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Ulrich Zasius


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Ulrich Zasius (* 1461 in Konstanz 24. November 1535 in Freiburg ) war ein Jurist der Humanistenzeit.

Huldrichus Zasius

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ulrich Zasius war einer der juristischen seiner Zeit. Über ihn schrieb Erasmus von Rotterdam der in den unruhigen Zeiten der Reformation von Basel nach Freiburg geflohen war dann für sechs Jahre nämlich von 1529 1535 in Freiburg lebte seinem Freund dem Juristen und Humanisten Willibald Pirckheimer am 15. Juli 1929: „ Ich in Deutschland noch nichts gesehen was ich bewundert hätte wie den Charakter des Ulrich . Dieser Mann verdient Unsterblichkeit !“

Er wurde als Ulrich Zäsy 1461 Konstanz geboren. Nach Studienjahren in Tübingen wo sich nur am Rand mit dem Studium Jurisprudenz beschäftigte trat er als Gerichtschreiber und in den Dienst des Bischofs von Konstanz. Jahr 1489 wurde er Stadtschreiber im aargauischen (Schweiz). Im Jahre 1494 folgte der Ruf das Stadtschreiberamt der Stadt Freiburg. In Freiburg er dann bis zu seinem Tod. Als organisierte Zasius die Akten- und Buchführung der neu und legte in diesem Zusammenhang erstmals ein Zugurteilsbuch an in das die vom gefällten Oberhofbescheide künftig eingetragen werden sollten und bis zum Jahr 1609 auch eingetragen worden Das Stadtschreiberamt gab Zasius allerdings bald wieder und übernahm 1496 die Leitung der Lateinschule. im Jahr 1499 - also im Alter 40 Jahren er war inzwischen verheiratet und mehrer Kinder - immatrikulierte er sich in juristischen Fakultät. Im Jahr 1501 promovierte er doctor legum und 1505 wurde er Professor Rechte an der Universität Freiburg. Als solcher er eine rege Lehr- und Forschungstätigkeit. Als meist in ciceronianisch geschliffenem Latein verfasster Werke er bald weithin bekannt. „Preisen wir uns den Lehrer gefunden zu haben den Frankreich den Italien anstaunt den Spanien verherrlicht und die Deutschen lieben“ schreibt einmal ein begeisterter

Humanistische Jurisprudenz

Ulrich Zasius spielte eine bedeutsame Vorläuferrolle juristischen Humanismus der die Abkehr von dem in der Jurisprudenz üblichen verknöcherten Wissenschaftsbetrieb der darstellt. In der Rechtswissenschaft wird dieser Umbruch den Schlagworten „mos Italicus“ (italienischer Brauch) und Gallicus“ (französischer Brauch) umschrieben. Als „mos Italicus“ die alte Methode bezeichnet in unverbrüchlichem Glauben die Autorität der oftmals verderbt überlieferten römischen kanonischen Rechtstexte weitschweifige und unendliche der praktischen aber wenig förderliche Überlegungen anzustellen. Das Neue Methode des „mos Gallicus“ liegt zunächst darin durch Textkritik die authentischen Rechtsquellen wiederhergestellt werden.

Neu ist vor allem aber auch die Interpretation dieser Texte nicht mehr als l’art pour l’art wie in der Scholastik wird sondern mit historischem Verständnis und orientiert neuen Menschenbild der Renaissance. Zasius war zwar dem „mos Italicus“ verhaftet - auch für waren die Digesten (d.h. das römische Recht) sacrae also heilige und damit unantastbare Gesetze. 14.2.1517 schreibt Zasius an seinen Freund Claudius

"Die Barbarei hat wie ein Schlingengewächs guten alten Stamm des römischen Rechts überwuchert verhüllt ihn so sehr dass es ihrer samt der tiefeingesenkten Wurzeln bedürfte. Diese aber ohne Verletzung des Stammes selbst scheue ich um nicht noch mehr Schaden zu tun."

Zasius war aber einer von denjenigen begonnen haben die römischen Quellen vom Rankenwerk Kontroversen zu befreien und sie für die Rechtsanwendung nutzbar zu machen. So schreibt er seinen im Jahr 1518 erschienenen Lucubrationes auch heute noch Gültiges:

"Von Nutzen wäre es ja eine jene ausgedehnten Kommentare zu kürzen die wenig aber um so mehr verdunkeln was jeder Mensch leicht erkennt wenn er sie nur Denn sie sind mit einer Last von überladen und stellen oft mehr prunkvolle Gelehrsamkeit Schau als wahrhafte Lehre."

Zusammen mit den in gleicher Richtung französischen Juristen Andreas Alciatus (1492 -1550) und Budaeus (1467 - 1540) bildete Zasius das weithin so benannte juristische „Dreigestirn“ jener Zeit.

Zasius als Schöpfer des Freiburger Stadrechts

Zasius’ praktischer Rechtssinn bewährte sich in Weise bei der Neugestaltung des Freiburger Stadtrechts 1520 das im wesentlichen sein Werk ist. gilt als wohlgelungene Verschmelzung römischen und deutschen und wird als gesetzgeberische Meisterleistung seiner Zeit Es war die bis ins 19. Jahrhundert Grundlage einer eigenständigen Ordnung des Rechts- und der Stadt Freiburg und damit auch die Rechtquelle für die Sprüche des Freiburger Oberhofs Vorläufer des jetzigen Landgerichts Freiburg.

Nachklang

Zasius war eine wahre Leuchte des auf die Freiburg stolz war und ist. er am 24.11.1535 im Alter von 74 starb errichtete ihm die Stadt im Chorumgang Münsters ein auch heute noch dort befindliches dessen in überschwänglichem Latein gehaltene Inschrift ihn den weithin bekanntesten Rechtsgelehrten seiner Zeit als Zierde der Universität und als Schöpfer des Stadtrechts preist.

Als ein im Stil humanistischer Lobhudelei Werbespot für heutige juristische Freiburgtouristen könnte folgendes dienen:

  Juristen kommt ihr nach Freiburg verharret in weil hier    Ulrich Zasius gewirkt hat ein Stern der   

Weblink

Bild von Ulrich Zasius

Literatur

  • Roderich Stintzing Ulrich Zasius. Ein Beitrag Geschichte der Rechtswissenschaft im Zeitalter der Reformation. 1857

  • Stevan Rowan Ulrich Zasius. A Jurist the German Renaissance 1461-1535. Frankfurt 1987

  • Guido Kisch Zasius und Reuchlin. Eine vergleichende Studie zum Toleranzproblem. (Pforzheimer Reuchlinschriften Im der Stadt Pforzheim Bad. I). Konstanz 1961



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