Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Tradition meint in der Regel die Überlieferung Wissens der Fähigkeiten sowie der Sitten und Gebräuche einer Kultur oder einer Gruppe . Der Gebrauch des Wortes ist nicht Unter Tradition versteht man unter anderem:
das Überlieferte die Überlieferung selbst
Gepflogenheiten Konventionen
das Überliefern die Weitergabe
Insgesamt lassen sich zwei Hauptbedeutungen unterscheiden: Tradition als kulturelles Erbe und 2. Tradition Tradierung.
Tradition stammt von lat. traditio ("Übergabe Auslieferung Überlieferung"). Das Substantiv leitet sich wiederum her vom Verb tradere (aus "trans-" 'hinüber-' und -dare 'geben'). Die Wortbedeutung entspricht weitgehend dem alt-gr. Wort paradosis .
Unter Tradition wird in der Regel Überlieferung der Gesamtheit des Wissens der Fähigkeiten sowie der Sitten und Gebräuche einer Kultur oder einer Gruppe verstanden. Tradition ist in dieser Hinsicht kulturelle Erbe das von einer Generation zur Weitergegeben wird. Wissenschaftliches Wissen und handwerkliche Kunst ebenso dazu wie Rituale moralische Regeln und Speiseregeln. Neben diesen hochkulturellen Inhalten werden zuweilen nur temporär gültige Üblichkeiten als Tradition bezeichnet. diesem Sinne wird der Ausdruck traditionell gebraucht; es ist das Übliche und Der eher bildungssprachliche Ausdruck traditional wird dagegen auf die hochkulturellen Inhalte
Seltener bezeichnet Tradition die Tradierung also Prozess der Überlieferung selbst auch wenn in Hinsicht der Traditionsprozess die Grundlage für die als kulturelles Erbe bildet.
Traditionskritik ist zum einen der Name einer der historisch-kritischen Textforschung. Die Methode dient dazu verschriftlichten Texten die zugrundeliegenden mündlich verbreiteten Fassungen rekonstruieren (z.B. bei biblischen Texten oder Märchen).
Traditionskritik ist zum anderen eine Bezeichnung Kritik an Tradition als dem überlieferten kulturellen Tradition wird problematisch wenn Formen sich deren ursprünglicher Sinn verloren ging. In Europa begann mit Rationalismus und Aufklärung ein kritisches Infragestellen überlieferter Formen des Wissens Glaubens und der Moral . Mit der Betonung des Vernunftprinzips (das die Stelle des reformatorischen Schriftprinzips trat) wurde Gültigkeit jedes Traditionsprinzips in Frage gestellt. Darauf schon frühzeitig der Französische Traditionalismus Ausdruck der konservativen Reaktion . Das Kräftemessen von Tradition und Vernunft hält bis in die Gegenwart an. mit der Eigendynamik eines rationalisierenden Kapitalismus und den Folgen kultureller und ökonomischer Globalisierung ist derzeit eine weltweite Revision überkommener Werte und Überlieferungen zu beobachten. Als Gegenreaktion ebenfalls weltweit fundamentalistische Tendenzen zu verzeichnen. Wie schon der Reaktionismus Franz. Traditionalismus ist die konservative Reaktion in Gegenwart häufig religiös legitimiert und gewaltbereit.
In den vergangenen Jahren sind so "erfundene Traditionen" (" invented traditions vgl. Eric Hobsbawm ") die zur Legitimierung bestimmter Dinge und dienen sollen zunehmend ins Blickfeld der Historiker gekommen.
In der antiken Rechtssprache ( röm. Recht ) war Tradition (traditio) der Übergabeakt einer Sache z.B. bei der Vererbung und beim Daher auch die noch heute manchmal begegnende von Tradition als Auslieferung (vgl. ).
In der röm.-kath. Kirche wird unter Tradition die nachbiblische aber verbindliche Glaubenslehre seit den Aposteln und Kirchenvätern verstanden. Als Traditionsprinzip dient diese Glaubenslehre in der röm.-kath. Exegese zur Auslegung der Heiligen Schrift; nach Auffassung kann die wahre Aussage biblischer Texte durch die Auslegungstradition der Kirche verstanden werden. Traditionsprinzip ergänzt demnach das Schriftprinzip.
Seit der Reformationszeit in der das röm.-kath. Traditionsverständnis kritisiert wurde entwickelte sich der von Schrift und Tradition. Das Traditionsprinzip wurde zugunsten Schriftprinzips als notwendiges Element des wahren Schriftverständnisses nach evangelischer Lehre ist die Heilige Schrift und deshalb allein die Schrift verbindlich für des Glaubens (vgl. sola scriptura). Die neuzeitliche verdankt sich wesentlich des traditionskritischen Impulses der
Tradition ist im Judentum immer im Zusammenhang von Tradierung Lehre und Erinnerung gesehen worden. In Dtn 6 (5. Mose 6) findet sich Anweisung das jüdische Glaubensbekenntnis als Summe des (göttlichen) Gesetzes an Sohn weiter zu geben dass dieser es seinen Sohn weiter gebe. Ausserdem soll die an die Geschichte des eigenen Volkes tradiert Kern des jüdischen Traditionsverständnisses ist das Gesetz Tora . Bei der Überlieferung der Tora wird zwischen der schriftlichen Tora (die sog. 5 Mose) und der mündlichen Tora der überlieferten der schriftlichen Tora. Diese ist wiederum zum verschriftlicht im Talmud . Die Unterscheidung von mündlicher und schriftlicher entspricht der Unterscheidung von Schrift und Tradition Christentum. Einen eigenen Begriff für solche Tradition es im AT nicht. Es gibt wohl das Wort magan das überliefern im Sinne von ausliefern meint nicht aber im hier behandelten Ein solches Wort entwickelt sich erst später dem Wort masorät (das Verpflichtende Bindende). Daraus leiten sich Masoreten her eine jüdische Gelehrtengruppe im Mittelalter die die Masora erstellt haben. Die Masoreten haben sich die textkritische schriftliche Überlieferung des AT verdient gemacht. Masora gilt heute als des jüdischen Überlieferungsverständnisses.