um 1100 begann. Sprachformen des Obersächsischen das so "Meißner Kanzleideutsch" und reichlich mittelhochdeutsches Wortgut war die Schriftsprache von Martin Luther die als wesentliche Grundlage der hochdeutschen Sprache gilt.
Gekennzeichnet ist das Thüringisch-Obersächsische durch eine der Vokale Palatisierung der Konsonanten "p" "t" und "k" eine stark differenzierte Aussprache des G-Lautes ( vor allem in den sachsen-anhaltinischen und nordthüringischen ) und eine regional sehr unterschiedlich ausgeprägte Betonung im Satz. Die zweite deutsche Lautverschiebung kam in diesem Raum in sehr einander abweichenden Positionen im Hinblick auf einzelne zum Stehen. Basilekte werden kaum noch gesprochen. fließend erscheinenden Übergangsstufen zwischen Dialekt und Hochdeutschem Formen des Mesolektes können sich auf bis fünf oder sieben belaufen.
Das sich im östlichen Kursachsen und der Lausitz vermischende Meißenische und Ostmitteldeutsche nahmen auch die im Land verbliebenden Slawen an; lediglich in der Lausitz wird eine westslawische Sprache das Sorbische bis in unsere Zeit gesprochen. Andererseits slawisches Wortgut ins Deutsche (z.B. Grenze) so dass auch das Sorbische seinen an der Ausbildung des Thüringisch-Obersächsischen hat.
Meißenisch fälschlicherweise Sächsisch genannt (da sächsisch/niedersächsisch die Sprache des der Sachsen ist) findet gelegentlich Anwendung im Kabarett sowie bei Comedians . Es wird eingesetzt um Personen aus ehemaligen DDR darzustellen oder um die nicht kulturell-mentalen meist politisch-historisch bedingten Differenzen zwischen dem Preußen (Berlin und Brandenburg ) und Kursachsen (mit den kulturellen Zentren Dresden Leipzig und Chemnitz ) sketchhaft zu skizzieren. Nicht selten sind Sprecher jedoch keine gebürtigen Kursachsen und imitieren Meißenische oder Osterländische in unterschiedlicher Qualität somit dadurch ein falsches Bild dieses Sprachgebietes auf Bühne und in den Medien gezeigt. Dabei das Thüringisch-Obersächsische - insbesondere das Anhaltische Nordthüringische Eichsfeldische - in vergangenen Jahrhunderten lange Zeit vorbildlich für die hochdeutsche Aussprache.